Jedes Mal, wenn du jemanden küsst...

12.03.2005 um 12:30 Uhr

Liebe definieren...

von: amiel

Stimmung: mies, demotiviert.
Musik: keine

Habe gerade folgenden Text im Internet gefunden...

 

""Ich habe geliebt und verloren:

Liebe ist eine Berührung. Ein Kuss,der Dir zeigt wer Du bist.
Ein Hauch der Dich erschaudern lässt. Man hat nur eine Ahnung davon, ein Gefühl für etwas großes. Liebe ist Begierde. Immer und überall.
Sie führt Dich zur Selbstaufgabe. Du vergisst Dich selbst um Deiner Liebe willen. Du scherst Dich nicht mehr um die Welt, denn die Welt ist zwischen euch. Alles was Du zum Leben brauchst ist sie. Mehr willst Du nicht, mehr brauchst Du nicht. Wenn Du liebst, willst Du, und dann nur sie!
Liebe ist aber auch Trauer und Schmerz. So intensiv, dass Du merkst, dass es echt ist. So real wie das Leben selbst. Sie zerreisst Dich, bis zur Ohnmacht. Das Atmen fällt Dir schwer. Tränen kommen schon lange nicht mehr!
Du wünschst die Augen zu schließen und zu fühlen. Du küsst, während Tränen Deine Wangen hinunterlaufen, weil Du weißt der Moment geht zu Ende. Du wünschst Dir nichts sehnlicher als sie. Neben ihr einzuschlafen und zu wissen dass sie da ist. Zu wissen dass es gut ist. Einfach nur gut. Liebe ist kein Traum, keine Illusion...Liebe ist alles. Es dreht sich alles nur um Liebe. Es dreht sich um den Menschen, der Dich nimmt wie Du bist. Der Dich definiert und Dir zeigt, dass auch Du es wert bist geliebt zu werden. Der Dir sagt, dass er ohne Dich nicht mehr will. Wozu ein Morgen, wozu der nächste Atemzug, wozu leben wenn sie nicht mehr ist.
Jeden Tag möchte ich aufwachen, an dem einen morgen und wissen, dass Gott mich erhört hat. Ich möchte sie anschauen mit klopfendem Herzen, sie noch einmal berühren. Sie noch einmal streicheln. Nur noch einmal diesen süßen Kuss spüren. Ihre Lippen auf meinen spüren. Noch einmal ihre Hand halten. Nur noch einmal. Nur noch dieses eine mal!
""

 

Liebe führt also zur Selbstaufgabe. Stimmt das? Werde ich also irgendwann für den Partner Vollkornbrot essen, werde ich irgendwann doch sportlich werden... ich finde Liebe kann man nicht definieren. Erkläre jemanden mal ein Gefühl, was für jeden individuell verschieden ist. Das geht nicht.

Aber Angst kann man erklären. Gerade habe ich Angst vorm Abi. Ich kann nicht mal lernen. Dummes Geschichte. Noch sechs Tage und es ist endlich gut. Vorbei, aus. Bis dahin muss frau endlich mal etwas getan haben. Also räume ich nun auf, heize das Zimmer hoch und dann lesen wir mal eben 500 Seiten. Damit wir wenigstens etwas wissen. Und dann lernen wir irgendwas, versuchen uns irgendwas ins Hirn zu kloppen, Verfassungsvergleiche, Revolutionsvergleiche... und das muss dann reichen. Mehr geht nicht, ein Punkt sollte drinne sein. 20% sollten doch irgendwie möglich sein. Und selbst wenn nicht, dann sollte es eben nicht so sein. Bringt niemanden um. Mich nicht, euch nicht.

05.03.2005 um 22:05 Uhr

#1

von: amiel

Stimmung: frustriert, aber erleuchtet
Musik: Evanescene- Last Breath

Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus.

Anfang 20 glaubt man noch an die große Liebe, dass ein Prinz erscheint und einen aus dem Chaos der Pubertät rettet, von dem man sich schwängern lässt, drei Bälger zur Welt bringt und dann samt Ehegatte und Kinder in das nette Reihenhaus mit dem weißen Gartenzaun zieht.

Spätestens nachdem die erste ernsthafte Beziehung zu Ende geht, wird man sich jedoch bewusst, dass das oben geschriebene zwar für schön und nett befunden wird, jedoch lediglich unserer Vorstellungskraft entsprungen ist. Der Traumprinz entpuppt sich, wie man selbst, als ein mit Fehlern ausgestatteter Prototyp von dem Menschen, der man eigentlich sein wollte. Seien es Kleinigkeiten wie Essangewohnheiten, Unordnung, Ordnung oder dass der eine mehr Freiraum braucht... jeder hat seine Macken.

In einer Beziehung mit so zwei Prototypen heißt das dann Kompromisse schließen, Rücksicht nehmen und Verständnis aufbauen für Dinge, die man trotz all der Liebe und Zuneigung doch nie wirklich verstehen wird.

Das Beispiel aus meiner Beziehung sind meine Essgewohnheiten. Ich bin äusserst wählerisch, was das Essen angeht. Verwöhnt könnte man es auch nennen. Ich bevorzuge nun mal homogene Dinge. Cremiges Joghurt statt welchem mit Bröckchen. Fruchtsaft ohne Fruchtfleischstückchen. Brot ohne spürbare Körner. Sprich, alles was sich im Mund nicht so anfühlt wie schon mal gegessen und gerade wieder aus der Magengegend aufgestiegen.

Mein Partner-Prototyp kann das nicht nachvollziehen. Erwarte ich auch nicht, aber ich erwarte, dass das einfach akzeptiert wird. Keine dummen Kommentare, keine verzweifelten Versuche des erneuten Probierens. Ich bin fast 20, ich hab in meinem Leben schon Vollkornbrot gegessen, das schmeckt auch mit einer zentimeterdicken Schicht Nutella nicht besser.

Bei meinem Prototyp wurde die Eigenschaft "Alles, was nicht schimmelt, ist essbar" nicht einprogrammiert, genauso wenig wie "Bewegung ist wichtig". Dafür habe ich wichtige Programme wie: "Zimmer wohnlich dekorieren" und "Wann hab ich meinen Mund zu halten"erhalten. Nicht so gesellschaftsfähig wie die ersten, ich weiß, aber doch auch irgendwie nützlich.

"I'm not perfect - but I can smile." (Dido)