a m y n o n a

01.03.2006 um 18:08 Uhr

Ein ganzes Wochenende

von: amynona

liegt hinter uns. Ein gemeinsames.

Wie verabredet bin ich am Sonntag bereits zum Frühstück bei ihm gewesen. Trotz seines Umzuges am Tag zuvor hatte er schon alles vorbereitet und auf mich gewartet. Sogar extra früh aufgestanden ist er für mich.

An der Tür zur Begrüßung eine flüchtige Umarmung, dann Schweigen, finden erster Worte.
Nach 20 Jahren gar nicht so einfach.

Wir frühstückten zusammen, erzählten erste Dinge über uns.
Tun durfte ich nichts. Nichts wegräumen, nichts machen.
Hm, eigentlich schön, wenn man so verwöhnt wird.

Dann zeigte er mir erst einmal seine Wohnung und dann setzten wir uns gemütlich ins Wohnzimmer. Quatschten über vergangene Zeiten, guckten Fotos, näherten uns immer mehr an. Mit dem, was wir uns gegenseitig erzählten und auch körperlich.

Wir rutschten immer näher, schauten uns oft in die Augen, flirteten etwas verhalten.
Aber der erste Kuss war nur eine Frage der Zeit.

Und siehe da: wir küssten uns. Vorsichtig und zärtlich. Hielten unsere Hände. Ein schönes Gefühl der Wärme.

Irgendwann dann die unausweichliche Frage, wann ich nach Hause fahre. Ob ich über Nacht bleibe.
Darf ich denn? Und SOLL ich vor allen Dingen auch?

Ein einfaches und ehrliches "Ja" war die Antwort.
So blieb ich also über Nacht bei ihm und es war einfach nur schön. Wir schliefen abends miteinander. Irgendwie mit Gefühl und vertraut. Am nächsten Morgen hatten wir dann Sex. Einfach und unkompliziert. Und trotzdem so aufregend.

Tagsüber sahen wir uns nicht, aber abends nach der Arbeit war er wieder da. Ich durfte sogar in seiner Wohnung bleiben. Einfach so. Während er arbeiten musste und ich den Tag frei hatte.

Und natürlich blieb ich auch in der nächsten Nacht bei ihm. Wir schliefen wieder miteinander, hatten wunderbaren Sex. Bis das Lattenrost aus dem Bett rutschte und später sogar ein Nachbar klingelte...

Und nun warten wir beide aufs nächste Mal...

12.02.2006 um 18:08 Uhr

Weiter und weiter

von: amynona

geht es momentan.

Nicht nur, dass wir schon etliche Mails geschrieben haben. Nein, wir haben inzwischen auch schon drei Mal miteinander telefoniert. Stuuuuundenlang teilweise.

Und ein erstes Treffen haben wir auch schon ausgemacht, für Karnevalssonntag. Ich freu mich so!
Und ich bin aufgeregt wie ein Teenager. Dieses Kribbeln im Bauch...

05.02.2006 um 09:19 Uhr

Gestern abend

von: amynona

abend haben wir  stundenlang und reihenweise Mails hin- und hergeschickt.
Wieviel leichter wäre das in einem Chat oder im Messenger gewesen...

Alles war eindeutig zweideutig.
Ist schon merkwürdig, wir kennen uns über dreißig Jahre, da wir uns aber 20 Jahre nicht gesehen haben, wissen wir natürlich nicht wirklich viel übereinander. Und doch ist da eine Vertrautheit und - zwischen den Worten - Offenheit.

Heute werden wir telefonieren. Um Gongschlag 12 Uhr werde ich ihn anrufen. Freue mich darauf, seine Stimme zu hören.

04.02.2006 um 19:32 Uhr

Meine Vergangenheit

von: amynona

holt mich wieder mal ein.

Über stayfriends habe ich gleich zwei Leute aus meiner Jugend wiedergefunden.

Zuerst ist da ein Exfreund, der zu mir Kontakt aufgenommen hat. Ein paar Mails haben wir uns geschickt, würden uns gern mal zum Quatschen treffen, evtl. auch mit einem gemeinsamen Freund von damals zusammen, um einfach mal auszutauschen, was in den 20 Jahren so war. Ist bestimmt interessant.

Und dann ist da unser ehemaliger Nachbar. Aus dem Haus sind wir ausgezogen, als ich 18 war. Also habe ich ihn wirklich 20 Jahre lang nicht gesehen, wusste nicht, was er macht.

Seit etlichen Tagen schreiben wir uns Mails, haben schon etliches aus den vergangenen 20 Jahren ausgetauscht.
Hm, und irgendwie knistert es zwischen uns. So lesen wir es beide zwischen den Zeilen heraus. Kann das sein?

Komisch, dabei waren wir uns damals wirklich egal, ließen uns gegenseitig links liegen und es  reichte höchstens zu einem unverbindlichen Gruß. Nein, das war kein Verstellen. Wir hatten einfach keinen Draht zueinander. Unsere Interessen waren zu unterschiedlich und auch sonst verband uns nichts.

Tja, und jetzt schwingt in unseren Mails so viel mit. So viel Interesse am Anderen. Das scheint nicht nur Neugier zu sein. Wir werden sehen.

Wenn er nächsten Monat umgezogen ist, werden wir uns auf jeden Fall treffen. Um über alte Zeiten zu reden. Zu erzählen, was in der Zeit seit damals alles war. Da werden wir dann schon merken, ob wir uns nur virtuell auf dem Papier verstehen oder auch im real life.
Und telefonieren werden wir vorher auf jeden Fall auch. Vielleicht morgen schon. :)

01.07.2005 um 20:43 Uhr

Gestern

von: amynona

kam endlich der erlösende Anruf.

Stephan ist zwar weiterhin krankgeschrieben, es ist aber nichts Ernstes. Nur etwas Akutes, das direkt operativ gemacht werden mußte.
Inzwischen ist er auch wieder zu Hause, darf allerdings mindestens zwei Wochen lang nicht arbeiten.

Als ich gestern im Display meines Telefons eine Telefonnummer aus seiner Stelle sah, überlegte ich schon, ob es jemand Anderes ist oder ob tatsächlich er es sein könnte.
Und wirklich: ich hörte seine Stimme.
Mein Herz hüpfte vor Freude. Hauptsächlich weil ihm nichts passiert war. Ich hatte mir wirklich Sorgen gemacht und mich den wildesten Spekulationen hingegeben.

Heute haben wir uns dann auch direkt getroffen. Er hat ja ohnehin frei und ich habe meine Mittagpause für ein Date genutzt.

Passiert ist nichts. So am hellichten Tage ist es auch schwer, in einem Kaufhaus-Restaurant eine romantische Stimmung aufkommen zu lassen.
Jedoch haben wir mit Blicken schon ein wenig geflirtet. Haben nebeneinander gesessen. Unsere Beine berührten sich und keiner zuckte weg...

Wir haben uns auch direkt wieder verabredet. Nächsten Mittwoch wollen wir uns treffen. Konkretes ausgemacht haben wir noch nicht. Ist ein bißchen wetter- und auch gesundheitsabhängig, was wir machen werden.

Hach, ich freu mich so. Hoffentlich haben wir schönes Wetter und wir können warme Temperaturen genießen.
Und natürlich würde ich statt einer langen Hose auch liebend gern ein Kleid anziehen können ohne zu erfrieren...

27.06.2005 um 18:56 Uhr

Krank

von: amynona

ist Stephan heute. Er war nicht im Büro.

Nun mache ich mir Gedanken, was wohl sein könnte, denn von einem Kollegen erfuhr ich, dass er sogar im Krankenhaus ist.

Dabei war Freitagabend doch noch alles normal. Und um eine geplante Untersuchung kann es sich auch nicht handeln, denn das hätte er am Freitag erzählt.

Merkwürdig. Nun sitze ich hier und grüble. Und in meinem Bauch routiert es, weil ich von ganz harmlos bis ganz schlimm mir alle möglichen Dinge ausmale.

Ich hoffe, dass alles eine ganz harmlose Erklärung finden wird und dass der Krankenhausaufenthalt nicht eine Art Spätfolge von vergangenem Freitag ist.

Bitte, bitte, lass es ganz harmlos sein.

25.06.2005 um 20:26 Uhr

Es ist gut so, wie es ist

von: amynona

Gestern haben wir uns seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder gesehen.
Ganz durch Zufall. Er steht da, als ich eigentlich weitergehen will; er kreuzt meinen Weg.

Ein kurzes "Hallo", ich verlangsame den Schritt. Ich sehe sein Lächeln, er streckt mir die Hand entgegen. Eine Umarmung.

"Wie geht's?" "Schön, daß wir uns sehen."
Und schon sind die Fragen, die in Bruchteilen einer Sekunde durch meinen Kopf schießen, verflogen.

Ein Bier zusammen trinken, ein paar Neuigkeiten austauschen. Kollege Frank kommt dazu, schon ein bißchen stark angesäuselt.
Wir schauen uns an - nee, auf den haben wir mit seinem Philisophieren wirklich keine Lust. Wir gehen raus, setzen uns an die laue Luft.

Fühlen uns allein, obwohl fast 2000 Kollegen auch da sind. Betriebsfest eben.
Wir reden und reden. Über Vergangenes - gibt es sowas wie unsere Vergangenheit? - und auch über das Heute.

Ein bißchen knistert es. Täusche ich mich vielleicht?
Ach, vielleicht liegt es auch nur an dem warmen Sonnenabend. Oder an meiner falschen Wahrnehmung.
Ich möchte dich jetzt küssen, höre ich da. Und da ist er auch schon - der Kuss. Und viele Kollegen auch.

"Sollen wir nicht die Örtlichkeit wechseln?" Tja, warum nicht. Und als ich gerade aufstehen will, um mit ihm ein bißchen übers Gelände zu gehen, sagt er. "Wir könnten zum Rhein fahren."
Ach, an so einen drastischen Ortswechsel hab ich gar nicht gedacht, aber warum eigentlich nicht?
Mehr als Biergarten - was allerdings megatoll war - war das Betriebsfest diesmal eh nicht für mich.

Im offenen Cabrio durch die Stadt. Er neben mir. Ich fahre, gebe an einer Ampel gut Gas und die 190 PS tun ihr übriges dazu. "Wow, tough, die Frau" höre ich da neben mir.
Ich fahre doch nur ganz normal Auto.

Endlich einen Parkplatz gefunden. Aussteigen, um in der warmen Luft des späten Abends ein wenig spazieren zu gehen.
Wie selbstverständlich Hand in Hand. Stehen bleiben, ein weiterer Kuss.
Kann man die Zeit 17 Jahre zurückdrehen? Auch damals war es das Betriebsfest... Es ist wie damals. Und doch ist es natürlich anders. Aber ein bißchen von dem Zauber von damals ist bei uns.

Wir setzen uns auf die Mauer am Ufer. Hand in Hand. Küssen uns.
Reden. Schweigen. Sind nachdenklich. Sind in der Vergangenheit. Sind auch im Jetzt und Hier.
"Es ist gut so, wie es ist." Dieser Satz begleitet uns durch den Rest des Abends.

Seine Finger tasten über meinen Rücken. Über der Bluse. Über meine Haut.
Wir küssen uns. Zurückhaltend aber doch richtig. Wie Verliebte. Sind wir aber nicht. Es ist schön, ja. Wir genießen den Moment.
Es ist gut so, wie es ist.

Wir schauen uns an. Wir küssen uns. Streicheln ist schön. Die Finger des anderen auf der Haut. Wir genießen es.
Es ist gut so, wie es ist.

Es wird nicht mehr passieren. Nicht heute und auch an keinem anderen Tag. Es ist einfach die Stunde. Es ist gut so, wie es ist.

Es sind unsere drei Stunden, die uns keiner nehmen kann, in denen kein anderer bei uns ist.

"Du hast eine tolle Figur". "Ich hab dich lieb." "Ich hab dich gern." "Giti, ich liebe dich."

Wir wissen beide, daß das nie und nimmer mehr passieren wird.
Und auch keiner von uns hofft auch nur darauf. Es ist gut so, wie es ist.

Werden wir uns wiedersehen? Es wäre so leicht, den anderen einfach anzurufen, ihm eine E-Mail zu schreiben.
Der Zauber der gestrigen Stunden kann nicht wiedergeholt werden.
Es ist gut so, wie es ist.

Ich denke heute den ganzen Tag an die vergangenen schönen Stunden zurück. Unsere Stunden.
Habe ich Sehnsucht nach etwas, das es nie geben wird? Etwas, das ich gar nicht will. Und trotzdem genieße.

Ich will die Erinnerung ein wenig bewahren und in mir tragen.
Es ist gut so, wie es ist.
Wir werden uns in die Augen sehen können, wenn wir uns - in wieviel Jahren auch immer - wieder sehen werden. Wenn du vielleicht meinen Weg kreuzt. Ganz zufällig. Oder ich deinen.
Es ist gut so, wie es ist.

 

01.08.2004 um 22:31 Uhr

Unser Freitag

von: amynona

war einfach nur schön.

Natürlich war ich viel zu früh am Treffpunkt. Ist doch klar, so aufgeregt, wie ich war. Außerdem hatte Andy ja gesagt, daß er vielleicht etwas früher da sein würde. Aber gleich über eine Stunde?... Naja, so ist das halt, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat.

Also habe ich geduldig gewartet, bis der verabredete Zeitpunkt näherrückte. Zwischendurch habe ich mir alle vorbeigehenden Männer angeschaut, ob es denn mein Andy sein könnte. Aber Fehlanzeige.

Und als er dann kam, habe ich ihn aus großer Entfernung gesehen und wußte direkt: das ist er. Natürlich wäre es Quatsch zu sagen, er hätte sich gar nicht verändert. Aber diese Augen und seine Locken würde ich immer und überall wiedererkennen.

Wir hatten dann so zweieinhalb Stunden für uns. Wir gingen bei schönstem Sonnenschein durch den Schloßpark, waren in der ersten Zeit relativ sprachlos, aber so nach und nach erzählten wir aus unserem Leben.

Es war dabei ganz normal, daß wir unsere Hände nahmen, Hand in Hand gingen und auch Arm in Arm. Als wäre es niemals anders gewesen (war es bei unseren damaligen Treffen ja auch nicht). Das tat so gut. Wir waren uns einerseits so nah und vertraut und wußten andererseits doch, daß 25 Jahre vergangen sind.

Der erste Kuß und erste zärtliche körperliche Berührungen waren dann nur noch eine logische Schlußfolgerung. Und bei dem einen blieb es natürlich nicht...

Es war ein sehr schöner, romantischer und aufregender Nachmittag, der uns beiden Lust auf mehr machte.

Als wir uns verabschiedeten, war es schon ein merkwürdiges Gefühl. Einerseits haben wir uns gegenseitig versichert, daß es nicht das letzte Treffen war. Aber andererseits ist es schon komisch, wenn man sich mit dem üblichen "ich melde mich" verabschiedet, oder? So bin ich erst einmal mit etwas gemischten Gefühlen nach Hause gefahren.

Einerseits war ich sehr aufgewühlt von unserem intensiven Nachmittag und wünschte mir, daß er nicht enden würde und es ein Wiedersehen gibt. Andererseits hatte ich natürlich Zweifel, ob alles so richtig gelaufen ist oder ob es nicht doch ein bißchen zu viel war für ein erstes Treffen nach all der Zeit...

Aber meine Zweifel sind längst wieder weggewischt. Wir waren Samstag und heute wieder in Kontakt und ich habe wunderschön romantische und liebevolle Mails bekommen. Und unser Chat gestern ließ eigentlich auch keine Fragen offen...

Wir werden uns wiedersehen. Nächsten Mittwoch treffen wir uns. Bei gutem Wetter wollen wir am Rhein spazieren gehen und die Sonne genießen.

Andy, ich freue mich darauf, Dich wiederzusehen.

30.07.2004 um 07:43 Uhr

Endlich

von: amynona

ist es soweit: Freitag, der ersehnte Tag ist da! In gut vier Stunden mache ich mich auf den Weg und in sieben werde ich Andy wiedersehen.

Ich bin so aufgeregt. Konnte kaum schlafen und jetzt spielt mein Magen verrückt (und die Hormone übrigens auch noch, was man bedauerlicherweise natürlich im Gesicht sieht *grrr*). Nur noch sieben Stunden, dann werde ich ihm gegenüberstehen. Hoffentlich rennt er nicht direkt weg.

Was ich anziehe, weiß ich immer noch nicht. Eigentlich hatte ich mir eine ärmellose schwarze Bluse mit pinkfarbenen und grauen Tupfen ausgesucht. Aber bei vorhergesagten 30 Grad möchte ich doch lieber etwas Helles anziehen. Ich werde das wohl ganz spontan entscheiden. Und dann sowieso denken, daß ich besser das Andere genommen hätte. Wie es immer so ist. Aber sei's drum: es wird ja wohl nicht an einem Fetzen Stoff hängen, ob wir uns immer noch mögen und verstehen.

Andy, ich freu mich so auf Dich! Bitte komm!

29.07.2004 um 22:16 Uhr

Nur noch einmal schlafen...

von: amynona

... dann ist es soweit und ich werde Andy treffen.

Ich kann es kaum noch erwarten, werde vor lauter Vorfreude und Ungeduld wohl die ganze Nacht kein Auge zudrücken. Hach, wenn's doch nur schon morgen mittag wäre. Noch 16 lange Stunden...

Ich weiß, ich weiß, ich bin aufgeregt wie ein Teenager, aber das sind wir in gewisser Weise ja auch. Nach 25 Jahren - damals noch Teenager - treffen wir uns zum ersten Mal wieder. Und alles ist offen. Vielleicht gehen wir uns nach ein paar Minuten auf die Nerven und bereuen, daß wir uns getroffen haben. Vielleicht haben wir uns trotz der 25 Jahre nichts zu erzählen. Aber vielleicht ist da doch noch irgendwo ein kleiner Funke und wir erkennen uns wieder. Dann kann (fast) alles passieren.

Es war so schön, wie wir uns eben ausmalten, mal ein paar Tage miteinander zu verbringen. Gemeinsam wegzufahren. Irgendwohin, wo uns niemand kennt, wir niemanden treffen würden. Ach, das wäre so schön. Vielleicht übernächste Woche schon, wenn wir uns nach morgen noch einmal wiedersehen möchten.

Andy, laß meine Träume wahr werden. Ich denke an Dich!

29.07.2004 um 11:42 Uhr

Meine Zweifel

von: amynona

von gestern sind beseitigt.

Ich habe eine ganz liebe Guten-Morgen-Kuss-Mail von Andy bekommen. Er konnte sich gestern leider nicht melden. Aber er freut sich genau so wie ich auf morgen. Hofft sogar, noch etwas früher frei zu bekommen. Und ist genau so aufgeregt wie ich. Hach, ist das schön!

Ich kann es kaum noch erwarten. Nur noch einmal schlafen. Etwa 26 Stunden noch. Dann sehe ich Andy wieder. Mein Herz hüpft vor (Vor)Freude und Aufregung.

Es ist genau wie damals, als ich 12 war. All die gleichen Fragen drängen sich auf. Wie eben vor einem ersten Date:

Was ziehe ich an? Weiß, schwarz, blau, pink, rosa, bunt, uni? Rock? Kurz oder lang? Welchen? Eng oder weit.

Was mach ich mit den Haaren? Etwas mehr als schulterlang sind sie. Hochstecken und ein paar freche Strähnchen rausfallen lassen, damit es nicht so streng aussieht? Einfach zusammenbinden wie immer? Offen tragen? Glatt föhnen oder die Restlocken "schwingen" lassen?

Welche Schuhe ziehe ich an? Hoch und geil? Flach und bequem? Hauptsache farblich passend?

Ach menno, ich habe die Qual der Wahl und werde morgen wahrscheinlich stundenlang vor dem Spiegel stehen und anprobieren, um dann unzufrieden das anzuziehen, was ich heute schon im Auge habe und auf der ganzen Fahrt überlegen, ob ich nicht do besser das Weiße, Schwarze, Kurze, Lange etc. angezogen hätte...

Zu allem Überfluß tanzen meine Hormone auch noch Mambo. Jetzt hatte ich soooo schöne Haut, keine Pusteln, nichts Rotes und war so happy. Und was soll ich sagen? Seit gestern prangen einige Pickel und Pusteln mitten im Gesicht. Grrr. Wie soll er mich da mögen? Ich sehe ja schlimmer aus als damals als pubertierender Teenager. Ausgerechnet jetzt. Aber wahrscheinlich wäre es immer so gekommen, egal wann wir uns treffen. Wie gesgt: meine Hormone machen, was sie wollen.

Andy, ich freu mich so auf Dich! Ich kann es kaum erwarten, Dich morgen wiederzusehen!

28.07.2004 um 22:14 Uhr

Tag 2

von: amynona

an dem ich nichts von Andy gehört habe.

Für gestern hatte er sich ja "abgemeldet". Aber auch heute kein Zeichen von ihm. Meine E-Cards hat er noch nicht gelesen und im Messenger war er auch nicht.

Was das wohl zu bedeuten hat? Hat er einfach keine Zeit oder hat er nun doch kein Interesse mehr, sich mit mir zu treffen? Naja, irgendwie könnt ich's ja auch verstehen, daß er jetzt Angst vor der eigenen Courage bekommt. Aber dann könnte er es ja auch einfach sagen. Wo wäre das Problem, im Chat oder per Mail zu sagen, daß er es sich anders überlegt hat.

Naja, aber vielleicht bleibt es ja doch bei Freitag. Solange ich noch keine definitive Absage habe, werde ich weiterhin hoffen.

Wie eine Blöde hocke ich jetzt schon gut zwei Stunden vor dem PC, Messenger natürlich eingeschaltet, und warte darauf, daß er kommt. Traue mich kaum von meinem Platz weg aus Angst, ihn zu verpassen.

Andy, ich denke Tag und Nacht an Dich; meine Gedanken gelten einzig und allein Dir und unserem Wiedersehen.

Ich weiß, man kann nichts erzwingen, aber ich möchte Dich einfach gern dieses eine Mal wiedersehen. Und wenn Du nicht kommen möchtest, würde ich es einfach gerne wissen.

Andy, bitte laß mich Freitag nicht allein! Andy, bitte laß mich nicht vergeblich warten auf Dich!

27.07.2004 um 22:16 Uhr

Ganz schön verwirrt

von: amynona

war ich heute morgen, als ich aufgewacht bin. Die ganze Nacht über war Andy in meinen Gedanken und ich würde sagen, daß ich überhaupt nicht geschlafen habe, weil Du mir nicht aus dem Kopf gingst.

Als ich dann wach war, konnte ich nicht aufstehen, weil mein Kopf immer noch voll war. Voll von Dir. Voll von dem Gedanken an Freitag. Voll von Träumen und Wünschen, was alles werden kann.

Und ausgerechnet heute hatte ich keine Gelegenheit mit Dir zu sprechen. Aber das wußte ich ja in voraus schon. Hätte nie gedacht, daß der Tag so schwer werden würde. Bei allem, was ich tat, habe ich an Dich gedacht. Daran, was Du gerade tust. Daran, wie unser Wiedersehen sein wird.

Andy, bitte stille meine Sehnsucht nach Dir!

26.07.2004 um 21:52 Uhr

Ich weiß gar nicht mehr,

von: amynona

was ich denken soll.

Nach unserem heutigen zweistündigen Chat bin ich noch verwirrter, als ich es gestern schon war. Wir haben uns so viel gesagt, von Wünschen und Träumen. Ist das nun die Realität oder ist es nur unsere virtuelle Welt?

Noch mehr als in den Tagen zuvor sehne ich unser Treffen am Freitag herbei. Aber es bleibt die Angst, daß Du gar nicht erst kommen wirst. Mit mir einfach nur einen Scherz treibst. Dabei scheint alles so ehrlich zwischen uns.

Andy, laß mich nicht warten. Ich werde da sein und auf Dich warten. So wie vor 25 Jahren. Laß uns für einen Moment die Zeit zurückdrehen, um dann wieder im Jetzt und Hier zu sein.

Ich bin immer noch so verliebt wie damals und habe Schmetterlinge im Bauch.

25.07.2004 um 22:40 Uhr

Ich weiß gar nicht mehr,

von: amynona

was ich nun denken soll.

Unser Gespräch im Messenger eben war so... Einerseits sehr real, weil wir uns dessen schon bewußt sind, daß 25 Jahre zwischen dem Jetzt und Hier und unserer Erinnerung aneinander liegen. Andererseits sind wir in unserer virtuellen Welt so, wie wir es real wahrscheinlich nicht wären.

Andy, sollte mir mein Foto jetzt peinlich sein? Nein, vielleicht nicht das Foto sondern eher die Tatsache, daß ich es tatsächlich abgeschickt habe.

Ich weiß, Du kannst mir auf meine Frage jetzt nicht antworten. Ich werde Freitag abwarten müssen. Warten und Bangen, ob Du tatsächlich kommst. Nichts wünsche ich mir sehnlicher. Fünf lange Nächte, in denen ich mir unsere Begegnung ausmalen werde, liegen noch vor mir. Und vier lange Tage, an denen ich immer wieder an Dich denken werde. Und am fünften werden wir uns wiedersehen.

Ich werde auf Dich warten und inständig hoffen, daß Du kommst.

Andy, so wie damals.

25.07.2004 um 19:52 Uhr

Meine Gefühle

von: amynona

gehen mit mir durch.

Gestern und heute war ich mit Andy im Messenger. Einerseits gab es natürlich immer mal versteckte (oder auch offene) Andeutungen, aber eigentlich fand ich unsere Gespräche ziemlich real. Jetzt und hier. Und nicht in der Vergangenheit vor 25 Jahren und auch nicht in irgendwelchen Träumen. Puh, eine völlig neue Situation für mich. Hätte nie gedacht, daß mir "so etwas" passieren könnte. Da meldet sich jemand nach 25 Jahren, damals noch fast ein Kind, und dann haut es einen so um und man bleibt nicht bei "Guten Tag" und "Schön, daß Du Dich gemeldet hast." Ich schon ein merkwürdiges Gefühl.

Aber andererseits beflügeln mich die Schmetterlinge im Bauch. Ich fühle mich locker-leicht (auch wenn mein Spiegelbild etwas Anderes sagt). Ich lächle den ganzen Tag vor mich hin. Bin irgendwie entrückt. Ganz so wie damals.

Meine Freundin aus Kindheitstagen hat irgendwann mal zu mir gesagt: "Wenn Du verliebt bist, dann ganz." Damals haben wir darüber gelächelt. Aber mittlerweile weiß ich, daß sie Recht hatte. In der Liebe ist es bei mir wie in vielen anderen Dingen auch: ich widme mich einer Sache ganz oder gar nicht. Und momentan ist halt Andy das Wichtigste.

Freitag - wie sehne ich ihn herbei. Wir werden uns treffen!

Ich hoffe, daß Andy auch wirklich kommt und daß er nicht bloß ein Spielchen mit mir treibt. Ich werde auf jeden Fall dort sein und auf ihn warten. In der Hoffnung, daß er auch wirklich kommt und nicht direkt Reißaus nimmt, wenn er mich sieht.

Ich möchte so gern mit ihm reden. Händchen halten. Ihn einmal küssen. Ach Andy, bis Freitag ist es noch so lang hin. Ich weiß gar nicht, wie ich bis dahin die Tage und Nächste überstehen soll. Normalerweise wäre meine Arbeit eine mehr als gute Ablenkung. Aber jetzt im Urlaub werde ich wahrscheinlich stundenlang vor meinem Computer sitzen. Schmachtend. Hoffend, daß Du zwischendurch die Gelegenheit hast, wenigstens eine ganz kurze Nachricht zu schicken.

Andy, ich bin verliebt wie damals!

24.07.2004 um 20:12 Uhr

Andy

von: amynona

spukt seit Sonntag durch meine Gedanken.


Andy, Andy und nochmals Andy. Ich kann an nichts Anderes mehr denken. Der erste Gedanke nach dem Aufwachen gilt ihm und abends schlafe ich in Gedanken an ihn ein. Stelle mir vor, was sein könnte. Wie ein Treffen verlaufen könnte. Nach 25 Jahren.


Es ist zum Verrücktwerden. Da schickt man eine Mail los, weil man auf einer HP einen Namen entdeckt und meldet sich nach 25 Jahre einfach mal, ist gespannt, ob der andere antwortet. Dann tut sich einen Monat lang nichts, man hat die Mail fast schon vergessen. Und dann ist ohne weitere Vorwarnung die Antwort in der Mailbox.


So sehr ich mich auch darüber freue, so sehr bin ich aber auch verwirrt.


Wir haben uns vor 25 Jahren das letzte Mal gesehen. Ich war 12 und er 14. (M)eine erste Romanze. Händchenhalten und Küssen - mehr ist nicht gewesen. So schnell wir uns kennen lernten, so schnell war es auch wieder vorbei. Naja, eine "Kinder"liebe ist ja meist nichts für die Ewigkeit.


Und nun aus heiterem Himmel ist es wieder da: dieses Bauchkribbeln, das ich damals auch schon hatte. Ich habe Schmetterlinge im Bauch wie eine 12jährige. Ich denke ständig an ihn. Wünsche mir, daß er sich meldet. Gucke unzählige Male am Tag in meine Mailbox. Voller Erwartung. Voller Enttäuschung, wenn nichts drin ist. Voller Freude und Ungeduld, wenn ich seinen Absender lese.


Es gibt Fragen über Fragen: werden wir uns treffen? Was passiert dann? Sprüht überhaupt ein Funke im realen Leben? Küssen wir uns? Oder sogar mehr?

Unsere virtuellen Angebote sind jedenfalls mehr als eindeutig.


Andy, ich bin so verliebt wie damals!