Andrea Weber: mein atheistischer Blog

23.02.2006 um 16:08 Uhr

Oettinger beleidigt Atheisten in ganz Deutschland

von: Andra

Humanistischer Verband Deutschlands (HVD) fordert den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger auf, seine diffamierende Aussage gegenüber Atheisten unverzüglich zurückzunehmen und sich zu entschuldigen:

Auf einem Neujahrstreff der CDU am 15. Januar in Weinheim (so die Rhein-Neckar-Zeitung vom 16.01.2006) sagte der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günther Oettinger, zum Thema Einbürgerung, Muslime seien ihm lieber als Scientologen oder Atheisten.

Dazu erklärt der Bundesvorsitzende des HVD, Dr. Horst Groschopp:

"Ein Ministerpräsident ist in unserem Land für alle Bürgerinnen und Bürger da. Sein geleisteter Eid auf die Verfassung verbietet es ihm, Menschen nach ihrem Glauben oder Nichtglauben zu unterscheiden. Persönliche Vorlieben hat er sich für sein Privatleben aufzuheben. Vor allem sollte er es unterlassen, Menschen durch politisch dumme Vergleiche zu beleidigen. Atheisten sind Menschen, die nicht an einen Gott glauben können oder wollen. Sie mit einer obskuren und seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachteten sektenähnlichen Organisation gleichzusetzen ist eine Bosheit sondergleichen. Das darf so nicht hingenommen werden.

32 % der Bevölkerung in Deutschland ist konfessionslos und mehr als ein Viertel glaubt an keinen Gott. 17 % von Herrn Oettingers Landeskindern sind Atheisten. Davon haben sich etliche in Gemeinschaften organisiert, so in der Landesgemeinschaft des HVD und bei den Humanisten Württembergs, die sogar Körperschaft des öffentlichen Rechts sind. Ich frage mich, was den Ministerpräsidenten bewogen haben kann, diese Menschen öffentlich zu missachten.

Auf die Antwort des Regierungschefs sind alle in Deutschland gespannt, die für Toleranz und gegen Fundamentalismus eintreten. Er wolle 'keine Religion an den Pranger stellen', zitiert die Rhein-Neckar-Zeitung - hoffentlich auch keine Nicht-Religion und schon gar keinen Atheismus, der den Menschenrechten verpflichtet ist."

Humanistischer Verband Deutschland im Original

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