Andreas Kuhn

Andreas Kuhn, Senior Sales Manager Europe, FileWave (Europe) GmbH.

Andreas Kuhn, Jahrgang 1963, hat handwerklich Schriftsetzer gelernt, früher in »Blei«, optomechanisch und dann im digitalen Fotosatz alles von der Visitenkarte über Periodika und Bücher bis zum Plakat mitproduziert, sich nach dem Mac-Erstkontakt in 1985 zunächst als DTP-Operator, dann knapp drei Jahre als Vertriebsbeauftragter in einem Frankfurter Apple Center seine »Sporen verdient«, um 1992 erstmalig in die Selbständigkeit zu starten.
War seitdem als unabhängiger Consultant in Sachen Electronic Publishing (Konzeption, Beratung, Trainings, Workshops, Support) unterwegs, als lebenslänglich begeisterter Typograf und Fotografiebegeisterter mit u.a. Nebentätigkeiten als Lehrgangsleiter zweier Umschulungskurse zum Mediengestalter (DAA Gießen) mit Einbindung in den IHK-Prüfungsausschuß.
Als Macianer von 1987 an ab 2001 »Mac OS X«-User und tätig in der Hauptsache als Trainer und Supporter Print-/Web-Publishing, selbständig zuletzt in einem mehrmonatigen Projekt bei JWT (J. Walter Thompson); seit Oktober 2005 zertifiziert als Adobe Certified Expert, InDesign CS2 (ACE).
Festanstellungen ab August 2006: IT Supervisor bei der Re:Sources Germany GmbH (Shared Service Center Publicis Groupe S.A.) und seit November 2006 Site Manager Leo Burnett, August 2007 Wechsel zu McCann Erickson als IT Supervisor Creative Services.
Aufgabenschwerpunkte: 2nd/3rd-Level-Support, Teamleitung und Organisation Support, System-Administration (Remote über mehrere Standorte), Imaging und Software-Deployment, Font-Management, Migrationen im Mac-Umfeld (Betriebssysteme, Groupware-Lösungen, MS Office, Adobe Creative Suite), Planung/Koordination von Infoveranstaltungen und Schulungsmaßnahmen.
Seit 2009 Autor für Galileo Press (Videotraining Adobe InDesign CS4) in Bonn. Weitere Zertifizierungen als FileWave Certified Administrator (FCA), Apple Certified Support Professional 10.5 (ACSP) und Apple Certified Technical Coordinator 10.5 (ACTC). Bis 31.10.2009 Leitung Systemberatung bei der HSD Consult GmbH in Hamburg.
Vom Altmeister des amerikanischen Kinos kommt diese nicht nur für eingefleischte Dylanologen packende Dokumentation: ein filmisches Jigsaw Puzzle allererster Güte, spannend von der ersten bis zur letzten Minute.
Scorsese’s Affinität zur Musik ist hinlänglich bekannt durch die Realisierung des »Last Waltz« oder durch seine Beiträge zur »The Blues«-Serie. Was im Falle Dylan geboten wird, ist eine fesselnde Mischung aus Kalter-Krieg-Geschichtsunterricht gepaart mit soziokultureller Bürgerrechtsbewegungs- bis Swinging-Sixties-Dokumentation, aufgereiht an jener Perlenkette der Metamorphose des pausbäckigen Teenagers Robert Zimmermann vom Woody Guthrie transformierenden Folkie hin zum hippen Bandrocker, dessen wilde Mähne mit der Heugabel gekämmt zu sein schien.
Kompetente Zeitzeugen erster Güte kommentieren eloquent jenen Weg raus aus dem Kaff Hibbing über Greenwich Village und ein skandalös elektrisiertes Newport (Sideman Mike Bloomfield malträtiert die Telecaster, als ob der Klapperschlangen häuten will) bis hin auf die Bühne der ehrwürdigen Royal Albert Hall.
Sehenswert überdies ob der zahlreich perfekt eingeschnittenen rotzfrechen Interviews und Kommentare des sich immer wieder selbst neu erfindenden »Song and Dance Man«.
Scorsese läßt »No Direction Home« geschickt mit der legendären 66er Tournee bzw. dem Motorradunfall wenig später enden und der Betrachter eilt hochadrenalisiert zum per Flatrate angebundenen Rechner, umgehend den passenden Soundtrack »The Bootleg Series Vol. 4/Bob Dylan Live 1966« ordernd.
»bambus – restaurant & bar« in der heinheimer straße 18, 64289 darmstadt, nimmt 2006 teil an der legendären »watzemusiknacht« am samstag, dem 9. september 2006 (im rahmen der 56. martinskerb).
auftreten werden hier ab 21:00 uhr »daddy joe’s bluesband« mit eigenkompositionen und klassikern aus acht jahrzehnten blues- und rockhistorie. dargeboten in dur und moll, akustisch und mit stromgitarren; allegro, andante und vivace. stimmungsvolle und mitreißend interpretierte songs: material von robert johnson über b.b.king und chuck berry bis jonny lang und jonas thiel.
nicht erst seit der äußerst erfolgreichen verfilmung ihres lebens und werkes durch regisseurin julie taymor (hauptrolle salma hayek in einer schlicht leidenschaftlichen verkörperung) ist das interesse an frida kahlo als kunst-ikone erneut heftig aufgeflammt.
hierzulande wartete man allerdings eine halbe ewigkeit vergeblich, ihre gemälde »leibhaftig« in augenschein nehmen zu dürfen. dem bucerius kunst forum ist nun – bereits ein jahr vor dem 100. geburtstag der wichtigsten vertreterin mexikanischer kunst – das kunststück gelungen, die größte private kollektion von arbeiten frida kahlos aus dem museo dolores olmedo patino (xochimilco, mexiko) der deutschen öffentlichkeit zugänglich zu machen.
ergänzt durch leihgaben aus gesamtamerikanischen sammlungen ist die liebevoll inszenierte ausstellung vom 15.6.–17.9.2006 ein absolutes »muß« für alle kahlo-fans.

mit unterstützung von daddy joe’s bluesband wurde am samstag, dem 15. juli 2006, ab 15:00 uhr im innenhof des café walter (klinikum weilmünster) vor der sommerpause noch einmal richtig gefeiert!
wir sagen »danke!« für die superstimmung, das begeisterte publikum und die chance, dort unser aktuelles programm vorgestellt haben zu dürfen.
nach der veröffentlichung des ersten kerouac-buches »the town and the city« dauerte es ganze sieben jahre voller streit und schwierigkeiten, bis 1957 sein »on the road« endlich bei viking press in new york erschien. trotz der orthodoxen art, mit welcher der verlag das buch redigiert und somit die leser weitgehend gegen kerouacs stilistische neuerungen abgeschirmt hatte, wurde »road« – der »film in worten« – zum vielbeachteten durchbruch für den damals 35jährigen autor.
mit staatsangehörigkeit »franko-amerikanisch« wurde john l. (»ti jean«) kerouac am 12.3.1922 in lowell (massachusetts), einer soliden fabrikstadt in new england, geboren. er war der zweite sohn des druckers emil kerouac und seiner frau gabrielle (geb. l’evesque). nach dem tode des vaters entwickelt jack eine starke, jungenhaft-schwärmerische bindung zu seiner mutter, die geduldigen lesern nur zu gut in erinnerung bleiben wird.
mit siebzehn jahren wechselt er von der high school in seinem geburtsort lowell zur etwas extravaganten »horace mann school for boys« in new york city. 1940 erhielt er das stipendium für’s columbia college. nach knapp zwei jahren brach mit dem angriff der japaner auf pearl harbor auch für die usa der krieg aus, sodaß kerouac die universität nicht beendete. er ging zunächst zur handelsmarine, wurde 1943 für kurze zeit rekrut, bis er als »schizoide persönlichkeit« entlassen wurde, um den rest des krieges wieder als handelsmatrose auf dem nordatlantik zu verbringen. obwohl jack also keine akademischen grade erreichte, lernte er während seiner studenten-zeit zwei seiner wichtigsten freunde und späteren weggenossen kennen: allen ginsberg und william s. burroughs.
von beiden kann man ohne übertreibung behaupten, daß sie zu den literarisch produktivsten und bedeutendsten vertretern der »beat-generation« zählen und einen nicht zu unterschätzenden stellenwert in der amerikanischen literatur der 50er bis 70er jahre des 20. jahrhunderts aufweisen. noch 1990 und später tauchen sie mit ihren kreativen projekten regelmäßig im rauschenden blätterwald der bunten gazetten auf.
wanderjahre und gelegenheitsjobs
in den jahren ab 1941 übte jack kerouac – wie er selbst angibt – »alles mögliche« aus, im einzelnen jobs als tankwart, bremser bei der eisenbahn, eisverkäufer, bahnhofsarbeiter, gepäckträger, baumwollpflücker, möbelpackergehilfe, blechverarbeitungslehrling beim bau des pentagon (1942), bauarbeiter und brandwache im forstdienst. alles stationen einer reise durch den kontinent amerika, die seinem späteren literarischen werk als loses gerüst dienen sollen – abgesehen von jenem unendlich gewaltigeren gefühls-kontinent, den kerouac mit vorher nicht dagewesener spontanität und unmittelbarkeit einer ureigenen sprache vor unserem inneren auge ausbreitet.
1950 erscheint sein erster roman »the town and the city«, 1955 stipendium der national academy of arts and letters. nach erscheinen des rasch zum kultbuch avancierenden »on the road« im jahre 1957 hat jack kerouac – wie es allen ginsberg in der einleitung zu »howl« formuliert – »intelligenz in elf bücher hineingesprudelt, die in halb so vielen jahren geschrieben wurden«.
die ersten beiden erschienen, sicher nicht ohne druck seitens der verleger, die den schnellen dollar eines nachfolge-geschäfts witterten, bereits im darauffolgenden jahr. nach siebenjährigem kampf um die durchsetzung seines lange verschmähten individuellen stils nahm kerouac frustriert und angewidert zur kenntnis, daß seitdem sich ein kommerzieller erfolg eingestellt hatte, er von der verleger- und kritiker-schickeria in den höchsten tönen gelobt wurde, gern gesehener gast in talk-shows war und das image, das um ihn herum gezimmert wurde, mit seinem eigentlichen wesen nicht mehr allzu viel gemein hatte.
zwei jahre vor seinem tod am 21. oktober 1969 in st. petersburg/florida veröffentlicht der innerlich längst emigrierte vielschreiber die »vanity of duluoz«, einen romanhaften report über »eine abenteuerliche erziehung«, durchtränkt mit der pessimistischen tinte eines 45jährigen, der zeit seines lebens durch amerika und neue länder umhergeschwirrt war, um »alles kennenzulernen«. was – um seymour krim zu zitieren – »die unfallsicheren eskapaden, denen sich die mehrheit der jungen amerikanischen literaten damals hingab, lächerlich erscheinen ließ«.
beat-generation – alles andere als uniformiert
die rede ist von einer »generation«. mit reizüberfluteter selbstverständlichkeit schlucken wir einen solchen begriff. unsere zeit ist unzweifelhaft geprägt von »trendy« slogans, von wohlklingenden schlagworten, die zumeist eher auf unseren griff in den geldbeutel abzielen, als daß sie uns einen inhaltlichen sinn vermitteln wollen.
das man eine wortschöpfung wie »beat-generation« zunächst relativieren muß, verdeutlicht walter höllerer bereits 1961, also gerade vier jahre nach dem erscheinen von »road«. mit nachdruck unterstreicht er in seiner damaligen betrachtung aktueller tendenzen in der amerikanischen literatur, daß sich die »jungen amerikaner« zu recht gegen die allgegenwärtige etikettierung, das abstempeln unter dem schlagwort »bg« wenden. sie seien alles andere als uniformiert, und was sie zusammenhalte, sei nicht nur ein äußerer anlaß, nämlich der »protest gegen etwas«; vielmehr beruhe ihr »spontanes zusammengehörigkeitsgefühl« auf gemeinsamen erfahrungen und entdeckungen und auf der unmittelbarkeit ihrer kunst.
was (damals wie heute) als »generation« heraufbeschworen werde, sei genau genommen eine »schar verschiedenster junger, eigenwilliger leute, über den ganzen kontinent und z.t. auch europa verstreut, die einander kennen, einander unterstützen, …, deren stimme vertrauenswürdiger geworden ist, nachdem sie sich aus den zwangsvorstellungen einer eingerichteten sprache, einer vorgeschriebenen denkweise und einer vorgezeichneten laufbahn zu lösen versuchten und sich zu einer unverstellten sicht verschworen haben«.
auf einen gemeinsamen nenner bringt es der protagonist in »on the road«, die eigentliche schlüsselfigur des amerikanischen beat und personifizierte legende: neal cassady. nach dem zusammentreffen mit jack kerouac 1948 in new york gibt er dessen literarischem schaffen die entscheidende prägung. kerouac wiederum meißelt ihm als hauptfigur (»dean moriarty«) seines bekanntesten buches ein sicher unvergessenes denkmal. cassady, 1926 in denver/colorado geboren, verbringt nach der trennung seiner eltern die ersten jahre unter »obhut« des vaters in einer pennerherberge seines geburtsortes.
zum ersten mal 14jährig und erneut ein jahr später gerät er in polizeihaft, nachdem er einen autodiebstahl verübt hat. sein vor lebensungestüm berstendes, vor anstrengung und sehnsucht keuchendes dasein verbrachte cassady »sich den teufel um die eigene existenz« und den »plunder überkommener habseligkeiten« scherend, liebend, leidend, schwitzend und »being on the road«.
sein leben im rausch, in ekstase, in einer uneingeschränkten freiheit, von der viele allenfalls träumten und die so manche seiner zeitgenossen nur »darzustellen« versuchten, endete mit 42 jahren im drogenrausch auf den gleisen einer bahnstrecke.
»das buch in drehbuchform ist der film in worten« proklamierte jack kerouac, und keinen geeigneteren hauptdarsteller für »road« hätte er sich wünschen können als eben neal cassady, einen »abgefahrenen« typen jenseits von gut und böse. alles an ihm war übersprühendes leben. und das ist der punkt, um den es in kerouacs werk geht: um unmittelbare aktion und sprache.
it’s now or never!
das motto seiner erzählweise will sein: »rede jetzt oder schweig für immer«. als vollgasfahrer der amerikanischen prosa schuf er mit worten eine »rasante wiedergabe totalen erlebens voller handlung, farbe, milieu, rhythmus und klang« – und alles so organisch verpackt, daß nachahmung praktisch unmöglich ist. ein generalangriff gegen die korsettierte literatur einer zeit voller angestaubter tabus und eingleisigen denkens.
epilog
»etwas, was du fühlst, wird die ihm eigene form finden.« – jack kerouac, evergreen review, ny, 1959.