Mir fehlt die Zeit
Hab schon so viele Geschichten gelesen die wirklich richtig gut waren, aber mir fehlt irgendwie im Moment die Zeit sie hier reinzustellen. Ich hoffe ich kriege das in den nächsten Tagen auf die Reihe. Bis demnächst....

Hab schon so viele Geschichten gelesen die wirklich richtig gut waren, aber mir fehlt irgendwie im Moment die Zeit sie hier reinzustellen. Ich hoffe ich kriege das in den nächsten Tagen auf die Reihe. Bis demnächst....

Das letzte Stück vom Regenbogen

Der Heimweg von der Schule führte Jürgen jeden Tag durch ein tiefes, grünes Tal, wo Glockenblumen wuchsen und Schafe grasten. Beim Gehen pfiff Jürgen immer vor sich hin. Er konnte besser pfeifen al irgend jemand sonst in der Schule, und er konnte jede Melodie behalten, die er einmal gehört hatte. Das kam daher, weil er in einer Windmühle geboren war – gerade in dem Moment, als sich der Wind von Süden nach Westen drehte. Er konnte auch den Wind sehen, wenn er wehte – und das kann schließlich nicht jeder.
Eines Tages, als Jürgen den Pfad durch das Tal entlangging, hörte er den Westwind blasen und heulen. „Oh, wehe mir! Ich habe es vergessen!“ „Was hast du vergessen, Wind?“ fragte Jürgen und drehte sich um. Er konnte den Wind sehen, der wie eine große Welle aussah – bräunlich und bläulich mit goldenen Flecken. „Meine Melodie! Meine Lieblingsmelodie!“ rief der Wind. „Diese?“ fragte Jürgen, und er pfiff eine Melodie.
Der Wind war begeistert. „Genau die ist es! Was bist du für ein kluger Junge!“ Und er fegte um Jürgen herum und neckte ihn auf spielerische Art, indem er seinen Kragen hochblies und ihm durch die Haare fuhr. „Ich werde dir etwas schenken“, sagte er. „Was möchtest du bloß? Einen silbernen Schlüssel und ein goldenes Schloss?“
Damit konnte Jürgen nun gar nichts anfangen, und so sagte er schnell: „Oh, bitte, ich möchte gerne einen Regenbogen, der mir ganz allein gehört.“ Denn in dem grünen Tal gab es oft wunderschöne Regenbogen zu sehen, aber sie hielten sich nie lange genug. „Deinen eigenen Regenbogen möchtest du?“ fragte der Wind. „Das ist nicht ganz einfach. Du musst dir einen Eimer nehmen und quer übers Moor bis zum Pfauenauge-Wasserfall gehen. Dort musst du dann deinen Eimer mit Wasserspritzern füllen. Das wird eine Zeitlang dauern, aber wenn du deinen Eimer voll hast, wirst du vielleicht auch zu deinem Regenbogen kommen.“
Zum Glück war der nächste Tag ein Samstag. Jürgen packte etwas zu essen ein, nahm einen Eimer und machte sich auf den Weg zum Pfauenauge-Wasserfall. Der Wasserfall hieß so, weil die herunterstürzende Gischt der Wassermassen in ganz wundervollen Farben in der Sonne funkelte. Den ganzen Tag über stand Jürgen am Wasserfall und fing die funkelnden Spritzer in seinem Eimer auf. Er wurde pitschnass dabei, aber bei Sonnenuntergang hatte er seinen Eimer voll. Als er hineinschaute, sah er etwas darin herumschwimmen. Es bewegte sich ganz schnell und hatte die schönsten Regenbogenfarben.
Es war ein kleiner Fisch. „Wer bist du denn?“ fragte Jürgen. „Ich bin der gute Geist des Wasserfalls. Bitte wirf mich zurück ins Wasser, und ich werde dich mit einer Gabe belohnen.“ „Gut, ich werfe dich zurück“, sagte Jürgen. „Und kann ich bitte bitte einen Regenbogen haben, den ich in die Tasche stecken kann?“
„Hmm“, sagte der Geist. „Ich kann dir einen Regenbogen geben, aber es ist schwer einen zu behalten. Es ist die Frage ob du ihn überhaupt bis nach Hause tragen kannst. Aber hier, du sollst einen haben.“ Und der Geist sprang mit einem Satz aus dem Eimer zurück in den Wasserfall. Dabei hinterließ er eine funkelnde Spur von Gischt und Wassertropfen, die einen prächtigen Regenbogen bildeten, der dann in Jürgens Eimer landete. „Oh, wie wunderschön!“ Jürgen nahm den Regenbogen in beide Hände, hielt ihn vor sich wie einen Schal und bewunderte die leuchtenden Farben. Dann rollte er den Regenbogen sorgfältig auf und steckte ihn in seine Tasche. Daraufhin machte er sich auf den Heimweg.
Auf dem Weg kam er durch einen Wald, und aus dem Dunkel zwischen den Bäumen hörte er jemanden ganz jämmerlich weinen. Er ging dem Geräusch nach und fand einen Dachs, der in einer Falle gefangen saß. „Oh, bitte, bitte!“ rief der Dachs. „Bitte lass mich hier raus, oder die Jäger werden mit ihren Hunden kommen und mich töten! Du hast doch einen Regenbogen in deiner Tasche. Schieb ihn zwischen die Zähne der Falle; damit kannst du sie öffnen.“
Der Dachs hatte recht. Kaum hatte Jürgen den Regenbogen in die Zähne der Falle geschoben, da sprang sie auch schon auf, und der Dachs war befreit. „Oh, danke, danke!“ rief er glücklich. Jürgen rollte seinen Regenbogen wieder zusammen und steckte ihn ein. Ein Stück davon war von den scharfen Zähnen der Falle abgerissen und vom Wind davongeweht worden.
Am Rande des Waldes stand ein kleines Haus, in dem die alte Frau Schmalhans wohnte. Die war sehr böse. Wenn Kinder mit einem Ball spielten und der in Garten fiel, buk sie ihn ihrem Backofen, bis er zu Kohle wurde. Und alles, was sie aß und trank, war schwarz – schwarzer, verbrannter Toast, schwarzer Tee, schwarze Oliven. Als Jürgen vorbeikam, rief sie: „Hör mal, Junge, gib mir doch ein Stück von dem Regenbogen, der da aus deiner Tasche schaut. Mir geht es gar nicht gut, und der Arzt sagt, Regenbogentorte würde mir helfen. !“
Jürgen hatte gar keine Lust, Frau Schmalhans ein Stück von seinem Regenbogen zu geben, aber sie sah wirklich ziemlich krank aus. Also ging er zögernd in ihre Küche, wo Frau Schmalhans mit dem Brotmesser ein großes Stück vom Regenbogen abschnitt.
Dann machte sie einen Teig aus Milch und Mehl, rührte den Regenbogen hinein und schob das ganze in den Backofen. Als die Torte fertig war, schnitt sich Frau Schmalhans ein großes Stück davon ab und aß es mit Genuss. Dazu trank sie Tee. Jürgen bekam auch ein kleines Stück Torte. Es schmeckte köstlich. „Ich habe lange nicht so etwas Gutes gegessen“, sagte Frau Schmalhans. „Das ist doch etwas anderes als schwarzes Brot. Die Torte tut mir richtig gut.“ Sie sah auch wirklich besser aus. Ihre Wangen waren rosig, und sie lächelte beinahe. Was nun Jürgen betraf, so war er fast 10 Zentimeter gewachsen, seit er sein Stück Regenbogen Torte gegessen hatte. „Du isst besser nichts mehr davon“, meint Frau Schmalhans. Jürgen steckte sich das letzte Stück Regenbogen in seine Tasche. Viel war nicht mehr übrig davon.
Als er zuhause ankam, rannte ihm seine Schwester Tilly entgegen. Sie stolperte über einen Stein uns schlug sich ihr Bein auf. Blut floss aus der Wunde, und Tilly, die erst vier Jahre alt war, fing an zu weinen. „Oh, mein Bein! Es tut so weh. Oh, bitte, Jürgen, verbinde es mir, schnell!“
Was sollte Jürgen da machen? Er nahm den Rest des Regenbogen aus seiner Tasche und band ihn um Tillys Bein. Es reichte gerade. Jürgen blieb nur ein winziges Stückchen, das er in seiner Hand behielt.
Er starrte ziemlich missvergnügt auf das bisschen Regenbogen, das ihm geblieben war. Dann war ihm, als ob ihm jemand etwas ins Ohr flüsterte und er drehte sich um und sah den tanzenden Wind, der wieder ganz braun und gelb und rosig aussah. „Nun?“ fragte der Wind. „Der Geist des Wasserfalls hat dich gewarnt, dass man Regenbogen nicht gut aufbewahren kann. Aber auch ohne Regenbogen bist du ein Glückspilz. Du kannst mein Lied hören und du bist an einem Tag 10 Zentimeter gewachsen.“
„Das stimmt“, sagte Jürgen. „Mach deine Hand auf“, sagte der Wind. Jürgen tat es und der Wind blies hinein, als ob er ein Feuer entfachen wollte. Er blies und blies und das Stück Regenbogen in Jürgens Hand wuchs und wuchs, bis es sich über den ganzen Himmel spannte. Da war nicht nur ein Regenbogen zu sehen, sondern es gab zwei und dieser Doppelregenbogen war der größte und schönste, den Jürgen je gesehen hatte. Die Vögel waren so überwältigt von diesem Anblick, das sie fast zu fliegen vergaßen oder in der Luft mit anderen Vögeln zusammenstießen. Doch der Regenbogen löste sich schnell auf und verschwand.
„Macht nichts“, sagte der Wind. „Morgen gibt es wieder einen Regenbogen. Oder nächste Woche.“ „Und ich habe einen in meine Tasche gehabt“, dachte Jürgen. Und glücklich und zufrieden ging er zum Abendbrot ins Haus.Der Herr des Dschungels
Vor langer, langer Zeit als Tiere und Menschen sich noch in derselben Sprache unterhielten und das Fell des Tigers von glänzendem, makellosem Gelb war, ging ein Wasserbüffel nach seinem abendlichen Flussbad nach Hause. Es summte ein Liedchen vor sich hin und hielt seine Nase hoch. Das fiel ihm nicht schwer, denn zu der Zeit hatten Wasserbüffel noch gerade Nasen. Wenn man aber seine Nase hoch in die Luft hält, kann man nichts riechen, und so bemerkte der Wasserbüffel auch nicht, dass ihm der Tiger gefolgt war. Erst als er ein sanft geschnurrtes „Guten Abend“ neben sich vernahm, sah der Wasserbüffel den Tiger.
Bei diesem Anblich wäre der Wasserbüffel am liebsten davongelaufen, aber er wollte auch nicht wie ein Feigling erscheinen. Und so setzte er seinen Weg fort, während der Tiger neben ihm her ging und schwatzte.
„Man sieht dich gar nicht mehr im Wald“, sagte der Tiger. „Arbeitest du denn immer noch beim Menschen?“ Der Wasserbüffel nickte. „Das ist aber komisch! Ich verstehe dich nicht. Der Mensch hat weder Klauen noch Giftzähne, noch ist er besonders stark. Außerdem ist er winzig. Wie kannst du so einen nur als deinen Herrn und Meister akzeptieren?“
„Ich weiß es selbst nicht richtig“, sagte der Wasserbüffel. „Wahrscheinlich wegen seiner Intelligenz.“
„In-telli-was??“
„Intelligenz“, antwortete der Wasserbüffel. Er war stolz mehr als der Tiger zu wissen. „Intelligenz ist eine besondere Eigenschaft der Menschen. Deshalb kann er Herr über mich sein, und auch über das Pferd und über den Hund und das Schwein und die Ente.“
„Das ist ja äußerst interessant. Wenn ich etwas von diesem Intellidings hätte, wäre das Leben viel einfacher. Man würde mir gehorchen, ohne dass ich viel herumrennen und mich anschleichen müsste. Ich würde einfach so im Gras liegen und mir die fettesten Tiere zum fressen aussuchen. Glaubst du, dass der Mensch mir etwas von seiner
Inte-lli-genz verkaufen würde?“
„Ich – ich weiß es nicht“, murmelte der Wasserbüffel. „Ich werde ihn gleich morgen fragen. Er wird es schon nicht wagen, mir etwas abzuschlagen“, knurrte der Tiger und verschwand in der Dämmerung.
Der Büffel trottete nach Hause. Er hatte nun doch ein bisschen Angst und fragte sich, ob er nicht zu viel geredet hatte. Aber nach dem Abendessen fühlte er sich beruhigt. „Der Tiger ist noch nie bis an die Reisfelder gekommen. Warum sollte er es jetzt tun?“ dachte er.
Aber er hatte sich getäuscht. Am nächsten Morgen, als der Wasserbüffel und sein Herr aufs Feld gingen, wartete der Tiger schon. Und er hatte sogar eine Rede für diese Gelegenheit parat. „Fürchte dich nicht, kleiner Herr Mensch“, sagte der Tiger freundlich. „Ich bin mit der friedlichsten Absicht hier. Ich habe gehört, dass du eine Gabe namens In-telli-genz besitzt, und ich möchte dir davon etwas abkaufen. Bitte verkauf sie mir schnell, denn ich habe es eilig. Ich habe noch nichts zum Frühstück gegessen.“
Der Wasserbüffel ärgerte sich über seine eigene Schwatzhaftigkeit. Aber sein Herr sagte nur: „ Es ist eine große Ehre für mich, dass der Herr Tiger selbst mein bescheidenes Feld aufsucht. Ich bin ihm gerne zu Diensten.“ Und er verbeugte sich tief, wie vor dem Kaiser.
Der Tiger war denn auch sehr geschmeichelt und antwortete: „Oh, bitte, mach nur kein Aufhebens wegen eines schlichten Tigers. Ich wollte ja nur etwas kaufen...“ „Kaufen?“ unterbrach ihn der Bauer. „Das kommt gar nicht in Frage. Ich bestehe darauf, ihnen meine Gabe zu schenken.“ Der Tiger dachte bei sich: „Der Morgen fängt ja gut an! Zuerst werde ich wie ein König begrüßt, dann kriege ich diese In-telli-genz, und danach kann ich den Bauern und den Büffel zum Frühstück essen.“
Bei diesem Gedanken glitzerten seine grünen Augen hell wie Sterne, und er sagte: „Wirst du sie mir gleich geben?“ „Ich würde schon, aber ich lasse sie immer zu Hause, wenn ich aufs Feld gehe“, sagte der Bauer, der das hungrige Glitzern in den Augen des Tigers bemerkt hatte. „Wissen sie, so eine kostbare Gabe sollte man nicht verlieren, und außerdem brauche ich sie hier draußen nicht. Aber ich laufe nach Hause und hole sie ihnen.“ Er schickte sich an zu gehen, kam aber nach ein paar Schritten wieder zurück. „Sagten sie nicht, sie hätten noch kein Frühstück gehabt?“ „Nein“, sagte der Tiger. „Warum?“ „Weil ich dann den Büffel nicht hier lassen kann. Sie könnten ihn fressen.“ „Ich verspreche, es nicht zu tun.“ „Ich zweifle nicht an ihren Worten, aber sie könnten sich vergessen. Und wenn sie den Büffel fressen, habe ich niemanden, der mir bei der Arbeit hilft. Aber wenn ich ihn mitnehme, brauche ich viel länger für den Weg, weil er so langsam ist. Wenn sie mir erlauben, sie an den Baum zu binden, könnte ich den Büffel hier lassen.“ Dem Tiger war es recht. „Dann fresse ich sie eben später“, dachte er, während der Bauer ihn am Baum festband.
Und beim Gedanken an den großen, grasenden Wasserbüffel, den kleinen, braunen Menschen und die unbekannte In-telli-genz lief ihm das Wasser im Munde zusammen. Später kam der Bauer zurück. „Nun, wo ist sie?“ fragte der Tiger. „Hier“, antwortete der Bauer und zeigte ihm ein glänzendes, flackerndes Ding auf einer Stange. „Gib sie mir!“ befahl der Tiger. Der Bauer gehorchte. Er hielt die brennende Fackel an die Schnurrbarthaare des Tigers, die zu brennen anfingen. Dann hielt er sie an des Tigers Ohren, Schwanz und Rücken. „Hilfe, das brennt“, rief der Tiger. „Das ist die Intelligenz“, sagte der Bauer. „Komm, Büffel wir gehen.“ Aber der Wasserbüffel konnte gar nicht gehen. Er platzte vor Lachen. Der Tiger, Herr des Dschungels, Schrecken aller Tiere, ließ sich an einen Baum binden und von einer Fackel versengen!
Es war einfach zu komisch! Der Büffel wälzte sich im Gras und hörte nicht auf zu lachen, bis er mit dem Maul an einen Baumstumpf stieß, sich die Lippe aufschlitzte und die Nase verletzte. Das Ergebnis kann man heute noch sehen.
Und der Tiger? Nun, er jammerte und strampelte, bis endlich die Flammen auch seine Fesseln verbrannten und er frei war. Aber die schwelenden Seile hatten sein Fell derartig versengt, dass sie schwarze Streifen hinterließen, die der Tiger trotz allen Waschens nie mehr los wurde.
Stimmung: Grübel, Grübel
Hallo, ich weiß gar nicht was ich hier so direkt vorhabe, bin noch am überlegen...
Fühlt euch einfach alle ganz lieb gegrüsst, ihr werdet ja sehen, wenn mir was eingefallen ist.