Stimmung: nachdenklich
Musik: stille
In letzter Zeit habe ich wenig geschrieben...
Ich war überhaupt wenig hier auf blogigo, damit ich kein schlechtes Gewissen bekomme...
Es ist nicht so, dass ich wirklich nichts zu schreiben hätte, aber manchmal fehlen mir einfach die Worte. Ihr wisst ja , dass ich mein FSJ in drei Kirchengemeinden mache, mit dem Schwerpunkt Kinder-und Jugendarbeit.
Seit zwei Wochen ist zu Kindergottesdiensten und Konfirmandenunterricht noch ein weiterer Punkt hinzugekommen: Babysitten. Und zwar in der Familie eines Lehrers an einem Gymnasium bei uns in der Stadt. Der Kleine ist 3 Jahre alt und seine Mutter leidet an MS. Für alle, die es nicht wissen, Multiple Sklerose ist eine Krankheit des zentralen Nervensystems, die dazu führt, dass der Körper sich langsam aber sicher schubweise selbst zerstört, meistens bei vollem Bewusstsein des kranken Menschen. MS führt immer zum Tod, wenn auch der Weg dorthin unterschiedlich lang und schmerzhaft sein kann.
Der Mann ist jedenfalls nicht zu beneiden. Seine erste Frau starb an Leukämie als die gemeinsame Tochter 9 Monate alt war. Sie ist inzwischen 17. Jetzt muss er sich um zwei Menschen kümmern die ihn dringend brauchen: um seinen kleinen Sohn und seine Frau. Aber zumindest mit dem Kleinen kann ich ihm ein bisschen helfen. Ich bin zwar nur einmal in der Woche einen Nachmittg da, aber wenigstens etwas!
Das einzige wirklich große Problem, dass ich habe ist, dass ich jedes Mal heulen könnte, wenn ich nach Hause gehe! Die ganze Familie ist so nett! Und Die frau hat zwar große schwirigkeiten zu sprechen, aber wenn man sich mit ihr unterhält merkt man, dass sie im Kopf völlig da ist! Ich sage das so, weil ich von meinem Freund, der seinen Zivildienst bei der Lebenshilfe macht, auch noch andere Arten der Behinderungen relativ nah kennengelernt habe. Und viele, die geistig behindert sind, sind damit völlig Glücklich. Im Gegensatz dazu muss es furchtbar sein, wenn dein Körper um dich herum seinen Dienst versagt und du alles bei völlig wachem Bewusstesein miterlebst.
Und der Kleine ist auch nciht ganz so weit wie er sein sollte. Er braucht unheimlich viel Aufmerksamkeit, die ich ihm auch gerne gebe, aber ich frage mich, wie das weitergeht! Es besteht zwar die Hoffnung, dass es seiner Mutter evtl irgendwann wieder besser geht, aber die Wahrscheinlichkeit nimmt ab!
Mein Freund meint ich soll versuchen mich zu distanzieren, aber ich glaube das kann ich nicht! Vielleicht wird es besser wenn ich es etwas länger mache, vielleicht gewöhne ich mich ja daran...
macht's gut!