another girl's paradise

05.07.2007 um 20:29 Uhr

Gretchen würde fragen: „Wie hältst du es mit der Religion?“ - ein Essay

Stimmung: krank
Musik: Garden state Soundtrack

sooo, ich denke es ist an der Zeit euch mal wieder mit ein paar kreativen Ergüssen zu quälen.

auch wenn ich weiß dass meine Ergebnisse in keinster Weise mit denen von angelmagia mithalten können, hier ein Essay, den wir als Klausurersatzleistung für Philosophie schreiben solten. Thema: nicht vorgegeben.

wer rechtschreibfehler findet darf sie behalten^^

Gretchen würde fragen: „Wie hältst du es mit der Religion?“


Zwei der vielen tausend Fragen, die sich in der Philosophie gestellt werden, sind die Fragen was denn der Mensch sei, und ob es einen Gott gäbe. Ich denke in gewisser Weise hängen diese Fragen miteinander zusammen. Denn wenn es einen Gott gibt, wie er in der Bibel steht, dann ist der Mensch ein Wesen aus Ton und Gottes Atem, geschaffen nach dem Bild Gottes.

Wenn man sich nun aber die wissenschaftlichen Ergebnisse ansieht, dann ist der Mensch nichts als ein eigenartig geformtes Skelett mit Muskeln, Sehnen, Nerven, jeder Menge Blut und, ganz wichtig, einem Gehirn. Dieses Gehirn steuert den Menschen, determiniert sogar seine Gedanken und Wünsche. Da bleibt nicht mehr viel Platz für einen Gott.

Andererseits würden denke ich wenige bestreiten, dass es Dinge gibt, die einen Menschen von einem Hamster unterscheiden. Und das nicht nur rein äußerlich.
Die Evolutionsforscher sehen den größten Schritt zur Menschwerdung darin, dass der Mensch irgendwann begonnen hat Dinge zu tun, die nicht nur dem Überleben und der Arterhaltung dienten. Dazu gehören Kunst, Musik und wer hätte es gedacht: Religion.

Demnach ist Religion, bzw. Religiosität eines der Dinge, die uns Menschen menschlich macht. Dabei ist es auch völlig egal an was man glaubt. Und es ist egal, ob das an was man glaubt existent ist. Denn es heißt ja schließlich „glauben“ und nicht „wissen“.

Womit wir wieder bei der Frage wären ob Gott existiert. Nun, es gibt den alten Witz vom Astronauten, der sagt: „Ich war schon so oft im Himmel, aber Gott habe ich noch nie gesehen!“ und dem Hirnchirurg, der antwortet: „Ich habe auch schon so viele Gehirne aufgeschnitten und habe noch nie einen Gedanken gesehen!“
Und doch leugnet niemand die Existenz der Gedanken. Als unsichtbare elektrische Impulse haben sie in unserem Hirn eine Daseinsberechtigung. Aber Gott? Warum bekommt der nicht auch eine? Als elektrische Entladung irgendwo im religösen Zentrum unseres Hirns? Denn auch ein ausgedachter Gott ist meiner Meinung nach ein Gott.

Aber wenn Gott nur ausgedacht ist, warum dan beten? Nun, ganz einfach: wenn man verwirrt ist, oder nicht weiter weiß ist es gut seine Gedanken laut auszusprechen um sie ordnen zu können. Nur leider ist das Selbstgespräch in unserer Gesellschaft nicht ganz so weitläufig akzeptiert als das Gebet. Um es klarer auszudrücken: Wenn man mitten in der Stadt anfängt seine Gedanken laut zu sortieren werden die Vorbeigehenden vermutlich dumm gucken, wenn man sich dafür aber in die Kirche setzt und das ganze mit einem „Lieber Gott,“/“allmächtiger Vater,“ oder wie auch immer beginnt und ein „Amen“ hinten dran setzt, dann wird sich niemand darüber wundern.

Und eigenartigerweise funktioniert es! Man betet und hofft auf Hilfe bei Entscheidungen und Jahre später stellen sie sich als richtig heraus. Einfach nur, weil man sich eingehender damit beschäftigt hat.

Denn ich bin keineswegs der Ansicht, dass man Gott mit der Kirche gleichsetzen sollte. Jesus war ein toller Mensch, an dem man sich sicherlich ein Beispiel nehmen sollte und die Bibel ist ein gutes Buch, das aber ja schließlich auch nur von Menschen geschrieben wurde. Und Irren ist nun einmal menschlich.

Denn Religionen sind eine Sache der Moral. Eine Religion hat ihren Moralkodex mit dem sich ihre angehörigen identifizieren können. Wie sonst könnte ich mich christlich nennen, wenn ich nicht glaube, dass Jesus Gottes Sohn war? Das Passt mit meiner Vorstellung von Gott schließlich überhaupt nicht zusammen. Wenn meine Hirnströme Kinder bekommen würden wäre mir das nämlich überaus unheimlich! Und das dann auch noch fast 2000 Jahre bevor mein Gehirn entstanden ist? Nein, da passt was nicht!

Und trotzdem bin ich christlich gläubig, da mein ausgedachter Gott, den ich Tag für Tag im Dachstübchen mit mir herumtrage sich den Werten und Moralvorstellungen anpasst, die in unserer Gesellschaft als christlich angesehen werden.

Ich weiß nicht, wie es die vielen gläubigen Wissenschaftler wie Newton oder Einstein gemacht haben, aber das ist meine Art des Glaubens ohne den Wissenschaften, und meiner Meinung nach auch der Vernunft, komplett zu widersprechen.


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 05.07.2007 um 21:26 Uhr:Hoffe Dir geht es schon besser!

    Sehr gut beschrieben..und nach dem was Du sagst, ist Gott ja auch in uns selbst..so steht es allerdings auch in der Bibel, Gott ist unendlich..wenn er das ist, also auch in uns.
    Und ja, Selbstgespraeche kommen nicht so gut, Gebete werden toleriert. Und wenn Du diesen Gott in Dich fragst, bekommst Du vielleicht auch eine Antwort. Oder antwortet die innere Stimme, die ja auch oftmals sehr weise sein kann, wenn wir sie vernehmen. Die uns manchmal Dinge sagt, auf die wir nicht hoeren.
    Du schreibst da sehr nachdenkenswerte Gedanken nieder.
    Liebe Gruesse
    sternenschein
  2. zitierencrystal_wings schreibt am 05.07.2007 um 21:49 Uhr:danke!

    schön, dass sich tatsächlich wer die mühe macht das alles durchzulesen!

    =)
  3. zitierensternenschein schreibt am 05.07.2007 um 22:17 Uhr:crystal_wings,
    nicht nur durchlesen, ich habe mir dann schon noch Gedanlen dazu gemacht. Was Du dachtest beim verfassen, wie mein Glauben aussieht, und was andere dazu schreiben.
    Montaigne zum Beispiel meint, wir koennen an nichts glauben, was wir nicht verdinglichen, da es uns ansonsten nicht fassbar, unbegreidlich ist.
    Wissenschaftler, wie z.B. einige Hirnforscher, die nicht glauben, sie sind aber dennoch der Meinung, es gint da etwas was sich unseren Denken entzieht.
    Wir sind ja wirklich nicht in der Lage, etwas unendliches wirklich zu erfassen, vom denken her. Wir koennen nur in den Bahnen und Dimensionen denken, die uns und unserer Vorstellung gegeben sind.
    So denke ich manches Mal, in Wirklichkeit wissen wir garnichts. Es funktioniert zwar alles um uns herum, wir koennen auch das meiste erklaeren und berechnen, doch was ausserhalb unseres geistigen Horizontes liegt, koennen wir einfach nicht wahrnehmen.
    *lach- ausserdem lese ich gerne laengere schoene Texte..ist allerdings nicht bei jedem so.
    Liebe Gruesse an Dich.
    sternenschein
  4. zitierenangelmagia schreibt am 06.07.2007 um 15:48 Uhr:Hehe, ich habs auch gelesen :) - verstanden denk ich.
    Und ja, es gefällt mir!

    Sehr gut sogar!...

    +umarm+
  5. zitierencrystal_wings schreibt am 29.08.2007 um 22:54 Uhr:ich hab mich noch gar nicht für die beiden lieben Kommentare bedankt... hiermit sei es geschehen *smile*

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