Stimmung: krank
Musik: Garden state Soundtrack
sooo, ich denke es ist an der Zeit euch mal wieder mit ein paar kreativen Ergüssen zu quälen.
auch wenn ich weiß dass meine Ergebnisse in keinster Weise mit denen von angelmagia mithalten können, hier ein Essay, den wir als Klausurersatzleistung für Philosophie schreiben solten. Thema: nicht vorgegeben.
wer rechtschreibfehler findet darf sie behalten^^
Gretchen
würde fragen: „Wie hältst du es mit der Religion?“
Zwei
der vielen tausend Fragen, die sich in der Philosophie gestellt
werden, sind die Fragen was denn der Mensch sei, und ob es einen Gott
gäbe. Ich denke in gewisser Weise hängen diese Fragen
miteinander zusammen. Denn wenn es einen Gott gibt, wie er in der
Bibel steht, dann ist der Mensch ein Wesen aus Ton und Gottes Atem,
geschaffen nach dem Bild Gottes.
Wenn
man sich nun aber die wissenschaftlichen Ergebnisse ansieht, dann ist
der Mensch nichts als ein eigenartig geformtes Skelett mit Muskeln,
Sehnen, Nerven, jeder Menge Blut und, ganz wichtig, einem Gehirn.
Dieses Gehirn steuert den Menschen, determiniert sogar seine Gedanken
und Wünsche. Da bleibt nicht mehr viel Platz für einen
Gott.
Andererseits
würden denke ich wenige bestreiten, dass es Dinge gibt, die
einen Menschen von einem Hamster unterscheiden. Und das nicht nur
rein äußerlich.
Die Evolutionsforscher sehen den
größten Schritt zur Menschwerdung darin, dass der Mensch
irgendwann begonnen hat Dinge zu tun, die nicht nur dem Überleben
und der Arterhaltung dienten. Dazu gehören Kunst, Musik und wer
hätte es gedacht: Religion.
Demnach
ist Religion, bzw. Religiosität eines der Dinge, die uns
Menschen menschlich macht. Dabei ist es auch völlig egal an was
man glaubt. Und es ist egal, ob das an was man glaubt existent ist.
Denn es heißt ja schließlich „glauben“ und nicht
„wissen“.
Womit
wir wieder bei der Frage wären ob Gott existiert. Nun, es gibt
den alten Witz vom Astronauten, der sagt: „Ich war schon so oft im
Himmel, aber Gott habe ich noch nie gesehen!“ und dem Hirnchirurg,
der antwortet: „Ich habe auch schon so viele Gehirne aufgeschnitten
und habe noch nie einen Gedanken gesehen!“
Und doch leugnet
niemand die Existenz der Gedanken. Als unsichtbare elektrische
Impulse haben sie in unserem Hirn eine Daseinsberechtigung. Aber
Gott? Warum bekommt der nicht auch eine? Als elektrische Entladung
irgendwo im religösen Zentrum unseres Hirns? Denn auch ein
ausgedachter Gott ist meiner Meinung nach ein Gott.
Aber
wenn Gott nur ausgedacht ist, warum dan beten? Nun, ganz einfach:
wenn man verwirrt ist, oder nicht weiter weiß ist es gut seine
Gedanken laut auszusprechen um sie ordnen zu können. Nur leider
ist das Selbstgespräch in unserer Gesellschaft nicht ganz so
weitläufig akzeptiert als das Gebet. Um es klarer auszudrücken:
Wenn man mitten in der Stadt anfängt seine Gedanken laut zu
sortieren werden die Vorbeigehenden vermutlich dumm gucken, wenn man
sich dafür aber in die Kirche setzt und das ganze mit einem
„Lieber Gott,“/“allmächtiger Vater,“ oder wie auch immer
beginnt und ein „Amen“ hinten dran setzt, dann wird sich niemand
darüber wundern.
Und
eigenartigerweise funktioniert es! Man betet und hofft auf Hilfe bei
Entscheidungen und Jahre später stellen sie sich als richtig
heraus. Einfach nur, weil man sich eingehender damit beschäftigt
hat.
Denn
ich bin keineswegs der Ansicht, dass man Gott mit der Kirche
gleichsetzen sollte. Jesus war ein toller Mensch, an dem man sich
sicherlich ein Beispiel nehmen sollte und die Bibel ist ein gutes
Buch, das aber ja schließlich auch nur von Menschen geschrieben
wurde. Und Irren ist nun einmal menschlich.
Denn
Religionen sind eine Sache der Moral. Eine Religion hat ihren
Moralkodex mit dem sich ihre angehörigen identifizieren können.
Wie sonst könnte ich mich christlich nennen, wenn ich nicht
glaube, dass Jesus Gottes Sohn war? Das Passt mit meiner Vorstellung
von Gott schließlich überhaupt nicht zusammen. Wenn meine
Hirnströme Kinder bekommen würden wäre mir das nämlich
überaus unheimlich! Und das dann auch noch fast 2000 Jahre bevor
mein Gehirn entstanden ist? Nein, da passt was nicht!
Und
trotzdem bin ich christlich gläubig, da mein ausgedachter Gott,
den ich Tag für Tag im Dachstübchen mit mir herumtrage sich
den Werten und Moralvorstellungen anpasst, die in unserer
Gesellschaft als christlich angesehen werden.
Ich
weiß nicht, wie es die vielen gläubigen Wissenschaftler
wie Newton oder Einstein gemacht haben, aber das ist meine Art des
Glaubens ohne den Wissenschaften, und meiner Meinung nach auch der
Vernunft, komplett zu widersprechen.