arinnas mikrokosmos

29.08.2008 um 15:39 Uhr

verlange viel

von: arinna

Stimmung: minus zwei
Musik: stille

hier sitze ich und- zähle blütenblätter. samen. früchte nicht. in gedanken. sitze starr. kann nichts anderes tun. nichts. meine glieder folgen nicht dem befehl. in mir ist- etwas. zwar. aber. vielleicht ein gedanke. ein wunsch. eine vorstellung vielleicht. ein wille. ich weiß nicht. es kann nicht hinaus. die blüten in mir reifen, gehen auf, doch ich sitze in der hülle. hülle mit harter kruste, oder auch: glas. meine blüten können nicht hinaus. bitte- leihe mir deine kraft. zerstoße die hülle, hilf mir sprechen, hilf mir- ich kann nicht hinaus. stütze mich, schlag die mauern ein. mein körper folgt nicht den befehlen- wenn du nicht da bist. du ahnst nicht, dass du kraftgeber bist. aber ich kann es nicht nehmen, nicht ertragen, wenn- wenn- es deine ich-kraft ist. dein ich löscht mein licht aus. und ich sitze wieder im dunkel oder auch: glas. meine blüten reifen und können nicht hinaus. sie verwelken in mir. verlange nichts. verlange viel. ich brauche einen kraftgeber. wo ist denn die- verbindung? 

28.08.2008 um 15:56 Uhr

meine blume

von: arinna

Stimmung: minus drei
Musik: stille

ein mann ist auf meine blume getreten. er schaute zum dach hinauf und trat auf meine blume. was gewachsen war- tagelang, wochenlang- zerstört. es ist- ein tod. es war- ein wunder. das wunder des wachsens. des entstehens. wie konnte er- wie konnte er nicht spüren. durch den stiefel. kein bewusstsein. ich könnte weinen, toben, schreien. aber ich- bleibe stumm. es hilft ja meiner blume nicht. das gewicht. ein schritt zerstört in einer sekunde, in einem moment das werk von wochen mühsamen wachsens. sich aus der erde erheben. an wasser gelangen. ich hatte dein wachsen beobachtet, blume. mit staunen aus dir lebenswille geschöpft. und nun bist du selber- tot. kaputt. zerstört. deine sanften blüten, dein streben zum licht. hatte dich beschützt vor raupen und schnecken, vor trockenheit. und nun- das. welch ein schmerz.

27.08.2008 um 19:58 Uhr

ich will II

von: arinna

Stimmung: minus zwei
Musik: juli - wenn du mich lässt

kann mich nicht distanzieren von meinem körper. es ist seltsam. er stiehlt meine hoffnung. ...halt mich. halt mich im leben. ich will damit aufhören. ich will aufhören. teilnehmen. ich will leben. ich will gestalten. will dableiben. ich will-

27.08.2008 um 19:27 Uhr

ich will I

von: arinna

Stimmung: minus zwei
Musik: herman van veen

ich verzweifle an dem schmerz. warum kann ich das nicht trennen. darauf käme es an. ich zerrinne nicht, ich friere ein. ich erstarre. es ist lähmend und hält vom hoffen ab. wie kann ich der sonne nah sein. warum verschmäht die wärme mich. zermürbender schmerz. lass doch nach. lass mich leben. sonne hilf- tau mich auf, nimm die enge. was für ein rhythmus ist das. ich will den schlaf und die wärme, will atmen. ich will kraft zu entscheiden und das entschiedene dann auch tun. ich will sprechen können.

26.08.2008 um 06:13 Uhr

erst jetzt

von: arinna

Stimmung: null
Musik: nachtstille

es dämmert erst jetzt. ist der sommer denn vorbei. nein, ich will nicht. ich brauche noch sonne und wärme. herbst. september. oktober. komm. sei gold. sei voll. gib früchte. nimm mich mit auf.

26.08.2008 um 04:59 Uhr

dämmerung

von: arinna

Stimmung: minus zwei
Musik: stille

mein leib, ach mein leib. schmerz hält den schlaf fern. hält mich in der kalten wachwelt. will jammern, weinen. trost. wieder kind sein. sing heile heile. hilf mir da durch. nein- lass mich lieber allein. muss allein sein mit mir und dem schmerz. ich zerrinne. maske fällt ab. mit bitterem geschmack im mund treibe ich in die dämmerung.

24.08.2008 um 14:15 Uhr

oder nicht

von: arinna

Stimmung: minus eins
Musik: tori amos - twinkle

ich stehe nicht zu mir. weder zu meiner hoffnung, noch zu meiner verzweiflung. ich kann nur verschlüsselt schreiben, und nur hier, wo der platz sonst frei bleiben würde und jeder selbst entscheidet, ob er es aushalten kann oder nicht. ob er es lesen mag, oder nicht. hier erwarte ich keinerlei antwort.

23.08.2008 um 17:28 Uhr

was ich liebe I

von: arinna

Stimmung: zwei
Musik: stille

der geruch von guter erde. blütenformen, wasserrauschen. regentropfen in sanft. jedes krabbeltier. mir vorstellen, ich wäre was wert. die hand tief im schaffell. die unter dem wuschelhaar verborgenen kringellocken. die sorge der ameisen für die blattläuse. der blick meiner katze. der geruch von lavendel. die farbe orange. heiße, süße milch. die wärme des bettes kurz nach dem aufwachen. kräuter in spiralen angeordnet. muster. an der hand gehen. den kleinen prinzen in den armen halten. trost spenden. einen kuss auf die stirn bekommen. ernte einfahren. durch wiesen und wälder streifen. spielen. gewinnen. treffen. zur rechten zeit am rechten ort sein. musik. holzstege und wind im haar. das schaukeln der wellen. fließendes wasser anschauen. nasse steine. überhaupt steine. seltsame gedichte. wolle. in wolle gehüllt sein. klangspiele aus der ferne. versinken in betrachtung. das verarbeiten von früchten. feuerwärme. geborgen sein. gehalten werden. angst überwinden, gitarrenakkordabfolgen. chorgesang. streichholzschachteln aus holland. kinderlieder. mittelaltermärkte. kastanien. geburtstag haben. stockbrot backen. sonne auf der haut, im haar. ein kind in den armen. erklärungen von dreijährigen. bauklötze. magnete. postkarten. schmetterlinge. sehr heiß baden. dreckige erdhände. blumen pflanzen. und sie wachsen sehen.

23.08.2008 um 00:07 Uhr

zähl mich dazu

von: arinna

Stimmung: minus zwei
Musik: cafe del mar

zähle die mandeln. zähle, was bitter war. zähl mich dazu. mandeln in meinem mund. bittermandeln. und ich kann sie nicht ausspucken. kann nicht- obwohl mir die bitterkeit das herz zusammenschnürt.  nicht alle mandeln sind bitter. immer wieder- süße dazwischen. die sich vermischen in der mundhöhle. mit bitterkeit. wenn ich sie aber schlucken will, bleiben sie stecken im hals. ich muss-

22.08.2008 um 23:34 Uhr

fremder

von: arinna

Stimmung: minus drei
Musik: stille

fremder, tu das nicht. ich habe angst. du darfst mir nicht folgen. ich kenne dich nicht. dein atem, dein geruch. dein schwarzes haar. deine augen, die ich nicht sah. tu das nicht, tu das nie wieder. folge nicht. setz dich nicht neben mich. gedanken im kopfrausch, was wenn... hätte ich mich wehren können. wie. schreien, strampeln. schläge ins leere. warum hast du das getan. du hast es gespürt, nicht wahr. mein alleinsein, meine leere. ich wusste, dass jemand kommen würde. aber ich hatte solche angst.

21.08.2008 um 23:56 Uhr

hoffnungslos, oder.

von: arinna

Stimmung: minus drei
Musik: stille

du kannst nicht mehr. du sagst es. endlich. es tut mir so leid. ich kann nicht. auch ich nicht- konnte nie. ich weiß nicht, was liebe ist. ich fühle alles und nichts. hoffnung, leere. es pendelt sich nicht ein. ich verzweifle. wie du. verlass mich. lass mich. lass. es hat keinen sinn mehr. es geht nicht- es schmerzt uns kaputt. und doch, dieses vielleicht- die traurige gewohnheit, die verzweifelte sicherheit. die jahre. die furche ist tief. die muster sind fest. was soll ich nur tun. es ist- hoffnungslos, oder. ich weiß es nicht mehr, falle hinein und heraus aus - uns.

21.08.2008 um 04:59 Uhr

halbe wärme

von: arinna

Stimmung: müde
Musik: kleiner wahnsinn

es ist- anders. ich falle aus der spur. kann nicht folgen. zwischenreich. was hält mich. kein rhythmus. kein schlaf. da ist eine katze an meiner seite. warm. schwarz. halbe wärme an meiner brust. dunkelheit. das blaue licht des morgens auf meiner stirn, keine ruhe. angst? nein. teilnahmslosigkeit. bin kein teil dieses tages. kein teil dieser nacht. ein hämmern im kopf. gedanken ziehen vorbei. nein. kein schlaf jetzt- trotz schwere. mein leitstern. er ist nicht da.

19.08.2008 um 00:44 Uhr

ent-schuldige

von: arinna

Stimmung: minus zwei
Musik: ein gruß

wieder ein du. du bist zurück. ich habe angst. ich weiß nicht, was ich fühlen soll. musik dringt zu mir durch. ich begleite dich, folge dir. deine hand auf dem weg zu mir. ich kann nicht, bitte. ich verschwinde, es brennt auf der haut. ein schlag, ein schmerz. es tut so weh, so leid. ich rufe dich zurück, aber du bist fort. schuld, scham, ent-schuldige!

18.08.2008 um 01:18 Uhr

ein bild

von: arinna

Stimmung: minus eins
Musik: markus stockhausen

salz auf der brille. verschmierte gläser. keine sicht. verschleierung- sehen wie durch wasser. es ist sommer und mir ist kalt. die brücke zum schlaf wieder zerrissen. träume so nah wie gefühle. wörter ohne zusammenhang, ohne erkennbaren sinn- aber mit form. schmerz. eine ahnung von heile, ein wunsch nach wärme. ein bild von- dir.

17.08.2008 um 10:55 Uhr

amsel und mond

von: arinna

Stimmung: dreieinhalb
Musik: stille

sanfte ruhe. du bist da. du hörst mich. du siehst mich nicht, aber das macht nichts. das prasseln der flammen. mein feuer, wärme und glanz. oh mond. hinter wolken dein fahles gesicht- dein verschwinden, kann vestehen, dass man angst hatte. aber der schatten zieht weiter. der kernschatten verweilt nicht, denn alles kreist. keine röte. nur blässe. und doch wärme. nahrung für körper und seele. tote amsel, nun liegst du unter der erde. kleines händchen, hältst die amsel fest, der kopf baumelt herab. gekrümmt der schöne körper im erdreich. nein, du stirbst nicht, kleines mädchen. du weißt es. hab keine angst. der lichtkeim bleibt!

 

14.08.2008 um 10:34 Uhr

neigung

von: arinna

Stimmung: eins
Musik: lux

die nacht ist nicht länger nacht- der kopf will nicht schlafen. der körper klagt, will entfliehen, doch der kopf zwingt ihn zum bleiben. die sonne beobachtet, von grau zu blau zu hellgold. wenn die verzweiflung wächst, kann nichts geschehen, die hände blind vor panik. doch die nacht mit ihrer schwärze, ihrer hilflosigkeit, trieb an, scheuchte mich auf und ließ mich stolpern in den tag. inmitten der dunkelheit. mach schon. es drängt. wusste, dass niemand da sein würde, keiner die tränen sehen konnte, es war ja dunkel, auch nicht hören, es war ja nacht, das haus schlief. hab nicht geschaut, keinen raum für selbstmitleid und flucht gelassen. und nun- nun neigt sich alles...

13.08.2008 um 00:05 Uhr

kleines kerlchen

von: arinna

Stimmung: dreieinhalb
Musik: lux

ein kind... fast weißes haar von der sonne- kopf an meiner schulter. komm her, ich halte dich, ich wiege dich. wie seltsam rührt mich das an. auf der schaukel, die tränen über das verlieren, über das kleinsein, nicht so schnell laufen können. die müdigkeit, das stolpern und fallen. ich hebe dich auf, ich tröste dich, kleines kerlchen, komm her, sei bei mir.

12.08.2008 um 12:41 Uhr

anemonen

von: arinna

Stimmung: eins
Musik: café del mar- lux

ein flussbett brauche ich. eine bahn, der ich, ganz wasser, folgen kann. mag nicht mehr im ozean um das nicht-ertrinken kämpfen. ja, es ist schön- unter wasser. leicht und still. aber der druck- im kopf, die einsamkeit. trotz anemonen und seesternen. wenig luft. schwerelosigkeit. himmel, wie soll das nur gehen. wie kann man leben- atmen, teilhaben, wahrnehmen. mitströmen. all die vielen stöße. unerwartet. musik? rhythmen tragen mich ein stück, bis sie mich wieder abstoßen, mich wieder zerhämmern, wenn ich nicht folgsam bin. wohin? wo soll ich bloß hin.

10.08.2008 um 23:14 Uhr

zerrieben

von: arinna

Stimmung: minus drei
Musik: this is a message

noch einmal die bitte, du verwirrst mich, machst mich stumm. immer noch. und welt: warum so schöne details. faszinierende klänge, farben, gerüche. und menschen- neben schmerz und zerwirrung. ja- aus der ferne- wunderschön. kann micht nicht sattsehen. nicht satthören. ich bin nicht zerbrechlich, jedenfalls nicht von außen. ich bin nur zerrieben. zwischen steinen und- dann zerronnen. gefühle im sekundentakt. nicht benennbar. nicht trennbar. sickern durch meine leiber. ohne ende.

08.08.2008 um 14:12 Uhr

neben mir

von: arinna

Stimmung: zwei
Musik: nur wind

bitte, du machst, dass ich neben mir stehe- du machst mich verschwinden. ja, ja, ich höre euch rufen, ich höre auch wohl sprechen, aber die worte, die worte! sie entziehen sich mir, nur geräusch, nur schmerz, falls ich begreife. ein keimblatt, äußerste berührung, lichtkeim, blüten an der oberfläche, früchte und reife, ich begreife nicht. ich kann nicht! ich würde gern, da sein, stehen, manchmal glaube ich, meine füße sind zu klein, kein guter kontakt zur erde. taumel. aber ich kann sonne sehen, lichtspuren, und es tut nicht so weh wie sonst, es lockt, es ist außergewöhnlich, es ist sowieso immer wunder, bliebt immer wunder. bin fassungslos, merke, dass ich beine habe, mein körper... hm. es ist seltsam. ich verstehe nicht. fühle nur, oder auch nicht. denn fühlen ist heimtückisch, unberechenbar, wie regen prasselt es nieder auf herz und schultern. man kann nie wissen- vorsichtig sein. ja, hab acht wird immer notwendig sein. immer. versuche nicht, zeichen zu geben, die zeichen sind verschlüsselt. bleiben markierungen der verwirrung.