arinnas mikrokosmos

07.08.2008 um 21:54 Uhr

blindschleichen

von: arinna

Stimmung: zwei
Musik: für alina

allein- ...die zeichensprache funktioniert nicht. meine kraft lässt mich in stich, die müdigkeit bahnt sich wege und kennt doch kein ende. steine gefunden, eine blindschleiche gesehen zu meinen füßen- der körper, die winzige zunge, die augen, die kraft, der weg. die menschen, um mich, erreichen mich nicht, erkennen mich nicht. nur nebel und duft. die welt hält mich in schach, verlangt nach mir, der klang der stimmen, der sinn der worte, der silben. das schmerzhafte erreichen der äußersten herzhaut. der gruß zwischen den zeilen, das halten, das wiegen, wer bist du- und- und- warum...?

04.08.2008 um 22:40 Uhr

verbrennen

von: arinna

Stimmung: null
Musik: stille

es ist, wie- ...sehen, wie ein haus abbrennt. beißender qualm, heiße flammen, zerstörungswut. niederstürzende balken. ich kann nicht mehr atmen, nicht mehr sprechen. meine zunge formt die laute nicht, bildet nicht worte. wie fremd bin ich denn. ich kann nicht hinaus. der schmerz ist nicht länger anhaltspunkt. ich gewinne den kampf gegen das fühlen. ein unfühlbarer schmerz, ein zerbrechen. endlich zerstört, endlich zerschlagen. ich liege in trümmern und weiß nicht, wozu noch hoffen, wozu noch versprechen- ich habe nie ehrlichkeit versprochen. lass los. ich gehe nicht mehr mit. 

04.08.2008 um 11:51 Uhr

kein plan

von: arinna

Stimmung: fallend
Musik: regen

weiß nicht weiter. ich- sitze fest. ich kann so nicht- was soll ich nur tun. warum. warum ist das nur so schwer. leben. der kokon ist keine alternative, man stirbt, wenn man nicht weiß, wo man ist- bin ja nicht im mutterleib, mit allem versorgt, im fruchtwasser schwimmend. ich kann das nicht. bin zu früh geboren, verstehe das system nicht- nicht einmal mein eigenes. die zeichen, wenn es denn welche sind, ...nicht zu deuten. ich versinke. ich sehe wie durch schleier diese welt, sehe pflanzen, tiere, erde, manchmal menschen. ich kann nicht teilhaben. wo soll ich hin, wo kann ich sein, wer hilft mir- verstehen.

03.08.2008 um 13:11 Uhr

für immer

von: arinna

Stimmung: weit unter null
Musik: stille

zu offen. wieder, wieder zu offen. offen oder zu. keine alternative. ich will einen schildkrötenpanzer! jetzt! nein. keinen panzer. eine membran. ich brauche eine hülle, die das schlimmste abhält und doch empfänglich bleibt. gibt es das überhaupt? lass die türen auf- alles dringt ein. und es ist- nicht vorhersehbar, kann nicht in deckung gehen. mach sie zu- du bist allein. allein. ich hasse es. es schmerzt mich entzwei, ja kaputt. ich schließe für immer zu. gehe in die verpuppung. ein kokon, ja ein kokon. aus seide. fest. weiß. ich bleibe dort, bis ich mich verwandelt habe, nicht in einen schmetterling, nein- zu schön, zu- verletzlich. in was auch immer. es muss hoffnung geben. ich kann nicht mehr. nicht so! ich bin doch schon groß...

02.08.2008 um 07:37 Uhr

sieh doch

von: arinna

Stimmung: weit unter null
Musik: stille

ich... ich bin hier. kannst du mich nicht sehen? der wind im nacken, die haare heiß von der sonne. glanz in den augen. ich bin hier. bitte geh nicht- ich kann nicht sprechen, nicht zeichen geben. aber ich renne nicht, falle nicht, ich will bleiben, will wieder- kommen, will standhaft mich binden an- die welt. der schmerz, die tränen, das salz auf der haut. bitte geh nicht, geh nicht. ich... ich bin hier. kann nur nicht hinein, kann die sinne nicht finden, die tore sind zu, nein, offen, weit offen, zu weit. bitte- sieh doch. tritt- ein.