arinnas mikrokosmos

29.09.2008 um 23:40 Uhr

ein meer sehen

von: arinna   Stichwörter: meer, blau, wasser, bald

Stimmung: zwei
Musik: under the bridge

wasser. wasser! ganz bald werde ich ein meer sehen. ein meer! mit allem drum und dran, strand, wellen. in blau. ich freu mich so.


29.09.2008 um 22:08 Uhr

weinen

von: arinna

Stimmung: zwei
Musik: stille

weinen. was ist das denn überhaupt. die tränen, die das gesicht nässen, tropfen, aus den augen schießen. der schmerz in der brust, der zugeschnürte hals. wenn jemand weint, hab ich angst. es rührt mich so sehr an. es befremdet mich auch. manchmal weine ich still vor mich hin- die tränen tropfen einfach über die wangen, in den mund, aus den augen, schmecken salzig. manchmal schüttelt es mich nur so. was ist denn das? wird die seele in den leib gepresst? es ist mir unheimlich. das lachen manchmal auch. aber mehr das weinen. dieser ausnahmezustand.

26.09.2008 um 21:32 Uhr

ich will, ich kann nicht, ich muss es tun

Stimmung: null
Musik: stille

aber wenn niemand mich fordert, über mich bestimmt, und alle neins ausgesprochen sind- dann bedeutet das nicht, dass ich endlich ich bin und nun endlich tun und lasse, was ich will. nein. kommen keine anforderungen von außen, also durch den willen und die wünsche anderer personen- falle ich ins nichts und fühle mich höchstens kurze zeit wohl, nämlich nur so lange, bis ich in tatenlosigkeit versunken bin und wenig später schon nichts mehr geht. was ist denn das. ich kann also nicht etwas eigenes tun. entweder es ist der ausgeführte wille eines fremden- und ich habe glück, stimmt mein fühlen damit einigermaßen überein- oder ich nehme hin, dass meine gedanken, die sich zwar wie wollen anfühlen, aber in gedankenform ja nichts bewirken, nicht in die tat umgesetzt werden können. dann passiert eben nichts. mein ich hat also keine chance auf verwirklichung, solange ich in diesem wirrwarr stecke. was mein wollen, meine taten bremst, fühlt sich wie... wie schuldgefühle an. und ist es nicht besser, wenigstens dass zu tun, was jemand anders will, als nichts zu tun. welche verzweiflung ist größer. ich weiß es nicht. nicht so jedenfalls. ich will das nicht mehr.

24.09.2008 um 23:02 Uhr

grenzenlos

von: arinna   Stichwörter: grenzen, willenskraft, offen, nein, freundschaft

Stimmung: zwei
Musik: stille

ich bin grenzenlos. mit mir kann man alles machen. es gibt keine instanz in mir, die meine eigenen bedürfnisse und grenzen vertritt. wie ein haus mit immer offenen türen. jeder kann es betreten zu jeder zeit und so lange wie er/sie möchte. und ich kann die türen und fenster nicht schließen. ein "nein" scheint unmöglich. mein gegenüber hat immer recht und ihm obliegt es, alle entscheidungen zu treffen. warum? wozu mag das gut sein. nicht mal ein kind erfährt richtung durch mich. nein, selbst das kleinste hat mehr willenskraft. aber so kann freundschaft nicht möglich sein. und würde ich vergewaltigt werden, könnte man behaupten: aber das hat sie doch selbst so gewollt.

23.09.2008 um 15:21 Uhr

so winzig

von: arinna

Stimmung: eins
Musik: stille

 so winzig

22.09.2008 um 11:42 Uhr

kleines wintergoldhähnchen

von: arinna   Stichwörter: wintergoldhaehnchen, grab, tot, vogel

Stimmung: zwei
Musik: sankt martin

ist er nicht wunderwunderschön. ich sah ihn, noch lebend, er saß unter einer kiefer und flog nicht weg, als ich mich vorsichtig näherte. unsicher, was nun zu tun sei, lief ich hinein und wälzte meine vogelbücher. ob man ihn gesund pflegen konnte? ich konnte auf die schnelle und aus der erinnerung nicht herausfinden, was das für ein vogel war. ich fand den hinweis, man solle den vogel erstmal einen halben tag in ruhe lassen und schauen, ob er sich erholt, oder ob eltern kommen und ihn füttern. ihn nicht gleich aus der natur ins haus holen, was auch seinen tod bedeuten könnte. aber das war kein vogelbaby, trotz seiner zerbrechlichen winzigkeit. zum tierarzt bringen? aber als ich wieder hinauslief, um nach ihm zu schauen, war er schon -tot. das schnitt mir irgendwie ins herz. er war so winzig und dabei so wunderwunderschön. er war einfach vornübergekippt. als ich ihn in den händen barg, spürte ich sein gewicht kaum, er wog nicht mehr als eine feder. nun konnte ich ihn in ruhe betrachten- ein wintergoldhähnchen. der kleinste vogel europas. so leicht! vier bis sieben gramm wiegen die. mein totes wintergoldhähnchen wog fast nichts. ich konnte mich nur schwer von ihm trennen. nie habe ich den tod eines vogels so bedauert. nie zuvor fand ich einen vogel so schön, so vollkommen. leb wohl kann man wohl nicht sagen. er ist jetzt in der erde, im blumengrab und wird dort -vergehen.

22.09.2008 um 11:23 Uhr

kleines wintergoldhähnchen

von: arinna

Stimmung: zwei
Musik: sankt martin

kleines wintergoldhähnchen

15.09.2008 um 22:04 Uhr

tu es JETZT

von: arinna

Stimmung: null
Musik: stille

baden im schmerz. wohltuende qual. hm. nein. nein! es tut nicht wohl, verdammt! oh... ich bin meines eigenen glückes schmied. bin meines eigenen schmerzes schmied. streng dich halt mehr an. du kannst nicht. sososo. hm. ja, warum denn nicht. es geht nicht. andere können das auch. sei halt willensstark. du musst jetzt sehr streng mit dir sein. nein. noch strenger. oh. du kannst das nicht. na, dann mach weiter so. du wirst schon einen nutzen davon haben. bitterkeit als hobby. verzweiflungssammlerin. traumtöterin. spaßbremse, häuflein elend, trostheischendes wesen, selbstmitleidiges etwas. mutter kommt nicht. trost gibt es nicht. wozu- wozu. aber es bleibt doch nichts. dann lieber schmerz. das ist wenigstens was, das kennst du gut, dass bleibt- ist berechenbar, intensiv und sicher. starr die wand an. dann eben nicht zerbrochen. geklebt, gekittet, zerlogen. lüge. oder wahrheit. was denn nun. wohin denn nun. entscheiden sie sich JETZT. tu endlich was. du hoffnungsloses stück- ...mensch.

14.09.2008 um 13:09 Uhr

ein neuer tag

von: arinna

Stimmung: zwei
Musik: juli - ein gruß

asche. zerbrochen, nackt. ertappt, gefangen, am ende. in schutt. trümmer, asche. leuchtturm erloschen. ich habe ...gelogen. getäuscht. geblendet. kaputt. zerronnen. ausgelöscht. gelöscht. geflohen, gestellt- inmitten eines sterbens. im nichts. unsichtbar, unwichtig. sinnlos. der welt gegenüber. weinend. neugeboren. jeden tag eine neue chance. im anfang das licht. der schmerz. tropfen ins auge. kühle. erbarmungsloses eintauchen in wahrheit. in schicksal. kausalitäten. nun steh doch zu dir! wo ist denn der- standpunkt, wo soll ich denn... stehen- wo... und wie mich halten- wie bleiben, wurzeln bilden. sinne öffnen. kämpfen. blutverschmiert auferstehen. bilder. alles nur bilder. hart und kalt. wie macht man denn -glut?

12.09.2008 um 22:16 Uhr

warten

von: arinna

Stimmung: null
Musik: coldplay

warten. warten auf dich. warten auf den schlaf. warten auf die nacht, die dunkelheit. warten auf kraft. warten auf den morgigen tag, auf den sonnenaufgang. warten auf das gesundwerden. warten auf die katze, auf das kind. auf einen nicht gewollten anruf, warten auf strafe. warten auf dich. warten auf den nächsten sommer. warten auf das reifen der früchte, warten auf den schnee. warten auf das lieblingslied, warten auf die stille. warten aufs essen, warten auf wärme. warten auf das ende, warten auf das glück. warten auf den mond. warten auf den tod. warten auf dich.

10.09.2008 um 21:59 Uhr

beim aufwachen: nur müdigkeit

von: arinna

Stimmung: null
Musik: stille

hm. geburtstag heute. eigentlich ein tag wie jeder andere. erst vergessen. beim aufwachen: nur müdigkeit. dann dämmerte es. aber das datum mag ich, das hat einen zauber in sich. hm. und nun krank. fühlt sich nicht gut an. das verdeckt das geburtstagsgefühl. schade... aber die roten schuhe!


09.09.2008 um 21:47 Uhr

ein karton

von: arinna

Stimmung: minus eins
Musik: stille

als ich mit dem fahrrad fuhr, immer geradeaus und sehr schnell und mit knapper not an einem mitten auf dem fahrradweg stehenden karton vorbei, sah ich (aus dem augenwinkel) darin ein fellbündel liegen. da ein kind nah bei mir war, entfuhr mir nur ein sanfter schreckenslaut, den ich beinahe ganz unterdrücken konnte. kaum das kind an seinen bestimmungsort gebracht, fuhr ich zurück zum karton und konnte die tote katze betrachten. wunderschön, klein, beinahe unversehrt- doch das eine auge war bereits herausgelaufen und getrocknetes blut klebte an kopf und ohren. nichtsdestotrotz war der karton ungewöhnlich schwer, als ich ihn zum tierarzt trug. man kann tote tiere nicht lebendig machen. sie bleibt also -tot. aber vielleicht, vielleicht kann man die menschen ausfindig machen, die dieser katze ein zuhause geboten hatten. ich bin traurig.

08.09.2008 um 21:54 Uhr

wo bin ich

von: arinna

Stimmung: minus drei
Musik: stille

wo bin ich. ich kann mich nicht finden, nicht zurechtfinden, nicht einfinden. allein. gehe ich. auf den horizont zu. ja. es ist sturm. ich kann nicht standhalten. bitte bleib da, geh nicht weg. sei bei mir. ich. du. was ich liebe, zerrinnt zwischen meinen fingern. wo gehöre ich hin. wer will- mich. in dieser zeit. wo ich, zerbrochen und ohne struktur, nur den steinen nah bin. wer will mich- mich ganz.

07.09.2008 um 16:32 Uhr

bevor

von: arinna

Stimmung: minus drei
Musik: temurá

bevor alles zerbricht, möchte ich- rein sein. von schuld, von schmerz. vor allem von angst. kind, sei bei mir, in meinen armen. sei trost und glück. und leben. ich werde da sein, wenn alles zerbricht. aber in deinen armen sein möchte ich, wenn alles zerbricht. mein gefährte. lass uns seite an seite fallen. 

04.09.2008 um 02:42 Uhr

nacht

von: arinna

Stimmung: null
Musik: temurá

ein traum. ich falle- ich erwache von meinen eigenen schreien. wer hat im treppenhaus gerufen? lähmung und angst. eine spinne läuft durch das zimmer. ein licht blendet mich. kann mich nicht bewegen, nicht mehr schlafen. finde die ruhe nicht mehr. zerrissen die hülle der sicherheit- für diese nacht.

02.09.2008 um 00:41 Uhr

bin da

von: arinna

Stimmung: zwei
Musik: marillion

tauche wieder auf. verlasse die unterwasserwelt, die schwerelosigkeit. das exil. kann wieder sprechen. schreiben. artikulieren. ich möchte so gern etwas schaffen. da sein. da bleiben. die welt, meine kleine welt, gestalten. das kann doch nicht so schwer sein. bitte, bitte. bleib da. hilf mir! jetzt schlafen, fallen in die nacht. könnt ihr mich hören? ich bin da.