arinnas mikrokosmos

28.02.2009 um 12:01 Uhr

kritik

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: null
Musik: jochens lichtharfe

es ist sehr schwer. das mit der kritik. die anderen dinge sind vergleichsweise leicht, auch wenn ich mich leer fühle, aber das kenne ich schon. ich trinke meinen schwarztee ohne zucker, und ich habe das gefühl, ich trinke nichts. es befriedigt mich nicht... aber das wird besser im laufe der zeit. es sind wenigstens klare regeln. kein zucker bedeutet kein zucker. obwohl ich auch da mit dem thema "süß" schwanke. zucker ist zucker, was aber ist mit apfelsaft? mit obst? das ist auch alles süß, und ich möchte nicht den verzicht auf zucker an anderer stelle ausgleichen. mit dem verzichten auf kritik wird es ganz schwer. ich habe einen film im kino gesehen. wie soll ich mich denn nun dazu stellen. ist: "etwas langweilig finden" kritik? ist eine sorge um jemanden kritik? ist eine wut auf jemanden kritik? darf ich sie denken, nicht aber aussprechen? darf ich enttäuschung fühlen? och mensch. ich verliere mich in meinem eigenen regelwerk. dennoch interessant, zu versuchen, dort bewusstsein hinzuschicken. es kann nur helfen, sich seiner gedanken bewusst zu sein. aber wie macht man das konkret... einfach schweigen? es ist eher ein üben, als eine klare regel. das macht mich unsicher und verfolgt mich bis in meine träume. das ist immer ein zeichen dafür, dass ich es nicht greifen und nicht bearbeiten kann.

26.02.2009 um 15:12 Uhr

also fastenzeit

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: minus eins
Musik: stille

also fastenzeit. 45 tage trennen uns heute von ostersonntag. gestern, am aschermittwoch waren das 46. warum sagt man dann: 40 tage fasten? hab ich nie verstanden. dennoch macht es ostern zu meinem fest. schon jetzt freue ich mich auf ostern, habe beim proben eines mysterienspiels über mirjam und jeschua jeden tag ein bißchen ostern, jeden tag ein bißchen auferstehung. meine fastenzeit:

ich verzichte auf

alkohol

kaffee

zigaretten

sex

drogen

fernsehen

fleisch

zucker

(wobei ich zugeben muss, dass ich auf das meiste davon sowieso dauerhaft verzichte-)  

und noch eines, dieses jahr, etwas schwieriges, ich möchte versuchen, auf kritik zu verzichten. ich möchte versuchen, keine kritik zu äußern, solange sie nicht wohldurchdacht, hilfreich, liebevoll und konstruktiv ist. es wird mir wahnsinnig schwerfallen, dabei die grenzen zu ziehen. schweige ich von nun an komplett und lasse alles über mich ergehen? oder lasse ich mir alles durchgehen? hm. ich werde es ausprobieren müssen. wenigstens schicke ich auf diese art und weise eine gehörige portion bewusstsein in diesen bereich. und sollte mir doch etwas herausrutschen, werde ich mich bemühen, es zu relativieren.

also dann. 

23.02.2009 um 14:24 Uhr

caspar

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: plus zwei
Musik: eric fish - sonnenkalt

caspar im wollenest

 das ist er, mein gefährte, mein katerkönig, mein liebstes tigertier. 

22.02.2009 um 23:40 Uhr

test

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: null
Musik: harfe

21.02.2009 um 20:55 Uhr

sonnenkalt

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: plus zwei
Musik: eric fish - sonnenkalt

Sonnenkalt

Kälte klirrt, mein Atem vereist
Und ich friere
Weiße Welt, starr und stumm steht der Wald
Wie ein Riese - tot

Gleißend bricht auf dem See aus Glas
Mutter Sonne
Ihre Wärme erreicht nicht mein Herz
Eine Träne - rollt

Ist der Sommer nur Erinnerung
Darf ich hoffen, dass er wiederkommt
Und mich auftaut - Die Erstarrung bricht

Immer,enn ich nicht weiter weiß
Komm ich hierher
Denn man sagt, ein Schatz liegt unterm Eis
Und ich suche - ihn

Meine Träume,all mein Sehnen
Sind vereist nun,meine Tränen
Spülen mich ins Reich der Fantasie

Ist der Sommer nur Erinnerung
Darf ich hoffen, dass er wiederkommt
Und mich auftaut - Die Erstarrung bricht

Zögernd der erste Schritt barfuß auf Glas
Und ich sehe
Auf dem Grund nur mein Spiegelbild, blass
Ich verstehe nun

Denn der Sommer ruht noch in mir
Ich bin sicher, er ist auch in dir
In dir selbst tief lauert das Tier
Das du auch kennst, das da ruft nach mir
Das durchs Eis bricht - bis zum Horizont

 

Eric Fish

21.02.2009 um 17:17 Uhr

für seren_a

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: plus zwei
Musik: gerhard schöne

Engel der Stille

Der Rasenmäher hier,
heult schon seit viertel vier.
Ein Radio dröhnt, ein Handy piept,
oh Engel, der die Stille liebt,
ich sehne mich nach dir!

Sirenen von weit her und dann die Feuerwehr,
das Baby brüllt,
ein Sladko singt,
oh Engel, der die Stille bringt,
ich brauche dich so sehr!

Ob Supermarkt, ob Zoo,
Musik auf jedem Klo.
Im Fahrstuhl dudelt’s Tag und Nacht,
oh Engel, der die Stille macht,
ich werde nicht mehr froh!

Ein LKW rangiert,
ein Dackel wird dressiert.
Der bellt, der winselt, kläfft und blafft,
oh Engel, der die Stille schafft,
wo hast du dich verirrt?

Du schließt die Tür.
Du kommst zu mir.
Du breitest deine Flügel aus
und langsam wird es still im Haus.
Ich danke dir!


Gerhard Schöne

18.02.2009 um 19:38 Uhr

der körper, der körper

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus eins
Musik: stille

der körper also wieder. als ob die seele nicht genug sorgen hätte. aus dem nichts heraus- plötzlich heftige schmerzen. kalter schweiß, in tropfen auf der stirn, dann überall, meine kleider durchnässend. wusste nicht, dass der körper so viel flüssigkeit ausschütten kann. beinahe ohnmacht. krämpfe im ganzen bauchraum. nun weiß ich nochmal neu, wo die einzelnen organe liegen, sehr eindrücklich...

psychosomatisch. ich. nein. an so etwas glaube ich nicht. bei anderen schon, aber bei mir- nein. außerdem heute noch immer. es tut so weh.    

14.02.2009 um 15:56 Uhr

ich und jonathan

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: null
Musik: stille

war gerade im krankenhaus bei jonathan. habe eine schwere stunde
erwischt. es geht ihm so sehr schlecht, jetzt erst wird mir das ganze
ausmaß klar, das "nichtimlebenseinkönnen" von jonathan. keiner war bei ihm, obwohl er rund um die uhr betreuung bräuchte, wie ein ganz kleines, schwer krankes kind. wickeln, trösten, kopfhalten, ihn waschen, säubern, am leben halten, beten. alle zehn minuten muss er sich erbrechen, hat kaum kraft dazu. kann nicht sprechen, nur ein wenig nicken oder den kopf schütteln. ich wollte eigentlich nur kurz hereinschauen, aber ich sah, dass ich nicht gehen durfte, nicht jetzt, nicht heute.
die schwestern haben mich auch gleich mit eingebunden, dankbar
für meine anwesenheit, mich aber damit auch total überfordert. dann
haben sie sich auch um mich kümmern müssen, ich bin nicht gut im verbergen.

als ich dann viel später draußen war, musste ich mich selbst übergeben,
als ich versuchte, meine tränen hinunterzuschlucken.

ich weiß nicht weiter. wenn es ihm so schlecht geht, geht es auch mir
schlecht, und ich will mich vom leben zurückziehen, mir wird alles egal,
der schmerz zu groß.

ich will da sein, aber ich verschwinde.
noch jetzt hängt der geruch der krebsstation an mir und mir ist immer
noch elend.

07.02.2009 um 00:26 Uhr

meine sachen

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus zwei
Musik: gerhard schöne - der engel, der die träume macht

ich kann es nicht fassen, obwohl es schon so oft passiert ist: er hat meine sachen weggeschmissen, in den müll. dinge, die mir gehören, in den dreck geworfen, in den eimer zusammen mit dreck, staub, müll, ekligem zeug. er hat einfach selbst entschieden, dass das alte sachen sind, dass man die aussortieren kann. ich sehe das nicht so. gut, es ist wahr, dass ich diese dinge seit vielen monaten nicht mehr angefasst habe, aber ich wusste, wo sie liegen. dass sie da sind. manches kleinigkeiten, nur ein leuchtstern, ein brief von einem kind (von jonathan!!!), viele alte batterien, die ich immer irgendwo mit hin nehmen wollte, wo man sie abgeben kann, schwedische kronen, die ich aufgehoben hatte, falls ich mal wieder nach schweden komme... ein kleines modellauto, meine kundenkarte von der apotheke, meine alte armbanduhr und ein wecker, die stehengeblieben sind, zwei schlüssel. gut, bei dem einen weiß ich tatsächlich nicht, wofür der war, aber der andere ist unser motorroller-ersatzschlüssel. gut. das weiß er vielleicht gerade nicht. aber mein gott, sowas schmeißt man doch trotzdem nicht in den müll, und vor allem nicht, ohne mich zu fragen! ich drehe durch, ich raste aus, ich verzweifle innerlich. meine sachen, wenn auch noch so müllig: das bin ich. das ist wie ICH! als ob ich weggeschmissen werde! in solchen fällen bin ich nicht mehr zurechnungsfähig- weiß nicht mehr, wer recht hat und wer übertreibt. ja, ich sammle vielleicht nutzlose dinge. ja, ich habe sie an einen ungünstigen platz gelegt. ja, ich habe das zeugs lange nicht benutzt. aber deswegen darf man mir das doch nicht wegnehmen- nicht für mich entscheiden, dass das weggeworfen wird! davon abgesehen gehört doch geld nicht in den hausmüll, auch wenn es ausländisches ist, und batterien doch auch nicht! mann, bin ich aufgewühlt...

05.02.2009 um 23:24 Uhr

heizungsverwirrung

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

seit ich in dieser wohnung wohne, verhalten die heizung und das warme wasser sich irgendwie undurchschaubar. mal funktioniert es, dann wieder nur lauwarmes oder gar kaltes wasser. dann geht die heizung nicht, dann verstellt sie sich, dann geht sie plötzlich wieder. sie wurde sogar gewartet vor zwei wochen. trotzdem weiterhin chaotisch, das system. aber wenn es nicht geht, und dann doch wieder, da zweifelt man doch eher an sich selbst, als dass ernsthaft was kaputt sein könnte. als jetzt wieder über tage kein warmes wasser kam, dachte ich: nun rufe ich aber da an, dass die das reparieren. aber am morgen, als die kommen wollten, da ging es dann wieder, und ich wollte mich schon schämen für meine unfähigkeit. aber es war tatsächlich was kaputt: das ventil, welches zwischen heizung und warmwasser hin- und herschaltet nämlich. und ich halte das seit mai aus. ich hätte es bequemer haben können, schon längst. und so hält man auch so vieles mit sich selbst aus, krankheiten, schmerzen, diffuses zeugs, ungeklärte symptome, die kommen und gehen. ach wäre es doch so einfach, wie bei der heizung, ein teil auswechseln und alles ist schön in ordnung und funktioniert zuverlässig... 

02.02.2009 um 20:25 Uhr

mein buchfink

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: minus zwei
Musik: stille

buchfink

01.02.2009 um 23:31 Uhr

verdammt noch mal!

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus drei
Musik: cantate domino - monteverdi

verdammt noch mal! es kann doch nicht sein, dass es mir nicht möglich ist, glücklich zu sein, oder wenigstens zufrieden. warum, warum, warum habe ich mir eine technik angewöhnt, die es mir absolut unmöglich macht, normal zu funktionieren. normal zu fühlen, normal zu denken, normal zu handeln. es läuft immer nach dem selben schema ab, wie etwas, ähnlich einer kettenreaktion: schritt für schritt, unausweichlich, und sich dann totläuft, wie fallende dominosteine, die rasend schnell kippen und kippen und kippen und am ende daliegen und von jemandem in mühevoller kleinarbeit und hingabe wieder aufgebaut werden müssen, nur um dann erneut zu fallen und zu fallen. aber nein, es ist eigentlich anders. fallende dominosteine sind ja noch ganz schön, und es fällt immer nur stein für stein. das bild ist falsch, ganz falsch. ich glaube, in mir läuft ganz was anderes ab, als fallende dominosteine. eher eine explosion, oder nein, nein. eine implosion. oder es ist wie eine schachmattsituation, ich setze mich jedesmal selber schachmatt. wenn ich es wenigstens beschreiben könnte! wenn es nicht jedesmal in sprachlosigkeit enden würde, schmerzhaft, wie in den träumen, in denen man reden möchte, den mund öffnet, verzweifelt schreit, schreit, schreit. aber es kommt kein ton. die leute gehen achtlos vorbei. auf sich aufmerksam machen will: hilfe! hilfe, ich brauche hilfe. aber ich scheine unsichtbar zu sein, oder: mein mund ist mit steinen voll, so dass ich nicht artikulieren kann, oder auch mit meinen eigenen zähnen, die mir ausfallen, und an denen ich beinahe ersticke. oder glassplitter. ich versteh das nicht. ich beobachte mich selbst, kommentiere synchron zur tat mein verhalten und begreife es trotzdem nie. das kleinkind im erwachsenenkörper. was zum teufel willst du denn, du enfant terrible, wohin treibst du mich, warum setzt du mich solchen situationen aus. warum habe ich ständig das gefühl, in eine röhre zu laufen, zu fallen, die sich trichterartig verengt und mich am ende einklemmt, bewegungsunfähig und mich dann doch nicht freigibt, nicht durchs nadelöhr gehen lässt. es ist wie ein trauma, ein traum, ein traum vom trauma. keine verantwortung übernehmen können. bald kann ich das nicht mehr auseinanderhalten. diese träume sind zu echt, zu heftig, zu farbig. ragen zu sehr, zu lange, ins tagesbewusstsein hinein. ich kann das nicht bearbeiten. mir fehlt dazu ein programm, oder was auch immer, bin nicht kompatibel. abbruch, immer abbruch. systemabsturz. möchten sie das programm zum beenden zwingen, oder wollen sie ihm etwas zeit zum selbständigen beenden geben? nein. natürlich nicht. es hat ja keinen sinn. ein dauerhafter fehler im system. mal ehrlich, wo soll das noch hinführen. ich möchte mich nicht mehr zumuten. verneinung. scham. und gleichzeitig der ruf, der schrei, das krächzen nach hilfe, nach verständnis, nur: da gibt es nichts, nichts zu verstehen. die muss verrückt sein. die vergleiche, das verstellen, das funktionieren, das nicht-funktionieren. ich werde noch duchrdrehen. bald gibt es nichts mehr, was ich noch machen kann. was ich noch schaffen kann. aber eine erkenntnis bleibt und bleibt: niemand kann mir helfen, außer ich selbst. nur- wie.