in wirren linien
Musik: stille
Musik: stille
Musik: stille
Musik: markus stockhausen
auf der suche. ich suche und suche. und suche. ich lasse zurück. trenne mich. der abschied, das scheiden. ich suche nach dir. und finde nicht. wo. wo bist denn du. folge den spuren, aber- da bist nicht du. wo ist denn der weg. die richtung. das heim. wo bin denn ich. suche. suche mich und finde nicht. finde nicht mal eine spur von mir. kann niemandem folgen. suche nach dem wasser. der luft- dem wind. den blumen, den tieren. der wärme. suche nach meinem kind. was nicht da ist. suche und finde nicht. wo. wo ist denn das gras. das grün, das licht. ich finde nicht und lasse zurück. mehr. alles. was kann man denn noch zurücklassen. wenn man schon nichts mehr hat. lasse ein zwischen zurück. eine freundschaft. eine liebe- ein vertrauen. ein hoffen. einen schmerz. was bleibt noch. ich möchte doch nicht mein- mein leben zurücklassen. bin ich denn auf dem irrweg.
Musik: stille
Musik: stille
Musik: stille
ein mund voll erde hält mich- am leben. körnig der sand, staub auf den lippen. flimmernd das grün in den wäldern, schwindel in der höhe auf dem ast des geborstenen baumes. und ich denke, ich falle- ich falle, beständig falle ich in bodenlose tiefen hinab, die es nicht gibt- die mich verschlingen und meine beine umfangen, an mir saugen wie strudel in dunklem wasser. und ja, ist das nicht morast, der unter meinen schuhen blasen wirft- der mir die fläche glatt und eben vorgaukelt. aber sind das nicht samen, die aufbrechen wollen, aber- aber- nicht können- weil sie nicht gewässert wurden über nacht vor dem pflanzen, nicht gepflegt. zu hart die hülle, zu fest, wärme dringt nicht durch. auf bleichen stengeln das geschlossene korn. will wachsen, ja. zum licht. und darinnen, darinnen kräuseln sich die keimblätter, quellen auf. und es- schmerzt sich entzwei.
Musik: markus stockhausen
Musik: noch immer: keiko matsui - trees
Musik: keiko matsui - trees
abtauchen - fallen, unaufhaltsam. in eine geschichte, die nicht die meine ist. in die worte schlüpfen, töne sammeln, ihnen folgen. rennen, rennen, rennen. bis zur erschöpfung. einem etwas folgen, was nicht wahr ist- nicht da ist. fliehen, vor etwas, was da ist. ewig wechselnd. gefühle an der oberfläche wie wellengekräusel, die worte gehorchen wieder nicht. alogik. wie mag es für immer unter wasser sein. die farben, die stimmen. der schmerz. angst. klänge. töne. rauschen. die wärme suchend. blut ist wärme. wärme ist ich. ich bin nicht. erstarrung mitten im sommer. was ist denn schlimmer. wo bist du denn. wo bin ich denn.
Musik: stille
mein kissen hatte sich zur mulde geformt. ich presste meinen kopf hinein, tiefer. genoss das umschlossen sein, den halt, die grenze, die, meinen kopf in form haltend, mich vor dem zerspringen rettete.
Musik: stille
was geschieht mit mir. manchmal liebe ich die menschen so innig, dann wieder möchte ich weit fort. und krume. krume - krume. krume. was ist das denn für ein wort. es zerkrümelt in meinem mund und ernährt mich fast.
Stimmung: minus fünf
Musik: totenstille
Stimmung: minus drei
Musik: mj - stranger in moscow
da kam es heut heraus, das tier. es war irgendwo eingesperrt, mit mühe und not. es besteht aus bildern, gefühlen, ängsten, anderen unterdrückten, verdrängten dingen. das arme tier. es war sehr wütend. sehr groß und kraftvoll. es kam heraus, als ich einen moment unbedacht war. einen moment die leinen lockerte und mich in sicherheit wähnte. vor ihm. aber es sprang heraus mit riesenkraft und wütete in mir und tat mir weh.
und ich konnte es nicht niederdrücken, nicht bezwingen. es nicht wieder in seine fesseln locken. und es schüttelte mich und machte mich verzweifelt weinen. jetzt liegt es erschöpft im käfig. wieder. und ich daneben. auch gut.
Stimmung: minus zwei
Musik: stille
Musik: stille
ich kann nicht schlafen. obwohl ich so, so müde bin. den ganzen tag schon, die ganze woche schon. auch die wochen davor. ich kann nicht dagegen anschlafen. habe tagsüber verzweifelt auf die nächste möglichkeit zu schlafen gewartet. schlimme kopfschmerzen gehabt. bin einen weg entlanggegangen. konnte gar nicht meine füße spüren. habe die treppe angeschaut und nicht gewusst, wie ich diesen berg bezwingen sollte. jetzt liege ich im bett und etwas ist -anders, mir ist schwindelig und ein wenig schlecht und ich fühle mich seltsam berührt, den tränen nahe. sehr, sehr müde aber vom schlaf weit entfernt. ich spüre mein kissen unter dem kopf, sehe mein haar neben mir liegen und irgendwie ist es auch seltsam feierlich, ein gefühl etwa wie in der weihenacht, so still und friedlich. ich habe keine angst. ich stehe auf und gehe leicht schwankend zur tür. mein kater sitzt dort, komt zu mir, miaut. ich streiche ihm über den kopf. schaue auf den wecker, 1:11 uhr. sekunden später auf die küchenuhr. auch 1:11 uhr. ich schalte den computer an, auch dort, noch immer: 1:11 uhr. ich höre ein rufen, ein miauen, aber anders als sonst. ich höre caspar freundlich rufen, fast gurren, zärtlich, wie eine taube. ich sorge mich sofort. seine werte waren niedrig heute. ich gehe zu ihm. finde ihn nicht gleich. gehe zum bett. schaue durch den vorhang, sehe seine silhouette. er steht im bett, auf der decke, und ruft mich. nie zuvor hat er das getan. ich schaue ihn an. er steht jetzt an der bettkante. ich denke, er wird zu mir kommen, da ich noch immer an der tür stehe. ihn anschaue. er schaut am vorhang vorbei und ruft weiter nach mir. ruft mich ins bett. ich bin seltsam berührt, gehe zu ihm, halte seinen kopf, den er zärtlich in meiner hand verbirgt.
ich sagte ihm, ich käme gleich.
seltsam, das alles, ich fühle mich seltsam. wie nicht zu dieser welt gehörig, und - als wäre die zeit stehengeblieben.
Stimmung: minus drei
Musik: stille
verlassen. ich hinterlasse eine spur von zerbrochenem. keine chance. keine technik. ich kann nichts in den händen halten, nichts sicher festhalten- sehe meine unfähigkeit und lasse fallen, immer und immer wieder. manchmal möchte ich etwas umklammern, es verzweifelt vorm fallen schützen, aber es geht ja nicht. es entgleitet plötzlich und unerwartet meinem griff und zersplittert auf dem boden.
die scherben zusammenzufügen, risse zu kitten, liegt nicht in meiner macht. ist nicht einmal denkbar. warum also nicht gleich werfen, schleudern, zerstören. zerschmettern, bevor eine beziehung heranwächst. bevor sich zarte gefühle regen. gegen wände schmettern, alles fallenlassen, nie wieder etwas anfassen, anschauen, spüren, halten wollen. zerstören, bevor es mich zerstört. ich hasse es!
Stimmung: minus zwei
Musik: stille
ununterbrochen denke ich an dich. gefühle steigen auf. ich verstehe das nicht. ich habe mir mein schweigen selbst auferlegt. die verbindung gekappt. aber es wird nicht besser. vielleicht ein winziges bisschen. so ist es wenigstens vorhersehbar. ein wenig mehr kontrollierbar. aber mein schmerz ist es nicht. er ist da- egal ob du da bist, oder nicht. ich fühle mich wie in einem käfig. die totale verunsicherung. warum bin ich denn bloß hier. was tu ich auf dieser erde. als mensch. als verschlossener mensch. mit euch, mit dir. mein körper ist gefängnis, kerker. darinnen eine welt, die ich nicht organisieren kann. ruhe kehrt nicht ein. das außen wirft in mir wellen auf. meine gedanken werfen in mir wellen auf. gefühle erst recht. und dann noch die sinnesreize, licht, schatten, geräusche. manchmal verzückung, selten. eher ein stürmisches meer innen. in mir. manchmal nur kreise. wie von versunkenen steinen, die ihr in mich hineinwerft. in meinen see. in mein meer. ich kann das nicht handhaben, nicht kontrollieren. und ich selbst verstärke die steinwürfe noch, folge den ringen, den wellen nach, bis ich sturmgepeitscht innehalten muss, weil ich, seekrank und völlig durchnässt, nicht mehr weitermachen kann. mein meer nicht beruhigen kann. was kann ich denn überhaupt kontrollieren, handhaben, verstehen. ich brauche eine insel. ich weiß nur: ich will zu dir.
Stimmung: null
Musik: stille