arinnas mikrokosmos

13.11.2011 um 10:17 Uhr

in wirren linien

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

das licht, gleißender strahl. sich wege bahnend durch meine augen, die geschlossen (oder waren sie weit offen) die nachbilder ordnen, die in wirren linien meine netzhaut durchwandern und wände und boden bezeichnen, sich zwischen mich und die menschen, menschen auf stühlen, drängen. ich sehe euch nicht, höre auch nicht, es rauscht wieder so, fällt zu, meine rechte seite fällt zu, dumpf springt die stille, die schmerzt, in mein ohr. meine worte, mein weg, meine bahn verdrehen sich in sich und ich kann-  kann nicht mehr gehen, finde nicht zurück. verliere mich- finde die strukturen nicht. mein mund- voll wasser, voll... sand, die finger gekrümmt. suchend. mit halben augen schaue ich hinaus, schmerz hinter der stirn, angst in den beinen, in den händen. schlucken, schlucken. ringen um- fassung. haltung. halten, bleiben. masken bilden- du weißt nicht, wo ich bin. wo ich sein sollte, wollte. wolltest mir sagen, etwas mir sagen, schiebst mich hin und her, suchst mich, zerrst an mir und findest- nichts, nicht, nicht mich, nicht ich. es tut mir leid, ich höre, höre deine worte- die worte- einzeln, ja. kann sie nicht zusammenfügen, nicht verfügen, verfüge nicht über brücken zu mir. zu dir. mein atem. dein atem. höre dich atmen, gut. gut, das ist atem, ist leben, ist ein und aus, ist sicher. geschieht. du führst mich durch die stunde, durch die worte, bitte, verzeih. kann mich nicht finden, nicht fangen, meine zerrissenen sätze fallen ins leere.    

10.11.2011 um 12:53 Uhr

bring mich nicht weg

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

nein- nimm mich nicht mit. ich kann das nicht. entferne mich nicht aus dem rahmen. ich verliere mich- verschwinde in der umgebung, erst. dann in mir. in meinen eigenen mir unbekannten tiefen. mein kern, ein ort, finde ihn nicht mehr- zu viele empfindungen. das licht anders- die augen finden keinen halt. gerüche, schwindel. übelkeit von irgendwoher- unbarmherzig und in wellen in mein bewusstsein dringend. mein körper schrumpft zusammen- sehnsucht nach enge, nach bleiben, und gleichzeitig verzweifeltes gefangensein. doppelwelt- keine welt für mich. kein halt, keine flucht. ein kind, welches sich heillos verliert. ohne die hand der mutter, der routine. rückzug. schemen, geräusche, gefühle dringen von weit her zu mir durch- oder auch nicht. finden keine fläche in mir zur reflexion. versinken. funktionieren. verschwinden. ich höre dich, höre dich- nicht. rauschen im kopf. starre. kann nicht hinaus, bitte, bring mich nicht weg. lass mir die pfade, die ich noch gehen kann. binde mich nicht durch dein wort.

09.05.2011 um 20:24 Uhr

ich lasse zurück

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: markus stockhausen

auf der suche. ich suche und suche. und suche. ich lasse zurück. trenne mich. der abschied, das scheiden. ich suche nach dir. und finde nicht. wo. wo bist denn du. folge den spuren, aber- da bist nicht du. wo ist denn der weg. die richtung. das heim. wo bin denn ich. suche. suche mich und finde nicht. finde nicht mal eine spur von mir. kann niemandem folgen. suche nach dem wasser. der luft- dem wind. den blumen, den tieren. der wärme. suche nach meinem kind. was nicht da ist. suche und finde nicht. wo. wo ist denn das gras. das grün, das licht. ich finde nicht und lasse zurück. mehr. alles. was kann man denn noch zurücklassen. wenn man schon nichts mehr hat. lasse ein zwischen zurück. eine freundschaft. eine liebe- ein vertrauen. ein hoffen. einen schmerz. was bleibt noch. ich möchte doch nicht mein- mein leben zurücklassen. bin ich denn auf dem irrweg.

17.04.2011 um 23:00 Uhr

du warst nicht da.

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

du bist nicht gekommen, warst noch nie gekommen. ich wusste das, plante das ein. es verletzte mich nicht, war einfach so. diesmal hab ich mir erlaubt zu hoffen, es war so wahrscheinlich, ich hatte geglaubt, diesmal würdest du da sein. hätte ich diese tür nie geöffnet. du bist nicht gekommen, und nun sitze ich da in einem haufen von scherben und kann dem gefühl, diesem verdammten vernichtenden verlassenheitsgefühl nicht entkommen und finde nicht zurück in den egalstatus. das hätte nicht passieren dürfen. ich bin so dumm. ich will nicht so abhängig sein und schon gar nicht von dir. denn wenn das, was ich tue, dich nur ein fünkchen interessieren würde, wärest du gekommen. wenn dir das egal ist, bin ich dir auch egal, oder. oder lieg ich falsch. mein kopf will mich das glauben machen, aber mein herz schlägt alarm.  

15.04.2011 um 15:29 Uhr

unsicheres gelände.

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

als wäre ich neu hier. gerade geboren, hirnstrukturen noch nicht gebildet, keine ausgetretenen pfade im kopf. unsicheres gelände. angst, wasser, morast. ich versinke bei jedem schritt, bleibe stehen. verharre. die öffnung der knospen trifft mich doppelt, diesmal. anders als sonst. hatte keinen frühling erwartet, diesmal nicht. kann ja nicht sein, dass- nein, konnte nicht sein, kann immer noch nicht sein. wo kommt das her, das leben, die kraft, wer ruft die vögel zurück. lässt die säfte aufsteigen. in mir soll nichts aufsteigen, das- das lässt sich nicht kontrollieren, sickert aus allen poren, öffnet mich, wie die knospen. wer führt mich jetzt, nach meiner zweiten geburt. nacktes wesen ohne hülle, ohne weg, ohne ahnung. ich stehe zur verfügung. bring mich fort, führt mich an einen ort, an dem man sein kann, die sinne ausbilden kann, ohne kurzschluss zu erleiden. ich kann nicht meinen alltag leben, wenn ich so neu bin, wie geht das denn nochmal.

14.04.2011 um 23:37 Uhr

ein mund voll erde

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

ein mund voll erde hält mich- am leben. körnig der sand, staub auf den lippen. flimmernd das grün in den wäldern, schwindel in der höhe auf dem ast des geborstenen baumes. und ich denke, ich falle- ich falle, beständig falle ich in bodenlose tiefen hinab, die es nicht gibt- die mich verschlingen und meine beine umfangen, an mir saugen wie strudel in dunklem wasser. und ja, ist das nicht morast, der unter meinen schuhen blasen wirft- der mir die fläche glatt und eben vorgaukelt. aber sind das nicht samen, die aufbrechen wollen, aber- aber- nicht können- weil sie nicht gewässert wurden über nacht vor dem pflanzen, nicht gepflegt. zu hart die hülle, zu fest, wärme dringt nicht durch. auf bleichen stengeln das geschlossene korn. will wachsen, ja. zum licht. und darinnen, darinnen kräuseln sich die keimblätter, quellen auf. und es- schmerzt sich entzwei.

 

 

16.01.2011 um 00:36 Uhr

vielleicht kannst du so etwas wie ein leuchtturm sein.

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: markus stockhausen

eintauchen. als hätte man den lang vermissten, den wollenen pullover wiedergefunden. die erinnerung an wärme, an gefühl, an fühlen können. töne, klänge. sickern wie durch die haut, treiben hinein. ich tauche ein. in klänge, klangwellen. klangwellen durchfluten mich, durchtränken mich. in mich sickert so etwas wie- erinnern. melodien tragen mich hinein in ein gestern, was es nicht mehr gibt, nicht mehr gab, geben kann. ich durchwate die spuren wie wasserrinnen, fühle den strudel des erinnerns unter der wasseroberfläche. die klänge wie nebelhörner, mich rufend, mich suchend. nicht findend. was bist du denn. vielleicht kannst du so etwas wie- wie ein- ein leucht-turm sein.

25.07.2010 um 13:37 Uhr

gleichzeitig

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: noch immer: keiko matsui - trees

gleichzeitig. gleich-zeit-ig bis obenhin angefüllt mit einem strom von zärtlichkeit und wärme, der in mir kreist. mich bald zerreisst. in meinem blut seine bahnen zieht, wenn ein bißchen sonne es erwärmt. aufsteigt. in meiner kehle brennt, anklopft und hinauswill. aber wohin. wohin den bach sich ergießen lassen. halte alles fest. verschlossen. in mir. in meinem kerker. bin der kerker. der zum zerbersten angefüllt ist mit- es drängt von innen gegen meine muskeln. weiß nicht. was es ist. was sich noch dazu mischen wird. wie weit es gehen würde.

25.07.2010 um 11:58 Uhr

abtauchen

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: keiko matsui - trees

abtauchen - fallen, unaufhaltsam. in eine geschichte, die nicht die meine ist. in die worte schlüpfen, töne sammeln, ihnen folgen. rennen, rennen, rennen. bis zur erschöpfung. einem etwas folgen, was nicht wahr ist- nicht da ist. fliehen, vor etwas, was da ist. ewig wechselnd. gefühle an der oberfläche wie wellengekräusel, die worte gehorchen wieder nicht. alogik. wie mag es für immer unter wasser sein. die farben, die stimmen. der schmerz. angst. klänge. töne. rauschen. die wärme suchend. blut ist wärme. wärme ist ich. ich bin nicht. erstarrung mitten im sommer. was ist denn schlimmer. wo bist du denn. wo bin ich denn.

 

13.07.2010 um 12:35 Uhr

fallen aus der zeit

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

das fallen aus der zeit. verschwinden in empfindungen. das licht wechselt- der körper wehrt sich. schwindel. ein summen im kopf, in den gliedern, unpassend. unangemessen. sehnsucht nach nähe und gleichzeitig- angst. flucht. geschlossene augen. träume, die verschwimmen, der übergang fließend. kraftlose schwere, verzweiflung. ein kleinkind, welches sich verliert in den sinnesreizen der umgebung. geräusche, hitze. ich versuche mich an die hand zu nehmen, mir gut zuzureden. ich höre mir nicht zu. regloses schweigen. verstehe meine eigenen worte nciht. unfähigkeit. starre. ich will auftauchen, aber die oberfläche scheint weit fort. atmen. strampeln. hilfloses wassertreten. dann lieber sinkenlassen. umgeben von grüntönen, stille, nur das rauschen der strömung in den ohren. brennen in den augen. faszinierende lichtreflexe, sachter wind. ich komme nicht weiter- fahre nicht mehr- fort.

15.03.2010 um 10:24 Uhr

mein kissen

von: arinna   Kategorie: mikro

mein kissen hatte sich zur mulde geformt. ich presste meinen kopf hinein, tiefer. genoss das umschlossen sein, den halt, die grenze, die, meinen kopf in form haltend, mich vor dem zerspringen rettete. 

05.09.2009 um 10:58 Uhr

krume

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

was geschieht mit mir. manchmal liebe ich die menschen so innig, dann wieder möchte ich weit fort. und krume. krume - krume. krume. was ist das denn für ein wort. es zerkrümelt in meinem mund und ernährt mich fast.

10.08.2009 um 06:32 Uhr

für wen denn dann.

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus fünf
Musik: totenstille

ich kann nicht richtig leben. ich bin gar nicht da. habe mich nicht im griff. mir fehlen sogar mehr oder weniger die worte, es angemessen zu beschreiben. sinnlos, kraftlos. ohne wunsch zum handeln. ich verstehe das nicht, denn ich bin ja ein mensch mit möglichkeiten. es ist so jämmerlich, ein mensch mit möglichkeiten zu sein, ohne jedoch nur eine einzige davon umsetzen zu können. ich vegetiere vor mich hin. kann nicht schlafen, nicht arbeiten. nicht wachsein. nicht darüber sprechen, keine hilfe holen. ich habe keine freunde und nichts macht mehr sinn. alle schönen dinge, meine blumen, meine katze, der sommer, sind weit entfernt von mir. nichts dringt zu mir durch außer diese todesmüdigkeit. was ist das denn nur. und warum kann ich mir nicht helfen. warum gibt es keinen weg. es wechselt einfach nur ab zwischen wahnsinnsschmerz und gleichgültigkeit. ich trau mir gar nicht mehr über den weg. alle fähigkeiten schlafen ein. ich will gar nicht mehr kämpfen. wozu denn. es sind alles nur sehr, sehr anstrengende tropfen auf einen heißen stein. und wenn ich mich selbst nicht ergreifen, nicht in den griff kriegen kann: für wen denn dann. nur abscheu in mir. und ich hatte so auf den sommer gehofft. ich will nicht mehr, ich will nicht mehr.

12.07.2009 um 22:52 Uhr

ich sein

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus drei

au, au. alles tut so weh. was mach ich denn bloß. ich muss doch arbeiten. ich bin so müde, so müde. aber schlafen hilft nicht. ich muss umkehren, irgendwie- aber wohin bin ich denn unterwegs. wohin soll ich denn zurück. und wie erklärt man das. wer glaubt einem denn schon. mein kopf tut so weh, mein körper, die muskeln, die glieder. mein hals wie zugeschnürt. was soll ich nur tun. ich möchte so gern ich sein. 

07.07.2009 um 23:44 Uhr

das tier

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: mj - stranger in moscow

da kam es heut heraus, das tier. es war irgendwo eingesperrt, mit mühe und not. es besteht aus bildern, gefühlen, ängsten, anderen unterdrückten, verdrängten  dingen. das arme tier. es war sehr wütend. sehr groß und kraftvoll. es kam heraus, als ich einen moment unbedacht war. einen moment die leinen lockerte und mich in sicherheit wähnte. vor ihm. aber es sprang heraus mit riesenkraft und wütete in mir und tat mir weh.

und ich konnte es nicht niederdrücken, nicht bezwingen. es nicht wieder in seine fesseln locken. und es schüttelte mich und machte mich verzweifelt weinen. jetzt liegt es erschöpft im käfig. wieder. und ich daneben. auch gut.

27.06.2009 um 03:33 Uhr

gerechtigkeit und leid

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus zwei
Musik: stille

was ist recht, was ist unrecht. wann ist eine beleidigung eine beleidigung. wenn es wehtut? wie sehr? wer entscheidet das? der sender oder der empfänger? oder außenstehende, sofern es sie gibt? wer kann das einschätzen? wie denn? woraus entsteht das bedürfnis, zu verletzen? zu beleidigen? was geschieht dabei genau? ich halte das nicht aus. warum fühlt man sich getroffen? wann nicht? wie bleibt man rein von verletzenden gedanken und aussagen? wie bleibt man gerecht? was ist gerechtigkeit? ab wann ist kommunikation gewaltfrei? wer legt das fest? und wenn ich trotzdem verletzt bin? ich verstehe das alles nicht. und sprechen hat keinen sinn. es geht immer schief.

20.06.2009 um 01:39 Uhr

anders

von: arinna   Kategorie: mikro

Musik: stille

ich kann nicht schlafen. obwohl ich so, so müde bin. den ganzen tag schon, die ganze woche schon. auch die wochen davor. ich kann nicht dagegen anschlafen. habe tagsüber verzweifelt auf die nächste möglichkeit zu schlafen gewartet. schlimme kopfschmerzen gehabt. bin einen weg entlanggegangen. konnte gar nicht meine füße spüren. habe die treppe angeschaut und nicht gewusst, wie ich diesen berg bezwingen sollte. jetzt liege ich im bett und etwas ist -anders, mir ist schwindelig und ein wenig schlecht und ich fühle mich seltsam berührt, den tränen nahe. sehr, sehr müde aber vom schlaf weit entfernt. ich spüre mein kissen unter dem kopf, sehe mein haar neben mir liegen und irgendwie ist es auch seltsam feierlich, ein gefühl etwa wie in der weihenacht, so still und friedlich. ich habe keine angst. ich stehe auf und gehe leicht schwankend zur tür. mein kater sitzt dort, komt zu mir, miaut. ich streiche ihm über den kopf. schaue auf den wecker, 1:11 uhr. sekunden später auf die küchenuhr. auch 1:11 uhr. ich schalte den computer an, auch dort, noch immer: 1:11 uhr. ich höre ein rufen, ein miauen, aber anders als sonst. ich höre caspar freundlich rufen, fast gurren, zärtlich, wie eine taube. ich sorge mich sofort. seine werte waren niedrig heute. ich gehe zu ihm. finde ihn nicht gleich. gehe zum bett. schaue durch den vorhang, sehe seine silhouette. er steht im bett, auf der decke, und ruft mich. nie zuvor hat er das getan. ich schaue ihn an. er steht jetzt an der bettkante. ich denke, er wird zu mir kommen, da ich noch immer an der tür stehe. ihn anschaue. er schaut am vorhang vorbei und ruft weiter nach mir. ruft mich ins bett. ich bin seltsam berührt, gehe zu ihm, halte seinen kopf, den er zärtlich in meiner hand verbirgt.

ich sagte ihm, ich käme gleich.

seltsam, das alles, ich fühle mich seltsam. wie nicht zu dieser welt gehörig, und - als wäre die zeit stehengeblieben.

10.06.2009 um 11:54 Uhr

halten wollen

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus drei
Musik: stille

verlassen. ich hinterlasse eine spur von zerbrochenem. keine chance. keine technik. ich kann nichts in den händen halten, nichts sicher festhalten- sehe meine unfähigkeit und lasse fallen, immer und immer wieder. manchmal möchte ich etwas umklammern, es verzweifelt vorm fallen schützen, aber es geht ja nicht. es entgleitet plötzlich und unerwartet meinem griff und zersplittert auf dem boden.

die scherben zusammenzufügen, risse zu kitten, liegt nicht in meiner macht. ist nicht einmal denkbar. warum also nicht gleich werfen, schleudern, zerstören. zerschmettern, bevor eine beziehung heranwächst. bevor sich zarte gefühle regen. gegen wände schmettern, alles fallenlassen, nie wieder etwas anfassen, anschauen, spüren, halten wollen. zerstören, bevor es mich zerstört. ich hasse es!    

06.06.2009 um 10:21 Uhr

eine insel

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus zwei
Musik: stille

ununterbrochen denke ich an dich. gefühle steigen auf. ich verstehe das nicht. ich habe mir mein schweigen selbst auferlegt. die verbindung gekappt. aber es wird nicht besser. vielleicht ein winziges bisschen. so ist es wenigstens vorhersehbar. ein wenig mehr kontrollierbar. aber mein schmerz ist es nicht. er ist da- egal ob du da bist, oder nicht. ich fühle mich wie in einem käfig. die totale verunsicherung. warum bin ich denn bloß hier. was tu ich auf dieser erde. als mensch. als verschlossener mensch. mit euch, mit dir. mein körper ist gefängnis, kerker. darinnen eine welt, die ich nicht organisieren kann. ruhe kehrt nicht ein. das außen wirft in mir wellen auf. meine gedanken werfen in mir wellen auf. gefühle erst recht. und dann noch die sinnesreize, licht, schatten, geräusche. manchmal verzückung, selten. eher ein stürmisches meer innen. in mir. manchmal nur kreise. wie von versunkenen steinen, die ihr in mich hineinwerft. in meinen see. in mein meer. ich kann das nicht handhaben, nicht kontrollieren. und ich selbst verstärke die steinwürfe noch, folge den ringen, den wellen nach, bis ich sturmgepeitscht innehalten muss, weil ich, seekrank und völlig durchnässt, nicht mehr weitermachen kann. mein meer nicht beruhigen kann. was kann ich denn überhaupt kontrollieren, handhaben, verstehen. ich brauche eine insel. ich weiß nur: ich will zu dir.

 

24.05.2009 um 11:57 Uhr

totgeburt

von: arinna   Kategorie: mikro   Stichwörter: traum

Stimmung: null
Musik: stille

heute nacht: ich hatte eine katze. ein kleines zerbrechliches kätzchen, welches ich sehr liebte, welches ganz zart war und mir ungeheuer schützenswert vorkam. sein wohlergehen lag in meiner hand. meine ganze liebe und fürsorge galt ihm. ich trug es in meinen armen und spürte plötzlich bewegung in seinem leib. ich wusste, es trug leben in sich. es würde junge bekommen. heiße freude durchflutete mich. ich wusste, auch das neue leben, welches da heranwuchs, war ungeheuer zerbrechlich. ich traute mich kaum, die katze in meinen armen zu halten. aus angst, die jungen in ihrem leib zu zerdrücken. ich ging aus ungeklärten gründen zum waschbecken und ließ sehr heißes, dampfendes wasser ein. einen augenblick ließ ich das kätzchen aus den augen. als ich mich zum waschbecken umdrehte, war sie hineingefallen in das kochendheiße wasser. ihr leib war wie eine hülle, schlaff und leer. sie war tot. um sie herum schwammen im heißen wasser fünf kleine tote, nackte katzenkinder. voller verzweiflung griff ich in das wasser und hob sie alle heraus. das schuldgefühl war unermesslich. ich fiel rasend vor schmerz weinend und schreiend auf den boden. davon wachte ich auf.