arinnas mikrokosmos

07.02.2009 um 00:26 Uhr

meine sachen

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus zwei
Musik: gerhard schöne - der engel, der die träume macht

ich kann es nicht fassen, obwohl es schon so oft passiert ist: er hat meine sachen weggeschmissen, in den müll. dinge, die mir gehören, in den dreck geworfen, in den eimer zusammen mit dreck, staub, müll, ekligem zeug. er hat einfach selbst entschieden, dass das alte sachen sind, dass man die aussortieren kann. ich sehe das nicht so. gut, es ist wahr, dass ich diese dinge seit vielen monaten nicht mehr angefasst habe, aber ich wusste, wo sie liegen. dass sie da sind. manches kleinigkeiten, nur ein leuchtstern, ein brief von einem kind (von jonathan!!!), viele alte batterien, die ich immer irgendwo mit hin nehmen wollte, wo man sie abgeben kann, schwedische kronen, die ich aufgehoben hatte, falls ich mal wieder nach schweden komme... ein kleines modellauto, meine kundenkarte von der apotheke, meine alte armbanduhr und ein wecker, die stehengeblieben sind, zwei schlüssel. gut, bei dem einen weiß ich tatsächlich nicht, wofür der war, aber der andere ist unser motorroller-ersatzschlüssel. gut. das weiß er vielleicht gerade nicht. aber mein gott, sowas schmeißt man doch trotzdem nicht in den müll, und vor allem nicht, ohne mich zu fragen! ich drehe durch, ich raste aus, ich verzweifle innerlich. meine sachen, wenn auch noch so müllig: das bin ich. das ist wie ICH! als ob ich weggeschmissen werde! in solchen fällen bin ich nicht mehr zurechnungsfähig- weiß nicht mehr, wer recht hat und wer übertreibt. ja, ich sammle vielleicht nutzlose dinge. ja, ich habe sie an einen ungünstigen platz gelegt. ja, ich habe das zeugs lange nicht benutzt. aber deswegen darf man mir das doch nicht wegnehmen- nicht für mich entscheiden, dass das weggeworfen wird! davon abgesehen gehört doch geld nicht in den hausmüll, auch wenn es ausländisches ist, und batterien doch auch nicht! mann, bin ich aufgewühlt...

01.02.2009 um 23:31 Uhr

verdammt noch mal!

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus drei
Musik: cantate domino - monteverdi

verdammt noch mal! es kann doch nicht sein, dass es mir nicht möglich ist, glücklich zu sein, oder wenigstens zufrieden. warum, warum, warum habe ich mir eine technik angewöhnt, die es mir absolut unmöglich macht, normal zu funktionieren. normal zu fühlen, normal zu denken, normal zu handeln. es läuft immer nach dem selben schema ab, wie etwas, ähnlich einer kettenreaktion: schritt für schritt, unausweichlich, und sich dann totläuft, wie fallende dominosteine, die rasend schnell kippen und kippen und kippen und am ende daliegen und von jemandem in mühevoller kleinarbeit und hingabe wieder aufgebaut werden müssen, nur um dann erneut zu fallen und zu fallen. aber nein, es ist eigentlich anders. fallende dominosteine sind ja noch ganz schön, und es fällt immer nur stein für stein. das bild ist falsch, ganz falsch. ich glaube, in mir läuft ganz was anderes ab, als fallende dominosteine. eher eine explosion, oder nein, nein. eine implosion. oder es ist wie eine schachmattsituation, ich setze mich jedesmal selber schachmatt. wenn ich es wenigstens beschreiben könnte! wenn es nicht jedesmal in sprachlosigkeit enden würde, schmerzhaft, wie in den träumen, in denen man reden möchte, den mund öffnet, verzweifelt schreit, schreit, schreit. aber es kommt kein ton. die leute gehen achtlos vorbei. auf sich aufmerksam machen will: hilfe! hilfe, ich brauche hilfe. aber ich scheine unsichtbar zu sein, oder: mein mund ist mit steinen voll, so dass ich nicht artikulieren kann, oder auch mit meinen eigenen zähnen, die mir ausfallen, und an denen ich beinahe ersticke. oder glassplitter. ich versteh das nicht. ich beobachte mich selbst, kommentiere synchron zur tat mein verhalten und begreife es trotzdem nie. das kleinkind im erwachsenenkörper. was zum teufel willst du denn, du enfant terrible, wohin treibst du mich, warum setzt du mich solchen situationen aus. warum habe ich ständig das gefühl, in eine röhre zu laufen, zu fallen, die sich trichterartig verengt und mich am ende einklemmt, bewegungsunfähig und mich dann doch nicht freigibt, nicht durchs nadelöhr gehen lässt. es ist wie ein trauma, ein traum, ein traum vom trauma. keine verantwortung übernehmen können. bald kann ich das nicht mehr auseinanderhalten. diese träume sind zu echt, zu heftig, zu farbig. ragen zu sehr, zu lange, ins tagesbewusstsein hinein. ich kann das nicht bearbeiten. mir fehlt dazu ein programm, oder was auch immer, bin nicht kompatibel. abbruch, immer abbruch. systemabsturz. möchten sie das programm zum beenden zwingen, oder wollen sie ihm etwas zeit zum selbständigen beenden geben? nein. natürlich nicht. es hat ja keinen sinn. ein dauerhafter fehler im system. mal ehrlich, wo soll das noch hinführen. ich möchte mich nicht mehr zumuten. verneinung. scham. und gleichzeitig der ruf, der schrei, das krächzen nach hilfe, nach verständnis, nur: da gibt es nichts, nichts zu verstehen. die muss verrückt sein. die vergleiche, das verstellen, das funktionieren, das nicht-funktionieren. ich werde noch duchrdrehen. bald gibt es nichts mehr, was ich noch machen kann. was ich noch schaffen kann. aber eine erkenntnis bleibt und bleibt: niemand kann mir helfen, außer ich selbst. nur- wie.

18.01.2009 um 23:27 Uhr

sturm und stille

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus drei
Musik: tori amos - butterflies

und alles in mir ist sturm und wildheit, ist auch stillstand und gelähmtsein. nanu, solche aufruhr. ist es denn wegen jonathan, bin ich so offen, so verdammt ungeschützt gegenüber diesen gefühlen, die kommen, wenn ich ihn sehe in dem großen weißen bett, ihn nicht aufhalten kann. die träume, die mir den schlaf vorenthalten. die verantwortung. die ich nicht übernehmen kann. die angst. die ich nicht mehr handhaben kann. was soll ich nur tun. wo soll ich hin, wo soll ich sein. frühling, bitte komm. ich kann es nicht mehr ertragen, meine pflanzen nicht wachsen zu sehen, nicht den geruch von erde in mich aufnehmen zu können- bitte, ein zeichen, dass nicht alles vorbei ist. ich sehe den buchfinken verwesen und kann es nicht ertragen, dass er nicht die sonnenblumenkerne pickt, die doch für ihn bereitliegen. dass er nicht mehr singt, kenne ich doch seine stimme. wo ist er. was ist tod. wo ist seine seele, wo ist meine. mein weltbild wankt. ich will das nicht. es weint lautlos in mich hinein. 

 

13.01.2009 um 11:36 Uhr

schnee, der schmilzt

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: null
Musik: stille

nanu. gestern schien mir die situation wie festgefahren, es gab kein echtes ventil, für keinen von uns. wie eingefroren der schmerz. heute erwache ich- und es hat zu tauen begonnen, und um mein herz wird es mir etwas leichter, auch wenn die träume dieser nacht mich noch einmal durchgeschüttelt haben. auch, wenn ich schnee und eis doch eigentlich liebe. früh am morgen der miauende kater, der nie fressen will, sofern ich nicht schlaftrunken daneben hocke und ihm zuschaue. das scheint beinahe allen katzen eigen zu sein, dass sie dieses nächtliche geleit brauchen. später am morgen dann der tote buchfink vor meinem fenster- und ich weiß nicht: hätte ich den kater nicht hinauslassen dürfen, oder ist er gegen meine scheibe geflogen, was ich beides gleich schlimm finde. die anderen vögel kommen weiter zu meinem futterplatz, und mit einer dampfenden tasse tee in der hand schaue ich, was der tag mir bringen mag... 

12.01.2009 um 20:24 Uhr

schnee, der liegenbleibt

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus drei
Musik: stille

verloren in der zeit. das neue jahr hat begonnen- aber nicht für mich. die vögel kommen, stürzen hinab, und wissen es auch nicht. nur sie haben nicht alle hoffnung in das neue jahr gesetzt- haben nicht versucht, das alte abzuschütteln, die not, die verzweiflung. wie nur kann es weitergehen. entscheidungen, die nicht getroffen wurden, der schnee, der liegenbleibt. das knirschen der schuhe, die weißen ränder, die sich nicht entfernen lassen. die verschwundenen freunde, die alleingelassenen kinder. die ungeborenen. das schlimmer-schlimme, die schussfahrt ins tal.

17.12.2008 um 23:27 Uhr

hilfe beim lieben

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus eins
Musik: stille

ja, jetzt. jetzt bräuchte ich hilfe beim lieben, oder beim entlieben. ich schaffe beides nicht. aber so kann es auch nicht weiter gehen... was tun. die frist läuft ab. ich stehe wie immer zwischen den türen und weiß nicht, welche ich öffnen soll, wohin ich gehen soll. welcher weg führt mich zu mir, und dann von mir weg zum anderen, zu dir? so geht es nicht. und allein? geht es denn allein?