Stimmung: null
Musik: stille
das braunellenweibchen hatte den lastwagen kommen gehört und gesehen, wie er mit bedrohlichem tuckern stehen blieb.
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jetzt grub sich das große schwarze ding vor ihnen in den boden und schleuderte schlammbrocken und gras durch die zweige. ein heftiger ruck, das untier sprang vorwärts, erfasste den zweig, auf dem das nest stand, und riss ihn mit sich.
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der sockel des nestes löste sich auf, und die gepolsterte mulde wurde mitsamt den eiern auf den boden geschleudert. zwei eier wurden von den hinterrädern des lastwagens zermalmt, das dritte zerbrach, als es auf dem boden aufschlug, und das vierte landete unbeschädigt in einem grasbüschel.
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der dichte regen hatte den gallertigen inhalt der zerbrochenen eier schon aufgelöst, und während sie das grausige werk der zerstörung betrachteten, fühlten die beiden vögel den kalten hauch des todes. verstört flogen sie auf, kehrten aber gleich wieder zurück.
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der regen spülte das noch unversehrte eidotter an den straßenrand, wo das wasser jetzt schnell dahinschoss. als es von der strömung erfasst wurde, drehte es sich im kreis, und man sah das netz der blutgefäße, die von dem dunklen fleck ausgingen, an dem sich der embryo entwickelt hatte. die braunelle flog ein paar meter weiter, legte den kopf schief und sah zu, wie es an ihr vorbei auf den kanal zutrieb, durch den das wasser unterirdisch zum fluss geleitet wurde. als es verschwand, flog sie, von hilflosem zorn überwältigt, verzweifelt piepsend in die abenddämmerung hinaus.
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erschöpft und halb blind in der zunehmenden dunkelheit kehrte sie schließlich zur hecke zurück. sie zwängte sich noch einmal durch die zweige, um die bruchstücke der eierschalen zu betrachten. am rande ihres gesichtsfeldes erblickte sie etwas, das wie ein größeres stück schale aussah und in einem grasbüschel steckte. sie glitt hinunter und fand das unversehrte ei. hoch über ihrem kopf sammelte sich am ende eines blattes das regenwasser und tropfte genau auf das ei, das auszukühlen begann. die blutzufuhr zum embryo hatte beinahe aufgehört, aber das weibchen spürte, dass noch leben in dem ei war.
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verzweifelt hüpfte sie schließlich zu dem ei hin und legte sich schützend darüber, so als könnte sie hier auf dem boden weiterbrüten. doch es fühlte sich unter ihr kalt an, und sie schoss in die höhe, als wäre sie mit dem tod in berührung gekommen.
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stunden später hörten sie, wie etwas raschelnd am fuß der hecke entlangschlich. trotz des scheußlichen wetters hatte der duft von zerbrochenen eiern, den der wind ihm zugetragen hatte, den igel aus seiner höhle am ufer gelockt. er war hungrig aus dem winterschlaf erwacht, und der geruch hatte seinen hunger verschärft.
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er trippelte durch das schnellfließende wasser am straßenrand, blieb witternd stehen, um sich davon zu überzeugen, dass alles in ordnung war, und näherte seine nase vorsichtig dem ei. dann sperrte er das maul weit auf, seine spitzen vorderzähne schlugen sich in die schale, und noch ehe ihr inhalt ausfließen konnte, schleckte und saugte er sie aus, wobei der schmerz in seinem magen nachließ. als er in seine höhle zurückkehrte, war ihm bereits wärmer, und er fühlte sich gestärkt. das leben war gut zu ihm gewesen.
aus: im herzen des tals, von nigel hintonÂ