arinnas mikrokosmos

21.03.2010 um 00:33 Uhr

diese tomate aus dem ausguss meiner spüle

von: arinna   Kategorie: makro

diese tomate aus dem ausguss meiner spüle, die hatte ich tatsächlich bis vor ein paar tagen. sie war schon über einen meter groß, zitterte in der heizungsluft, war mit dem wenigen licht zufrieden und wartete auf meiner südlichsten fensterbank auf die eisheiligen. und nun hab ich- ich hab-

ich wollte ihr wirklich nur etwas gutes tun!

ich hatte kartoffeln gekocht und dachte, ich gebe ihr das kochwasser, mit vielen vitaminen und noch etwas erde und so. und dann ließ sie plötzlich die blätter hängen als hätte sie durst. ich goss mehr. aber es half nichts. plötzlich fiel es mir wie schuppen von den augen: ich hatte das kochwasser gesalzen. ich hasse mich. ich hab sie umgebracht. sie ist verdurstet. ich holte sie in windeseile aus dem topf, spülte sie hundertausendmal in der badewanne ab, pflanzte sie in frische erde- aber es half nicht. sie ist vertrocknet. und es ist bloß eine tomatenpflanze. und doch haut mich das um. es haut mich einfach um.

12.10.2009 um 20:05 Uhr

positiv

von: arinna   Kategorie: makro   Stichwörter: diabetes, caspar, katze, insulin, blutzucker, messen

Musik: stille

und dabei hab ich doch sogar was positives zu berichten:

mein kleiner tiger, mein caspar, der hatte doch diabetes, was mich sehr beschäftigt und uns beide ziemlich gestresst hat... im august waren wir nochmal bei der tierärztin, die uns sagte, der langzeitzuckerwert sei immer noch sehr schlecht und ich solle mehr insulin spritzen. gut, dass ich den zuckerwert so oft es ging selbst gemessen habe... ich hatte mir auch inzwischen ein homöopathisches mittel herausgesucht und kurz vorher begonnen, es ihm zu geben, und am selben abend noch habe ich aufgrund des niedrigen wertes nicht mehr insulin, sondern nur die hälfte gespritzt. und ab dem nächsten morgen habe ich gar nicht mehr gespritzt. seitdem messe ich nur noch alle zwei tage und seine werte sind gut. dieser zustand hält bis heute an. caspar bekommt allerdings kein trockenfutter mehr und kein futter mit zucker- oder getreidegehalt. ich rechne nach einer formel den kohlenhydrat-anteil in der trockenmasse aus und ich weiß nun nicht, ob sich sein diabetes über das futter und die chromgaben reguliert hat- oder ob seine bauchspeicheldrüse sich vielleicht komplett regeneriert hat... es ist jedenfalls fantastisch und wie ein wunder. caspar geht es wieder wie früher und ich bin frei und könnte sogar wieder verreisen, ich dachte, das wäre nie wieder möglich, da keiner sich traute, ihn zu spritzen und auch noch sechsmal täglich den blutzucker zu messen. es ist einfach nur gut, gut, gut für uns beide. caspar hat auch wieder vertrauen und schläft nachts wieder unter meiner bettdecke, was kuschelig und warm und einfach nur schön ist. neulich sah ich zu, wie caspar einen zaunkönig aus der luft fing. seit jahren hatte er keinen vogel mehr erwischt. er war zu müde und zu schwach. den zaunkönig konnte ich leider nicht retten. geschimpft hab ich und geweint habe ich auch um das kleine zarte kerlchen, und doch war in mir das sichere gefühl, dass caspar wieder fit ist und er wieder interesse an seiner umwelt hat. wie gesagt. das ist doch positiv, oder?

07.10.2009 um 00:29 Uhr

wo ich abgeblieben bin...

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

hm. wollte erst wieder schreiben, wenn ich was positives zu berichten hab. da kam aber leider nichts bei rum- war nicht so toll, die letzte zeit. ich bin so unendlich müde und ich konnte und wollte mich auch nicht mehr erklären. alles schlief ein, alle aktivität, alle kommunikation. ich sah irgendwann eine tomate in meiner spüle keimen, konnte lang nichts tun, als ihr einfach nur beim wachsen zuschauen. die hab ich nun behutsam eingepflanzt. obwohl es schon herbst wird. was soll's. dann hab ich seit urzeiten mal wieder abgewaschen. es ist alles so sinnlos. danke der nachfrage, grenzgängerin, manchmal denk ich, es ist so egal, ob man fehlt.

22.07.2009 um 22:47 Uhr

kostbarstes gut

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: plus zwei
Musik: stille

brief in meinem briefkasten. der inhalt bekannt. langsam, fast zärtlich den umschlag aufmachen. das kostbare gut in den händen wiegen. es auswickeln. samen! so winzig, so schwarz, so voller verheißung. ich kann es kaum fassen: in diesem punkt, diesem körnchen, der bauplan einer ganzen vollständigen blume! der schönsten blume der welt. für den moment ist sie das: einzigartig. denken an den kleinen prinzen, der schwierigkeiten mit einer blume hatte und daher seinen planeten verlassen musste. 

17.07.2009 um 23:04 Uhr

ein jahr

von: arinna   Kategorie: makro

ach ja, hätt ich es fast vergessen... dieser blog ist heute ein jahr alt. und ich bin etwas enttäuscht, hab ich doch bei vielen gelesen: ..."letztes jahr, da hatte ich noch dieses und jenes nötig", "dieses jahr geht es mir viel besser", "mensch, hast du dich entwickelt", etc... das kann man von mir ja nicht gerade behaupten. was soll's. hab immerhin ein jahr durchgehalten, wenn ich auch nicht jeden tag geschrieben habe.  

 

11.07.2009 um 21:53 Uhr

wenn nichts mehr hilft, hilft nur noch helfen.

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

ich möchte so gerne helfen. wenn nichts mehr hilft, hilft nur noch helfen. aber ich kann nicht. ich bin so müde. so müde. es gibt nur funktionieren oder schlafen. wenn jemand mich braucht, funktioniere ich, wenn nicht, kommt ein beinahe unbezwingbares schlafbedürfnis. mein körper passt irgendwie nicht zu mir. missbrauche ich meinen körper. oder missbraucht er mich? was soll mir das alles. ich verstehe noch immer nicht.

 

08.06.2009 um 16:38 Uhr

durst nach sich selbst

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

„Zu den verschiedenen Gefühlen, die dem Menschen im Leben anhaften, gehört besonders das eigentliche Daseinsgefühl, das Lebensgefühl, die Freude am Leben überhaupt, am Drinnenstecken im physischen Körper. Darum ist es eine Hauptentbehrung, keinen physischen Körper mehr zu haben. Wir werden nun dadurch das furchtbare Schicksal und die entsetzlichen Qualen jener Unglücklichen verstehen, welche durch Selbstmord aus dem Leben scheiden. Beim natürlichen Tod ist die Trennung der drei Körper verhältnismäßig eine leichte. Selbst bei Schlagfluß oder sonst einer schnellen natürlichen Todesart ist in Wirklichkeit schon längst die Trennung dieser höheren Glieder voneinander vorbereitet worden; sie trennen sich leicht, und die Entbehrung des physischen Leibes ist dann nur eine sehr geringe. Aber bei einer so gewaltsamen plötzlichen Trennung vom Körper wie bei einem Selbstmörder, wo noch alles gesund ist und noch fest zusammenhält, da tritt unmittelbar nach dem Tode eine starke Entbehrung des physischen Körpers aus, die furchtbare Leiden verursacht. Es ist ein furchtbares Schicksal. Der Selbstmörder fühlt sich wie ausgehöhlt und beginnt nun ein grausiges Suchen nach dem so plötzlich entzogenen physischen Körper. Nichts läßt sich damit vergleichen."

(R. Steiner, GA 95, Vor dem Tore der Theosophie, S. 32.)

„Wenn der Mensch Selbstmord begeht, hat er sein Ich mit dem physischen Körper identifiziert. Daher entsteht nachher um so heftiger die Gier nach dem physischen Körper. Er kommt sich dann vor wie ein ausgehöhlter Baum, wie einer, der sein Ich verloren hat. Er hat dann einen fortwährenden Durst nach sich selbst."

(R. Steiner, GA 93a, Grundelemente der Esoterik, S. 95/96.)

06.06.2009 um 09:04 Uhr

hummelkäfer

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

ja, und das ist mein hummelkäfer, der morgens immer auf der brombeerblüte hockt, bevor die ameisen kommen und ihn wegschicken. leider weiß ich nicht, was das für ein insekt ist...

hummelkaefer

01.06.2009 um 12:53 Uhr

mein süßer diabeteskater

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

jetzt, wo ich etwas besser fotografieren kann als früher, trau ich mich, noch mal ein foto von meinem geliebten caspar einzustellen, welches ich eben gerade gemacht habe... hier tobt er trotz katastrophaler blutzuckerwerte auf der wiese herum:

caspar

 

31.05.2009 um 22:18 Uhr

graugnomenspinne

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

spinne

heute getroffen und gleich in sie verliebt...

 

24.05.2009 um 01:32 Uhr

ich schaue in die welt

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: eric whitacre - sleep

augen

21.05.2009 um 00:17 Uhr

out of the depths

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: minus drei
Musik: de profundis - arvo pärt

de profundis - arvo pärt

de profundis clamavi ad te Domine

Domine exaudi vocem meam
fiant aures tuae intendentes
in vocem deprecationis meae

si iniquitates observabis Domine
Domine quis sustinebit

quia apud te propitiatio est
propter legem tuam sustinui te Domine
sustinuit anima mea in verbum eius

speravit anima mea in Domino

a custodia matutina usque ad noctem
speret Israhel in Domino

quia apud Dominum misericordia
et copiosa apud eum redemptio

et ipse redimet Israhel
ex omnibus iniquitatibus eius.


 

 ... Out of the Depths
Out of the depths I cry to Thee, O Lord!
Lord, hear my voice!
Let Thy ears be attentive to the voice of my supplications!
If Thou, O Lord, shouldst mark iniquities,
Lord, who could stand?
But there is forgiveness with Thee,
that Thou mayest be feared.
I wait for the Lord, my soul waits,
and in His Word I hope;
my soul waits for the Lord more
than watchmen for the morning,
more than watchmen for the morning.
O Israel, hope in the Lord!
For with the Lord there is steadfast love,
and with Him is plenteous redemption.
And He will redeem Israel from all His iniquities.
Thus far the Word of the Lord our God.

20.05.2009 um 00:12 Uhr

die augen geschlossen

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: null
Musik: stille

die augen geschlossen

 

die augen

geschlossen

ach sand

rinnt durch die finger

kein halt

es ist kalt

in der ferne

kalt

03.05.2009 um 23:09 Uhr

alles gute für seren_a

von: arinna   Kategorie: makro

was gutes dir die götter senden,

bewahr es treu in deinen händen.

bewahr, bewahr es treu

in deinen

händen.

butterblume

 

  arvo pärt - für alina

 

27.04.2009 um 22:16 Uhr

pusteblume für seren_a

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

pusteblume

 

26.04.2009 um 23:11 Uhr

im herzen des tals

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: null
Musik: stille

das braunellenweibchen hatte den lastwagen kommen gehört und gesehen, wie er mit bedrohlichem tuckern stehen blieb.

...

jetzt grub sich das große schwarze ding vor ihnen in den boden und schleuderte schlammbrocken und gras durch die zweige. ein heftiger ruck, das untier sprang vorwärts, erfasste den zweig, auf dem das nest stand, und riss ihn mit sich.

...

der sockel des nestes löste sich auf, und die gepolsterte mulde  wurde mitsamt den eiern auf den boden geschleudert. zwei eier wurden von den hinterrädern des lastwagens zermalmt, das dritte zerbrach, als es auf dem boden aufschlug, und das vierte landete unbeschädigt in einem grasbüschel.

...

der dichte regen hatte den gallertigen inhalt der zerbrochenen eier schon aufgelöst, und während sie das grausige werk der zerstörung betrachteten, fühlten die beiden vögel den kalten hauch des todes. verstört flogen sie auf, kehrten aber gleich wieder zurück.

...

der regen spülte das noch unversehrte eidotter an den straßenrand, wo das wasser jetzt schnell dahinschoss. als es von der strömung erfasst wurde, drehte es sich im kreis, und man sah das netz der blutgefäße, die von dem dunklen fleck ausgingen, an dem sich der embryo entwickelt hatte. die braunelle flog ein paar meter weiter, legte den kopf schief und sah zu, wie es an ihr vorbei auf den kanal zutrieb, durch den das wasser unterirdisch zum fluss geleitet wurde. als es verschwand, flog sie, von hilflosem zorn überwältigt, verzweifelt piepsend in die abenddämmerung hinaus.

...

erschöpft und halb blind in der zunehmenden dunkelheit kehrte sie schließlich zur hecke zurück. sie zwängte sich noch einmal durch die zweige, um die bruchstücke der eierschalen zu betrachten. am rande ihres gesichtsfeldes erblickte sie etwas, das wie ein größeres stück schale aussah und in einem grasbüschel steckte. sie glitt hinunter und fand das unversehrte ei. hoch über ihrem kopf sammelte sich am ende eines blattes das regenwasser und tropfte genau auf das ei, das auszukühlen begann. die blutzufuhr zum embryo hatte beinahe aufgehört, aber das weibchen spürte, dass noch leben in dem ei war.

...

verzweifelt hüpfte sie schließlich zu dem ei hin und legte sich schützend darüber, so als könnte sie hier auf dem boden weiterbrüten. doch es fühlte sich unter ihr kalt an, und sie schoss in die höhe, als wäre sie mit dem tod in berührung gekommen.

...

stunden später hörten sie, wie etwas raschelnd am fuß der hecke entlangschlich. trotz des scheußlichen wetters hatte der duft von zerbrochenen eiern, den der wind ihm zugetragen hatte, den igel aus seiner höhle am ufer gelockt. er war hungrig aus dem winterschlaf erwacht, und der geruch hatte seinen hunger verschärft.

...

er trippelte durch das schnellfließende wasser am straßenrand, blieb witternd stehen, um sich davon zu überzeugen, dass alles in ordnung war, und näherte seine nase vorsichtig dem ei. dann sperrte er das maul weit auf, seine spitzen vorderzähne schlugen sich in die schale, und noch ehe ihr inhalt ausfließen konnte, schleckte und saugte er sie aus, wobei der schmerz in seinem magen nachließ. als er in seine höhle zurückkehrte, war ihm bereits wärmer, und er fühlte sich gestärkt. das leben war gut zu ihm gewesen.

aus: im herzen des tals, von nigel hinton 

25.04.2009 um 21:26 Uhr

sag mir, wo die blumen sind

von: arinna   Kategorie: makro   Stichwörter: fotowettbewerb, ackerblumen, wiesenblumen, gefährdete, pflanzen

Musik: little dragon - twice

pusteblume

Gesucht wird das Foto, das die Schönheit, oder aber auch die Gefährdung unserer heimischen Wiesen- und Ackerblumen am besten darstellt.
Einsendeschluss ist der 1. September 2009.
 

25.04.2009 um 17:16 Uhr

retour

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: minus zwei
Musik: stille

heute im postkasten: zwei briefe, die ich selbst verschickt hatte, zwei briefe, die seit monaten überfällig waren- die ich mit meiner letzten kraft, so kam es mir vor, verfasst habe. bei denen es ewig gedauert hat, bis ich die nötigen unterlagen dafür zusammen hatte. kaum erleichterung, als sie dann endlich mit der richtigen adresse und einer passenden briefmarke bei der post waren. und heute: wieder da. retour an den absender. beide. ist es, weil ich die adresse neben das vorhandene sichtfenster geschrieben habe und nicht auf dem brief selbst hatte? kann denn die postmaschine nicht die schrift erkennen? sucht sie denn nur nach sichtfenstern im umschlag, und- steht da nix drin- kommen die briefe zurück? ich verstehe das nicht.

und es raubt mir alle hoffnung, dass ich überhaupt noch etwas auf die reihe kriegen kann. ich kann nicht einmal mehr briefe verschicken. nun, es ist wenigstens ein geschehnis, was außerhalb meines kopfes stattgefunden hat und welches ich versuchen kann, zu beschreiben...

was solls. 

16.04.2009 um 22:43 Uhr

little dragon

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: minus drei
Musik: little dragon - twice

little dragon - twice 

Twice I turn my back on you
I fell flat on my face but didn't loose
Tell me where would I go
Tell me what led you on I’d love to know

Was it the blue night
Gone fragile
Was it both men
In wonder steady gone under
Was it the light ways
So frightening
Was it two wills
One mirror holding us dearer now

Thought I had an answer once
But your random ways swept me along
Colossal signs so I got lost
With so many lovers singing soft

Was it the blue night
Gone fragile
Was it both men
In wonder steady gone under
Was it the light ways
So frightening
Was it two wills
One mirror holding us dearer now

 

little dragon

12.04.2009 um 23:40 Uhr

o stern und blume

von: arinna   Kategorie: makro

Stimmung: plus eins
Musik: stille

o stern und blume,            

geist und kleid           

lieb, leid und zeit          

und ewigkeit          

 

primel

 

clemens brentano