arinnas mikrokosmos

08.06.2009 um 16:38 Uhr

durst nach sich selbst

von: arinna   Kategorie: makro

Musik: stille

„Zu den verschiedenen Gefühlen, die dem Menschen im Leben anhaften, gehört besonders das eigentliche Daseinsgefühl, das Lebensgefühl, die Freude am Leben überhaupt, am Drinnenstecken im physischen Körper. Darum ist es eine Hauptentbehrung, keinen physischen Körper mehr zu haben. Wir werden nun dadurch das furchtbare Schicksal und die entsetzlichen Qualen jener Unglücklichen verstehen, welche durch Selbstmord aus dem Leben scheiden. Beim natürlichen Tod ist die Trennung der drei Körper verhältnismäßig eine leichte. Selbst bei Schlagfluß oder sonst einer schnellen natürlichen Todesart ist in Wirklichkeit schon längst die Trennung dieser höheren Glieder voneinander vorbereitet worden; sie trennen sich leicht, und die Entbehrung des physischen Leibes ist dann nur eine sehr geringe. Aber bei einer so gewaltsamen plötzlichen Trennung vom Körper wie bei einem Selbstmörder, wo noch alles gesund ist und noch fest zusammenhält, da tritt unmittelbar nach dem Tode eine starke Entbehrung des physischen Körpers aus, die furchtbare Leiden verursacht. Es ist ein furchtbares Schicksal. Der Selbstmörder fühlt sich wie ausgehöhlt und beginnt nun ein grausiges Suchen nach dem so plötzlich entzogenen physischen Körper. Nichts läßt sich damit vergleichen."

(R. Steiner, GA 95, Vor dem Tore der Theosophie, S. 32.)

„Wenn der Mensch Selbstmord begeht, hat er sein Ich mit dem physischen Körper identifiziert. Daher entsteht nachher um so heftiger die Gier nach dem physischen Körper. Er kommt sich dann vor wie ein ausgehöhlter Baum, wie einer, der sein Ich verloren hat. Er hat dann einen fortwährenden Durst nach sich selbst."

(R. Steiner, GA 93a, Grundelemente der Esoterik, S. 95/96.)

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenIncubus schreibt am 08.06.2009 um 18:25 Uhr:"Aber bei einer so gewaltsamen plötzlichen Trennung vom Körper wie bei einem Selbstmörder, wo noch alles gesund ist und noch fest zusammenhält"

    Ich würde den Steiner gerne mal fragen ob das hier über Selbstmord gesagte auch für den Fall des "normalen" Mordes gilt. Denn auch dort findet eine gewaltsame plötzliche Trennung statt. Ähnliches gilt bei einem Unfalltod, wenn ich von einem Auto überfahren werde bin ich vorher meistens auch noch gesund und alles hält fest zusammen.

    Eine andere Frage wäre: Dürften sich dann schwer Kranke umbringen?

    Esoterik ist mir eindeutig zu philosophisch
  2. zitierenSeren_a schreibt am 08.06.2009 um 19:00 Uhr:Wow, da hagelt es ja Urteile mit erhobenem Zeigefinger und wird auf Teufel komm raus Angst gemacht. Wo ist da Liebe und Verstehen, MItgefühl? Ich dachte, das hätte er. Aber ich habe nie wirklich was von ihm gelesen... und jetzt weiß ich, dass ich mir das sparen werde.
    Danke dafür.
  3. zitierenarinna schreibt am 08.06.2009 um 19:16 Uhr:man muss immer beachten, dass es sehr schwer ist, für spirituelle erlebnisse passende erdenworte zu finden.
    ich erlebe das als beschreibung einer geistigen schau und der daraus resultierenden betroffenheit.
    ich denke, diese not gilt für jeden gewaltsamen tod.
  4. zitierensternenschein schreibt am 20.06.2009 um 07:41 Uhr:Von einer Selbstmörderin, die ihren Selbstmord überlebte, weiss ich aus einem Gespräch, dass sie keine Rückschau erlebte, sondern durch das weisse Licht ging in einen wunderschönen Park voller Musik und Wärme, in dem sie Angehörige traf bevor sie in ihrem Körper zurückmusste, da ihre Zeit noch nicht gekommen war. Dieses zurückkommen in den Körper tat ihr etwas weh, sie wollte es auch nicht, wäre gerne dort geblieben. Aber letztendlich fand sie es dann doch gut, wie es war und gekommen ist.
    Aus eigener Erfahrung (ohne Selbstmord) weiss ich, der Geist (die Seele) trennt sich vom Körper, gerade als ob er nicht mehr zu einam gehört. Eine Rückschau findet wohl nicht unbedingt und immer statt. Wovon diese ahängig ist, da ja viele "zurückgekehrte" davon berichten, weiss ich auch nicht.
    Liebe Grüsse
  5. zitierenSeren_a schreibt am 20.06.2009 um 11:01 Uhr:Es kann gut sein, dass diese Rückschau, wenn man doch wieder in den Körper zurückkehrt, einfach vergessen wird, wie ein Traum, wenn man erwacht... Gut, dass Du so etwas berichtest, sternenschein, über jemanden, der sich also selber töten wollte. Ich habe es bisher nur von Leuten gehört, die einen Unfall hatten und nahe am Sterben waren. Offensichtlich hat sie dasselbe erlebt wie viele der anderen.
  6. zitierensternenschein schreibt am 27.06.2009 um 05:27 Uhr:Eine andere hier auf Blogigo berichtete von einer OP in der die Narkose bei ihr nicht genügend stark war, so dass sie alles mitbekam. ohne sich jedoch bewegen zu können. Schliesslich rutschte ihr die Zunge zurück, so dass sie klinisch tot war, wie der Arzt später sagte.
    es kam ihr alles so friedlich und warm vor. Sie kam an ein in Nebel gehülltes Tor, hinter dem eine wunderschöne Landschaft, viel Licht war. Sie wollte das Tor öffnen um dort hineinzukommen. Aber der feste Nebel/Dunst hinderte sie daran. Dann kam ihr vor einem Jahr bei einem Autounfall verunglückter Cousin, begrüsste sie herzlich und sagte sie müsse zurück, ihre Zeit sei noch nicht gekommen.
    Die Ärzte holten sie ins Leben zurück.
    Von diesem Erlebnis erzählte sie niemanden, wie viele es ja auch nicht tun, da sie Angst hatte dann in eine Psychatrie eingewiesen zu werden oder als "verrückt" zu gelten.
    Liebe Grüsse
    sternenschein

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