durst nach sich selbst
Musik: stille
„Zu den verschiedenen Gefühlen, die dem Menschen im Leben anhaften, gehört besonders das eigentliche Daseinsgefühl, das Lebensgefühl, die Freude am Leben überhaupt, am Drinnenstecken im physischen Körper. Darum ist es eine Hauptentbehrung, keinen physischen Körper mehr zu haben. Wir werden nun dadurch das furchtbare Schicksal und die entsetzlichen Qualen jener Unglücklichen verstehen, welche durch Selbstmord aus dem Leben scheiden. Beim natürlichen Tod ist die Trennung der drei Körper verhältnismäßig eine leichte. Selbst bei Schlagfluß oder sonst einer schnellen natürlichen Todesart ist in Wirklichkeit schon längst die Trennung dieser höheren Glieder voneinander vorbereitet worden; sie trennen sich leicht, und die Entbehrung des physischen Leibes ist dann nur eine sehr geringe. Aber bei einer so gewaltsamen plötzlichen Trennung vom Körper wie bei einem Selbstmörder, wo noch alles gesund ist und noch fest zusammenhält, da tritt unmittelbar nach dem Tode eine starke Entbehrung des physischen Körpers aus, die furchtbare Leiden verursacht. Es ist ein furchtbares Schicksal. Der Selbstmörder fühlt sich wie ausgehöhlt und beginnt nun ein grausiges Suchen nach dem so plötzlich entzogenen physischen Körper. Nichts läßt sich damit vergleichen."
(R. Steiner, GA 95, Vor dem Tore der Theosophie, S.
32.)
„Wenn der Mensch Selbstmord begeht, hat er sein Ich mit dem physischen
Körper identifiziert. Daher entsteht nachher um so heftiger die
Gier nach
dem physischen Körper. Er kommt sich dann vor wie ein
ausgehöhlter Baum, wie
einer, der sein Ich verloren hat. Er hat dann einen fortwährenden
Durst nach
sich selbst."
(R. Steiner, GA 93a, Grundelemente der Esoterik, S. 95/96.)

Ich würde den Steiner gerne mal fragen ob das hier über Selbstmord gesagte auch für den Fall des "normalen" Mordes gilt. Denn auch dort findet eine gewaltsame plötzliche Trennung statt. Ähnliches gilt bei einem Unfalltod, wenn ich von einem Auto überfahren werde bin ich vorher meistens auch noch gesund und alles hält fest zusammen.
Eine andere Frage wäre: Dürften sich dann schwer Kranke umbringen?
Esoterik ist mir eindeutig zu philosophisch
Danke dafür.
ich erlebe das als beschreibung einer geistigen schau und der daraus resultierenden betroffenheit.
ich denke, diese not gilt für jeden gewaltsamen tod.
Aus eigener Erfahrung (ohne Selbstmord) weiss ich, der Geist (die Seele) trennt sich vom Körper, gerade als ob er nicht mehr zu einam gehört. Eine Rückschau findet wohl nicht unbedingt und immer statt. Wovon diese ahängig ist, da ja viele "zurückgekehrte" davon berichten, weiss ich auch nicht.
Liebe Grüsse
es kam ihr alles so friedlich und warm vor. Sie kam an ein in Nebel gehülltes Tor, hinter dem eine wunderschöne Landschaft, viel Licht war. Sie wollte das Tor öffnen um dort hineinzukommen. Aber der feste Nebel/Dunst hinderte sie daran. Dann kam ihr vor einem Jahr bei einem Autounfall verunglückter Cousin, begrüsste sie herzlich und sagte sie müsse zurück, ihre Zeit sei noch nicht gekommen.
Die Ärzte holten sie ins Leben zurück.
Von diesem Erlebnis erzählte sie niemanden, wie viele es ja auch nicht tun, da sie Angst hatte dann in eine Psychatrie eingewiesen zu werden oder als "verrückt" zu gelten.
Liebe Grüsse
sternenschein