arinnas mikrokosmos

10.08.2009 um 06:32 Uhr

für wen denn dann.

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus fünf
Musik: totenstille

ich kann nicht richtig leben. ich bin gar nicht da. habe mich nicht im griff. mir fehlen sogar mehr oder weniger die worte, es angemessen zu beschreiben. sinnlos, kraftlos. ohne wunsch zum handeln. ich verstehe das nicht, denn ich bin ja ein mensch mit möglichkeiten. es ist so jämmerlich, ein mensch mit möglichkeiten zu sein, ohne jedoch nur eine einzige davon umsetzen zu können. ich vegetiere vor mich hin. kann nicht schlafen, nicht arbeiten. nicht wachsein. nicht darüber sprechen, keine hilfe holen. ich habe keine freunde und nichts macht mehr sinn. alle schönen dinge, meine blumen, meine katze, der sommer, sind weit entfernt von mir. nichts dringt zu mir durch außer diese todesmüdigkeit. was ist das denn nur. und warum kann ich mir nicht helfen. warum gibt es keinen weg. es wechselt einfach nur ab zwischen wahnsinnsschmerz und gleichgültigkeit. ich trau mir gar nicht mehr über den weg. alle fähigkeiten schlafen ein. ich will gar nicht mehr kämpfen. wozu denn. es sind alles nur sehr, sehr anstrengende tropfen auf einen heißen stein. und wenn ich mich selbst nicht ergreifen, nicht in den griff kriegen kann: für wen denn dann. nur abscheu in mir. und ich hatte so auf den sommer gehofft. ich will nicht mehr, ich will nicht mehr.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierengrenzgaenger schreibt am 10.08.2009 um 06:43 Uhr:MINUS FÜNF????? scheiße. arinna, kann ich irgendetwas für dich tun? wenn ja, dann sag mir bitte bescheid, ok?
  2. zitierensternenschein schreibt am 10.08.2009 um 06:44 Uhr:Liebe Arinna,
    ja, im kalten Frühjahr wartetest du auf die Wärme, auf den Sommer, auf das Licht.
    Es ist jetzt alles da und dir fällt es schwer, dieses alles wahrzunehmen, zu dir durchzulassen.
    Minus 5 ist wirklich sehr wenig..*drück dich einfach mal*
    Wie da wieder herauskommen, aus diesem fast nichts.
    Ich hoffe du schaffst es, und das möglichst bald um wieder wahrzunehmen, zu sehen und auch zu fühlen.
    Alles Liebe für dich, arinna.
  3. zitierenarinna schreibt am 10.08.2009 um 20:47 Uhr:das ist es eben. keiner kann etwas tun, außer ich selbst. nur, ich weiß nicht, was. es fühlt sich nicht gut an. nichts fühlt sich mehr gut an. ist, als wäre alle hoffnung gestorben. noch bis vor kurzem habe ich in die welt geschaut, und mich gefreut, wenn dort etwas gut war. hatte die hoffnung, dass ich es auch schaffen kann. wusste: wenn der oder die das kann, dann ist es nicht unmöglich. wenn ich jetzt etwas schönes sehe, erleb ich mich nur noch als ausgeschlossen. ich möchte nichts mehr tun. nichts mehr erklären, nichts mehr entschuldigen, nichts mehr verbergen. ich kann nicht mehr außen singen und innen weinen. ich fühl mich so allein, so unfähig, so- mir fällt nichts mehr ein. mir ist schlecht vor ekel vor mir selbst. hab auch kein selbstmitleid mehr. und ich habe mich selbst enttarnt: ich halte mich immer über wasser, indem ich sage: wenn erst mal sommer ist, dann geht es mir besser. wenn ich umziehen könnte, dann würde es mir besser gehen. wenn ich nur dünner, schöner, stärker, gesünder wäre. dann. dann wäre alles gut. tatsache ist: nichts ändert sich und ich sitze immer noch in jeder hinsicht in einem ekelhaften dreckloch mit ohne hoffnung. ich weiß nicht, was nun dran ist, hab keinen notfallplan. durchhalten? wozu. als ob es im winter besser wird... (ich ertapp mich nämlich schon bei dem anflug des gedankens: wenn bloß erst weihnachten wäre oder wenigstens herbst, dann könnte man mehr anziehen, eine dickere schicht um den körper wickeln.)
    nein. jetzt ist schluss. wie kommuniziert man so einen zustand. ich hab keinen schimmer, was zu tun ist.
    arinna
  4. zitierenRonjaa schreibt am 06.09.2009 um 11:30 Uhr:Liebe Arinna!
    Du hast wohl recht, dass du dir nur selbst helfen kannst und zugleich sehe ich aber deine mut- und ratlosigkeit ... dass du einfach überhaupt keinen Ausweg mehr siehst aus deinem Loch, keine Kraft mehr hast.
    In solchen Momenten Menschen Ratschläge oder sonstwas zu geben kann oft ziemlich schiefgehen, da jedem Menschen etwas anderes hilft und ich nun natürlich nicht genau weiß was du in diesem Moment brauchst.
    Dennoch mach ich einen Versuch - siehs nur als eine Idee an, welche du entweder ausprobieren oder seinlassen kannst.
    Mein Vorschlag an dich ist: Geh in eine Buchhandlung, kauf dir das Buch "Gespräche mit Gott Band 1" von Neal Donald Walsch, fahr wieder nach Hause und beginn zu lesen. Falls du nicht an Gott glaubst, so lass dich nicht abschrecken, denn auch wenn der Titel anders klingt, so gehts darin doch nur minimalst um den Glauben an Gott, sondern größtenteils um den Glauben an dich selbst. Falls du das Buch schon gelesen hast und es magst, so nimm es dir wieder mal zur Hand und beginn aufs Neue zu lesen.
    Das ist mein Vorschlag an dich.
    Ich hoffe dir geht es bald besser!
    Alles, alles Liebe ... Ronjaa

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