arinnas mikrokosmos

12.01.2009 um 20:24 Uhr

schnee, der liegenbleibt

von: arinna   Kategorie: mikro

Stimmung: minus drei
Musik: stille

verloren in der zeit. das neue jahr hat begonnen- aber nicht für mich. die vögel kommen, stürzen hinab, und wissen es auch nicht. nur sie haben nicht alle hoffnung in das neue jahr gesetzt- haben nicht versucht, das alte abzuschütteln, die not, die verzweiflung. wie nur kann es weitergehen. entscheidungen, die nicht getroffen wurden, der schnee, der liegenbleibt. das knirschen der schuhe, die weißen ränder, die sich nicht entfernen lassen. die verschwundenen freunde, die alleingelassenen kinder. die ungeborenen. das schlimmer-schlimme, die schussfahrt ins tal.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenShadowfax schreibt am 12.01.2009 um 20:31 Uhr:manchmal wünscht man sich ein tier zu sein ... frei von all den sorgen und pflichten ... frei und leben in den tag hinein, einfacher kampf, es geht nur um diesen tag... wie schön wäre ein tag wenn es nur diesen einen geben würde

    weglaufen funktioniert nicht .. egal wo ... man ist immer man selbst und dem muss man sich stellen ... mit allem was dazu gehört ... falsche und richtige oder auch nichtgefällte entscheidungen ...
  2. zitierenarinna schreibt am 12.01.2009 um 22:32 Uhr:
    Shadowfax:man ist immer man selbst und dem muss man sich stellen ... mit allem was dazu gehört ... falsche und richtige oder auch nichtgefällte entscheidungen ...


    ich weiß. aber ich kann das nicht. ich laufe weiter weg so schnell ich kann.
  3. zitierenSeren_a schreibt am 12.01.2009 um 22:42 Uhr:Ich glaub ich kann es auch nicht grade gut, das sich stellen... Dingen, die mir widernatürlich sind zum Beispiel. Muss ich das wirklich, frage ich mich da mittlerweile. Gerade jetzt habe ich persönlich zwei Dinge gleichzeitig getan: bin weggelaufen vom einen und habe mich gleichzeitig dem anderen gestellt... Das ging gar nicht anders.
    Ein Tier sein... Osho sagt, wir sollten mehr das Tiersein in uns fühlen und zulassen... das, was es bedeutet: präsent sein, nicht an morgen denken.
    Danke für Eure Gedanken... bin gerade einigermaßen aufgewühlt...
  4. zitierenarinna schreibt am 12.01.2009 um 22:46 Uhr:ja, ich auch... viele menschen scheinen sehr aufgewühlt im moment. ich wage es nicht, ich selbst zu sein, und mache mir damit das leben schwer. aber ich weiß auch nicht, wie das geht, weiß vor lauter weglaufen gar nicht mehr, wie ich bin- sein will.
  5. zitierenSeren_a schreibt am 12.01.2009 um 22:50 Uhr:Das verstehe ich nur zu gut. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht... Wenn ich mir die Leute so vorstelle, die so fest ihre Rollen spielen und an das Bild glauben, das sie von sich selbst und der Welt gemacht haben... sind mir diejenigen lieber, die gerade nicht wissen, wer oder wie oder was sie sind und Fragen stellen und zulassen. Was wir wirklich sind, hat nichts mit Kampf zu tun, das weiß ich, das hab ich schon erlebt... Aber manchmal übermannt mich trotzdem noch die Angst, und dann hab ichs wieder verloren... das ging mir gerade heute so. So ein elendes Scheißgefühl ist das. Dann nützt alles Wissen nichts. Es ist einfach so...
  6. zitierenarinna schreibt am 12.01.2009 um 22:57 Uhr:ja, fragen über fragen. gefühle über gefühle, die sich so schnell ändern, dass ich nicht weiß, welchem ich folgen soll. ich versuche, mir eine persönlichkeit zu bauen, aber dann kommt immer der zweifel, und sie wird einfach nicht rund, flieht, sobald sie etwas in die welt gesetzt hat und kann sich nicht an beschlossene strukturen erinnern.
    ja, angst. angst und scham. und das gefühl, zu lügen- wenn ich mir nicht sicher bin.
  7. zitierenShadowfax schreibt am 12.01.2009 um 23:09 Uhr:das verstehe ich nur zu gut liebe arinna, und das ich es so gut weiß liegt daran das auch ich ständig mit mir kämpfe, wegrennen oder stellen ... aufschieben oder erledigen, entscheiden oder lassen ... doch irgendwie ist das nichtentscheiden auch eine entscheidung, wenn auch passiver form ...

    serena hat es sehr gut beschrieben, man kann sich selber treu sein, doch täglich ändern sich meine einstellungen, prinzipien werden über den haufen geworfen, neue erkenntnisse kommen dazu, dann gefühle wie angst, unsichereit, müdigkeit, kraftlosigkeit, mutlosigkeit ... der kampf gegen die gesellschaft, die auch noch krampfhaft versucht ein bild von dir zu haben, ob es dir nun passt oder nicht ... manchmal da ist es soviel das ich kaum weiß ob ich den tag heil überstehe ... aber was am wichtigsten ist, das man sich selbst akzeptiert, mit allem was dazu gehört, das ist ein langer weg und wird einem auch durch gesellschaft und vorwürfen schwergemacht ...

    ein ähnliches thema "stabilität" hatte serena und ich in ihrem blog
    http://www.blogigo.de/SerenasGedanken/Nichts-in-vielen-Worten/1197/
  8. zitierenSeren_a schreibt am 12.01.2009 um 23:10 Uhr::-) Du sagst es... Angst, Scham, Schuld... Das kommt alles gemeinsam daher und ist alles dasselbe. Ich wünsche Dir und mir, dass wir aufhören, was bauen zu wollen, was wir nicht sind... Ich habe in mir einen Ort gefunden, wo ich genau weiß wer ich bin. Man kann es nicht wirklich verlieren, wie ich gesagt habe... aber man kann sich von der Welt und der Angst übermannen lassen, das ist mir auch wieder passiert... Du bist nicht allein damit. Ich halte es für normal, wenn man nicht mehr bereit ist, für die anderen irgendeine Persönlichkeit anzunehmen... nur damit die wissen, mit wem sie es zu tun haben... Sei froh, dass Du fühlst... Angst ist Denken, nicht Fühlen...Herzensgrüße an Dich...
  9. zitierenShadowfax schreibt am 12.01.2009 um 23:12 Uhr:die gesellschaft, die menschen um einen herum haben einen so mächtigen einfluss auf das eigene ich das es ein verdammt harter kampf ist sein sich zu finden UND zu akzeptieren ...

    auch ich bin zur zeit ziemlich aufgewühlt ... finde aber das ventil noch nicht
  10. zitierenSeren_a schreibt am 12.01.2009 um 23:13 Uhr:Ah, liebe Shadow, wir haben gleichzeitig geschrieben, und Du sprichst mir da auch aus dem Herzen... In meinem Blogeintrag geht es auch darum, das stimmt... denn gerade hat mich was Größeres überrollt. Ich weiß, ich bin unverletzlich und dass in mir so ein ganz ganz sicherer Ort ist, in Gott... dennoch, die Gedanken der Welt sind stark und ich hab sie leider noch nicht überwunden... *lächeltundweint*
  11. zitierenarinna schreibt am 12.01.2009 um 23:17 Uhr:ich schließe mich an und danke euch, und schicke herzensgrüße zurück.
    das suchen, das finden und wieder verlieren, oder das finden und schon sekunden später unsicher werden. ich traue mir nicht. ich kann das nicht akzeptieren. ich möchte auch unverletzlich sein! und doch kann jedes kleine wort mich umhauen, in jeder hinsicht. und das, was ich manchmal so finde, erstaunt mich, erschreckt mich.
  12. zitierenShadowfax schreibt am 12.01.2009 um 23:20 Uhr:ohja, das kenne ich nur zugut ... da fühle ich mich stark und sicher ... weiß wer ich bin, was ich will und was ich nicht will und treffe einen menschen der in kurzer zeit alles mit wenigen worten umhaut ... alles gerät aus den fugen und ich kann die welt nichtmehr verstehen ... später kann ich mich nicht mehr verstehen, wie konnte ich so handeln, wo ich so nicht mehr sein wollte ...

    ja serena, mit deinem eintrag hast du mir irgendwie aus der seele geschrieben, wie auch arinna hiermit heute ....
  13. zitierenSeren_a schreibt am 12.01.2009 um 23:22 Uhr:Wenn Du sagst, Du traust Dir nicht, dann glaube ich fast sicher zu wissen, dass Du damit sagst, Du traust der Welt nicht. Du bist unverletzlich, DU. NIcht die Persönlichkeiten, die Du sein kannst oder willst oder sollst. Das ist sicher. Das weiß ich. Und ich weiß, dass das, was schwankt, nur dieses "Welten-Ich" ist. "Nur" ist gut... es hat uns recht fest im Griff. Andere Leute spüren das gar nicht... darüber habe ich mich oft gewundert. Sie scheinen glänzend zurechtzukommen. Und doch: ich würde nicht tauschen wollen... Sie kommen mir vor wie unter Drogen (und ich ihnen wahrscheinlich auch, haha)... Nein wirklich: Sie hetzen Werten hinterher, die vergänglich sind und in denen ich nichts Wertvolles finden kann. Ich bin so. Auch wenn es jetzt gerade nicht einfach ist, will ich kein anderer sein. Auch wenn es noch viele Male bedeutet, wegzulaufen, zu leiden, Schmerzen zu haben... Ich hab gesehen was ich gesehen habe, wenn auch nur in kurzen Momenten, und ich weiß, dass diese Welt vergeht, aber DAS nicht.
  14. zitierenarinna schreibt am 12.01.2009 um 23:27 Uhr:ich dachte, ich könnte lieben, liebevoll sein. und das kann ich irgendwie auch- aber was löst das aus. es ist- wie in abgründe schauen, die menschen sind so zerbrechliche wesen, auf eine weise.
  15. zitierenarinna schreibt am 12.01.2009 um 23:29 Uhr:und ja, ich traue der welt nicht, ich traue dem system nicht.
  16. zitierenSeren_a schreibt am 13.01.2009 um 00:10 Uhr:Und ich dachte, ich könnte nicht lieben... ich wollte es auch gar nicht, zuerst. Ich liebte nur die Tiere und die Natur und empfand die Menschen als hart und unbarmherzig. Inzwischen weiß ich, dass sie, wie Du es sagst, zerbrechlich sind... auch wenn sie noch so hart tun. Und ich weiß, dass ich liebe... sie alle und endlich auch mich. Ich hab auch in diese Abgründe geschaut, in meine und ihre... es sind ja immer dieselben...
    Der Welt kann man auch nicht trauen...
  17. zitierenShadowfax schreibt am 13.01.2009 um 00:19 Uhr:doch müssen wir in diesem system überleben
  18. zitierenSeren_a schreibt am 13.01.2009 um 00:26 Uhr:Das System, wie diese ganze Welt, ist endlich... wir aber nicht. Wir überleben auf jeden Fall, egal wie ob und wie wir das hier hinter uns bringen. Und täglich grüßt das Murmeltier...
  19. zitierenarinna schreibt am 13.01.2009 um 00:35 Uhr:ich weiß. und das ist der einzige grund, warum ich durchhalte- aushalte, dass jonathan vielleicht sterben wird, der einzige grund, warum ich leben will, lernen will. denn es nimmt kein ende. sterben und geboren werden, ein ewiger kreis. jedes leben birgt den tod in sich. alles hat einen sinn.
  20. zitierenSeren_a schreibt am 13.01.2009 um 00:47 Uhr:Ja, es hat alles einen Sinn, das glaube ich auch. Und wenn es nur ist, uns selber zu zeigen, wie machtvoll wir alle möglichen Zustände erschaffen können... wir können sie auch wieder gehen lassen.
    Gute Nacht, liebe Arinna... ich versuch zu schlafen, was mir in letzter Zeit nicht so gut gelingt, hoffentlich heute nacht...
  21. zitierenarinna schreibt am 13.01.2009 um 00:53 Uhr:ich gehe auch jetzt ins bett. warum kannst du nicht schlafen? sind es die gedanken? lavendel hilft. komm zur ruhe. ich wünsche dir eine gute nacht. euch allen, und vielen dank für eure beiträge. mir geht es jetzt ein wenig besser als zum zeitpunkt des bloggens.
  22. zitierensternenschein schreibt am 13.01.2009 um 01:56 Uhr:Es mag beunrhigend sein\"ausser sich\" zu sein. Nicht zu wissen wohin man gehört, nicht wirklich zu wissen wer man ist, auf der Suche nach sich selbst.
    Doch Serena sagt etwas sehr treffendes, wir sind geschützt, nicht verwundbar, wir werden getragen und beschützt, uns kann nicht wirklich etwas geschehen, egal was uns geschieht. Ebenso wie wir ein ganz kleines Tier vielleicht schützend in unseren Händen halten um es an einem ungefährlichen Ort wieder abzusetzen, ebenso befinden wir uns in schützenden Händen. Nur oftmals vergessen wir es. Die Verletzungen sind nur äusserlich, unser Kern ist unverletzlich und heil.
    Uns selbst zu finden ist nicht immer eine leichte Aufgabe, denn viele Dinge die wir in uns finden wollen wir garnicht sehen, von uns abtrennen und doch gehören sie zu uns dazu. Wir müssen auch sie annehmen um mit ihnen leben und umgehen zu können. Um ein ganzes werden zu können.
    Um zu der inneren Harmonie und zu uns selbst zu finden.
    Weshalb solltest du dich schämen, weshalb sollte es gelogen sein, diese Facetten des Seins gehören auch zu dir, das bist du auch. Es ist nicht dein ganzes Sein, aber ein kleiner Teilaspekt, er gehört aber wie der ganze übrige Rest mit dazu. Nur was man sehen kann, kann man ändern oder den Platz zuweisen, der ihm gebührt.
    Liebe Grüsse und alles Gute
  23. zitierenSeren_a schreibt am 13.01.2009 um 13:25 Uhr:Ja, vielleicht sollte ich mal so was wie Lavendel probieren... Der Doc hat mir halt Schlafmittel verschrieben, will ich aber nicht.
    Nein, es ist nicht mal, dass ich besonders viel denke... ich weiß nicht warum. Diese Nacht aber hab ich doch gut geschlafen... Schön zu lesen, dass es Dir heute besser geht und Du Dich freier fühlst... :-)

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