sturm und stille
Stimmung: minus drei
Musik: tori amos - butterflies
und alles in mir ist sturm und wildheit, ist auch stillstand und gelähmtsein. nanu, solche aufruhr. ist es denn wegen jonathan, bin ich so offen, so verdammt ungeschützt gegenüber diesen gefühlen, die kommen, wenn ich ihn sehe in dem großen weißen bett, ihn nicht aufhalten kann. die träume, die mir den schlaf vorenthalten. die verantwortung. die ich nicht übernehmen kann. die angst. die ich nicht mehr handhaben kann. was soll ich nur tun. wo soll ich hin, wo soll ich sein. frühling, bitte komm. ich kann es nicht mehr ertragen, meine pflanzen nicht wachsen zu sehen, nicht den geruch von erde in mich aufnehmen zu können- bitte, ein zeichen, dass nicht alles vorbei ist. ich sehe den buchfinken verwesen und kann es nicht ertragen, dass er nicht die sonnenblumenkerne pickt, die doch für ihn bereitliegen. dass er nicht mehr singt, kenne ich doch seine stimme. wo ist er. was ist tod. wo ist seine seele, wo ist meine. mein weltbild wankt. ich will das nicht. es weint lautlos in mich hinein.

der Frühling wird kommen, bald wird er da sein. Mit seinen wämenden Sonnenstraheln die ersten Pfanzen aus der Erde locken die ersten Schneeglöckchen werden sich zeigen, die Krokusse undulpen werden spriessen. Das Gras wird wieder grün sein und der Löwenzahn gelb auf der Wiese stehen.
Die Vögel werden morgens ihre Lieder anstimmen, in denen sie vom vergangenen Winter und dem kommenden Sommer singen. Der Kukuck wird wieder laut seinen Ruf erschallen lassen.
Der Buchfink wird nicht mehr dabei sein. Er hat sein Leben gelebt, so wie wir das unsere leben und ist jetzt in seinem, einem anderen Reich. Es hat ihm sicherlich hier gefallen und es wird ihm dort auch gefallen.
Und er nahm vom Sommer noch einen Hauch des Duftes der Sommererde nach einem Regenguss mit hinüber. Selbst wenn es nur dieses wäre, hätte sich das Leben gelohnt, doch es ist so vieles mehr, so unendlich mehr, was wir sehen, spüren, riechen und erleben und noch erleben werden. Erleben dürfen.
Arinna, der Frühling wartet schon auf dich, er wird kommen und dich begrüssen und du wirst wieder den Duft von Erde riechen, deine Pflanzen wachsen sehen.
Gestern schien er sich mir schon ein Stück weit zu zeigen, kleine grüne Triebe und Blättchen legte das Tauwetter frei und ein Zug Wildschwäne flog laut schreiend über mich hinweg, während das Huhn im Laub scharrte und den Katzen etwas von ihrem Futter stahl.
Ich weiss, diese kalte Zeit ist nicht immer ganz einfach, aber der Frühling wird uns dafür um so mehr entschädigen.
Alles Liebe für dich.
sternenschein