bar jeder vernunft

06.01.2010 um 09:27 Uhr

ich hätte da mal eine frage an alteingesessene

eigentlich ja mehrere fragen. ich brauche hilfe, bitte.

1) wo/wie/woran sehe ich, ob meine favorisierten blogs neues gebloggt haben? 

2) wo/ wie/woran sehe ich etwaige antworten auf meine bei anderen hinterlassenen kommentare?

3) kann man auch bei der liste der zuletzt aktiven blogs selektieren und zum beispiel nur deutschsprachige blog-aktualisierungen in der liste sehen?

06.01.2010 um 08:27 Uhr

acht beine und keine zum davonlaufen

warum es manchmal so präsent ist, obwohl weniger direktes auf einen wirkt, weiß ich nicht. aber die frage nach dem warum ist schon in dem moment überflüssig, wo man sie sich stellt. denn es ist ja so. das alleine reicht. und das alleine ist schon mal unangenehm.

ebenso plötzlich, wie es einen überkommen kann, kann es dann auch vorüber sein. das kreisende denken. das denken im kreis. das ausweglose einkreisen hunderttausendmal gedachter gedanken in allen erscheinungsformen. den schlechten, den ganz schlechten und den katastrophalen. das worst case scenario ist die königsdisziplin und gerade die beherrsche ich aus dem effeff. nachdem ich gestern so tief hineingetaucht bin und mich selber kopfüber immer wieder noch einwenig tiefer hineinstukte, habe ich  am ende festgestellt: hey, ich lebe noch. ich bin die überlebende.

das ist doch etwas. schon das ist immerhin etwas. kein zermürbtes erwachen, sondern ein ruhigeres. ich freue mich darüber wie eine spinnenphobikerin nach erfolgreicher konfrontationstherapie mit einem behaarten achtbeiner. womöglich war es nötig. und zwar genau so, wie es war. intensiv, nervenaufreibend und unausweichlich. auf einmal ist es heute nicht mehr so groß, nicht mehr so übermächtig, wie es gestern noch erschien.

erleichterung, eine sonderbar angenehme form der erleichterung macht sich breit. gepaart mit der ahnung, es wird nicht das letzte mal gewesen sein, aber es war überraschenderweise ein erfolgreiches mal der konfrontation mit sehr unangenehmer materie.

ich hoffe nur, dass herr b. es ebenso wegsteckt wie ich. schließlich habe ich ihn unüberlegt mit hineingezogen. ihn zum weggefährten im intensivschlammbad gemacht. und es über ihm ausgeschüttet. das ganze schleimige, trübe wasser mit dem kinde. er schien sich gut zu schlagen. tapfer und auch fair. und ich hoffe, dass auch ihm beim erwachen kein bitterer geschmack nach haarigen spinnenbeinen auf der zunge zurückgeblieben sein wird.

03.01.2010 um 19:26 Uhr

tragische helden kochen nie selber

manchmal möchte ich nur wissen, ob er sich auch nur ein einziges wort glaubt. ob er sich sie selber glaubt oder es sich wenigsten im stillen und alleine eingesteht, wenn er die wahrheit so himmelschreiend selbstgerecht verdreht hat, dass sie ihn in seiner lieblingsrolle auftreten lassen muss: die des tragischen helden. warum liebt er sich nur so sehr in dieser paraderolle des ohnmächtig und vor allem unverschuldet leidenden?

ich vermute, weil das volk grundsätzlich erstmal einen täter sucht, wenn es ein opfer sieht. da er ja deutlich in aller öffentlichkeit zweiteres rauskehrt, kann er nicht ersteres sein. wer sieht auch nur einen funken täter im so offensichtlich niedergeschlagenen melancholiker, der mit hängendem köpfchen schwarze vöglein knipst, während sein iPod traurige hinterhofpoesie der independentszene in seinen gehörgang träufelt. und genau die portion mitleid der blinden hühner, denen er diese körner hinstreut, braucht er, um noch weiter in seinem selbstmitleid zu baden.

die misere ist aber selbstgekocht. die hat er selbst gekocht. nur sind feigheit, wankelmut, vertrauensmissbrauch, beschuldigungen, drohungen, die verweigerung selbstverantwortung für geschehenes zu übernehmen, die volle schuld aber stets in anderen zuzuschanzen einfach ganz miese köche. und diese immer wieder rasende ungeduld gepaart mit rachsüchtigem jähzorn das herdfeuer, auf dem alles verbrennen muss.

vielleicht hätte er mal rechtzeitig auf seine gattin hören und sich hilfe holen sollen. oder vielleicht hätte ICH lieber auf seine gattin hören und mich eher fragen sollen, ob sie nicht schlichtweg recht hat, wenn sie, die es doch besser wissen musste als ich, sagte, er sei auf beängstigende weise nicht mehr er selber.

jetzt ist es wohl zu spät. für beide varianten. soweit ich weiß, spricht sie auch mit keinem von uns beiden ein wort. recht hat sie, täte ich auch nicht an ihrer stelle. an meiner allerdings auch nicht.

und wir wissen ja alle, wie unrühmlich oft ich versagt habe, mich daran zu halten.

03.01.2010 um 11:40 Uhr

königin des müllbergs

wie lange dauert es. wie lange denn nur,  bis es endlich vorbei ist. und wann ist vorbei tatsächlich vorbei. ausgerufen wurde es doch schon so oft. gefühlt habe ich es doch schon so oft.

und immer wieder habe ich nachgegeben. den umständen, der hauptrolle im verworrensten drama, das sich kein drehbuchschmierfink einer telenovela hätte so ausdenken können und mir. mir auch und meinem unbelehrbaren anspruch an die möglichkeit, dass alles zu regeln sei. alles aufzuarbeiten sei. man sich saubere hände und ein stück sauberen herzens reichen könne, um in frieden beim etwaigen blick in den rückspiegel nicht sauer aufstoßen zu müssen. ich habe an die koexistenz geglaubt, an vergebung und entbitterung der giftgalle, die stetig in fast zyklischen abständen auf mir ergossen ward. an klärung und verstehen des unverstehbaren. an guten willen und an heilung.

bekommen habe ich einen wundkrater, der einer müllhalde ungetrennten abfalls gleicht. alles durcheinander geschmissen, alles miteinander gegoren und reagiert zu einem stinkig-klebrigen brei unkontrollierbarer moleküle. einer maroden masse undefinierbaren aggregatzustands, deren ungekröntes haupt ich zu sein habe, ob ich will oder nicht.

ich bin die königin des verwüsteten müllbergs. mit bloßer hand sammele ich scherben,schneide mir in die handflächen und verbinde sie notdürftig. unaufhörlich wühle ich im abfall, den ich schon vor sehr langer zeit erfolglos versucht habe, zu vermeiden. es wurde stets nachgelegt. stets neues altmaterial angezündet und hinein geworfen. stets frisch aufgekocht, was längst verdorben war. es durfte nicht ruhen. es durfte sich nie zersetzen. und ich mich nie setzen.

sieh hin, ich bin es. diejenige, die ihr geschick ohne herz und güte verwaltete, um das geschick der bombenleger zu mildern.

ich bin die königin des müllbergs und habe zu danken für den dreck.

03.01.2010 um 11:17 Uhr

einräumen

ich habe viel darüber nachgedacht und tue es noch, ob ich es getan hätte, wenn ich gewusst hätte, was geschehen wird.

die unvernunft in mir hat eigentlich so gut wie immer gesiegt, wenn ich mit mir in der vergangenheit ins gericht gegangen bin und feststellen musste, dass ich im rückblick zu meinem erstaunen im grunde nicht bereue, selbst wenn ich per kopfschuss erlegt worden bin und vieles entschieden leichter gewesen wäre, hätte ich x nicht getan und y sein lassen. nahezu immer überwog der kleine fetzen " dafür aber habe ich etwas bekommen, was mir niemand wegnehmen kann". ich habe bezahlt und es hat sich dennoch auch gelohnt. das darf ich mir ins lebensbuch eintragen.

so war es doch eigentlich immer. jetzt aber spüre ich deutliche unsicherheit. es will mir nicht recht gelingen, die dinge so zu sehen, wie ich es bisher meist im rückspiegel konnte.  jetzt ist es anders.

ich gelange mehr und mehr über den rand meiner fähigkeit hinaus, eine kleine essenz zu bewahren, die es mir wert erscheinen lassen kann, was geschehen ist, was ich auf mich nahm und anderen zugemutet habe. es ist so viel.  und mehr als ich brauchen habe können.

ich bin so müde. es ist so anstrengend. es ist so unnötig. es ist so grässlich und raubt mir immer wieder meine frisch gesammelte kraft. und dann manchmal räume ich dem spiegelbild mit leisem wischen der linken hand ein:

ich wünschte, es wäre nie passiert. 

03.01.2010 um 10:58 Uhr

wortkontingent

ich habe das so lange nicht gemacht, obwohl ich eigentlich gewollt hätte. der konjunktiv allein schon sagt mehr als tausend worte. ich weiß auch gar nicht, wieviele ich noch habe.

wieviele worte hat man so frei im leben? verbrauchen sie sich irgendwann und wo kann man sein kontingent auffüllen, bitte. so schwer kann das doch nicht sein. den mund aufmachen.

das tun andere doch am laufenden band. ungefragt, laut und selbstgerecht.ich möchte das auch dürfen.

18.05.2008 um 11:14 Uhr

früher oder später

eigentlich war klar, dass es passieren würde. passieren müsste. was soll der konjunktiv: dass es passieren wird.

eigentlich war es klar. und das allein schon deswegen, weil mir hätte klar sein müssen, dass niemand damit durchkommt. ich schon gar nicht. nicht rechts entlang, nicht links entlang und am allerwenigsten mitten hindurch. wie ich mir das vorgestellt habe, weiß ich auch nicht. augen zu und mitten hinein. machen, einfach machen. und geschehen lassen. vor allem das. und wegschieben, dass etwas würde geschehen müssen. früher oder später. weit wegschieben.

und dann die gesichtsfarbe entweichen lassen, wenn es soweit ist. alle farbe aus dem gesicht entweichen lassen. weiche knie bekommen, aber nicht auf die gute art. auf die schlechte, die, die mit übelkeit einhergeht und diesem stechen in der magengrube . und einer prise flauem geschmack auf der zunge.

und dann denken, jetzt kannst du zusehen, wie alles den bach heruntergeht. sieh nur gut hin, hast es drauf angelegt. nicht wahr, das hast du doch.

18.05.2008 um 10:45 Uhr

einstieg

hallo. was soll ich auch sonst sagen, außer hallo. man sagt doch hallo zum einstieg.

zumindest erscheint es nicht ganz so unvernünftig wie vieles andere.

 

einsteigen ist weniger leicht als aussteigen. und das weiß ich, glaub mir, ich weiß es einfach.