Gedanken zur Liebe

13.06.2006 um 15:46 Uhr

Umfrage - Amor spielen oder nicht?

Ich starte eine Umfrage ...

soll ich Amor spielen? oder die beiden ihrem Schicksal überlassen?

13.06.2006 um 15:43 Uhr

Kopfschmerzen!

Ich muss immerzu an sie und ihre Geschichte denken. Nun sieht so aus, als wäre ich das erste Mal im Alter von 32 Jahren verliebt.

Ich habe eine Nachricht bekommen von einem Blogger oder einer Bloggerin, der/die meinte, dass er/sie vermute zu wissen wer ER ist.

Nun bin ich natürlich der Versuchung nahe, ihn über ihre Gefühle wissen zu lassen. Ob man das darf? Amor spielen?

12.06.2006 um 21:04 Uhr

Die Augen geöffnet!

Eine Geschichte, die mir die Augen geöffnet hat, mich zu dem Schritt inspiriert hat hier meine Gedanken wiederzugeben und mein Herz zum leuchten brachte:

Es war heute Nachmittag, gegen 2 Uhr als ich auf der Donaupromenade in der Sonne lag und versuchte ein paar nette Mädls auf mich aufmerksam zu machen: Ein Auto fuhr den Weg entlang und blieb unweit von mir stehen. Meine Aufmersamkeit lenkte sich zuerst dorthin, da eigentlich Fahrverbot herrscht und ich mich darüber ärgerte, dass hier jemand fährt.

Eine Frau stieg aus und der Typ, der bei dieser Affenhitze in Motorradkleidung herumsaß, ging auf sie zu. Sie küßten sich zur Begrüßung. Redeten kurz miteinander. Gingen ein paar Meter auf und ab, blieben stehen, zeigten in alle Windrichtungen, umarmten sich, zeichneten mit ihren Händen irgendwelche Gebäude, gingen wieder ein paar Meter, gaben sich ein Bussi, gingen wieder, deuteten wieder herum, er telefonierte, gingen zum Auto zurück und küßten sich wieder zum Abschied.

Mein Groll über das Auto war mittlerweile verflogen, da ich die Szenerie sehr amüsant fand. Die Küsse waren irgendwie anders als bei anderen Paaren, es waren kurze, aber fordernde Küsse und ihre Gespräche waren mal ernst und mal ein heftiges flirten. Es war eigenartig, denn ihr Verhalten und ihre Körpersprache deutete auf Annäherung hin, aber die Küsse auf Vertrautheit und Erotik.

30 min. später kam sie wieder. Gefolgt von einem Polizeiauto. Vor meinem geistigen Auge spielte sich ein Krimi ab, der bestimmt ein Bestseller geworden wäre. Doch mal abgesehen von den Küssen und dem Flirten lief alles nach der gleichen Methode ab: auf und abgehen, telefonieren, deuten, usw. Die Polizei fuhr weg, sie schnappte sich aus ihrem Auto eine Mappe und eine Decke und legte sich in die Sonne.

Von der Neugier getrieben, was da nun passiert ist, ging ich zu ihr rüber und versuchte es mit einer neuen "Anmache" aufbauend auf meine Beobachtungen: "Und wie wärs mit da drüben?" Ohne mich anzusehen meinte sie: "Das geht nicht, da steht die Bühne". Sie kuckte über den Rand ihrer Sonnenbrille und lachte. Dieses Lachen war so strahlend, ein Traum. Sie meinte, dass ich ihr Gesellschaft leisten solle, denn sie müsse noch eine halbe Stunde auf den nächsten Termin warten. Gesagt-getan.

Im Laufe unseres Gesprächs fand ich heraus, dass sie für das Donauinselfest arbeitet und sich mit Lieferanten und Bühnenbauern zu Begehungen hier treffen würde. Wir redeten noch einiges mehr und ich erfuhr, dass sie ein sehr ausgefülltes Leben führt: eigene Firma, Unistudium, Sport und Tanz. Die halbe Stunde war leider viel zu schnell um, doch nach ihrem nächsten Termin, kam sie wieder und wir redeten weiter.

Sie beeindruckte mich sehr und nach und nach wurde mir bewußt, dass ich meiner Traumfrau gegenüber saß. Intelligent, erfolgreich, selbstbewußt, energiegeladen, witzig, gutaussehend und charmant. Und nach 3 Stunden fasste ich mir ans Herz und sprach sie auf ihren Freund von vorhin an. Und nun kam die Geschichte, die mein Denken schlagartig änderte:

Sie erzählte mir, dass er nicht ihr Freund sei. Er sei ein Lieferant von Bühnen oder Hütten oder ähnlichem. Dass das mit ihnen vor 2 Jahren am Donauinselfest als kleiner niedlicher Flirt begann, im letzten Jahr am DIF als heftiger Flirt weiterging und danach bis heute als sexuelle Sache ohne Verpflichtungen weiterlief.

Ich fragte sie ob sie nicht besseres verdient hätte als so etwas und sie erwiderte, dass es zwei Gründe gibt, warum sie hiermit zufrieden wäre: der erste war, dass sie sich nicht vorstellen könne in einer Beziehung zu leben. Sie habe sich immer eingesperrt gefühlt und brauche ihre Freiheit. Eine Beziehung wäre dann für sie möglich, wenn es nicht automatisch hieße ständig zusammenzusein und Rechenschaft darüber abzulegen, was man den letzten Tag oder die letzte Woche gemacht hat. Eine optimale Beziehung wäre für sie einmal die Woche beieinander übernachten, ein paar mal die Woche telefonieren und die Tage, die man wirklich füreinander hat zu nutzen. Mittlerweile war für mich klar, dass ich mit dieser Frau den Rest meiner Tage verbringen möchte.

Doch der zweite Grund sollte mich auf den Boden der Tatsachen zurückbringen und zugleich meine Inspiration für dieses Weblog sein: sie empfinde so viel Liebe für diesen Mann, dass es ihre größte Freude sei, ihn glücklich zu sehen. Sie sehnt sich nach ihm, aber sie fühlt keinen Schmerz dabei, sondern Glück darüber, dass sie ihn kennt. Natürlich wünsche sie sich in manchen Momenten wie andere Paare etwas zu unternehmen oder ein „Ich liebe Dich“ von ihm zu hören, doch wenn sie es nüchtern betrachte, meinte sie, dann würde sie wahrscheinlich „auf der Stelle tot umfallen“, wenn er es sagen würde.

Seit dieser Begegnung konnte ich an nichts anderes mehr denken. Wieviel Liebe muss in dieser Frau zuhause sein, dass sie so empfinden kann? Ob er es wohl weiß?

Als wir uns verabschiedeten, meinte sie ich würde sie am Donauinselfest auf der Donaupromenade finden. Ich werde sie finden. Denn sie hat mich sehr beeindruckt. Ich hätte nie zuvor geahnt, wie viel jemand für einen anderen Menschen empfinden und was ein anderer Mensch bei mir auslösen kann.