Obwohl ich Musik sehr liebe, habe ich in der Schule den Musikunterricht gehaßt. Und fast noch mehr unseren Musiklehrer. Cholerisch, laut und unberechenbar hat er den meisten von uns überwiegend Angst gemacht. Aber eine Seite an ihm fand ich schon damals faszinierend: Er war beseelt von der Idee, das wir Kinder ein Musikinstrument erlernen konnten. Und wer sich kein eigenes leisten konnten, dem besorgte er eins. Da war seinem Engagement keine Grenze gesetzt. Als er nach Jahren von der Schule fortging, atmeten fast alle Schüler auf (vielleicht auch seine Kollegen und Kolleginnen, das haben wir nicht so mitbekommen), aber er hinterließ auch einen riesen Bestand an Musikinstrumenten: Geigen, Oboen, Querflöten, Klarinetten, Trompeten, ...
Wenn ich heute an ihn denke, erinnere ich mich als erstes an die Angst, die ich vor im hatte, aber ich möchte ihm auch die Anerkennung dafür zollen, dass er wohl meine Liebe zur Musik geweckt hat.
Und heute lese ich und erfreue mich an folgender Nachricht:
Von 2007 bis 2010 wird im Ruhrgebiet jedes Kind die Möglichkeit haben, ein Musikinstrument seiner Wahl zu erlernen.
Ermöglicht wird das durch ein Projekt der GLS (Gemeinschaftsbank) in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung des Bundes, die diese Projekt mit 10 Millionen Euro unterstützt.
Ich hoffe, dass das unser ehemaliger Musiklehrer noch erleben darf.
(Weitere Infos zum Projekt unter www.jedem-kind.de)