so...nachdem ich heute bis mittags den neuen potter gelesen habe .. und
so gefesselt war (und teilweise in tränen, ich bekenne) das ich
vergessen hatte was zu essen (tja.. tatsächlich, ich schwöre es!),
tapste ich völlig ausgemergelt und unterzuckert in die küche um endlich
zu frühstücken.
ich setzte meinen zarten, engelsgleichen fuß auf das braune linoleum
und gab erst mal ein geräusch von mir, das sich am besten mit *shrieek*
wieder geben lässt.
mein fuß befand sich in einer großen wasserlache, die aus und unter
meinem spülenunterschrank hindurch sickerte. unter gemurmelten flüchen
(fuck verdammter!), gebeten (oh göttin, neeeeeeeeiiiin....) und flehen
(bittebittenich!), planschte ich durch die pfütze und wappnete mich für
die öffnung des schrankes... was ich sah? einen turmbau zu babel,
bestehend aus überfluteten tupperdosen (ja
wie soll man die zwar unheimlich praktischen, aber schwer zu
verstauenden dämlichen dinger denn sonst unterbringen, außer sie wild
in etwas rein zu werfen...? meine ordnungsversuche scheitern
regelmäßig, vorschläge nehme ich gerne an.). was ich noch sah? ein
ventil, das wohl seit den reparaturversuchen meines liebsten am vorigen
abend sanft vor sich hin tropfte.
zu seiner ehrenrettung sei gesagt, es tropfte minimal, und sehr
langsam, und als er morgens zur arbeit ging wird sich noch kein wasser
außerhalb des schranks befunden haben.
das hielt mich aber keineswegs davon ab, in diesem moment der absoluten
frustration einen wutschrei, gebunden an seinen geliebten namen heraus
zu brüllen.
als ich wieder herrin meiner sinne war - meinen momentanen blutrausch,
wegen meiner aufgequollenen , lackabplatzenden nagelneuen küchenmöbel
konnte ich ja nun nicht an ihm auslassen, da er sich leider auf arbeit
befand - schnappte ich mir meinen heiß geliebten wisch-mop (jaaa ich
hoffe ihr hört die ironie...*lächelt süß*), eine rolle küchenpapier,
mehrere handtücher und versuchte der fluten herr(in) zu werden.
irgendwann befand ich mich dann auf allen vieren, kleine inseln aus
feuchten tupperdosen und auflaufformen um mich herum, während ich
versuchte eine bis zum rand mit wasser angefüllte bratpfanne aus dem
schrank zu balancieren.
nach der scheinbaren trockenlegung fiel mir dann noch auf, das unter
der (am wochenende erst angebrachten) blende wasser hervorsickerte.
also rabiat die kunstvoll von schatz befestigte verblendung abgerupft
(was vorhin in etwa folgende konversation ergab: "äh.. schatz... da..
was steht denn da? oh. die blende.. *argh* ..äähhh.. hast du die etwa
abgemacht??" ich: "ja... *stille und leises knurren meinerseits* um die
wasserlache unterm schrank weg zu wischen? auf allen vieren? ist das
ein problem?" er: "öhm...nein.. nein..*verzweifelt anstrahl*") und mit
geradezu göttlicher ruhe alles sauber gemacht.
nach diesem faszinierenden ausflug in die welt der reinigungsmittel und
der feuchtigkeit hatte ich dann noch ein wenig zeit den blick über die
wohnugn schleifen zu lassen. was ich sah deprimierte mich. meine eltern
reiten am freitag hier in berlin ein um meine erste eigene wohnung zu
begutachten (wann sie genau kommen, das bekommt man nie aus ihnen
heraus.. is so ne fixe idee meiner mutter früher gewesen: dem kind nie
sagen wann genau man wieder nach hause kommt, damit es keine bösen
parties machen kann. wilde orgien hab ich natürlich trotzdem
geschmissen, und hier gibt es jetzt ein kltzekleines kompetenz-problem:
das hier ist MEINE wohnung. *augenverdreh*).
ich freue mich ja darauf dass sie her kommen und mein nest ansehen. für
meinen vater hat sich das nach seiner schweren erkrankung auch zu ner
art fixen idee entwickelt. einmal töchterchens wohnung sehen (nicht
rom) und sterben *wild auf holz klopf*. aber das heißt jedenfalls für
mich:
a) die wohnung muss tip top sein. weil alles mit argusaugen begutachtet wird.
b) an irgendwas wird mein vater bestimmt herummäkeln was ich nach
seinen anweisungen hätte besser machen können - ich werde brav lächeln
und ihm die väterliche genugtuung lassen.
c) sie werden mich löchern was jetzt wegen meinen bewerbungen ist (als
ob sie das nicht schon jeden tag am telefon tun würden und mir damit
ein permanent schlechtes gewissen einimpfen) - und wahnsinnig viele
"gute" tips abgeben. meine mom ist seit jahrzehnten lehrerin und seit 2
wochen in rente. ihr könnt euch vorstellen, welch großartige erfahrung
sie auf dem freien arbeitsmarkt gesammelt hat - nämlich GAR KEINE.
dementsprechend sind die vorschläge der beiden.
d) irgendwas werde ich wieder falsch machen, allein schon aus dem
grund, weil ich KEINE gedankenlesen kann. egal wie sehr ich mich bemühe
es ihnen recht zu machen.
e) ich werde von vorne bis hinten begutachtet werden ob ich zugenommen
habe oder nicht. gefolgt von absolut dämlichen ratschlägen von zwei
menschen die seit jahrzehnten an übergewicht leiden und denen ich keine
grundlegende änderung ihrer ernährungsgewohntheiten näher bringen
konnte.
im verlauf dieser diskussion werde ich einen schreikrampf erleiden und heulend aus dem zimmer rennen.
mit diesen gedanken und dem absoluten chaos um mich herum sank ich aufs
sofa nieder. irgdnwie war die sintflutartige überschweummung und diese
horror-vision zu viel. mir war zum heulen. mein eltern sind echt lieb
und bemühen sich - aber eben auf ihre bizarre, elterliche art und
weise.
in dieser stimmung fand mich dann cev vor. die nächste halbe stunde
verbrachte ich dann damit mich in seinen arm zu kuscheln und deprimiert
die wand anzustarren, während der regen draußen meinen garrten in eine
matschandschaft verwandelte...
irgendwann raffte ich mich aber wieder auf um mich dem
nahrungsmittelkauf zu stellen... mit regenschirm und korb stolperte ich
in die freie wildbahn, während mein liebster tapfer im regen neben mir
her stapfte (natürlich ohne schirm, sowas is ja unmännlich).
als wir später aus meinem heiß geliebten bio-supermarkt traten hatten
sich die dicken tropfen in feinen sprühnebel verwandelt und die sonne
stahl sich für ein paar minuten hinter ein paar fetten grauen
regenwolken hervor. ich murmelte noch: eigentlich müssten wir ja nen
regenbogen sehen..hab seit jahren keinen gesehen.... bevor cev mich
umdrehte. und da war er. durscheinend, groß... spannte sich sanft über
die uns umgebenden häuser vor einer anthrazit farbenen, regenschweren
wolke und glitzerte mich in allen farben an.
ein lächeln, auch von mir an einem beschissenen nachmittag.
soll der freitag ruhig kommen, und nach mir die sintflut.
alles liebe, und viele regenbögen für euch,
bitchwitch.