bitchwitch's way to paradise

15.01.2007 um 14:40 Uhr

fortune

*mit glückskeksen werf*

ich wollte - passend zum jahresbeginn und den neuanfängen - was zum thema glück schreiben.

 

ich persönlich finde ja immer ich habe zu wenig glück. das mag daran liegen, dass mein hübsches köpfchen immer ein wenig von einer dunklen wolke vernebelt ist. wie ein filter der sich vor die sonne schiebt...

 

präzise gesagt ist mir irgendwann im laufe der letzten jahre klar geworden, dass ich nicht nur an hübsch-verniedlichten "depris", einem lockeren blues der nach einigen tagen vorbei geht, oder PMS kranke, sondern echte depressionen mit durch mein leben schleife.

 

durch meine lebenseinstellung wurde das wohl auch sehr begünstigt und vielleicht liegt es auch daran, dass es umwelt und man selbst nicht wirklich wahr haben will. auf andere wirke ich meist locker, lustig, vielleicht auch stark. cool. whatever.

 

für andere fällt es mir auch leicht "stark" zu sein. nur fürmich selbst nicht. da verkrümel ich mich dann in eine dunkle ecke. und wenn es mir mal schlecht geht, dann kommt von den leuten die es eigentlich am engsten mitbekommen (wenn ich überhaupt wen an mich ranlasse in der zeit - nein cev ist an dieser stelle nicht gemeint) "ach..depris. naja ...das hattest du ja schon immer.." und es klingt als wäre es eine langsam lästige, aber harmlos-hübsche krankheit, die ich mir willentlich ausgesucht hätte um mehr aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. - 'ach naja.. eben nichts was man wirklich ernst nehmen muss... die hat sich da ja schon immer so angestellt. is ja noch nich dran gestorben, oder?' - aber innerlich verkrüppelt man. sitzt da. traut sich seit tagen und wochen nicht aus dem haus. allein morgens aufzustehen raubt fast alle kraft. allein in der wohnung. am ende des tages an einen selbst: was hast du geleistet? mit glasigen augen die wand angestarrt und geheult. eigentlich kann man diese empfindungen nicht beschreiben. alle versuche diese allumfassende, einen umklammernde verzweiflung und traurigkeit, ohne fassbaren grund zu beschreiben klingen wohl eher abgedroschen und nach zuviel wälzen im selbstmitleid. es ist eben ein gefühl als wäre man in ein tiefes loch gestoßen worden, mit engen wänden und in völliger finsterniß. die absolute hoffnungslosigkeit. eine grauenhaft ewige nacht, als würde es nie wieder licht in mir werden. und dazu der liebste, der hilflos davor steht und langsam nicht mehr weiß was tun soll. und man würde so gerne wieder fröhlich sein, allein ihm zu liebe.. weil er dadurch auch so traurig wird. aber es geht einfach nicht. alle guten gefühle sind auf tot geschaltet. das einzige was einen davon abhält sich selbst zu beenden ist das wissen, dass es bis jetzt immer wieder vorbei gegangen ist. das man - bis jetzt - irgendwann plötzlich, wie durch einen ruck, wieder "draußen" war.

 

*rot wird* sorry für diesen einblick in mein krudes seelenheil.. ich will hier nicht rumjammern, mitleid abgreifen oder sonst was. aber so ist es nun mal. und das was ich oben schrieb ist noch harmlos ausgedrückt für das was man da durchlebt. der punkt auf den ich die ganze zeit eigentlich hinaus will: durch erziehung, veranlagung, wattweißich hab ich eine seltsame grundhaltung, die depressionen bei mir wohl begünstigt hat. soweit ich meine familiengeschichte jetzt als erwachsener mensch überblicken kann, gibt es auf väterlicher seite auch eine starke tendenz in - euphemistisch formuliert - richtung schwermut.

 

meine schwarzen tage waren auch nicht von anfang wirklich stark.. mal dauerte es nur ein paar stunden.. zog sich über tage.. doch in den letzten jahren hatte es sich zu wochen- und monatelangen perioden ausgewachsen. es hatte sich schleichend verstärkt.

 

und heute.. ich surfe so in den unendlichen weiten des netzes vor mich hin und lese was zu depressionen.. da ist mir klar geworden, dass ich seit ca. einem jahr keine solchen aussetzer mehr hatte. klar geht es mir mal so richtig scheiße. ja ich war wirklich deprimiert. ich hatte kleine "depris" über mehrere tage. aber das hat jeder mensch. so richtig unten war ich nicht mehr. ich gebe zu, ich hab einen moment lang recht verwirrt auf den monitor gestarrt und erstmal nachgedacht.. und dann fiel mir nur eines ein, was ich zum selben zeitpunkt an mir verändert hatte.: die pille.

 

die hatte ich zu diesem zeitpunkt seit über 10 jahren durchgehend genommen, ohne mir da jemals gedanken drüber zu machen. 10 jahre in denen ich vom teenie zur frau geworden bin. 10 jahre in denen sich meine ohnehin vorhandenen dunklen stimmungen schleichend zu riesigen, schattenwerfenden monstern ausgewachsen haben. ich bin sicherlich keine radikalgegnerin der pille, oder neige dazu ihr die schuld der welt zuzuschieben. ich kann auch nicht ausschließen, dass ich nicht irgendwann wieder am selben punkt stehe wie noch vor einem jahr. aber ich sehe hier durchaus einen zusammenhang. wenn ich dazu nachfolgenden text der pharmafirma schering lese, verstärkt sich mein leiser verdacht. vielleicht liest es ja noch jemand da draußen, vielleicht hilft es ja jemanden klarer zu sehen als ich all die jahre.:

 

"Gerücht Nr. 3: Die Pille verursacht Depressionen

Für die meisten Frauen führt die Einnahme der Pille nicht zu Depressionen. Im schlechtesten Fall könnte die Pille die Symptome von Frauen, die ohnehin bereits unter schweren Depressionen leiden, verstärken, allerdings ist dies eine relativ seltene Nebenwirkung und betrifft nur sehr wenige Frauen. Generell besteht für Frauen, die die Pille einnehmen und deshalb ihren Arzt häufiger aufsuchen, eine gute Chance, frühzeitig Symptome für eine Depression zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. (Wenn du allerdings durch die Pille Depressionen bekommst, sprich sofort mit deinem Arzt.)"

(quelle: http://www.yasmin.de/scripts/1basic_pill_facts/myths/index.php)

 

ich hab das gefühl als wäre ich momentan auf wanderschaft. das ziel der reise: mich endlich mal selbst kennen lernen. mich und meine fähigkeiten ansehen zu können ohne mich gleich wieder schlecht zu reden und alles durch einen schwarzen schleier zu sehen. (und nein das ist kein esoterisch-midlife-crisis-mäßig-gelangweilt-überfressenes "ich will mich selbst finden" - ich muss mich erstmal richtig kennen lernen.) zu sylvester zog ich im göttinen-orakel inanna - steige hinab in die unterwelt und lerne deine schatten zu umarmen. das hab ich jedenfalls vor (ich hoffe nur sie erdrücken mich nicht).

 

schon ende letzten jahres ist mir bewusst geworden, dass ich mein glück mehr wahrnehmen sollte. das ich lernen muss es zu sehen (nein, das bedeutet nicht, dass ich ab sofort hare krishna singend im leuchtend gelben sari und licht und liebe glitzer über die felder hüpfe und feenstaub verteile) - und es nicht wieder zu verdrängen. der gedanke nagte lange zeit an mir, bis er "reif" war und ich ihn endlich mal begriff. meine yul-wichtelin von der vollmondliste hat mir passenderweise eine "glücksschale" geschenkt. (ok, ich gebs zu, ich dachte erst: himmel watt is DATT denn???? warum krieg ich das kaputte geschenk?? *g* man verzeihe mir.) in die schale soll ich für jede neu erlebten glücksmoment einen gegenstand legen... haselnüsse, ein steinchen, eine perle, eine feder wasauchimmer - als greifbare erinnerung für schöne dinge in meinem leben. gedanken die ich anfassen und hervorholen kann, wenn die wolken mal wieder zu dunkel werden. derzeit genau die richtige medizin für mich.

 

 

also übe ich mich jetzt im glück und im positiven denken (hey, wehe ihr lacht! ich streng mich echt an! ehrlich! wirklich! jawohl!). ich denke, ich hoffe 2007 wird mein jahr. unser jahr. cev und ich wollen dieses jahr endlich heiraten und ich habe mehrere projekte im kopf (und hoffentlich die kraft und die ausdauer sie auch zu verfolgen) die ich gerne in die tat umsetzen würde. und die glücklichsten momente sind für mich - immer wieder - momente mit meinen freunden. ich hatte mit steffi und dani eine schöne kleine weihnachtsfeier (das war wirklich energie-auftanken vor dem ausbrechen des absoluten weihnachtshorrors *g*) und mit cev, irienne und chrissie ein wundervoll-dekadentes, lang andauerndes sylvester-gelage. für euch alle liegt jetzt eine schwarze perle in der schale. :-)

 

danke das es euch alle gibt... ich wünsche uns allen ein fantastisches (und so wie es aussieht hochzeitenreiches) glückliches jahr 2007.


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