bitchwitch's way to paradise

05.04.2005 um 18:34 Uhr

relocation & clockwork

Stimmung: *gäääääääääähn*
Musik: silence


so... mein umzug naht endgültig.

seit wochen packe ich cool-lässig unter den bewundernden blicken meiner freunde kisten und kästchen um meine besitztümer und schätzchen heil nach good ol`berlin zu bringen.
- nein, nein ich bin nicht aufgeregt. jaa ich freue mich sogar da hin zu ziehen. nein, keine angst, kein problem, ja meine familie wird mir fehlen, das geht aber schon. -

so. seit gestern weiß ich den genauen umzugstermin: 14./15.4
seitdem packt mich das große zittern und die traurigkeit. sie lauerte vorher ja schon in allen ecken und winkeln. aber jetzt.. so schnell.. so plötzlich. obwohl ich doch anderthalb jahre zeit hatte mich drauf vor zu bereiten.
jetzt ist es so echt.
jetzt muss ich wirklich weg.
will ja auch.
tut trotzdem weh.
und ich erwische mich dabei wie ich tieftraurig mein grässliches sofa anstarre - das ich wie die pest hasse - und dabei leise in mit totenköpfen bedruckte papiertaschentücher schluchze, weil ich auf die schnelle nix andres gefunde habe außer diesen dämlichen dingern aus berlin..

relocation ist ein gutes wort dafür. ich fühl mich, als ob meine wurzeln hier heraus gerissen und ich irgendwo anders eingetopft werde. ohne zu wissen ob ich da in der blöden fremden erde (lasst beknackte metaphern für euch sprechen - jaaaaa), genug nährstoffe, luft und liebe habe um meine wurzeln da auszubreiten, oder ob ich einfach verrecke.

ihr seht die emotionale instabilität hat mich mal wieder in ihren hübschen kleinen krallen. ich kann nur hoffen, das es sich bald legt, ich nerv mich langsam selbst. *schiefgrins*

und als ob das nicht schon genügen würde, hatte ich letztens auch noch die geniale idee mit zwei (auch umziehenden, bzw. schon umgezogenen) freundinnen unseren kram auf dem flohmarkt zu verramschen.
ich sag dazu nur eins: mit dem ruhrpott wange an wange. und das um halb sieben an einem samstag morgen... man braucht seeeeehr seeehr starke nerven und viel heißen tee.
wir kamen erst gar nicht dazu unsere sachen auszupacken. während wir zu dritt noch damit kämpften den widerspenstigen tapetentisch aufzustellen (flohmarktplätze werden größentechnisch ja in tapetentischen berechnet) überfiel uns eine horde flohmarkt-fanatiker wie die geier. es hatte was von vagabundierenden volksstämmen die über uns herein brachen. bevor wir irgendwas tun konnten, steckten sie ihre klauen in jede klappkiste, zogen, zerrten, begutachteten und geiferten um die wette. (darf ich nochmal die unzeit betonen, zu der sich dies zutrug??) meine gitarre war innerhalb einer halben minute verscherbelt, ebenso der unsägliche nähkasten den mein vater mir mal irgendwann hatte angedeihen lassen und der seitdem sein klägliches dasein zugestaubt auf meinem kleiderschrank fristete. nicht zu vergessen der nagelneue WOK (der leider nur auf gasherden benutzbar ist,da er unten rund ist.. *dumdidum* ohhh.. vergaß ich das beim verkauf zu erwähnen?? *unschuldig guck* na sowas...) fand auch innerhalb der ersten minuten einen neuen besitzer.
leicht gerupft ließ man dann nach einigen minuten von uns ab und wandte sich neuen auspackenden menschen zu. wir taumelten nur noch völlig geschafft zu unseren klappstühlen.

alles in allem war es ganz witzig. so lud zum beispiel eine ca. 70 jährige dame, beladen mit klunkern, glitzerkram, federn und tigerpumps, die eine jungfräulich-blütenweiße handtasche bei mir als zu "auffällig und glitzerig" betitelte zu interessanten spekulationen ein.

ebenso der perverse typ, der immer mit vor geilheit verzerrten gesichtszügen mehrmals an unserem stand vorbeischlich, mit seinem handy auf uns zielte und uns auf knopfdruck seines technischen spielzeugs mit dem wortlaut "DU SCHLAMPE!" beglückte. wem dem keiner dabei abging weiß ich auch nicht. später verlegte er sich dann darauf uns von seinem fahrrad aus zu observieren...

aber den flohmarkt haben wir insgesamt (und sogar mit 50 euro plus - neues bücherregal ich koooommmmmääää *flöt*) hinter uns gebracht.

was ich wohl weniger gut überlebe ist mein wecker...
schon vor monaten in irgendeine ecke meines zimmers aussortiert, weil ich ihn a) nicht benötige und er mich b) mit seinem um einen halbton versetzten "für elise" gedudel höchstens in den wahnsinn treibt aber nicht weckt und c) weil die batterie den geist aufgibt und das ding nur noch ganz leise ist.

jetzt ist der wecker aber auf 10.00 Uhr eingestellt (worden. vor unzeiten. irgendwann mal) und in letzter zeit bemerke ich folgendes phänomen:
1. zufällig bin ich immer grade in meinem zimmer wenn das ding los dudelt.
2. entgegen aller wahrscheinlichkeit und der gesetze des energie verlusts: er wird immer lauter und rödelt immer aufdringlicher vor sich hin

mein schatz und ich haben jetzt im morgendlichen wahn  theorien aufgestellt. erst dachte ich ja, das ding saugt sich aus der luft neue nährstoffe... aber neiiiin,  wir sind uns jetzt ganz sicher: er ist ein energievampir!
nachts schleicht er sich heimlich an und streckt seine fühler nach den schlafenden menschen aus, damit er sie tagsüber mit seinen schauerlichen melodien ergötzen kann.

mein liebster schlägt ja nun vor ihn zu pfählen.
habt ihr noch andere alternativen zur digital-wecker-tötung anzubieten?


ich verbleibe hochachtungsvoll,

eure bitchwitch

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Checkov schreibt am 14.04.2005 um 08:01 Uhr:Meinen Wecker hätte ich heute morgen auch gerne töten wollen... Mir fällt in übermüdetem Zustand nichts phantasievolleres ein als ihn gegen die Wand zu pfeffern :-)



    Wünsche Dir einen reibungslosen Umzug!



    lg

    Check

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