blubbs

17.02.2009 um 20:42 Uhr

Der Bücherwurm

von: Baums

Was ist ein Bücherwurm?

Ein Bücherwurm ist ein Wurm, der in büchern lebt und sich von diesen "ernährt". Diese Würmer werden in manchen Fällen auch als "Menschen" bezeichnet. Aber fragt mich nicht, was Menschen sind..


Wie lange lebt ein Bücherwurm?

Ich würde sagen, der Bücherwurm lebt ungefähr genau so lange, wie das buch hält; also bis er das buch verspeist hat, obwohl es durchaus auch einmal vorkommt, dass das Buch nicht verschwindet und er es noch ein mal verschlingt.


Wie lange lebt ein Buch?

Das Leben eines Buches fängt schon auf der Buche(Buche ist ein Kurzwort(oder auch eine Abkürzung)für Buchbaum)an. Dort wächst es auf, bis es zu schwer ist und die Verbindung zur Buche reißt und das Buch auf den Boden fällt. Von dort wird es oft mals von Menschen aufgehoben und umgebracht, was, wie man vielleicht nicht vermuten würde, dadurch geschieht, dass es aufgeklappt wird. Wird es jedoch nicht aufgehoben, so kann man beobachten, wie es Füsse entwickelt, welche zwischen den mittleren Seiten hervor sprießen, dann folgt ein Kopf, den es bisher im Verband versteckt hatte, und wenn diese vier Dinge, vier Dinge deshalb, da das Buch drei Füsse hat, wenn also diese vier Dinge ausgebildet sind, kann man beobachten, wie das Buch sich von der Mitte bis zum Buchrücken teilt und sich auf die drei Beine stellt, und danach langsam anfängt mit den Seiten zu schwingen. Auf diese Weise erhebt es sich langsam in die Luft und wird nie wieder gesehen. Doch haben dieses Schauspiel bis heute erst sehr wenige Menschen beobachten können, da sie die Bücher immer gleich aufheben und aufschlagen. Da die Bücher, welche abheben, immer seltener gesehen werden, geht man heute davon aus, dass Bücher keine Lebewesen wie du und ich sind, sondern einfach Bücher (wer hätte das gedacht..). Wann ihr leben endet kann man nicht genau sagen, da man dies nur von den aufgeschlagenen Büchern weiß, und somit muss ich hier zu dem Schluss kommen, dass sie nur solange leben, wie sie vom Menschen unentdeckt bleiben. Um verwirrung vorzubeugen, welche entstehen könnte, wenn man ein Buch in der Hand hat, hier noch ein kurzer hinweis: Bücher werden nicht geschrieben, sie wachsen an Bäumen, doch geben jene Menschen welche sie finden diese immer als die ihren aus, da nur sie diese finden.


Was sind die perfekten Lebensumstände für ein Buch?

Die perfekten lebensumstände sind weniger wichtig für das Buch als viel mehr für die Buche, da diese nur unter perfekten Umständen Bücher tragen kann. Man sieht heute wohl in vielen Gärten Buchen, könnte also davon ausgehen, dass es bei uns die besten Umstände sind. Doch ist dies nur so bei den "Schriftstellern". Diese haben bis heute als die bisher Einzigen die perfekten Umstände für Bücherblüten gefunden, geben dieses Wissen jedoch nicht weiter.

01.10.2006 um 22:34 Uhr

Geschichtendings

von: Baums

Stimmung: Verwirrt
Musik: Supertramp - Dreamer

 

Eigentlich war es ein normaler, aber toller Tag gewesen: Er war studieren und danach mit ein paar Freunden unterwegs und in einer Bar etwas trinken. Seine Freunde nannten ihn Gus. Dass er eigentlich Remigus hieß, wussten außer ihm nur seine Eltern und das würde sich auch nicht ändern, wenn es nach Gus ging. Er fragte sich oft wie seine Eltern ausgerechnet auf den Namen Remigus gekommen waren und die einzige Erklärung die er hatte, war, dass sie sich erhofft hatten, dass er mal das werden würde was sein Name bedeutete: ein großartiger Ruderer, denn Remigus war das lateinische Wort für Ruderer. Allerdings würde er nie einer werden, da er sich nicht mal in die Nähe von Wasser traute, seit er als kleines Kind gesehen hatte, wie ein kleines Walnussboot, das er selbst gebaut hatte, an einem Stein in einem Bach zerschellt war. Gus wusste nicht, was ihn in seiner Wohnung erwarten würde, allerdings hatte er, als er, mit dem Schlüssel in der einen und den Zetteln in der anderen Hand, auf seine Wohnungstür zutrat, eine leise Ahnung, auch wenn diese, wenn er es sich im Nachhinein noch mal überlegt, in die ganz falsche Richtung ging.

Als er noch einen Schritt von der Tür entfernt war, tat diese etwas komisches: Sie ging wie von Geisterhand auf und ein kleines Pelzknäuel von der Größe einer ausgewachsenen Katze stürmte auf ihn zu, riss ihn fast von den Füßen und kletterte an ihm bis auf seine Schulter hinauf. „Wie du das mit der Tür machst verwundert mich immer wieder aufs Neue“, sagte er zu dem Wollknäuel, dass mittlerweile auf seiner Schulter angekommen und nichts anderes als seine Katze war, die er Wollknäuel nannte, da sie, seit sie ihm vor 2 Jahren zugelaufen war, aussah wie ein Knäuel guter, dünner Wolle. Schon seit ein paar Tagen öffnete ihm Wollknäuel nun schon die Tür, noch bevor er nur den Arm heben konnte um den Schlüssel ins Schloss zu stecken und es war ihm ein Rätsel, wie sie es immer wieder schaffte die Türklinke zu benutzen. Mit der Katze auf der Schulter betrat er seine Wohnung. Nach dem er seine Jacke auf einen Bügel gehängt, die Schlüssel in der Tasche und die Zettel auf dem Garderobentischchen hatte verschwinden lassen, ging er in die Küche um sich etwas zu Essen zu machen, kam aber nur bis zur Küchentür, wo er plötzlich wie angewurzelt stehen blieb.

Der Anblick der sich ihm bot war ein bisschen grotesk: Alle Töpfe die er besaß schienen es für notwendig gehalten zu haben, sich erst auf der Anrichte zu versammeln, um sich dann zu einem hohen Turm aufzustellen, der (soweit er das, vom Türrahmen aus, beurteilen konnte) gar nicht gerade stehen konnte. Und als hätte der Turm seine Gedanken gelesen, fiel er unter lautem Getöse in sich zusammen. Gus machte einen erschrockenen Satz zurück und stieß sich dabei den Kopf an der Lampe die seinen Flur erhellte.

Es war eine von diesen Lampen mit diesen besonders dicken, milchigtrüben Lampenschirmen, die besonders doll wehtaten, wenn man mit dem Kopf dagegen stieß und er hatte sie sich eigentlich nur zugelegt, um seine Freunde zu ärgern, da sie fast ausnahmslos größer waren als er und somit häufig mit dem Kopf an der Lampe anstießen, wenn sie nicht aufpassten.

Er unterdrückte einen leisen Fluch und betastete seinen Hinterkopf. Wie es schien war alles in Ordnung, bis auf die Kopfschmerzen, die sich, wie er wusste, immer erst mit ein paar Sekunden oder gar Minuten Verspätung bemerkbar machten. Also machte er sich auf zum Medizinschrank im Bad, um sich eine von diesen Brausetabletten zu gönnen, die nicht nur sehr beruhigend sprudelten, wenn sie sich im Wasser lösten, sondern auch noch den praktischen Nebeneffekt hatten, dass sie meistens auch noch die Kopfschmerzen ein wenig linderten, wenn man das Wasser mit der, sich vollständig aufgelösten Tablette trank. Aber auch im Bad war bei weitem nicht alles so wie es sein sollte. Als er die Tür öffnete, schaute er in ein Gesicht, das so aussah wie seines. Er zwinkerte ein, zwei mal – das Gesicht war immer noch da. Er machte die Augen zu und erst nach zehn Sekunden wieder auf. Das Gesicht war immer noch da. Und es starrte ihn mindestens so erschrocken an wie er sich fühlte und vermutlich auch schaute. Da begann es ihm langsam zu dämmern. Gus hob die linke Hand und wunk der anderen Person zu (die in einem Türrahmen auf der anderen Seite der Toilette stand) und die Person hob die rechte und wunk ihm ihrerseits zu. Er ließ seine Hand vor seinem Oberkörper hin und her schwenken. Die Person im Bad tat das Selbe mit der ihrigen Hand. Also trat er aus dem Türrahmen ins Bad und wandte sich vom Spiegel ab. Unentschlossen schaute er abwechselnd nach rechts, zum Waschbecken, und links, zur Badewanne. Nach einer Minute unschlüssigen Im-Raum-stehens entsann er sich, warum er eigentlich ins Bad gepilgert war. Er ging am Waschbecken vorbei, (das Waschbecken war wirklich ein prächtiges Stück; es war aus massivem, weißem Marmor, wie übrigens auch die Badewanne – er hatte beide von einer Tante geerbt, die durch mysteriöse Umstände ums Leben gebracht worden war) und zählte fünf Kacheln an der Wand vom Waschbecken und sieben von der Decke aus ab und versuchte die Kachel zu drücken. Als sich nichts tat zuckte er mit der Schulter, drehte sich um und ging zum Medizinschrank neben der Badewanne. Die gähnende Leere die ihn in seinem Inneren erwartete, als er die Tür öffnete, machte ihn etwas stutzig. Er musste eine Weile überlegen, bis ihm einfiel, dass er alle Medizin an seine Freunde verkauft hatte, die sich ihren Kopf an der Lampe gestoßen hatten. Seinen eigenen Kopf benutzte er nun dazu, sich aufzuschreiben, dass er unbedingt neue Blubbertabletten kaufen musste. Darauf vertrauend, dass sich die Kopfschmerzen mehr Zeit lassen würden als sonst, machte Gus sich auf den Weg aus dem Bad, um seine 2 anderen Zimmer zu begutachten. In seinem Schlafzimmer schien alles normal zu sein: Das Bett war nicht gemacht, der Rollladen war herunter gelassen und um die 20 Bücher waren auf dem Boden um sein Bett verteilt, die er mal angefangen, dann aber achtlos weggeschmissen hatte, da sie, seiner Ansicht nacht, nicht besonders interessant waren. Irgendetwas irritierte ihn aber doch. Er wusste nicht was es war, aber es machte ihm Angst. Sehr viel Angst. Er machte einen Schritt in den Raum hinein. Mit suchendem Blick sah er sich aufmerksam in seinem Zimmer um, bis ihm auffiel, was ihm nicht gefiel: Unter seinem Bett lag sein Lieblingskuschelhamster und er sah mitgenommen aus. Sein Fell war so verstaubt, als läge er schon seit Ewigkeiten unter dem Bett und in dem Moment wurde Gus klar, wie lange er schon nicht mehr in diesem Zimmer gewesen war. Er hatte den letzten Monat über auf der Couch vor seinem Fernseher im Wohnzimmer geschlafen und das war es was ihm Angst machte. Was sollte er machen, wenn ihn sein Bett nicht mehr mögen sollte? Würde er sich ein Neues kaufen und das Alte einfach aus dem Fenster werfen? Nein, er würde es einfach weiter benutzen. Die Töpfe hatten ihn wohl doch mehr erschreckt, als er gedacht hatte, wenn er sich einbildete, sein Bett könnte ihn nicht mehr mögen. Betten mochten generell niemanden. Betten mochten gar nichts.