Originaltitel: Der Seelenbrecher
Genre: Psychothriller
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 (September 2008)
ISBN-13: 978-3426637920
Seiten: 361
Meinung
Wow, zum ersten Mal fehlen mir die Worte, um ein Buch angemessen zu rezensieren. Aber da wäre ich auch schon beim Punkt: Dieses Buch ist kein gewöhnlicher Roman, bzw Thriller, es ist für mich das Highlight dieses neuen Jahres, auch wenn da noch viele Bücher, insbesondere Thriller darauf warten gelesen zu werden.
Zugegeben ich bin was Thriller und Krimis betrifft, ziemlich eingefahren in meinen Erwartungen. Gute Thriller und Krimis kommen für mich meistens aus den USA, England oder dem hohen Norden Skandinaviens. Deshalb war ich auch etwas skeptisch, als ich dieses Buch in Händen hielt: Einzig und allein die vielen, ausschließlich positiven Meinungen über Herrn Fitzek und seine Bücher nahmen mir meine anfänglichen Bedenken. Manchmal kann man sich eben doch auf die Masse der Leser, deren Meinungen einem wichtig sind, verlassen.
So aber nun zu dem Inhalt dieses genialen Psychothrillers:
Der Plot glänzt nicht durch literweise vergossenes Blut oder grausam beschriebenen Szenen auf hohem Ekelfaktor, es ist vielmehr das Gefühl als Leser miteinbezogen zu werden und die Rätsel auf eigene Faust zu lösen und dabei mit dem Protagonisten Caspar mitzufiebern.
Die Teufelsbergklinik ist durch einen schweren Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten, die Atmosphäre ist direkt zu Beginn düster und bedrohlich. Ein Mann wird schwer verwundet mit einem Messer im Hals eingeliefert, Gerüchte werden laut. Ist er der Seelenbrecher? Kam er in diese Klinik, um weiter Jagd auf sein nächstes Opfer zu machen?
Erzählt wird aus der Perspektive Caspars, der unter vollkommenem Gedächtnisverlust leidet. Hin und wieder flammen Erinnungen in ihm auf, die so düster sind, dass Caspar Angst vor seiner Vergangenheit bekommt und man sich als Leser fragt, welche Rolle er hier spielt und die Erzählperspektive eventuell täuschen soll.
Viele Jahre nach dem Gruselszenario in der Klinik lädt ein Psychologie- Professor gegen Aufwand einige Studenten dazu ein, sich einem Experiment anzuschließen. Dieses besteht darin, im Beisein des Professors, eine Patientenakte zu lesen, welche Merkmale eines spannenden Thriller trägt. Das junge Paar lässt sich darauf ein. Der Professor weist immer wieder drauf hin, die Akte aufmerksam zu lesen, was gleichzeitig auch ein Leitfaden für den Leser ist.
Wirklich raffiniert ist dieses Buch geschrieben, gespickt mit einigen Rätseln und vor allem lässt der Spannungsbogen nie nach. Es warten immer wieder kleinere und größere Überraschungen, gegen Ende des Buches kann man ein Rätsel selbst lösen, welches nicht so schwer ist. Des Rätsels Lösung ist gleichzeitig auch ein Code, wofür aber verrate ich nicht. Es lohnt sich also in jedem Fall, dieses Buch zu lesen.




von 5