Es wird ernst, so richtig ernst und beginnt schon wieder mit Chaos bevor es richtig angefangen hat. Noch 14 Tage und Nächte bis zu meinem großen Abenteuer. 4 Wochen in Indien als Freiwilligenhelfer. Die größte und persönliche Herausforderung. Allein auf sich gestellt in einer fremden Umgebung. Keiner kennt einen. Man muss sich integrieren, mit den anderen Freiwilligen aus der ganzen Welt kommunizieren und sich bei der Arbeit in der Schule und den Kindern angagieren. Das bedarf einer gründlichen Vorbereitung auf physischer, psychischer und organisatorischer Ebende.
Teil 1 (Physisch):
Physisch ging schon mal in die Hose. Seit fast 3 Wochen haben meine Füsse kein Laufband mehr gesehen und ganz zu schweigen von den Gewichten die mein Rücken trainieren sollten. Termine, Besuche Family und lange Arbeitszeiten sind meine berechtigte Ausrede. Schlussfolgerung die Koordination und der physische Zustand meines Körpers ist bedenklich.
Teil 2 (Psyche):
Klar bin ich ein pflegeleichter und anpassungsfähiger Mensch. Man kann sich auf mich verlassen und es gibt kaum Menschen mit denen ich nicht klar komme. Ein Teamplayer halt. (das reicht als Eigenlob) Drum übertrug mir der Chef auch die Verantwortung für den Tag, an dem er nicht da ist. Kein Problem! Oh doch Problem! Gerade an diesem Tag werd ich als Kameradenschwein beschimpft, weil ich mich dazu entschieden habe nicht gegen mein Arbeitgeber zu streiken - aus persönlicher Überzeugung! Der besagte Kollege ging noch weiter und erklärte mir wie schwer er es hat und was ich doch für ein einfaches und tolles Leben ich hätte. STOP! Da platzte mir dann der Geduldsfaden und ich bin laut geworden. Zu meiner Verteidigung, ich habe keine Schimpfwörter benutzt. We bist du, dass du über mich urteilst, du kennst mich gar nicht! Die situation hat mich sehr nachdenklich gemacht. Bin ich doch nicht so easy-going? Komm ich doch nicht mit jedem klar? Grossartige Aussichten für Indien. Da schlaf ich mit weiteren 3 mir fremden Personen in einem Raum für 4 Wochen. Mentale Verfassung - fragwürdig!
Teil 3 (Organisation):
Also wenn ich eins kann, dann ist es organisieren. Da macht mir keiner was vor. Gründliche Recherche und gute Vorbereitung ist die halbe Miete. So gaukelte mir das Internet eine Klimatabelle mit über 30 Grad für den Mai in dieser Region vor. So rannte ich los und besorgte mir leichte Leinenhosen und T-shirts, weil es ja so heiß wird. Nun erhielt ich die letzten Unterlagen. Was stand auf der Packing-List? Fleece-Pulli oder Fleece-Jacke! Hä? Ich schrieb die Organisation an. Es ist dort frühlingshaft bis sommerlich im Mai, aber wenn die Sonne untergeht kann es schon mal kühl werden. Zum Glück habe ich ja noch 14 Tage Zeit bis zum Abflug.
Die Vorbereitungen laufen wie erwähnt bombastisch :-)