Rien ne va plus“, Lasse Larsson-Roman, 2. Fall, 4. Kapitel/1.Abschnitt
Stimmung: nachdenklich...
Musik: Bach. "Bist du bei mir..." mit Placido Domingo und Partnerin...
4. Kapitel/1.Abschnitt
Das Erste, was Lasse Larsson am Dienstag, dem 17. Dezember in seiner Dienststelle unangenehm auffiel, war der zweite Schreibtisch in seinem Büro.
Als er den beiden Kommissaren Andresen und Simons Monika Landris als vorläufige Mitarbeiterin ihrer Son-derkommission vorstellte und den Auftrag für die Aufstellung eines weiteren Schreibtisches in deren Zimmer veranlasste, hatte er einen Fehler gemacht; Andresen war verletzt, mehr über die Art, wie er es erfuhr, als die Tatsache an sich.
Und nun musste er feststellen, dass er das mit einer zweiten, weitaus größeren Fehlentscheidung vergessen machen wollte. Dabei hatte er übersehen, dass es schwer werden würde, den alten Zustand wieder herzustellen. Auf Dauer war er aber nicht bereit, seine Ruhe, die er beim Nachdenken brauchte und die nur ein separater Raum garantierte, aufzugeben.
Nun war an diesem ersten, gemeinsamen Tag Andresen zum Glück außerhalb beschäftigt, so dass er die Tragweite seiner Entscheidung stillschweigend in sich aufnehmen konnte, ohne dass ihn Andresen dabei beobachten konnte.
Es klopfte. Monika Landris steckte ihren Kopf zur Türe herein und fragte, ob er Kaffee wolle.
„Ich werde meinen Kaffee in Ihrem Büro nehmen. Da können wir gleich noch einmal über die Vorgehensweise sprechen."
Als er aufstand, klingelte das Telefon.
Maier war am anderen Ende der Leitung. „Wir waren gestern noch mal draußen in Heringsdorf und haben uns Fenster und Türen im Parterre der Kurklinik vorge-nommen. Es ist eine Seitenausgangstür geöffnet worden."
„Sind die Türen nicht gesichert?"
„Mit Ausnahme des Personaleinganges sind alle Schlösser von außen zugedeckelt."
„Also der Personaleingang ist die Schwachstelle," sagte Larsson.
„Das Kuriose ist, dass der Eingang mit einer Karte elektronisch geöffnet werden kann und im Computer der Name desjenigen erscheint, der das Gebäde betritt. In unserem Fall aber ist keine Meldung verzeichnet," sagte Paul Maier. „Es war nicht der Personaleingang."
„Nicht? Mit Gewalt? Das wäre doch kaum möglich", stellte Larsson fest."
„Nein, mit Gewalt ist dort nicht gearbeitet worden. Es war ein Fachmann, der Picking-Werkzeuge verwendet hat. Man kann heute ein komplettes Einbrecherwerkzeug für Spezialschließzylinder per Mail in Meckenbeuren ordern. Es kostet nicht einmal einen Tausender, um sogar elektrisch ein Spezialschloss öffnen zu können."
„Einbruch leicht gemacht, Paul?", stellte Larsson fest.
„Probieren Sie es selbst, Lasse. Geben Sie bei google Picking-Werkzeuge ein, bekommen Sie eine komplette Liste aller Möglichkeiten, einschließlich der Herkunfts-nachweise. Ich habe mir selbst bei der Firma in Bayern Werkzeuge bestellt, um Vergleiche anstellen zu können. Picking-Werkzeuge verursachen zwar Spuren im Schlüsselkanal und auf den Stiften. Eine Identifizierung ist selten möglich, aber eindeutige Spuren der Begehungsweise sind festzustellen, sodass ein Ausschluss des Vortäuschungsverdachtes möglich ist." Maier spielte genüsslich sein Fachwissen aus.
Larsson danke für die Information. Er beendete das Gespräch mit Maier und ging über den Flur ins Zimmer seiner Mitarbeiter. Der Duft frisch gebrühten Kaffees stieg ihm in die Nase und stimmte ihn versöhnlich.
„Es geht doch nichts über einen ordentlichen Kaffee", sagte er. „Gehen wir noch einmal die Protokolle durch, die von der Befragung der Kurgäste in den Nebenzimmern Ferdinand Huebners gemacht wurden."
Simons stand auf und holte einen Ordner aus dem Regal.
Monika Landris stellte eine Tasse vor Larsson ab und lachte ihm aufmunternd zu.
„Im Nebenzimmer zur rechten Seite wohnte ein sechsundsiebzigjähriger Mann aus Wanne-Eickel, der nichts gehört und nichts gesehen haben will. Ich glaube ihm, denn er ist so schwerhörig, dass er ohne sein Hörgerät fast alles vom Mund ablesen muss. Linksseitig hat eine flotte Sechzigerin, eine Frau Lindhorst aus Dresden, am Tag zuvor das Zimmer bezogen. Es ist ausgeschlossen, dass sie etwas damit zu tun hat", sagte Simons.






ich schätze qualifizierte Diskussionen. Eine solche kann ich freilich hier nicht erkennen. Schade. Aber so ist nun einmal das Leben. Vielleicht kannst du ja 2fall von firma übersetzen und ich kann versuchen, Dir darauf zu antworten.
Buchfinder