buchfinder

18.09.2008 um 10:36 Uhr

Pressenotiz für Leser aus Greifswald und Umgebung...

Stimmung: supergut
Musik: Klassik-Radio - was sonst?

Pressenotiz für Greifswald

"spät kommt Ihr - doch Ihr kommt ..." würde Schiller gesagt haben. Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät für eine Notiz.


Pressenotiz:


Anlässlich der am 19. September in Greifswald stattfindenden Kulturnacht liest der Autor um 19.00 Uhr auf Einladung der Direktorin der Rechtsmedizin, Frau PD Dr. Britta Bockholdt, aus seinem neuen Usedom-Roman Der Drachen des Todes.

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Wegen des geringen Platzangebotes innerhalb des Instututes für Rechtsmedizin hat Frau Dr. Bockholdt die Veranstaltung in den Hörsaal Nord, >Neues Klinikum<, Ferdinand-Sauer-bruch-Straße, verlegt.



Vielleicht will jemand der Leser hier teilnehmen - na dann: Herzlich willkommen"


Mit den bestens Grüßen in den Norden...
George Tenner

12.12.2006 um 13:11 Uhr

Lasse Larsson, Kripo Heringsdorf 4. Kapitel/ 4. Abschnitt

Stimmung: gut
Musik: Klassik-Radio - Filmmusik

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!  

   

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 4. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

   FröhlichVielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!FröhlichFröhlichFröhlich

4. Kapitel/4.Abschnitt


„Ja. Bist du Hellseherin?"
„Die Insel hat so viele gute Restaurants zu bieten. Ich denke, du gehst da hin, weil es relativ nahe zu deinem Haus ist."
„Ich gehe zu Seifert, weil er exzellent kocht. Aus keinem anderen Grund. Wirst du kommen?"
„Was sagen die anderen dazu?"
„Nichts. Du bist die Überraschung des Abends!"
Inge Mohaupt lachte.
„Das sieht die wieder ähnlich, Lasse. Du stellst Andresen und Simons vor vollendete Tatsachen."
„Und Monika Landris."
„Wer, bitte?"
„Unsere ausgeliehene Mitarbeiterin. Monika Landris."
„Wieso ausgeliehen?"
„In der Regel macht sie Verkehrskontrollen oder schlichtet Familienstreitigkeiten ..."
„Und nun arbeitet sie für dich? Nachtigall ..."
„Nichts Nachtigall. Sie kann analytisch denken und ich brauche jede Hilfe, die ich bekommen kann."
Inge Mohaupts Neugier war erwacht. Sie wollte sehen, welches weibliche Wesen Lasse Larsson dazu gebracht hatte, sich für sie einzusetzen.
„Gut. Ich werde versuchen, pünktlich da zu sein."
Larsson bedankte sich.
Als er das Gespräch beendet hatte, kam ihm Ferdinand Huebner wieder in den Sinn.
Wir haben bisher keinen brauchbaren Zeugen für die lausige Bluttat an diesem Spieler aus Süddeutschland. Es gab sicher viele Möglichkeiten, sich Feinde zu machen. Eine davon war, Spielschulden nicht zurückzuzahlen und damit irgendeine Geldmafia zu aktivieren. Eine andere Möglichkeit war, dass die Frau, die er betrogen hatte, sich rächte. Manchmal verfliegt die Liebe wie ein Furz, dachte er. Vor allem, wenn man sie in Abhängigkeit bringt, sie dann mit Schulden zurück und wie eine heiße Kartoffel fallen lässt. Er machte sich eine Notiz zum Verhältnis Ferdinand Huebners zu dessen Frau, fügte sie als Wingding auf seinem Piktogramm dazu und machte hinter ihrem Namen ein dickes Fragezeichen.
Gegen Mittag kam eine Mail von der Gerichtsmedizin in Greifswald. Es war ein Vorabbericht, um den Larsson Dr. Beckert gebeten hatte. Und die Frau war nicht nur schnell, sie war auch verdammt gründlich.
Was wären wir ohne die Rechtsmedizin, dachte Larsson.
Ferdinand Huebner war, wie Larsson vermutet hatte, nicht eines natürlichen Todes gestorben. Er war zumindest betäubt, als er den Sturz vom Balkon des siebten Stockes antrat. Obwohl es, angesichts der Zerstörung, die der Körper und vor allem der Gesichts- und Kopfbereich aufwies schwer nachzuweisen war, hatte die Gerichtsmedizinerin festgestellt, dass die Auffindung der Leiche - mit dem Gesicht nach unten, Verschiebung der Gesichtshälfte - und dem Hematom auf dem unzerstörten Hinterkopf, darauf schließen ließ, dass ihn ein Schlag mit einem stumpfen Gegenstand vor dem Sturz getroffen haben muss. Darüber hinaus hatte sie Hautpartikel von einer fremden Person unter seinen Fingernägeln gefunden.
Es war also gekämpft worden. Die Tatsache, dass Huebner nicht um Hilfe rief, als er zum Balkon gebracht und über das Geländer gehievt wurde, zeugte davon, dass er zu dieser Zeit besinnungslos sein musste. Wenn er aber besinnungslos war, dann gab es eine dritte Person im Zimmer. Und diese dritte Person hatte von hinten mit irgendeinem Gegenstand zugeschlagen. Jedenfalls sagte das der Bericht der Rechtsmedizinerin und das war für Larsson durchaus einleuchtend. Maier hatte keinen Gegenstand gefunden, der dafür infrage kam. Der oder die Täter mussten das Corpus Delicti mitgenommen haben.
Lasse Larsson hob den Hörer des Telefons ab und wählte die Direktnummer Dr. Beckerts. Als sie sich meldete, sagte er: „Schnelle Arbeit, Frau Doktor Beckert. Danke. Ich habe noch eine Frage zu dem Schlag auf den Hinterkopf des Mannes. Sie schreiben in Ihrem Bericht, es handle sich um einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand. Was könnte es gewesen sein? Eine Lampe, ein Stuhlbein oder ..."

 

04.12.2006 um 16:18 Uhr

Lasse Larsson, Kripo Heringsdorf 2. Fall 4. Kapitel/3.Abschnitt

Stimmung: gut
Musik: Weihnachtsmusik...

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!  

   

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 4. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

   FröhlichVielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!FröhlichFröhlichFröhlich

4. Kapitel/3.Abschnitt

„Was haltet ihr davon, wenn wir die bei einer Weihnachtsfeier auf den Kopf hauen?"
„Eine Weihnachtsfeier wird meist hier im Haus veranstaltet", sagte Simons. „Das heißt, jede Abteilung feiert für sich."
„Da wäre es doch angebracht, dass wir uns etwas abheben würden. Ich denke an ein Firstclass-Essen im Kulmeck." Larsson schaute die neue Kollegin triumphierend an. „Das Kulmeck, müssen Sie wissen, wird von einem Starkoch geführt. Ich bin dort noch nie enttäuscht worden."
„Das Kulmeck ist sein Lieblingsrestaurant", sagte Simons und verdrehte die Augen. „Kleine Portionen, aber fein!"
„Es ist nun einmal ausgezeichnet, dort zu speisen!" beharrte Larsson.
„Wer weiß, ob Rolf sich von seinem Drachen freimachen kann", sagte Simons.
„Das lässt sich leicht in Erfahrung bringen! Ruf ihn an. Frage ihn, ob er das regeln kann."
Simons wählte die Handynummer Andresens. Als die Verbindung zustande gekommen war, teilte er ihm mit, was Larsson vorgeschlagen hatte. Wider erwarten fand der die Idee großartig.
„Also haben wir unsere Weihnachtsfeier terminiert", stellte Larsson erleichtert fest. „Morgen neuzehn Uhr im Kulmeck."
Simons sagte: „Im Hinblick auf die Ermittlungen werden wir uns wohl jetzt auf Überstunden einrichten müssen?"
„Ist das bei einem Mordfall nicht üblich?", fragte Monika Landris.
„Du bist ein guter Polizist, Karl", sagte Larsson. „Für dich steht sicher außer Zweifel, da zu sein, wenn es nötig ist."
„Nein, das ist es wohl nicht, Lasse. Das weißt du. Es war nur eine Feststellung. Wie ist es mit dir? Du hast doch ab Einundzwanzigsten eine Woche Urlaub? Keine Dienststelle wird erfahrungsgemäß zwischen den Jahren voll arbeiten. Überstunden fallen also sicher erst im Januar an." Simons dachte daran, dass es ein Glück sei, es bis nach Silvester ein wenig ruhiger laufen lassen zu können.
Monika Landris fragte sich, was Larsson wohl in seinem Urlaub machen würde.
Und Lasse Larsson überlegte, dass es schön wäre, eine Frau wie Monika Landris mit in den Urlaub zu nehmen. Aber das war unmöglich und er würde sich damit abfinden.
„Die ersten achtundvierzig Stunden sind die wichtigsten bei der Ermittlung. Ich denke, ich werde den Urlaub verschieben müssen!" sagte Lasse Larsson.
Als er wieder in seinem Zimmer war, rief er Inge Mohaupt an.
„Hat Kruse schon mit dir gesprochen?", fragte er.
„Ja."
„Wirst du kommen?"
„Im neuen Jahr vielleicht."
„Versteh mich richtig, Inge, ich hätte dich nicht angefordert, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass wir dich hier dringend brauchen."
Larssons Worte verfehlten ihre Wirkung nicht.
„Vor dem Fest hat es doch kaum einen Zweck, nach Heringsdorf zu kommen, Lasse. Und ich wüsste auch nicht, wo ich mein Kind so schnell unterbringen könnte."
„Übrigens, ich habe ein Attentat auf dich vor. Kannst du dich morgen Abend freimachen?"
„Du willst mich einladen?", fragte Inge Mohaupt.
„Erinnerst du dich, dass Andresen beim Wetten einen Hunderter verloren hat?"
„Ja. Aber er wusste nicht, dass man mit einem Elitepolizisten nicht wetten kann. Die legen einen immer aufs Kreuz!"
Sie sah Larssons Lächeln nicht.
„Ich hatte die gleiche Summe zugelegt, ohne dazu verpflichtet zu sein und den Elitepolizisten will ich überhört haben. Simons sagt, es wären über dreihundert Euro in der Kaffeekasse und die wollen wir morgen auf den Kopf hauen."
„Und dabei soll ich helfen?"
„Alle Abteilungen veranstalten eine Weihnachtsfeier. Wir feiern auch, aber nicht klein, klein. Wir gönnen uns etwas Feines!"
„Kochst du selbst?"
„Wieso?"
„Es gibt keinen Gott - außer mir!", warf Inge Mohaupt ein. „Du kennst das Sprichwort besser, als jeder andere."
„Wir gehen ins ..."
„Kulmeck!"


 


20.11.2006 um 17:55 Uhr

Rien ne va plus“, Lasse Larsson-Roman, 2. Fall, 4. Kapitel/2.Abschnitt

Stimmung: gut
Musik: Klassik-Radio - schon morgens gut!

4. Kapitel/2.Abschnitt

 

Sie gingen noch einige Zimmerbelegungen durch, bevor Lasse Larsson kurzerhand feststellte: „Der Mörder kam von außen."
„Dafür haben wir noch keinen Beweis", warf Simons ein.
„Wenn das so wäre, Karl, hätte ich das Wort wahrscheinlich eingefügt. Da ich das unterlassen habe, gibt es Beweise einer Manipulation an einem der Schlösser."
„Sagt das die KTU?"
Larsson nickte. „Maier war gestern noch einmal vor Ort und hat das Schloss des Personalausgangs mitgenommen, der vom Tiefparterre an der Ostseite hinaus führt. Er hat festegestellt, dass der Eindringling Picking-Werkzeuge benutzte."
Simons ärgerte sich darüber, dass Larsson mit der Anordnung, Maier noch einmal zum Tatort zu zitieren, Recht behalten hat.
Monika Landris hatte sich bisher bei der Diskussion zurückgehalten. Jetzt sagte sie: „Über das Treppenhaus kommt man ungesehen bis in den siebten Stock. Jedenfalls besteht zur Nacht überhaupt keine Gefahr, dass einem dort irgendjemand begegnet. Wenn überhaupt einer hoch oder runter will, wird er sich niemals freiwillig auf eine so einsame Strecke begeben. Rein psychologisch gesehen jedenfalls nicht. Er wird den Fahrstuhl benutzen. Und ein Fahrstuhl macht Geräusche, die man zwar am Tag in der Lobby nicht wahrnehmen kann. Nachts aber wären sie unüberhörbar. Diese Erkenntnis hat unser Mann genutzt und ist gelaufen!"
Larsson nickte ihr beipflichtend zu.
„Und genau so ist er auch wieder verschwunden. In der allgemeinen Aufregung wäre er nicht einmal aufgefallen, selbst dann nicht, wenn man ihn beim Weggehen gesehen hätte", sagte Monika Landris.
Larsson musste ihr zustimmen. Rein psychologisch gesehen, wie sie das sagt, dachte er und ihm imponierte, dass die Frau mit dieser Feststellung Recht hatte.
„Es kann davon ausgegangen werden, dass der Mörder von außen kam. Die Spuren am Schloss sind taufrisch", warf er ein.
„Wir müssen bei dem Toten anfangen", stellte Simons fest. „Bei seiner Umgebung, seinen Kontakten. Wer dem Spiel so verfallen ist, dass er seine Habe verzockt, hat meist Schulden. Wo hat er sich Geld geliehen und nicht zurückgezahlt ..."
„Mit wem hat er als kommissarischer Leiter des Baudezernats gekungelt", warf Monika Landris ein.
„Und wer, in Gottes Namen, war der Mann, mit dem er sich im Casino unterhalten hat. War es ein zufälliger Bekannter? Ein Geldeintreiber? Ein Freund?" ergänzte Larsson.
Lasse Larsson dachte an das kommende Weihnachtsfest. Er hatte noch gar nicht daran gedacht, irgendetwas in dieser Richtung für seine Ermittlungsgruppe zu arrangieren. Wie auch. Bis vor zwei Tagen waren sie ja noch gar keine gemeinsame Ermittlungsgruppe.
„Was haben wir eigentlich in der Kasse, Karl?" fragte er.
Simons schaute ihn irritiert an.
„Ich meine in der Wettkasse, in die auch ich eingezahlt habe?"
„So um die dreihundert Euro", sagte er.

18.11.2006 um 17:44 Uhr

Rien ne va plus“, Lasse Larsson-Roman, 2. Fall, 4. Kapitel/1.Abschnitt

Stimmung: nachdenklich...
Musik: Bach. "Bist du bei mir..." mit Placido Domingo und Partnerin...

4. Kapitel/1.Abschnitt


Das Erste, was Lasse Larsson am Dienstag, dem 17. Dezember in seiner Dienststelle unangenehm auffiel, war der zweite Schreibtisch in seinem Büro.
Als er den beiden Kommissaren Andresen und Simons Monika Landris als vorläufige Mitarbeiterin ihrer Son-derkommission vorstellte und den Auftrag für die Aufstellung eines weiteren Schreibtisches in deren Zimmer veranlasste, hatte er einen Fehler gemacht; Andresen war verletzt, mehr über die Art, wie er es erfuhr, als die Tatsache an sich.
Und nun musste er feststellen, dass er das mit einer zweiten, weitaus größeren Fehlentscheidung vergessen machen wollte. Dabei hatte er übersehen, dass es schwer werden würde, den alten Zustand wieder herzustellen. Auf Dauer war er aber nicht bereit, seine Ruhe, die er beim Nachdenken brauchte und die nur ein separater Raum garantierte, aufzugeben.
Nun war an diesem ersten, gemeinsamen Tag Andresen zum Glück außerhalb beschäftigt, so dass er die Tragweite seiner Entscheidung stillschweigend in sich aufnehmen konnte, ohne dass ihn Andresen dabei beobachten konnte.
Es klopfte. Monika Landris steckte ihren Kopf zur Türe herein und fragte, ob er Kaffee wolle.
„Ich werde meinen Kaffee in Ihrem Büro nehmen. Da können wir gleich noch einmal über die Vorgehensweise sprechen."
Als er aufstand, klingelte das Telefon.
Maier war am anderen Ende der Leitung. „Wir waren gestern noch mal draußen in Heringsdorf und haben uns Fenster und Türen im Parterre der Kurklinik vorge-nommen. Es ist eine Seitenausgangstür geöffnet worden."
„Sind die Türen nicht gesichert?"
„Mit Ausnahme des Personaleinganges sind alle Schlösser von außen zugedeckelt."
„Also der Personaleingang ist die Schwachstelle," sagte Larsson.
„Das Kuriose ist, dass der Eingang mit einer Karte elektronisch geöffnet werden kann und im Computer der Name desjenigen erscheint, der das Gebäde betritt. In unserem Fall aber ist keine Meldung verzeichnet," sagte Paul Maier. „Es war nicht der Personaleingang."
„Nicht? Mit Gewalt? Das wäre doch kaum möglich", stellte Larsson fest."
„Nein, mit Gewalt ist dort nicht gearbeitet worden. Es war ein Fachmann, der Picking-Werkzeuge verwendet hat. Man kann heute ein komplettes Einbrecherwerkzeug für Spezialschließzylinder per Mail in Meckenbeuren ordern. Es kostet nicht einmal einen Tausender, um sogar elektrisch ein Spezialschloss öffnen zu können."
„Einbruch leicht gemacht, Paul?", stellte Larsson fest.
„Probieren Sie es selbst, Lasse. Geben Sie bei google Picking-Werkzeuge ein, bekommen Sie eine komplette Liste aller Möglichkeiten, einschließlich der Herkunfts-nachweise. Ich habe mir selbst bei der Firma in Bayern Werkzeuge bestellt, um Vergleiche anstellen zu können. Picking-Werkzeuge verursachen zwar Spuren im Schlüsselkanal und auf den Stiften. Eine Identifizierung ist selten möglich, aber eindeutige Spuren der Begehungsweise sind festzustellen, sodass ein Ausschluss des Vortäuschungsverdachtes möglich ist." Maier spielte genüsslich sein Fachwissen aus.
Larsson danke für die Information. Er beendete das Gespräch mit Maier und ging über den Flur ins Zimmer seiner Mitarbeiter. Der Duft frisch gebrühten Kaffees stieg ihm in die Nase und stimmte ihn versöhnlich.
„Es geht doch nichts über einen ordentlichen Kaffee", sagte er. „Gehen wir noch einmal die Protokolle durch, die von der Befragung der Kurgäste in den Nebenzimmern Ferdinand Huebners gemacht wurden."
Simons stand auf und holte einen Ordner aus dem Regal.
Monika Landris stellte eine Tasse vor Larsson ab und lachte ihm aufmunternd zu.
„Im Nebenzimmer zur rechten Seite wohnte ein sechsundsiebzigjähriger Mann aus Wanne-Eickel, der nichts gehört und nichts gesehen haben will. Ich glaube ihm, denn er ist so schwerhörig, dass er ohne sein Hörgerät fast alles vom Mund ablesen muss. Linksseitig hat eine flotte Sechzigerin, eine Frau Lindhorst aus Dresden, am Tag zuvor das Zimmer bezogen. Es ist ausgeschlossen, dass sie etwas damit zu tun hat", sagte Simons.

 

13.11.2006 um 17:07 Uhr

Rien ne va plus“, Lasse Larsson-Roman, 2. Fall, 3. Kapitel/3.Abschnitt

Stimmung: gut
Musik: Klassik-Radio - schon morgens gut!

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 3. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

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3. Kapitel/3.Abschnitt

„War der Mann alleine?" fragte Monika Landris.
„Eine Frau war nicht bei ihm. Ich sah ihn einmal im Durchgang mit einem Mann sprechen. Aber Sie müssen verstehen, ich muss mich auf meinen Tisch konzentrieren, nicht auf Besucher."
„Kannten Sie den Mann, mit dem der Gewinner sprach?"
Der Croupier schien zu überlegen. „Er war schon einige Male im Casino. Soweit ich mich erinnern kann, hat er aber nie nennenswert gewonnen."
„Hat er denn an diesem Abend erwähnenswert verloren?" fragte Simons.
„Er hat sicher verloren. Aber eine eindrucksvolle Summe gewiss nicht. Daran würde ich mich erinnern."
„Ich habe gefragt, ob Sie den Mann kannten", sagte Monika Landris. „Ich meinte damit, wissen Sie seinen Namen?"
„Nein."
Die beiden Beamten verabschiedeten sich von dem Croupier und fuhren zur Inspektion zurück.

Als sie angekommen waren, rief Simons im Internet die Seite Roulette und Unregelmäßigkeiten auf und kam zu einer Meldung der Austria Presse Agentur:
Klagenfurt. Drei Wochen nach dem Auffliegen von Malversationen (Unregelmäßigkeiten) im Casino Velden herrscht noch immer Unklarheit, wie es dazu kommen konnte, dass die Betrüger eine Magnetkugel ins Spiel bringen konnten. Die in Medien genannte Schadenssumme von 300.000 Euro wird von Casino-Direktor Othmar Resch nicht bestätigt.
Kurz vor Weihnachten war an einem so genannten Amerikanischen Roulettetische im Veldener Casino einem Croupier aufgefallen, dass die Kugel einen leicht geänderten „Lauf" hatte. Bei der genauen Untersuchung stellte sich heraus, dass sie entweder einen Magnetkern hat oder magnetisiert wurde. Sie wird derzeit von Spezialisten in Wien untersucht. „Für unsere Sicherheitstechniker ist eine Magnet-Roulettekugel etwas Neues", wird der Generaldirektor der Casinos Austria AG, Leo Wallner, am Sonntag in der „Kleinen Zeitung" zitiert.
Wie die echte Kugel gegen eine falsche ausgetauscht werden konnte, ist ebenfalls unklar. Resch schließt aus, dass ein Mitarbeiter des Casinos Velden seine Hände im Spiel hatte. Der Normalvorgang ist, dass vor Spielbeginn vom Chefcroupier die Kugeln und Jetons an den Tischen übergeben werden. Die Kugel kommt anschliessend in den so genannten Zylinder - das ist der Spielkessel mit den Feldern und den Zahlen - und wird bei jedem Spiel von einem Croupier eingeworfen.
Bei der Casinos Austria AG wird vermutet, dass zur Manipulation der Kugel ein zweites Gerät notwendig sei. Dieses dürften die Betrüger bei sich getragen haben. Denn am betreffenden Spieltisch war weder ein Magnet noch sonst eine Manipulation festgestellt worden. Die Magnetkugel selbst wird als „sehr gute" Fälschung bezeichnet und sieht einer Roulettekugel täuschend ähnlich.
Im Verdacht, Manipulationen vorbereitet, vielleicht sogar auch durchgeführt zu haben, stehen ein Österreicher und vier Deutsche. Sie sind vor Weihnachten nicht nur in Velden, sondern auch in den Casinos von Salzburg und Graz gesehen worden. In den beiden anderen Orten wurde jedoch bisher keine Manipulation festgestellt.
Betrüger wurden von Kärntner Spielerin beobachtet
Jene deutschen Spieler und ihr österreichischer Komplize, die sich jetzt als Betrüger heraus stellten, sind im Casino Velden über mehrere Wochen hindurch von einer Kärntner Spielerin beobachtet worden, ohne dass diese zu diesem Zeitpunkt etwas von den Betrügereien ahnte. Die Kärntnerin ist sich auch sicher, dass die Bande einen ziemlich hohen Gewinn einstreifen konnte. „Die Männer sind sehr schlau vorgegangen", sagte die Kärntner Casino-Besucherin, die ungenannt bleiben will, am Sonntag im Gespräch mit der APA.
Demnach hätten die drei Deutschen jeden Abend an verschiedenen Tischen gespielt, während ihr österreichischer Komplize „nur herum gestanden ist und beobachtet hat". Die Männer hätten noch nicht mir allzu hohen Einsätzen gespielt und auch nicht hoch gewonnen. „Sie haben vermutlich nur auf den günstigen Zeitpunkt gewartet, die Roulette-Kugel austauschen zu können", meinte die Kärntner Spielerin.
Als ihnen an einem Amerikanischen Tisch - sie sind kleiner als die französischen Tische und das Spiel läuft viel schneller ab - der Tausch der Roulette-Kugel gelungen war, habe sich nach Angaben der Kärntnerin das Spielverhalten der Deutschen schlagartig geändert. „Vor allem einer von ihnen, ein schlanker Mann um die 50, hat plötzlich sehr hoch gespielt und auch viel gewonnen". Der Mann sei ihr aber nicht nur durch seine hohen Gewinne, sondern auch durch seine primitive Ausdrucksweise aufgefallen. „Wenn er einmal, auch schon vor dem Kugel-Tausch, verloren hat, gebrauchte er lautstark unflätige Schimpfwörter", sagte die Kärntner Spielerin.
Wie die Frau weiter schilderte, hätten die Deutschen zumeist die „Kleine Serie" gespielt. Dabei handelt es sich um zwölf Zahlen, die auf dem Roulette-Zylinder hintereinander angeordnet sind. Auch hätten die Betrüger, wenn sie gewannen, sehr oft „Paroli" geboten, also um den doppelten Einsatz gespielt. Die Kärntnerin will auch beobachtet haben, dass innerhalb von zwei Tagen zwei Mal an einem der Tische „nachgefüllt" werden musste, das heisst, dass auf Grund des hohen Gewinnes von Spielern neue Jetons herbei geschafft werden mussten.
Die Kärntnerin, seit vielen Jahren Stammgast im Casino Velden, hat auch eine Theorie, wie die Betrüger die Roulette-Kugel ausgetauscht hätten. „Es passiert jeden Abend zwei bis drei Mal an einem Tisch, dass eine Roulettekugel heraus springt und auf den Tisch oder auf den Boden fällt". Auf ein solches Ereignis hätten die Betrüger ganz offensichtlich geduldig tage- und wochenlang gewartet. „Sie haben darauf gelauert, bis die Kugel auf den Boden fiel, sie dann blitzschnell gegen ihre eigene manipulierte Kugel ausgetauscht und diese dem Croupier gereicht", ist sich die Kärntnerin sicher.
Konkret habe wahrscheinlich jeder der drei Deutschen und der Österreicher eine manipulierte Kugel bei sich gehabt. „Jener, der am nächsten stand, hat sich dann nach der Kugel gebückt, die auf den Boden gefallen ist, und sie vertauscht", glaubt die Kärntnerin. Sie ist sich auf Grund der professionellen Vorgangsweise der Betrüger sicher, dass diese auch schon in deutschen Casinos ihr Unwesen getrieben haben. „Nur ist ihnen bisher, außer in Velden, noch niemand drauf gekommen", meinte die Frau.

Simons druckte die Meldung aus und legte sie Monika Landris auf den Tisch.
„Nehmen wir einmal an, Pfleiderer hätte Komplizen, dann wäre eine Manipulation möglich", sagte er. „Wie denken Sie darüber?"
Monika Landris schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht daran. Wir müssten mal prüfen, wie viele große Summen überhaupt gewonnen wurden und in welchen Abständen."
„Und die Konten Pfleiderers", sagte Simons.
„Ja, die auch."
Es war fast achtzehn Uhr, als die Beiden zu Lasse Larssons Büro gingen, um Bericht zu erstatten.
„Wir sind unterschiedlicher Meinung in der Beurteilung unserer Recherchen", sagte Simons.
Larsson lachte.
„Das soll vorkommen, Karl. Oder glaubst du, ich wäre immer der Meinung von Rolf, Inge oder dir gewesen? Ich habe mir eure Meinungen angehört, sie mit meiner verglichen, versucht herauszufinden, warum sie so different zu meiner Beurteilung der Sachlage war und erst nach dieser Analyse entschieden."
„Ich denke, es besteht die Möglichkeit, dass manipuliert wurde", sagte Simons.
Larsson schaute Monika Landris an und fragte: „Und Sie? Zu welcher Einschätzung kommen Sie?"
„Ich denke, dass er nicht betrügen würde. Jedenfalls gibt es gar keine Anzeichen dafür. Ich sagte schon zu meinem Kollegen, wir müssten mal prüfen, wie viele große Summen überhaupt gewonnen wurden und in welchen Abständen."
„Und die Konten Pfleiderers", sagte Simons beharrlich.
„Gut, dann hat jeder von euch einen Grund in seine Richtung zu recherchieren, Sie Frau Landris werden Ihre Recherchen dahin führen, dass Sie die Abstände der großen Gewinne überprüfen. Und du Karl wirst versuchen herauszufinden, ob zwischen dem Croupier und Ferdinand Huebner irgendeine Verbindung bestand. Die könnte natürlich aus der Zeit stammen, als dieser Pfleiderer noch in Baden-Baden arbeitete. Und das trifft auch für den Mann zu, dessen Namen der Croupier zwar nicht wusste, der aber hin und wieder die Heringsdorfer Spielbank besucht hat."
Andresen kam herein. Er hatte noch irgendwas im Haus zusammengesucht, was er glaubte, für seinen Platz zu brauchen.
„Ich gehe jetzt nach Hause, Lasse. Und morgen bin ich erst einmal nicht da. Ich fahre zum Finanzamt, um dort etwas über die ‚PPJB-Finanzservise GmbH' zu erfahren."
„Wir gehen jetzt alle in den Feierabend", sagte Larsson. „Überstunden machen wir gern, aber nur, wenn sie unbedingt notwendig sind."

13.11.2006 um 09:13 Uhr

Rien ne va plus“, Lasse Larsson-Roman, 2. Fall, 3. Kapitel/3.Abschnitt

Stimmung: gut
Musik: Klassik-Radio - schon morgens gut!

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 3. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

033102bigblink_1_prv
3. Kapitel/2.Abschnitt

„War der Mann alleine?" fragte Monika Landris.
„Eine Frau war nicht bei ihm. Ich sah ihn einmal im Durchgang mit einem Mann sprechen. Aber Sie müssen verstehen, ich muss mich auf meinen Tisch konzentrieren, nicht auf Besucher."
„Kannten Sie den Mann, mit dem der Gewinner sprach?"
Der Croupier schien zu überlegen. „Er war schon einige Male im Casino. Soweit ich mich erinnern kann, hat er aber nie nennenswert gewonnen."
„Hat er denn an diesem Abend erwähnenswert verloren?" fragte Simons.
„Er hat sicher verloren. Aber eine eindrucksvolle Summe gewiss nicht. Daran würde ich mich erinnern."
„Ich habe gefragt, ob Sie den Mann kannten", sagte Monika Landris. „Ich meinte damit, wissen Sie seinen Namen?"
„Nein."
Die beiden Beamten verabschiedeten sich von dem Croupier und fuhren zur Inspektion zurück.

Als sie angekommen waren, rief Simons im Internet die Seite Roulette und Unregelmäßigkeiten auf und kam zu einer Meldung der Austria Presse Agentur:

Klagenfurt. Drei Wochen nach dem Auffliegen von Malversationen (Unregelmäßigkeiten) im Casino Velden herrscht noch immer Unklarheit, wie es dazu kommen konnte, dass die Betrüger eine Magnetkugel ins Spiel bringen konnten. Die in Medien genannte Schadenssumme von 300.000 Euro wird von Casino-Direktor Othmar Resch nicht bestätigt.
Kurz vor Weihnachten war an einem so genannten Amerikanischen Roulettetische im Veldener Casino einem Croupier aufgefallen, dass die Kugel einen leicht geänderten „Lauf" hatte. Bei der genauen Untersuchung stellte sich heraus, dass sie entweder einen Magnetkern hat oder magnetisiert wurde. Sie wird derzeit von Spezialisten in Wien untersucht. „Für unsere Sicherheitstechniker ist eine Magnet-Roulettekugel etwas Neues", wird der Generaldirektor der Casinos Austria AG, Leo Wallner, am Sonntag in der „Kleinen Zeitung" zitiert.
Wie die echte Kugel gegen eine falsche ausgetauscht werden konnte, ist ebenfalls unklar. Resch schließt aus, dass ein Mitarbeiter des Casinos Velden seine Hände im Spiel hatte. Der Normalvorgang ist, dass vor Spielbeginn vom Chefcroupier die Kugeln und Jetons an den Tischen übergeben werden. Die Kugel kommt anschliessend in den so genannten Zylinder - das ist der Spielkessel mit den Feldern und den Zahlen - und wird bei jedem Spiel von einem Croupier eingeworfen.
Bei der Casinos Austria AG wird vermutet, dass zur Manipulation der Kugel ein zweites Gerät notwendig sei. Dieses dürften die Betrüger bei sich getragen haben. Denn am betreffenden Spieltisch war weder ein Magnet noch sonst eine Manipulation festgestellt worden. Die Magnetkugel selbst wird als „sehr gute" Fälschung bezeichnet und sieht einer Roulettekugel täuschend ähnlich.
Im Verdacht, Manipulationen vorbereitet, vielleicht sogar auch durchgeführt zu haben, stehen ein Österreicher und vier Deutsche. Sie sind vor Weihnachten nicht nur in Velden, sondern auch in den Casinos von Salzburg und Graz gesehen worden. In den beiden anderen Orten wurde jedoch bisher keine Manipulation festgestellt.
Betrüger wurden von Kärntner Spielerin beobachtet
Jene deutschen Spieler und ihr österreichischer Komplize, die sich jetzt als Betrüger heraus stellten, sind im Casino Velden über mehrere Wochen hindurch von einer Kärntner Spielerin beobachtet worden, ohne dass diese zu diesem Zeitpunkt etwas von den Betrügereien ahnte. Die Kärntnerin ist sich auch sicher, dass die Bande einen ziemlich hohen Gewinn einstreifen konnte. „Die Männer sind sehr schlau vorgegangen", sagte die Kärntner Casino-Besucherin, die ungenannt bleiben will, am Sonntag im Gespräch mit der APA.
Demnach hätten die drei Deutschen jeden Abend an verschiedenen Tischen gespielt, während ihr österreichischer Komplize „nur herum gestanden ist und beobachtet hat". Die Männer hätten noch nicht mir allzu hohen Einsätzen gespielt und auch nicht hoch gewonnen. „Sie haben vermutlich nur auf den günstigen Zeitpunkt gewartet, die Roulette-Kugel austauschen zu können", meinte die Kärntner Spielerin.
Als ihnen an einem Amerikanischen Tisch - sie sind kleiner als die französischen Tische und das Spiel läuft viel schneller ab - der Tausch der Roulette-Kugel gelungen war, habe sich nach Angaben der Kärntnerin das Spielverhalten der Deutschen schlagartig geändert. „Vor allem einer von ihnen, ein schlanker Mann um die 50, hat plötzlich sehr hoch gespielt und auch viel gewonnen". Der Mann sei ihr aber nicht nur durch seine hohen Gewinne, sondern auch durch seine primitive Ausdrucksweise aufgefallen. „Wenn er einmal, auch schon vor dem Kugel-Tausch, verloren hat, gebrauchte er lautstark unflätige Schimpfwörter", sagte die Kärntner Spielerin.
Wie die Frau weiter schilderte, hätten die Deutschen zumeist die „Kleine Serie" gespielt. Dabei handelt es sich um zwölf Zahlen, die auf dem Roulette-Zylinder hintereinander angeordnet sind. Auch hätten die Betrüger, wenn sie gewannen, sehr oft „Paroli" geboten, also um den doppelten Einsatz gespielt. Die Kärntnerin will auch beobachtet haben, dass innerhalb von zwei Tagen zwei Mal an einem der Tische „nachgefüllt" werden musste, das heisst, dass auf Grund des hohen Gewinnes von Spielern neue Jetons herbei geschafft werden mussten.
Die Kärntnerin, seit vielen Jahren Stammgast im Casino Velden, hat auch eine Theorie, wie die Betrüger die Roulette-Kugel ausgetauscht hätten. „Es passiert jeden Abend zwei bis drei Mal an einem Tisch, dass eine Roulettekugel heraus springt und auf den Tisch oder auf den Boden fällt". Auf ein solches Ereignis hätten die Betrüger ganz offensichtlich geduldig tage- und wochenlang gewartet. „Sie haben darauf gelauert, bis die Kugel auf den Boden fiel, sie dann blitzschnell gegen ihre eigene manipulierte Kugel ausgetauscht und diese dem Croupier gereicht", ist sich die Kärntnerin sicher.
Konkret habe wahrscheinlich jeder der drei Deutschen und der Österreicher eine manipulierte Kugel bei sich gehabt. „Jener, der am nächsten stand, hat sich dann nach der Kugel gebückt, die auf den Boden gefallen ist, und sie vertauscht", glaubt die Kärntnerin. Sie ist sich auf Grund der professionellen Vorgangsweise der Betrüger sicher, dass diese auch schon in deutschen Casinos ihr Unwesen getrieben haben. „Nur ist ihnen bisher, außer in Velden, noch niemand drauf gekommen", meinte die Frau.

Simons druckte die Meldung aus und legte sie Monika Landris auf den Tisch.
„Nehmen wir einmal an, Pfleiderer hätte Komplizen, dann wäre eine Manipulation möglich", sagte er. „Wie denken Sie darüber?"
Monika Landris schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht daran. Wir müssten mal prüfen, wie viele große Summen überhaupt gewonnen wurden und in welchen Abständen."
„Und die Konten Pfleiderers", sagte Simons.
„Ja, die auch."
Es war fast achtzehn Uhr, als die Beiden zu Lasse Larssons Büro gingen, um Bericht zu erstatten.
„Wir sind unterschiedlicher Meinung in der Beurteilung unserer Recherchen", sagte Simons.
Larsson lachte.
„Das soll vorkommen, Karl. Oder glaubst du, ich wäre immer der Meinung von Rolf, Inge oder dir gewesen? Ich habe mir eure Meinungen angehört, sie mit meiner verglichen, versucht herauszufinden, warum sie so different zu meiner Beurteilung der Sachlage war und erst nach dieser Analyse entschieden."
„Ich denke, es besteht die Möglichkeit, dass manipuliert wurde", sagte Simons.
Larsson schaute Monika Landris an und fragte: „Und Sie? Zu welcher Einschätzung kommen Sie?"
„Ich denke, dass er nicht betrügen würde. Jedenfalls gibt es gar keine Anzeichen dafür. Ich sagte schon zu meinem Kollegen, wir müssten mal prüfen, wie viele große Summen überhaupt gewonnen wurden und in welchen Abständen."
„Und die Konten Pfleiderers", sagte Simons beharrlich.
„Gut, dann hat jeder von euch einen Grund in seine Richtung zu recherchieren, Sie Frau Landris werden Ihre Recherchen dahin führen, dass Sie die Abstände der großen Gewinne überprüfen. Und du Karl wirst versuchen herauszufinden, ob zwischen dem Croupier und Ferdinand Huebner irgendeine Verbindung bestand. Die könnte natürlich aus der Zeit stammen, als dieser Pfleiderer noch in Baden-Baden arbeitete. Und das trifft auch für den Mann zu, dessen Namen der Croupier zwar nicht wusste, der aber hin und wieder die Heringsdorfer Spielbank besucht hat."
Andresen kam herein. Er hatte noch irgendwas im Haus zusammengesucht, was er glaubte, für seinen Platz zu brauchen.
„Ich gehe jetzt nach Hause, Lasse. Und morgen bin ich erst einmal nicht da. Ich fahre zum Finanzamt, um dort etwas über die ‚PPJB-Finanzservise GmbH' zu erfahren."
„Wir gehen jetzt alle in den Feierabend", sagte Larsson. „Überstunden machen wir gern, aber nur, wenn sie unbedingt notwendig sind."

13.11.2006 um 09:13 Uhr

Rien ne va plus“, Lasse Larsson-Roman, 2. Fall, 3. Kapitel/3.Abschnitt

Stimmung: gut
Musik: Klassik-Radio - schon morgens gut!

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

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04.11.2006 um 09:17 Uhr

Rien ne va plus“, Lasse Larsson-Roman, 2. Fall, 3. Kapitel/2.Abschnitt/Rev.

Stimmung: gut
Musik: noch immer Mozart

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 3. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

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3. Kapitel/2.Abschnitt

Auf dem Gang traf Larsson Andresen, der vom Hausmeister zurückkam.
„Stell, dir vor, Förtsch meinte, wir könnten doch bis nach den Feiertagen warten. Er habe im Augenblick keine Hilfe zum Tragen."
Larsson lachte laut auf. „Hausmeister müsste man sein!"
„Ich hole mir Karl und dann machen wir das selbst. Förtsch sucht inzwischen ein einigermaßen ordentliches Teil heraus."
Andresen verschwand im Büro, und Larsson ging zu der kleinen Küche, die am Ende des Ganges untergebracht war und den einzelnen Abteilungen zum Kaffeekochen diente.
Gerade lief eine neue Füllung in eine der Thermoskannen. Larsson erkannte, dass es die Kanne seiner Abteilung war. Er nahm sich eine Tasse und war gerade dabei, den Fluss zu unterbrechen, um die Tasse zu füllen, als Monika Landris kam.
„Sie hätten es sagen können, Hauptkommissar. Ich wäre mit der Kanne bei Ihnen vorbeigekommen!"
Larsson schaute sie an. Einen Augenblick durchfuhr ihn der Gedanke an das Wochenende. Nachdem er am Freitag vom Brauhaus nach Hause gelaufen war, hatte er ein Stück Xerxes von Händel gehört. Es war eine Aufnahme mit Elisabeth Schwarzkopf aus den fünfziger Jahren. Der Alkohol hatte sich bemerkbar gemacht, denn nach dem wunderbar intonierten Ombra mai fu war er prompt eingeschlafen.
Es war schon nach drei Uhr, als er erwachte und endlich zu Bett ging. Das Licht brannte, die Disc war längst abgelaufen und er spürte empfindlich die Nachwirkungen, die sich vom Klaren, gepaart mit jeweils einem Pils, nunmehr bemerkbar machten.
Andresen wiederum hatte sein Auto stehen gelassen und war mit einem Taxi nach Hause gefahren; Larsson empfand das als die logische Konsequenz eines Polizisten. Er hatte sich am Sonnabend versucht auszumalen, wie die Inquisitoren Andresen empfangen hatten, und war bemüht, diesen Gedanken bei einem Alka Selzer schnell zu verdrängen.
Am Sonnabend Nachmittag hatte er mehrere Stunden gelesen. Liebe zu Zeiten der Cholera war ein ihn faszinierendes Buch. Was selten vorkam, vermochte die blumige Prosa des Gabriel Garcia Márquez. Sie zog ihn so in den Bann, dass er alles um sich herum vergaß. Auch, dass er eigentlich am Abend versuchen wollte, irgendwo eine Frau kennen zu lernen, war vergessen. Am Sonntag war dann das Wetter so schlecht, dass er ebenfalls zu Hause blieb. Er wusste nicht, zum wievielten Male er daran dachte, dass das Leben an ihm vorbeilief. Aber er dachte in diesem Augenblick mit der gleichen Wehmut daran wie immer.
„Sie sind nicht hier, um mir Kaffee zu bringen", sagte Larsson und lächelte Monika Landris an. „Hier macht sich jeder selber seinen Kaffee. Es sei denn, jemand aus der Gruppe hat schon Kaffee gekocht."
Er nahm seine volle Tasse und ging zu seinem Büro. Andresen war noch nicht da und so fuhr Larsson erst einmal seinen Computer an und rief die Wingdings auf, die er am Freitag angelegt hatte. Fast hätte er bereut, dass er die beiden letzten Bilder, das Wingding mit dem Kreuz und den beiden Buchstaben F. und H. und den Sensenmann gelöscht hatte. Doch dann rief er die Sicherungsdatei auf und fand alles so vor, wie er es angelegt hatte.
Draußen auf dem Gang hörte er die Stimmen seiner Mitarbeiter. Die Tür wurde aufgestoßen. Andresen und Simons schleppten den Schreibtisch herein. Haumeister Förtsch trug den Stuhl.
„Wir brauchen auch einen Computer", sagte Larsson.
„Und alles möglichst vorgestern!", stellte Förtsch fest.
„Genau", sagte Simons.
Förstch merkte, dass er hier nichts mit irgendwelcher Nörgelei bewirken würde und trollte sich.
Andresen lief zwischen den Büros hin und her, um seine Sachen umzuräumen.
Erst gegen zehn Uhr erreichte Monika Landris in der Zentrale der Ostseespielbanken jemanden, der ihm Auskunft und eine Telefonnummer gab. Dann rief sie den Mitarbeiter, der als Spielleiter fungierte, an und erfuhr die Telefonnummer des Croupiers, der nicht zur Arbeit erschienen war. Sie rief auch ihn an. Er hatte eine Wohnung in Bansin. Nachdem sie sich angemeldet hatte, machte sie sich, zusammen mit Simons auf, den Mann zu besuchen.
Als Andresen sich schließlich eingerichtet und der Hausmeister einen Computer installiert hatte, bemühte er sich, nach Eintragungen im Fall ‚PPJB-Finanzservise GmbH' zu suchen. Bisher war die Gesellschaft nicht aufgefallen. Jørgen Bagh war sauber. Peter Petersen hatte zwei Eintragungen wegen zu schnellen Fahrens mit seinem Auto und einer dreimonatigen Fahrsperre, die er wohl eingehalten hatte.
Maier rief an, sagte, dass Simons von ihm verlangen würde, die Parterretüren der Kurklinik zu untersuchen. Ob das wohl rechtens sei.
Larsson bestätigte die Anweisung.
Maier fluchte auf seine Art: „Hier strotzt die Backe voller Saft; da hängt die Hand, gefüllt mit Kraft. Die Kraft, infolge der Erregung, verwandelt sich in Schwungbewegung. Bewegung, die in schnellem Blitze zur Backe eilt, wird hier zu Hitze. Ohrfeige heißt man diese Handlung, der Forscher nennt es Kraftverwandlung."
Ohne etwas zu entgegnen legte Larsson auf.

Simons und Monika Landris waren nach Bansin gefahren. Der Croupier Johann Pfleiderer, war ein gebürtiger Schwabe, den es nach der Eröffnung der Spielbank aus dem Casino in Baden-Baden nach Heringsdorf gezogen hatten. Ehemalige Arbeitskollegen behaupteten, man habe ihn abgeworben, um den Betrieb an der Ostsee in Schwung zu bringen.
Pfleiderer bewohnte eine Wohnung in einem Einfamilienhaus. Er war komfortabel, für einen Junggesellen äußerst geschmackvoll eingerichtet.
„Der Gewinner", sagte er auf die Frage von Monika Landris nach dem Hergang des Spieles, das Ferdinand Huebner die stolze Summe von sechsunddreißigtausend Euro beschert hatte, „war ein alter Hase. Man sieht das an jeder Bewegung, am Spiel seiner Augen. Wie ein Mann die Kugel verfolgt, ob er einen gehetzten, nervösen Eindruck macht oder cool wartet, bis die Kugel ihr Ziel erreicht hat. Ein erfahrener Croupier fühlt, ob er es mit einem Reichen zu tun hat, der ein Vermögen aus der Portokasse verspielt oder mit einem Hasardeur, der den letzten Hemdenknopf setzt."
„Der Mann, der gewonnen hat", mischte Simons sich ein, „war das Ihrer Meinung nach ein Reicher?"
„Eher nicht. Er spielte zuerst Black Jack und kam dann später an meinen Tisch, um einen relativ kleinen Gewinn zu setzen."
„Wie klein?" fragte Simons.
„Zweihundert Euro oder geringfügig mehr."
„Wann kam er an Ihren Tisch?" fragte Monika Landris.
„Vielleicht so gegen eins."
„Und dann hat er gleich gewonnen?" Simons tat einen Augenblick erstaunt.
„Nein, er hat zweimal kleinere Summen verloren und setzte dann einen Tausender auf Sieben rot, die prompt kam."
„Zufall oder Manipulation? Gibt es Manipulationen beim Roulette?"
Johann Pfleiderer lachte. „Sie sehen zu viele Krimis, Herr Kommissar. Na ja, Manipulationen hat es schon gegeben."
„Wie funktioniert eine solche Manipulation?" fragte Simons.
„Im Februar 1999 ging die Meldung durch die Presse Manipulierter Kessel in Hittfeld."
Als Pfleiderer einen Augenblick schwieg, bohrte Monika Landris nach: „Sie werden sich doch sicher erinnern, was in der Meldung stand?"
„Beamte des LKA Niedersachsen beschlagnahmten einen Roulette-Kessel, weil der Verdacht der Manipulation offensichtlich war", sagte Pfleiderer.
„Und?"
„Über einen längeren Zeitraum hinweg seien die Einspielergebnisse am umsatzstärksten Permanenztisch deutlich rückläufig gewesen. Außerdem gab es Gerüchte aus der Szene, die nach einiger Zeit auch der Spielbankaufsicht nicht verborgen blieben."
„Aus der Szene ...", sagte Simons.
„Ja. Die Spieler sind ein eigenes Völkchen. Sie brauchen den Kick. Barfuß oder Lackschuh!"
„Darauf könnte ich verzichten", sagte Monika Landris.
„Man hat die Sache deshalb auf wissenschaftlichem Wege anhand der Permanenz-Zahlen dieses Tisches analysiert. Und tatsächlich, die Permanenz der Monate Dezember 1998 und teilweise Januar 1999 wies Besonderheiten auf, die nicht mehr als zufällig eingestuft werden konnten. So erschien die Zahl achtzehn im Monat Dezember siebenundneunzig Mal öfter, als durchschnittlich zu erwarten war. Das entsprach der sechsfachen Standardabweichung. Zum Vergleich: In zehn geprüften Permanenz-Jahren lag die Standardabweichung der einzelnen Plein-Nummern je Monat durchweg in einem Bereich zwischen ein- und etwa dreifach."
„Wie kann man das eigentlich errechnen?", fragte Simons.
„Die Standardabweichung errechnet sich aus der Wurzel der Gesamtcoups geteilt durch beteiligte Chancen mal Nichttrefferwahrscheinlichkeit. Am Beispiel Hittfeld, hier hatte die Permanenz des Monates Dezember 1998 9802 Gesamtcoups. Der Mittelwert errechnet sich aus der Formel 9802 x 1137 (Trefferwahrscheinlichkeit) = 265. Die Standardabweichung beträgt l(265x36137) = etwa 16. Ohne Manipulation am Kessel wäre die Streuung der Häufigkeiten im Bereich der 3Sigma-Schranke (3o> verblieben oder hätte diesen nur geringfügig verlassen. Danach hätte sich die Häufigkeit aller einzelnen Plein-Nummern im Bereich zwischen etwa 215 bis 315 Erscheinungen im Dezember 1998 bewegen müssen. Tatsächlich lag die Streubreite jedoch zwischen 207 und 363."
„Das sind bömische Dörfer für mich", stellte Simonsest, „aber irgendwie wird es schon seine Richtigkeit haben."
„Na ja, de Zahl 18 erschien also im Dezember 97 x öfter als durchschnittlich zu erwarten. Das sind etwa 50 Erscheinungen zu viel, wahrscheinlich sogar mehr, wenn man davon ausgeht, dass die 18 nicht unbedingt der Favorit geworden wäre."
„Wie hatte man manipuliert?", fragte Monika Landris.
„Wie ich schon sagte, am Kessel. Auch ohne die Untersuchung des Kessels durch das LKA liegt jetzt nahe, zwischen welchen Zahlenfächern der Steg im Kessel verändert wurde: Zwischen der Zahl 18 und dem benachbarten Fach der 22. Die Plein-Nummer 22 lag mit nur 207 Erscheiungen ebenfalls außerhalb des üblichen Zufallsbereiches (-3,5 Sigma) und war die deutlich schwächste Zahl. Maßgeblich zuungunsten der 22 konnte sich somit die sechsfache Standardabweichung bei der extrem bevorzugten Nachbarzahl 18 ergeben. Echten Schaden könnten Grilleau-Spieler erlitten haben, die gegen vermeintliche natürliche Spannungen gesetzt haben. Auch aus diesem Grunde ist es empfehlenswerter, sich stets der Tendenz bzw. den favorisierten Chancen anzupassen. Dann wird man an frisierten Kesseln wohl eher mit von der Ungleichverteilung profitieren können."
„Und gegen solche Beeinflussungen kann man nichts machen?", fargte Simons.
„So gut wie sicher vor Manipulationen kann man nur in Wiesbaden und Hamburg sein. Die Kessel bestehen aus einem Edelstahlblock, in dem die unbeweglichen Stege mit einem Hundertstel Milimeter Genauigkeit ausgefräst wurden", sagte Pfleiderer.
„Wie viel Schaden kann man mit einem solch manipulierten Kessel anrichten?", fragte Simons.
„Na ja, wer Bescheid wusste und über den Monat hinweg ständig mit Maximum am fünfer-Tisch zweihundert Mark pro Satz auf die Zahl achtzehn setzte,  hätte knapp  sechshunderttausend Mark Gewinn machen können.  Für die Angestellten wäre dabei die Kleinigkeit von zweiundsiebzigtausendvierhundert Mark an Trinkgeld herausgesprungen."
„Und diese Veränderungen am Kessel wären bei Ihnen auch möglich gewesen?", fragte Simons.
„In Theorie schon."
„Und in Praxis?", fragte Monika Landris.
„Hätten eine Menge Leute eingeweiht werden und mitmachen müssen. Das bedeutet eine derart große Gefahr, entdeckt zu werden, dass Sie bei uns in Heringsdorf keinen finden würden, der einen Freifahrtschein für den Knast lösen würde."   „Wissen Sie, wann der Gewinner gegangen ist?" Simons sah den Croupier durchdringend an.
„Ich würde sagen gegen halb zwei in der Nacht. Es war jedenfalls nicht mehr lange hin bis zum Feierabend."

31.10.2006 um 12:54 Uhr

Rien ne va plus, 3. Kapitel/1.Abschnitt

von: buchfinder   Kategorie: Lasse Larsson, Kripo Heringsdorf   Stichwörter: Mord, pur

Stimmung: saumäßig gut
Musik: Klassik-Radio - immer gut

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 3. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

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3. Kapitel/1.Abschnitt


Das Wetter hatte sich verschlechtert. Ein feiner Regen fiel durch den Nebelschleier und gefror sofort.
Das Blitzeis machte sich auch den Autofahrern bemerkbar; zwei Unfälle hatte Lasse Larsson auf der kurzen Strecke von seinem kleinen Haus bis zur Polizeiinspektion in der Seestraße registriert. Die Kollegen der Bereitschaftspolizei hatten alle Hände voll damit zu tun, die Unfallstellen zu sichern und die Unfälle aufzunehmen.
Andresen kam kurz nach ihm auf den Hof gefahren. Lasse Larsson sah vom Fenster des Flures, wie sich sein Kollege mühte und um ein Haar gegen die Einfahrt und einen anderen Wagen gerutscht wäre. An einem solchen Tag würde man gut daran tun, im Bett zu bleiben, dachte er.
Er ging zum Büro seiner Mitarbeiter. Simons war schon da und er fühlte sofort, wie der Monika Landris denn Hof machte.
„Guten Morgen, Kollegen", sagte Larsson und zu Simons: „Ich hoffe, du vergisst das Arbeiten nicht, nur weil eine Frau in deiner Nähe ist, Karl!"
Karl Simons fühlte sich ertappt. Die Ankunft Andresens verschonte ihn, eine entlastende Floskel in den Raum zu stellen.
„Jetzt hätte es bald doch noch auf dem Hof geklappt", sagte Andresen, „und ich hätte mein eigenes Auto verschrammt und ein zweites beschädigt."
„Ich habe es gesehen", sagte Larsson. „Bei dem Wetter kann man gar nicht vorsichtig genug sein."
Er zögerte einen Augenblick, denn sagte er: „Frau Landris bekommt übergangsweise Rolfs Schreibtisch."
„Sie kann doch Inges Schreibtisch nehmen, der steht leer herum, seit sie weg ist", warf Simons ein.
„Na gut. Mir ist es egal. Aber Rolf zieht erst einmal zu mir rüber. Jedenfalls für diesen einen Fall."
Larsson sagte nicht, dass sie vorerst beide Fälle parallel bearbeiten würden. Je weniger von seiner Entscheidung wussten, umso weniger bestand die Gefahr, dass Kruse etwas zugetragen wurde, was Ärger bereiten würde.
„Ich kümmere mich darum, dass der Hausmeister einen Schreibtisch bringt", sagte Andresen und verließ den Raum.
„Warst du am Freitag noch im Casino, Karl?", fragte Larsson.
„Natürlich. Der Croupier, der an dem Spieltisch Dienst hatte, wo der sechsunddreißigtausend Euro Gewinn realisiert wurde, hat sich krank gemeldet."
„Dann bist du sicher zu ihm hingefahren?"
„Es war Freitag Nachmittag!"
„Ist das üblich?", fragte Larsson. „Ich meine, ist es üblich, dass sich Croupiers krank melden, unmittelbar, nachdem ein solcher Gewinn zu verzeichnen ist?"
Simons hob die Schultern.
Monika Landris sagte: „Eine Spielbank muss damit rechnen, dass auch einmal größere Gewinne anfallen. Ich glaube nicht, dass ein Croupier deshalb nicht zur Arbeit kommt."
Larsson schaute sie an und sagte lächelnd: „Ihr Vertrauen in allen Ehren Kollegin, aber jetzt haben Sie sich gerade dafür qualifiziert, die Adresse des Croupiers herauszukriegen. Anschließend fahren Sie mit Karl zu dem Mann und befragen ihn!"
„Die Spielbank macht erst um vierzehn Uhr auf", warf Simons ein.
„Und?" Larsson schaute Monika Landris an. „Haben Sie eine Antwort darauf?"
„Ich rufe zuerst in der Zentrale der Ostseespielbanken in Stralsund an. Möglicherweise können die mir weiterhelfen!"
„Willkommen im Club", sagte Larsson. „Die Frau ist bei uns richtig!"
Und zu Simons gewandt: „Hast du alle Türen im Erdgeschoss der Kurklinik geprüft?"
„Ich dachte, die KT hat das gemacht."
„Ruf Maier an, wenn das nicht der Fall war, soll die KT noch einmal anrücken und alle Schlösser im Erdgeschoss untersuchen.
„Lasse hat verdammt schlechte Laune", stellte Simons fest, als Larsson gegangen war. „Warum er die nur an mir auslässt?"
Monika lächelte und hob die Schultern, sagte aber nichts dazu.

 

 

 

 

 

 

 

19.10.2006 um 16:59 Uhr

Wahnsinn - auf das Schiff, das in meinem Roman...

von: buchfinder   Kategorie: Lasse Larsson, Kripo Heringsdorf   Stichwörter: Schüsse, auf, Schiff

Stimmung: Nachdenklich...

Wahnsinn!

Auf das Schiff, das in meinem Roman...

 

eine Rolle spielt, ist geschossenworden!

Polnischer Zoll an Bord nötigte Kapitän!

Kapitän flüchtete daraufhin in deutsches Hoheitsgewässer und legte an Heringsdorfer Seebrücke an! 

Bin Gespannt, was da rauskommt???

18.10.2006 um 13:35 Uhr

Rien ne va plus, 2.Kap./2.Absch.

von: buchfinder   Kategorie: Lasse Larsson, Kripo Heringsdorf   Stichwörter: Mord, pur

Stimmung: gut und ausgeglichen...
Musik: Klassik Radio - ein herrlicher Sender (tagsüber)

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

 

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 2. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

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Wenn ein Kriminalroman an der Ostsee spielt, können Schiffe nicht fehlen.

Hier die Adler-Dania der Adler-Reederei

 

und ein imposanter Schoner aus Holland.

98034

 

2. Kapitel/2.Abschnitt


„Lass mich raten. Er hatte es verzockt?" fragte Larsson.
Karl Simons nickte. „Er hat sich kaum um den Laden ge-kümmert, hat die angeschlossene Tankstelle sofort geschlos-sen. Der angestellte Tankwart hätte sich am Geld bedient, ließ er verlauten. Genaueres konnte polizeilicherseits aber nicht ermittelt werden. Es war wohl mehr eine Schutzbehaup-tung. Dann verkaufte er Autos ..."
„Das sollte üblich sein, wenn man einen solchen Laden be-treibt!", sagte Lasse Larsson.
„Natürlich, aber nicht unter Preis!"
„Unter Preis?"
„Er war dafür bekannt. Einem Kellner im Restaurant der Spielbank in Konstanz hatte er einen Audi TT angeboten. Aber er wollte das Geld gleich, um weiterspielen zu können."
Wie weit musste ein Mensch gesunken sein, wenn er sich so von der Spielsucht beherrschen lässt, dass er seine Exis-tenz verzockt, dachte Larsson. Eine bedauerliche Kreatur musste das gewesen sein, die unter dem eigenen Spielzwang dem Ruin entgegengegangen war.
„Ich weiß genau, was du jetzt denkst, Lasse", sagte Simons. „Wenn er pleite war, wovon hat er eigentlich gelebt?"
„Du bist unter die Hellseher gegangen."
„Ferdinand Huebner war kommissarischer Leiter des Bau-dezernats in Singen. Das sicherte ihm ein festes Einkom-men."
„Nobel. Er war möglicherweise beamtet. In diesem Fall hätte er den Betrieb seines Vaters gar nicht führen dürfen."
Simons lachte.
„Das war ihm auch bewusst. Deshalb hatte er seiner Frau die Betriebsführung überlassen und sie zum großen Teil als Hauptinhaberin der GmbH eingesetzt."
Das ist ja eine Tragödie, dachte Larsson. Er konnte sich vorstellen, was gekommen war. Huebner hatte das Autohaus verzockt und seine Frau, die als Hauptgeschäftsführerin fun-gierte und die Verantwortung trug, in Unglück gestürzt.
Als Larsson nichts sagte, stellte Simons fest: „Gegen Huebner läuft ein Ermittlungsverfahren."
„Worum geht es da?"
„Vorteilnahme im Amt."
„Sie zu, dass du Genaueres darüber erfährst!"
Simons dachte, dass es eine unsinnige Anweisung war, die Larsson da gab. Warum sollten sie weitere Arbeit investieren, wenn man ihnen den Fall ohnehin abnehmen würde.
„Ich werde Ärger mit Fischer kriegen", sagte Simons ruhig. „Unsere Gruppe ist an der Autoschieberbande dran und da wird jede Hand gebraucht."
„Ich lach mich krank! Seit wann ist die Autoschieberbande wichtiger als die Aufklärung eines Mordes?"
Simons hörte deutlich einen unerfreulichen Unterton her-aus. Lasse Larsson wollte nicht begreifen, dass er nicht mehr bei der Mordkommission war. Er setzte sich einfach darüber hinweg und das roch nach Ärger.
„Gut Karl. Vergessen wir den ganzen Zirkus. Recht hast du. Es ist nicht unser Ding", sagte Larsson schließlich.
Gerade, als Simons ansetzen wollte, Larsson seine Meinung zu dieser Situation zu sagen, kam Andresen.
„Du sollst in zehn Minuten den Alten anrufen, Lasse", sag-te er und kniff das rechte Auge vertraulich zu.
„Was will er?"
Die Frage kam knurrig.
„Zuerst hat er nach Karl gefragt. Als ich ihm sagte, er sei im Haus unterwegs, wollte er dich sprechen, blockte aber das Gespräch ab, als irgendjemand in sein Zimmer kam und dann sagte er, du mögest ihn anrufen. Aber erst in zehn Minuten."
Simons zeigte Andresen den rechten Daumen, was heißen sollte, jetzt kriegt Larsson den Fall vielleicht doch. Andresen nickte ihm zu.
„Ich denke, wir gehen jetzt alle unserer gewohnten Arbeit nach und lassen uns nicht durch irgendwelche Anrufe ver-rückt machen.
Andresen und Simons verließen das Zimmer und Larsson schaute unruhig zu Uhr, um festzustellen, wann die Zeit des Anrufs gekommen war.
Nicht durchdrehen, Junge, dachte er. Wer weiß, was der Al-te von dir will. Wer vorher rechnet, rechnet zweimal. Also mach dich frei von irgendeiner Erwartungshaltung. Ce serra, serra - was kommt, kommt!
Als die zehn Minuten um waren, wollte er zum Telefonhö-rer greifen, hielt aber inne. Nicht so schnell, Junge. Vielleicht wartet er nur darauf, dass du übereilt anrufst, um dir dann deine begrenzten Möglichkeiten aufzuzeigen.
Nach weiteren acht Minuten wählte er schließlich die Num-mer Kruses und landete bei dessen Sekretärin, die ihn sofort mit Kruse verband.
„Was hat es mit dem Suizid im Kurhotel auf sich?" Kruse tat, als wisse er bereits die Lösung des Falles.
„Wer sagt, dass es Suizid war?", fragte Larsson.
„Sie waren doch heute Nacht dort!" Es war keine Frage, vielmehr eine Feststellung.
„Simons hatte Bereitschaft, Herr Kriminaloberrat."
„Man sagte mir, Sie seien dort gewesen!"
„Simons holte sich meine Meinung ein und da ich ohnehin nicht schlafen konnte, bin ich eben verbeigejoggt!"
Es blieb einige Sekunden ruhig. Offensichtlich brauchte Kruse die Zeit, um die faustdicke Lüge Larssons zu verdauen.
„Joggen Sie immer mitten in der Nacht?"
„Normal wäre ich erst gegen sechs gestartet wie jeden Morgen. Aber ich kann den Kollegen Simons verstehen, sich eine zweite Meinung einzuholen."
„Wie ist Ihr Standpunkt zu dem Fall?"
„Es war kein Suizid und auch kein Unfall, Herr Kriminal-oberrat."
„Sicher?"
„Ja!", sagte Larsson fest.
„Woran arbeiten Sie gerade?"
„An einem Betrugsfall."
„Im ‚PPJB-Finanzservise-Fall?"
„Ja."
„Das kann warten", sagte Kruse bestimmend. „Sie über-nehmen die Aufklärung dieses Falles."
„Aber hoffentlich nicht alleine", wand Larsson ein.
„Wen brauchen Sie?" fragte der Kriminaloberrat.
„Andresen, Simons, Frau Mohaupt aus Anklam. Das sind meine bevorzugten Mitarbeiter bei der Aufklärung eines Mor-des."
„Stopp. Andresen bleibt erst einmal an dem Betrugsfall. Da sitzt mir schon der Staatsanwalt im Nacken und der Mann hat Erfahrung bei der Aufklärung von Betrugsfällen. Was Frau Mohaupt betrifft, muss ich erst klären, ob sie hier entbehrlich ist. Simons kann ich Ihnen gleich zusagen."
„Wir haben hier im Haus eine Obermeisterin bei der Bereit-schaftspolizei. Die ist sehr interessiert und hat schon so man-che Recherche zu meiner Zufriedenheit erledigt. Können Sie nicht veranlassen, dass wenigsten ..."
„Wie heißt sie?"
„Monika Landris."
„Das regle ich. Halten Sie mich auf dem Laufenden!"
Es klickte in der Leitung. Kruse hatte aufgelegt.
Niemand sah das Lächeln Lasse Larssons.
Es dauerte keine zwanzig Minuten, als an die Tür geklopft wurde und Monika Landris ihren Kopf hereinstecken.
„Ich soll mich bei Ihnen melden!" Sie lächelte ihn heraus-fordernd an.
„Setzen Sie sich einen Augenblick."
Monika Landris nahm vor dem Schreibtisch Larssons Platz.
Larsson wählte Andresens Nummer. Als der sich meldete, bat er ihn und Simons zu sich herüber.
„Haben Sie ein Problem damit, auch am Wochenende zu arbeiten und, wenn es sein muss, nachts?"
„Nein?"
„Und ein Paar Jeans besitzen Sie sicher auch", stellte Lars-son fest. „Wir arbeiten in der Regel in Zivil!"
Andresen und Simons kamen. Sie schauten erstaunt zu Mo-nika Landris.
„Heute ist zwar Freitag der dreizehnte, aber mein Aber-glaube scheint fehl am Platz. Zuerst zum Fall Huebner. Wir haben den Fall. Du, Rolf, bearbeitest zuerst den Fall ‚PPJB-Finanzservise GmbH' allein weiter, wobei ich versuchen werde, dich zugeteilt zu bekommen. Kruse hat das so ange-ordnet und vorerst kann ich das nicht ändern. Er meint, du seiest Spezialist für Betrugsfälle", sagte Larsson. „Ihr seht hier Frau Landris. Sie wird uns unterstützen. Könnt ihr noch einen Schreibtisch bei euch unterbringen?"
„Soll ich mir ein anderes Zimmer suchen?" fragte Andresen bissig.
Larsson merkte, dass er einen Fehler gemacht hatte. Es wä-re besser gewesen, mit Rolf vorher allein zu sprechen, dachte er. Aber die Sache war nun gelaufen und Rolf Andresen of-fensichtlich beleidigt.
„Wir treffen uns am Montag um acht Uhr zur Lagebespre-chung und gehen jetzt ins Wochenende. Hat noch jemand eine Frage?"
Als niemand etwas sagte, fuhr Larsson fort: „Also dann ... Ach Rolf, einen Augenblick noch!"
Als Monika Landris und Simons gegangen waren, sagte er, auf den frei gewordenen Stuhl deutend, auf den sich Andre-sen nun niederließ: „Es ist tatsächlich, wie ich es gesagt hatte. Es war die ausdrückliche Anordnung Kruses, dass du den Fall ‚PPJB-Finanzservise GmbH' vorerst weiterbearbeitest. Ich aber möchte, dass du ganz eng mit mir kooperierest." Er lä-chelte Andresen zu. „Ich möchte, dass wir gemeinsam beide Fälle bearbeiten oder aber die ‚PPJB-Finanzservise GmbH' abgeben."
„Wie stellst du dir das vor?"
„Wir stellen für die Zeit der Arbeit an den beiden Fällen deinen Schreibtisch zu mir ins Zimmer. Simons kann sich dann mit den beiden Damen arrangieren."
Ich denke, Inge bleibt in Anklam?", sagte Andresen.
„Vorerst. Wenn Kruse geklärt hat, ob sie entbehrlich ist, werden wir sie zugeteilt bekommen. Und weißt du was? Ich habe so ein Gefühl, dass das bald sein wird."
„Was macht dich so sicher?"
„Die Gewissheit, dass Kruse keinen ungeklärten Mordfall in seiner Polizeidirektion haben will!"
Andresen dachte einen Augenblick nach.
„Ja, das könnte eine Lösung sein. Aber sei vorsichtig, dass der Alte nicht mitbekommt, dass wir hier unser eigenes Ding machen. Auf so etwas reagiert er sauer!"
Larsson fuhr seinen Computer herunter. „Hast du noch Lust auf ein Bier?", fragte er.
„Das ist eine gute Idee. Meine Schwiegermutter ist heute zum Abendessen da. Und ich suchte ohnehin einen Grund, der Inquisition zu entgehen. Ich hole nur meinen Mantel."
Wenig später trafen sich die beiden Männer und gingen die wenigen Schritte zum Brauhaus.

 

16.10.2006 um 20:54 Uhr

Rien ne va plus, 2.Kap. 1.Abschnitt

von: buchfinder   Kategorie: Lasse Larsson, Kripo Heringsdorf   Stichwörter: Mord, pur

Stimmung: gut und ausgeglichen...
Musik: >Aus der neuen Welt< Antonin Dorak

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

 

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 2. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

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2. Kapitel/1.Abschnitt


Als Lasse Larsson gegen acht Uhr in der Inspektion ankam, wurde er schon auf dem Gang vor seinem Zimmer von Andresen erwartet.
„Ich dachten schon, du kommst überhaupt nicht mehr", sagte Andresen. „Aber dann habe ich gehört, dass du bei Simons warst.
„Reine Neugier hat mich getrieben. Ich habe Karl nur über die Schulter geschaut. Er macht seine Sache ausgezeichnet. Es war also völlig überflüssig, hinzugehen. Halb fünf bin ich gegangen. Ich brauchte einfach eine Dusche und einen Kaffee zu Hause."
„Das kann ich verstehen."
Sie betraten beide Larssons Zimmer.
„Wirst du den Fall bekommen?" fragte Andresen.
„Unsere Mordkommission sitzt bekanntlich in Anklam", er-widerte Larsson. „Wir haben den Betrugsfall der ‚PPJB-Finanzservise GmbH' auf dem Tisch und nur darum werden wir uns kümmern."
Er fuhr seinen Computer an und loggte sich ein. Dann rief er seine Wingdings auf, die er, wie beim vorigen Fall, wieder auf ein Tableau drapierte und später mit Verbindungslinien versehen würde. So, dass Andresen es nicht sehen konnte, fügte er eine Figur ein und setzte ein dickes Kreuz und die Buchstaben FH daneben. Es symbolisierte den Toten, der im Hof der Kurklinik gefunden wurde. Warum er das machte, wusste Larsson im Augenblick nicht zu sagen.
„Hast du die Unterlagen der Staatsanwaltschaft gesichtet, Rolf?" fragte Larsson.
Andresen lachte. „Es sind mehrere Anzeigen von geschä-digten Bürgern, aber es wird dauern, bis wir alles nachgeprüft haben. Ich mache eine Anfrage an die Steuerbehörde fertig. Schauen wir einmal, was die ‚PPJB-Finanzservise GmbH' versteuert hat. Vielleicht kommen wir über diesen Weg ein Stück weiter."
Larsson stimmte ihm zu.
„Fangen wir mit Peter Petersen und Jørgen Bagh an. Schau-en wir mal, was wir über die beiden Herren im Polizeicompu-ter finden können. Vielleicht sind sie ja irgendwo schon ein-mal aufgefallen", sagte er.
Als Rolf Andresen sein Büro verlassen hatte, wandte sich Larsson wieder seinen Wingdings zu. In der Mitte der Seite platzierte er den Tod in Form eines Mannes, dessen Kopf in einer Kapuze steckte und der eine Sense hielt. Böse leuchte-ten die kleinen roten Augen.
Dann kam ihm zum Bewusstsein, dass er etwas völlig Sinn-loses getan hatte. In Berlin, ja in Berlin wäre das so in Ord-nung gewesen. Aber nun war er in der Provinz gelandet und gehörte nicht mehr zu einer Mordkommission.
Er versuchte, das Positive seiner neuen Situation zu sehen. Dann fiel ihm ein, dass er wohl die Übertragung des ersten Falles mehr dem Umstand zu verdanken hatte, dass die ei-gentliche, bei der Polizeidirektion in Anklam angesiedelte Mordkommission im Einsatz und er, der nachweisbar von einer solchen aus der Hauptstadt gekommen, frei war. Seiner Erfahrung hatte man sich bedient und war gut damit gefahren.
In Erkenntnis der Einmaligkeit dieser Aufgabe, löschte er die beiden gesetzten Wingdings wieder. Bei einer Mord-kommission muss ich zu jeder Tages- und Nachtzeit verfüg-bar sein. Er dachte auch daran, warum seine Beziehungen allesamt den Bach runtergegangen waren. Und er beantworte-te sich die Frage, dass eben diese Verfügbarkeit über seine Lebenszeit schuld daran sein musste, dass ihm die Frauen wegliefen.
Nachdem er die Wingdings gelöscht hatte, beendete er das Programm. Eigentlich hätte er sich nun ebenfalls der Ermitt-lungsarbeit bezüglich der ‚PPJB-Finanzservise GmbH' zu-wenden müssen. Stattdessen stand er auf und lief unruhig im Zimmer umher, blieb vor dem Fenster stehen, starrte hinaus auf die Straße, um dann wieder seine Wanderung aufzuneh-men.
Inzwischen war es neun Uhr zweiunddreißig. Simons war noch immer nicht von der Kurklinik zurückgekommen. Die ganzen Rekonvaleszenten zu befragen, war sicher eine Men-ge Arbeit. Dennoch hätte er nie vermutet, dass es so lange dauerte. Schließlich hielt er es nicht mehr aus. Er ging am Zimmer Andresens vorbei, steckte seinen Kopf durch die Tür und sagte ihm, dass er Kopfschmerzen habe und ein wenig an die Luft ginge.
Bei der Wache am Ausgang hinterließ er, dass er für kurze Zeit außer Haus sei und Andresen eingehende Anrufe an-nehme. Dann trat hinaus auf die Straße.
Der Wind hatte leicht aufgefrischt, der Nebel der Nacht war verflogen, die Luft war eiskalt und ließ ihn frösteln. Zehn Tage vor Weihnachten war das ein durchaus normales Wet-ter. Er hasste den Winter. Nachdem er ausgerutscht und um ein Haar hingefallen war, tastete er sich vorsichtig weiter über die vereisten, schlecht geräumten Bürgersteige.
Als er vor der Kurklinik ankam, sah er nur noch einen der beiden Funkwagen stehen. Der zweite Wagen war abgezogen worden und auch der VW-T4 der Kriminaltechnik fehlte. Also war Maier bereits auf dem Weg nach Anklam oder schon dort eingetroffen.
Im Eingang schien alles wieder zu laufen wie immer. Men-schen saßen in der Halle. Einige lasen in dem am Sonnabend erscheinenden, kostenfreien Anzeigenblatt, andere saßen in ihren Bademänteln laut palavernd um die kleinen runden Ti-sche des Foyers und warteten ungeduldig auf ihre Behand-lung im Schwimmbad.
Da Larsson keinen Polizisten sehen konnte, wandte er sich an die Dame der Rezeption, die ihn gleich wiedererkannte.
„Haben Sie eine Ahnung, wo meine Leute stecken?"
Eine ältere Frau kam an den Tresen gehumpelt und fragte, ohne darauf zu warten, dass sie an der Reihe war, nach dem Bus, der sie nach Greifswald bringen sollte.
Larsson schätzte nicht, so unhöflich unterbrochen zu wer-den und er unterdrückte nur mühsam einen Fluch. Nachdem die Frau, mit ihrer Auskunft sichtlich unzufrieden wieder abgezogen war, erklärte ihm die Rezeptionistin, dass der Frühstücksraum im Hotel nun nicht mehr zur Verfügung stün-de und die Polizei nun, da die Spurensicherung fertig sei, in dem Mordzimmer arbeite. Larsson fuhr hoch in den siebten Stock.
Als er ins Zimmer trat, schaute ihn Simons irritiert an. Er und die beiden Beamten des letzten, verbliebenen Funkwa-gens waren gerade dabei, ihre Protokolle zu vergleichen.
Die Aussagen liefen alle aufs Selbe hinaus. Keiner hatte etwas gesehen, aber nahezu alle waren wegen der Unruhe im Haus, die mit dem Balkonsturz einherging, munter geworden und niemand von ihnen wäre ins Bett gegangen, ohne über das Mysterium Näheres zu wissen.
Außer Ferdinand Huebner war niemand zu so später Stunde von irgendwo zurückgekommen oder hatte das Haus verlas-sen. Angeblich war es unmöglich, das Gebäude zu betreten, ohne entweder von der Rezeptionistin der Kurklinik oder der des Kurhotels eingelassen zu werden.
„Was hat die Durchsuchung des Zimmers ergeben?", fragte Lasse Larsson.
„Ferdinand Huebner hat sich mit der internationalen Fi-nanzwelt beschäftigt", sagte Simons und zeigte auf eine Fi-nancial Times, auf der verschiedene Börsennotierungen ange-strichen waren.
„Glaubst du, dass der spekuliert hat?"
Simons hob unbeholfen die Schultern.
„Seine Utensilien im Bad stehen im Gegensatz zu seinen abgetragenen Schuhen. Und die Hemden haben auch schon bessere Zeiten gesehen."
„Typisch für einen Spieler, der einmal betucht war und große Verluste erlitten hat. Verluste, die ihn ruiniert haben", sagte Larsson.
Er machte den Schrank auf, schaute sich erst die Wäsche, dann die Anzüge und sonstige Garderobe an.
„Und war wurde sonst noch gefunden?"
„Ein kleines Kalendernotizbuch. Maier hat es mitgenom-men."
„Weißt du inzwischen, wo er herkommt?"
„Aus Singen am Hohentwiel."
„Na, dann kann ja Anklam eine Anfrage an die Kollegen in Singen formulieren. Die haben bestimmt mehr über Hueb-ner."
Lasse Larsson ging zur Tür, die zum Balkon führte, öffnete sie und trat hinaus. Er lehnte sich übers Geländer und schaute hinunter auf den Kies und die Betoneinfassung, auf der Fer-dinand Huebner aufgeschlagen war. So leicht fällt man nicht über dieses Geländer, dachte er. Nicht ohne fremde Einwir-kung oder einen klaren Suizidvorsatz. Aber das würde die Oduktion sicher klären helfen. Für ihn stand fest, dass es kei-ne Selbsttötung war.
Er ging wieder ins Zimmer und schloss die Tür.
„Verdammtes Wetter", sagte Larsson.
„Ich glaube, wir haben jetzt alles", stellte Simons fest. „Wir fahren zurück zur Inspektion."
„Fasse alles zu einem ersten Protokoll zusammen und schi-cke es nach Anklam", sagte Larsson. „Wo ist die Polizeimeis-terin Landris?"
„Ihr Wagen wurde abgezogen."
Wortlos verließ Lasse Larsson das Zimmer. Er sah sich noch einmal den Fundort der Leiche an, konnte aber nichts feststellen, was er nicht schon in der Nacht in sich aufge-nommen hatte.
Er ging die wenigen Meter zur Seebrücke und nahm in der Geschäftszeile bei der Stadtbäckerei Junge einen Kaffee. Sei-ne Gedanken kreisten um den Toten. Obwohl er nichts mit diesem Fall zu tun hatte, war sein Jagdinstink geweckt. Die-ser Jagdinstinkt war ein ihm angeborener, nervöser Mecha-nismus, der zwanghaft bestimmte warnende, auslösende und richtende innere und äußere Reize auf ihn ausübte, und dem Larsson absolut verfallen war. Die Vorstellung beutelte ihn; er schwankte zwischen dem geregelten Arbeitstag bei der Aufklärung eines Vermögensdeliktes und der Ermittlungsar-beit, einen Mörder zu überführen. Wofür er letztlich plädieren würde, wusste er. Aber er hatte keinen Einfluss drauf. Unlus-tig ging er zurück zur Inspektion. Das Mittagessen ließ er ausfallen.
Am frühen Nachmittag klopfte Simons an Larssons Büro-tür.
„Ich habe bei den Kollegen in Singen bezüglich Ferdinand Huebners angefragt. Jetzt habe ich eine Antwort."
„Komm rein und setze dich, Karl."
„Huebner war den Kollegen in Singen durchaus kein Un-bekannter. Der Mann hatte Geld, denn er hatte ein Autohaus von seinem Vater geerbt. Nach zwei Jahren musste er das Geschäft verkaufen."

13.10.2006 um 08:58 Uhr

Rien ne va plus,1.Kap./2.Abschnitt

von: buchfinder   Kategorie: Lasse Larsson, Kripo Heringsdorf   Stichwörter: Mord, pur

Stimmung: Supergut

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

 

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 1. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

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1. Kapitel/2.Abschnitt


„Paul, mitten in der Nacht sollten Sie die verdammten Sprüche lassen. Schon irgendeine Feststellung?"
„Suizid oder Selbstmord?" fragte Maier.
Larsson nickte.
„Keine. Wir sind hier fertig und gehen hoch ins Zimmer." sagte Maier.
Die Männer der Kriminaltechnik kamen aus dem kleinen Vorhof durch die einzige Tür ins Haus zurück.
„Habt ihr schon den Abtransport der Leiche veranlasst?" fragte Simons Maier.
„Wir machen das schon." schaltete sich Larsson ein.
Während die Männer der KT dem Fahrstuhl zustrebten, betraten Larsson und Simons den kleinen Innenhof.
Der Tote bot einen erbärmlichen Anblick.
„Der Sturz war kurz vor drei ... Was fällt dir auf, Karl?" fragte Larsson.
„Der Mann ist total bekleidet. Allerdings, die Schuhe feh-len."
„Ja, das meine ich. Fragt sich, zieht sich einer an, bevor er sich das Leben nimmt? Zieht sich einer wirklich an, wenn er vom Balkon seines Zimmers springt?"
„Vielleicht war er eitel und wollte nicht, dass man ihn nackt sieht!" wand Simons ein.
„Wenn einer so eitel ist, springt er dann ohne Schuhe?"
Sie schauten auf die Leiche des Mannes. Rechtsseitig war der Hirnschädel zertrümmert. Knochensplitter und ein Teil der Gehirnmasse waren aus den Wunden ausgetreten. Die Verletzungen erstreckten sich über den gesamten Seitenbe-reich bis zum Gesicht hin, das nach unten verschoben schien.
„Siehst du die Schürfwunden am Hals?" fragte Simons.
„Ein paar Schürfwunden, ja. Hinweise auf einen Würge- oder Drosselvorgang kann ich nicht erkennen." stellte Lars-son fest.
„Aber die Schürfwunden können auf einen Kampf hin-weisen." widersprach Simons.
Lasse Larsson lächelte, als er sagte: „Das allerdings ist richtig, Karl. Es ist ein Indiz dafür, dass er nicht von allein gesprungen ist, es sei, er hätte sich an irgendeinem Draht oder Ähnlichem verletzt. Das halte ich für unwahrscheinlich."
„Mord?"
„Das ist noch nicht ganz klar, Karl."
Larsson zog sich Latexhandschuhe über und schob den linken Ärmel des Sakkos des Toten etwas hoch. Der Hemd-knopf am Ärmel fehlte. Wo er sonst festgenäht war, gab es ein unförmig ausgerissenes Loch.
„Auch hier gibt es eine ganze Menge Schürfwunden, Las-se.", stellte Simons fest.
„Das Handgelenk scheint gebrochen zu sein." sagte Lars-son.
Die Polizeiobermeisterin Monika Landris stand plötzlich im Durchgang zum Innenhof. Larsson sah sie, als er den Arm des Toten auf die Steinplatte zurückgelegte.
Sie war eine Frau mit einem leichten Akzent, den er nicht zuordnen konnte. Aber sie sah sehr gut aus. Blond und lang-beinig, mit allen notwendigen Rundungen einer Frau verse-hen, weckte sie sicher so manche Begehrlichkeit der Kolle-gen, auch seinen eigenen.
„Ich habe die Frau geholt, die als erste in der Zentrale an-gerufen und den Sturz gemeldet hat." sagte Monika Landris.
Lasse Larsson stand auf und striff die Handschuhe ab.
„Du kannst jetzt den Leichenwagen anfordern, Karl. Der Tote geht zur Rechtsmedizin nach Greifswald."
Er ging auf die Polizeiobermeisterin zu. „Ich wusste gar nicht, dass Sie Dienst haben. Wo ist die Frau?"
„Im Foyer."
Sie gingen gemeinsam zum Foyer. Simons telefonierte mit einem der Bestatter und bestellte den Leichenwagen.
Die Frau, die als Zeugin gehört wurde, war schon älter. Sie war nur mit einem Bademantel bekleidet und sah aus, wie ein Häufchen Unglück.
Larsson gab ihr die Hand. Als sie aufstehen wollte, sagte er: „Bleiben Sie ruhig sitzen. Wie haben Sie den Unfall be-merkt?"
„Ich hörte einen Schrei ..."
„Einen Schrei?" setzte Larsson nach, als sie nicht weiter-reden wollte.
„Ja. Es war ein sehr lang gezogener Schrei, ähnlich einem Wolfsgeheul. Etwa so ... Auhhhhhuiiiiiiuu! Als er an mei-nem Fenster vorbeiflog, war der Schrei etwas lauter, dann ebbte er wieder ab, bevor der Körper, einem Katschen gleich, aufschlug."
Sie unterstütze die letzten Worte mit einem Schlag auf die Platte des Tisches. Die Frau hatte versucht, den Schrei nach-zumachen; tatsächlich war nur zu einem kläglichen Stöhner gekommen.
Für Larsson stand fest, dass sie unter einer Art Schock stand. Nicht jeder wird mitten in der Nacht mit dem Tod konfrontiert.
„Haben Sie sonst noch etwas bemerkt?"
„Nein. Ich konnte nicht schlafen, wie nahezu in jeder Nacht. Andernfalls hätte ich es vielleicht gar nicht bemerkt."
„Die Polizeiobermeisterin wird jetzt Ihre Peronalien notie-ren und wir werden dann morgen noch einmal mit Ihnen reden!"
Er wandte sich der Polizistin zu.
„Wenn Sie damit fertig sind, wir haben irgendwo einen Raum. Ich möchte, dass Sie mit dem Gruppenleiter dort hinkommen."
Dann ging er zur Rezeption, wo die beiden Frauen das Geschehen beobachten, die er zuvor vor dem Zimmer des Toten angetroffen hatte.
„Ich habe mit dem uns angeschlossenen Hotel gespro-chen. Man wird den Frühstücksraum für Sie öffnen. Die Gäste kommen erst ab acht. Bis dahin sind sie ungestört."
Sie zeigte auf den Durchgang, in dem an jedem Nachmit-tag ein kleines Café für die Kurgäste eingerichtet war.
Die Männer gingen zur Hotellobby hinüber.
„Ich kann Ihnen kein Frühstück machen", sagte die Frau hinter dem Empfangstresen des Hotels, „aber eine Kanne Kaffee ist gleich fertig. Gehen Sie hier rechts herum. Sie finden die Tür bereits offen."
Die Frau hatte ihnen zwei Tische zusammengeschoben und eingedeckt. Sie war schwarzhaarig, groß gewachsen und trug, für Larssons Geschmack, einen zu weit ausgeschnitte-nen Pullover, der ihre voluminösen Brüste deutlich zur Schau stellte. Er registrierte das mit Bewunderung für den Mut, in einem solchen Haus einen derartigen Aufzug zu tragen.
„Schauen wir mal, was wir haben, Karl. Wir haben einen offenen Tatort, bei dem Übertragungsmöglichkeiten biologi-scher Spuren ausgeschlossen sind."
„Der Innenhof ist doch kein offener Tatort!" widersprach Simons.
„Es ist, genau betrachtet, ein Grenzfall. Dadurch, dass ein Teil des kleinen Hofes betoniert ist und somit in dieser kur-zen Liegezeit kaum Veränderungen an der Leiche aufgetre-ten sein dürften, eine nachweisbare Autolyse, die allenfalls Spuren auf dem Untergrund hinterlassen würde, noch nicht stattgefunden hat, lässt sich kriminaltechnisch im Augen-blick dort rein gar nichts nachweisen."
„Da bist du dir sicher." sagte Simons.
„Du kannst ja Maier fragen, wenn du mir nicht glaubst."
Simons machte eine abweisende Handbewegung.
„Formspuren wie Schuh- und Schleifspuren, sind hier zu finden aussichtslos. Kampfspuren, wenn ein solcher stattge-funden hat, worauf die Schürfwunden hinweisen, sind allen-falls oben im siebten Stock zu finden."
Als er zur Tür schaute, sah Lasse Larsson die Polizeiober-meisterin Monika Landris. Sie war im Eingang stehen geblie-ben und sah zu den Männern herüber. Larsson winkte sie heran.
„Warum so schüchtern? Wir beißen nicht."
Die Frau setzte sich und Larsson fuhr fort: „Gehst du von Suizid aus oder von §159 der Strafprozessordnung, Karl?"
Simons lachte. „Ich würde auf einen nichtnatürlichen Tod erkennen."
„Gut, dann stimmen wir hier überein. Der Todeszeitpunkt dürfte kurz vor dem Anruf eingetreten sein. Jetzt ist es halb fünf. Das deutliche Zusammenfließen der Totenflecken bes-tätigt uns den Zeitpunkt."
Paul Maier steckte seinen Kopf durch die Tür. Er trug noch die weiße Spezialausrüstung. In der Hand hielt er eine kleine Zellophantüte.
„Heißa! - rufet Sauerbrot - Heißa, dieser Mann ist tot!"
„Also kein Suizid!" stellte Larsson lapidar fest, ohne auf Maiers Reim einzugehen.
„Es gibt Kampfspuren. Jemand hat sie in aller Eile besei-tigen wollen. Es ist ihm aber nicht gelungen. Die Zeit hat einfach gefehlt." Siegessicher, wie ein Triumphator, schlen-kerte Maier die kleine Tüte in seiner Hand.
„Was ist das?" fragte Simons.
„Ein Jeton!"
„Sieh da, ein Spieler! Karl, die Puzzles fallen dir gerade in den Schoss!"
„Wieso mir?"
„Weil du heute Bereitschaftsdienst hast und ich aus-schließlich mal vorbeigekommen bin, weil ich nicht schlafen konnte. Es ist, bis zur Übergabe an die Kollegen aus Anklam, dein Fall. Wann schließt das Casino?"
Monika Landris sagte: „Das Heringsdorfer Casino hat täglich von vierelf Uhr am Nachmittag bis zwei Uhr nachts geöffnet."
„Siehst du Karl. Dann kannst du morgen Nachmittag spielen gehen!" Larsson lächelte ihn herausfordernd an.
Maier stand auf und sagte: „Ich muss noch einmal hoch fahren. Allerdings dachte ich, es sei wichtig für euch."
„Das ist es auch, Paul. Sie können versichert sein, Karl ist Ihnen dankbar dafür, dass Sie sich persönlich herunterbe-müht haben, eigens um ihn zu informieren."
Maier dachte: Sie könnten die Arbeit der KT schon ein wenig mehr würdigen. Aber die Ermittler sind ein eingebil-detes Volk. Worauf eigentlich. Ohne uns wären sie nichts!
Larsson dachte daran, dass die Leute der KT, voraus Mai-er, wirklich gute Arbeit leisteten. Warum wollen die Kerle bloß immer so gelobt werden, als wären sie Zauberer?
Simons überlegte, wie er Larsson den ganzen Fall andre-hen könnte. Aber dann dachte er daran, dass die ganze Schreibarbeit wieder bei ihm hängen bleiben würde. Und das verfluchte er.
Blieb Monika Landris. Auch sie machte sich ihre Gedan-ken. Simons war ein junger Spund, der sicher eine Menge von Lasse Larsson lernen könnte. Der Hauptkommissar ist ein kerniger Typ, zugegeben. Aber er ist blond. Ich stehe auf Latinotypen, braungebrannt mit dunklen Haaren. Schade eigentlich.
„Du wirst nicht umhin können, Karl, die Personen zu be-fragen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft des Ferdinand Huebner einquartiert sind. Nimm dir Frau Landris dazu und einige Kollegen der Bereitschaftspolizei."
Monika Landris nickte Simons aufmunternd zu.
„Achte darauf, dass die Zeugen getrennt bereitgehalten, dass alle Personalien schriftlich festgehalten werden. Und nun befrage die Frau am Empfang der Kurklinik, wann sie den Ferdinand Huebner in der Nacht kommen gesehen hat, ob das überhaupt der Fall war, ob irgendjemand an ihr vor-beikommt, ohne dass sie das merken würde und ob andere Personen von ihr ins Haus gelassen wurden und wann. Du siehst, es gibt eine Menge Fragen."
Als Simons bereits an der Tür und Monika Landris aufge-standen war, um ihm zu folgen, fragte Larsson die Polizeiobermeisterin: „Sie interessieren sich wohl sehr für die Arbeit der Kriminalpolizei?"
„Merkt man das?"
Larsson nickte.
„Ich fühle mich mit der Fahrzeugkontrolle oder der Klä-rung von Familienstreitigkeiten unterfordert. Die Recher-chen, mit denen Sie mich im Treetzfall beauftragt hatten, forderten eine gewisse Kreativität. Derartige Arbeiten kommen mir sehr entgegen, weil sie nicht langweilig sind."
Die Frau vom Empfang tauchte auf und hantierte hinter dem Tresen des Raumes, der am Abend den Hotelgästen als Bar, am Morgen als Frühstücksraum zur Verfügung stand.
„Haben Sie sich bei der Direktion schon um eine Weiter-bildung beworben?"
„Ja. Man sagte mir, das sei zwecklos. Im Augenblick we-nigstens."
Simons sagte: „Kommen Sie nun mit?"
Larsson nickte Monika Landris zu und sie ging mit Si-mons durch den Gang, der am Tag als Café genutzt wurde, zur Kurklinik zurück.

12.10.2006 um 15:21 Uhr

Rien ne va plus, 1.Kap. 1.Abschnitt

Stimmung: In der Regel - immer gut!
Musik: Filmmusik von Klassikradio

Nur für die Leser 

anspruchsvoller Krimis gedacht!     

 

KHK1


Dies ist der Erstentwurf des 1. Kapitels meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

Vielleicht sagt ihr mal, wie ihr die Story findet!

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1. Kapitel/1.Abschnitt


Heringsdorf, Freitag, 13. Dezember 2002

Längst waren die weißen Schiffe der Adler Linie in einen der Häfen Świnoujście oder Peenemünde verbannt worden, wo sie auf freundlichere Jahreszeiten warteten.
Ein eisiger Wind war von Osten her gekommen, hielt das Eiland umfangen und die Menschen, die auf ihr wohnten, warteten auf eine neue, hoffentlich ertragreiche Zeit. Manche waren nach den Anstrengungen des Sommers in eine Art Winterschlaf verfallen, lebten von dem Geld, das sie zur Saison gemacht hatten. Andere waren dabei, Netze und Angelschnüre zu flicken, mit denen sie des Sommers wieder auf die Jagd nach dem begehrten Dorsch und Makrelen zu gehen, oder, wie es auch hin und wieder vorkam, einen kapitalen Lachs an einem der Angelhaken vorzufinden.
Die wenigen Winterbesucher, Kurgäste der Krankenkassen meist, oder eine reiche Klientel, die sich hier ein Appartement oder ein eigenes Haus leisteten und die nun die Sonneninsel einmal ganz anders erlebten, kalt, Eisblumen an den Fenstern malend, mit ungenügend gestreuten Trottoirs und einer diesig graugrünen, wenig einladenden Ostsee.
Um die Ermittlungsgruppe Lasse Larssons war es ruhig geworden.
Karl Simons arbeitete mit den anderen der neun Beamten anderer Abteilungen der Kriminalpolizei im Haus zusammen, die an der Aufklärung einer Autodiebstahlsserie arbeitete, die ganz Mecklenburg-Vorpommern beutelte.
Inge Mohaupt war nach Anklam zurückgeholt worden und saß nun wieder mit Schubert zusammen. Woran die Beiden derzeit arbeiteten, wusste Larsson nicht. Er hatte Inge schon eine ganze Zeit nicht mehr gesehen. Nur einmal hatte es ein Telefonat gegeben, in der sie über die Fortschritte berichtete, die ihre kleine Tochter in ihrer Entwicklung machte, und in dem sie beklagte, dass die augenblickliche Arbeit an Langeweile nicht zu überbieten sei.
Larsson selbst bearbeitete zusammen mit Rolf Andresen einen Betrugsfall.
Aber nun war Wochenende und in Ermangelung einer Lebensgefährtin war Lasse Larsson nach dem ersten Violinkonzert in g-Moll von Max Bruch, das auf arte gesendet wurde und in dem Anne-Sophie Mutter die Violine spielte und einer Flasche Châteauneuf-du-Pape ins Bett gegangen.
Er schreckte hoch, als das Telefon ihn unsanft aus einem Traum holte, in dem er gerade dabei war, einer attraktiven Frau Avancen zu machen und diese ihm unmissverständlich Hoffnung auf eine längst notwendige Erfüllung machte.
Ächzend kam er aus dem Bett hoch, setzte sich auf. Seine Zunge fühlte sich pelzig an.
Es war kurz vor drei, als sich Polizeihauptmeister Weller der Bereitschaftspolizei aus der Seestraße meldete.
„Guten Morgen Kollege. Im Kurhotel hat es einen Toten gegeben."
„Wer hat heute Nacht Bereitschaftsdienst bei der Kripo?", fragte Larsson.
„Simons."
„Dann schicken Sie ihn hin. Karl macht das ausgezeichnet."
„Simons ist schon unterwegs, aber er hat mich gebeten, Sie zu verständigen. Sie wären der Spezialist für Leichen!"
Lasse Larsson ärgerte sich über den Unterton, den er herauszuhören glaubte.
„Simons wird damit fertig. Wie sind Sie davon verständigt worden?"
„Der Notruf ist in der Zentarle in Anklam über die 110 eingegangen." sagte Polizeihauptmeister Weller.
„Wenn Simons unterwegs ist, ist das okay. Der wird damit schon fertig."
Larsson legte den Hörer auf. Er ließ sich wieder ins Bett zurückgleiten, zog die Decke über den Kopf und dachte, dass man ihm seine Ruhe lassen sollte.
Als das Telefon eine halbe Stunde später wieder seine Ruhe störte, wusste er, dass die Hoffnung, seinen Traum wieder dort aufzunehmen, wo er ihn verlassen musste, vergeblich war. Die schöne Frau würde ihn nicht mehr zu einem tête-à-tête auffordern.
Karl Simons war am Apparat.
„Ich würde dich nicht stören, Lasse, wenn das hier alles so einfach wäre. Der Mann ist aus dem siebenten Stockwerk gefallen, auf eine Steinplatte aufgeschlagen und überall ist Blut. Selbst die Scheiben des Schwimmbades sind vollgespritzt. Die Gehirnmasse ist ausgetreten. Ich frage mich, warum der das gerade machen muss, wenn ich Bereitschaftsdienst habe?"
„Weil in elf Tagen Weihnachten ist, Karl. Und er wollte dir ein besonderes Geschenk machen!"
Es sollte sarkastisch klingen; wer aber wusste, wie zart besaitet Simons war, musste wissen, dass ihn gerade diese Ironie unterhalb der Gürtellinie traf. Karl Simons nahm sich ein Herz und unterbrach einfach die Leitung.
Einen Augenblick saß Lasse Larsson auf dem Rand seines Bettes. Dann wurde ihm klar, dass er den jungen Kollegen nicht so einfach seinem Schicksal überlassen durfte. Simons war ein anständiger Kerl, dem es an Erfahrungen und der nötigen Härte noch fehlte, was die Auffindung von Leichen voraussetzte, die keines natürlichen Todes gestorben waren.
Als Lasse Larsson in der Rehaklinik ankam, standen schon zwei Funkwagen vor der Tür. Am Tresen stand einer der Bereitschaftspolizisten und grüßte Larsson.
Auch die Kriminaltechnik war bereits eingetroffen und hatte das Geschehen am Fundort der Leiche taghell ausgeleuchtet. Maier und einer seiner Leute waren dabei, nach Spuren zu suchen. Die Spurensicherung am Tatort war eine der wichtigsten Beweisführungen bei der Rekonstruktion des Tathergangs.
Larsson nickte Paul Maier zu und dieser grüßte flüchtig zurück.
Es hatte sich ein Häufchen von neugierigen Spannern gebildet, die entweder auf ihren Balkonen standen und laut gestikulierend auf die Szene im Hof starrten; einige versuchten gar, bis zur Aufschlagstelle des Toten vorzudringen, aber die Bereitschaftspolizei hatte den Tatort abgesichert.
„Gegen die Leute auf den Balkonen können wir nichts machen, aber schicken sie diejenigen zurück, die anfangen, unsere Arbeit zu stören!", wies Lasse Larsson einen der Bereitschaftspolizisten an.
Dann nahm er den Fahrstuhl zum siebten Stockwerk.
Simons stand bewegungslos inmitten des Zimmers.
„Tot durch Sturz als Selbsttötung oder liegt eine Fremdtötung vor? Das ist hier die Frage, Karl", sagte Larsson. „Hast du die Leiche schon angesehen?"
Man sah Simons an, dass er froh war, Larsson zu sehen.
„Nur oberflächlich. Maier meinte ..."
„Schon gut, Karl. Wir machen das gemeinsam. Weißt du schon, wer der Tote ist?"
Simons hob die Schultern.
„Ein gewisser Ferdinand Huebner."
„Na, das ist doch schon einmal ein Anfang, Karl. Verheiratet?"
„Keine Ahnung."
Larsson drehte sich der Frau zu, die offensichtlich als Nachtwache der Klinik hier war und von der Dienst habenden Stationsschwester unterstützt wurde. Beide Frauen standen am Eingang des Zimmers, waren aber auf Anweisung Simons nicht hereingekommen.
„Können Sie mir mehr über den Toten sagen?" fragte Lasse Larsson.
Die Frauen schauten sich kurz an, dann antwortete die Stationsschwester: „Huebner, Ferdinand Huebner. Er macht eine Kur, die von der Barmer Ersatzkasse genehmigt wurde."
„War er irgendwie auffällig?"
„Er ist ... ein ruhiger, unauffälliger Typ gewesen, immer freundlich. Mehr kann ich nicht sagen."
„Wo kam er her?" fragte Lasse Larsson.
„Dem Dialekt nach kam er aus dem Süden Deutschlands."
„Hat er Familie? Manche wollen doch etwas loswerden, zum Beispiel bei den Massagen?"
Die Schwester hob die Schultern, sagte aber nichts.
„Richten Sie uns eine kleine Ecke, wo wir ungestört arbeiten können", sagte Larsson zu der zweiten Frau. „Wenn Sie die Möglichkeit haben, besorgen Sie bitte eine große Kanne Kaffee."
Larsson wies den Bereitschaftspolizisten an, den Raum zu sichern und fuhr, in Begleitung der beiden Frauen und Simons wieder ins Erdgeschoss.
Paul Maier sah Lasse Larsson kommen und sagte: „Wirklich, er war unentbehrlich! Überall, wo was geschah, zu dem Wohle der Gemeinde - er war tätig, er war da!"

30.09.2006 um 16:11 Uhr

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Stimmung: In der Regel - immer gut!

 

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KHK1


Dies ist der Erstentwurf des Prologes meines zweiten Lasse Larsson-Falles.
Er ist nicht korrigiert, nicht redigiert und sicher auch noch nicht vollständig.

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Prolog

Loddin auf Usedom im September 1966

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages waren verschwun-den. In dem kleinen Haus an der Wiese, die hinunter zu Wasser der Peene führte, waren sie, wie an jedem Jahres-tag ihrer Entlassung aus dem Konzentrationslager Börger-moor bei Papenburg zusammengekommen, um der Tat-sache zu gedenken, dass sie die Schreckensherrschaft des Tausendjährigen Reiches überlebt hatten.
Holger Petersen, der nun beim Rat des Kreises Wolgast ar-beitete, richtete zusammen mit seiner Frau Lina dieses Gedenkfest aus, und Bent Bagh, der in den Schulen Vor-träge über die verbrecherische Herrschaft der Nazis hielt, kam mit Frau Christina und Sohn Jørgen allzu gern, denn neben den Erinnerungen an die Schmach der vielfältigen Erniedrigungen im KZ, gab es auch immer ein mehr als ordentliches Essen, meist Ostseefisch, mit einer Vor- und einer Nachspeise, und in diesem Jahr, exklusiv ein Rin-derfilet, das Lina Petersen rundum angebraten und in einer Folie mit Kräutern im Ofen fertig gegart hatte. Es war eine Leckerei, die dem kleinen Jørgen Bagh sein Leben lang in Erinnerung bleiben würde.
Auf den Knien Holger Petersens sitzend, lauschte der sechs-jährige Jørgen den immer wiederkehrenden Erzäh-lungen der beiden Väter über den Zug der Häftlinge ins Moor rund um Papenburg, wo sie den Rohstoff Torf mittels Spaten stachen.
Und wie in jedem Jahr beschworen die beiden Männer die Freundschaft zu anderen Überlebenden, auch zu dem bekann-ten Theaterregisseur Wolfgang Langhoff, der, zu-sammen mit Johann Esser, den Text zu dem weltbe-kannten Moorsoldatenlied geschrieben hatte. Freilich ver-schwiegen sie, dass der Kontakt zu Langhoff, der in Berlin am Deutschen Theater arbeitete, längere Zeit schon abge-brochen war. Aber dieser Misere zum Trotz verging keiner dieser Abende, an dem nicht dieses Lied angestimmt wurde, das erstmals 1933 im Konzentrationslager erklang.

Jørgen Bagh hatte begeistert begonnen, dieses Lied mitzusummen; in diesem Jahr sang er sogar die erste Strophe und immer den Refrain mit: „Wir sind die Moor-soldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor ….“
Auch die Frauen hatten mitgesungen.
Nur Peter Petersen, zwei Jahre älter als Jørgen Bagh, stand wie versteinert in der Ecke und betrachtete die ihm ge-spenstisch erscheinende Szenierie mit ablehnender Ver-wunderung. Allenfalls die Völlerei mit dem Filet reizte ihn, vor dem die Mutter eine Suppe aus selbstgesuchten Pilzen gemacht hatte und als Nachtisch rote Grütze reichte, denn ein so feines Essen gab es nicht alle Tage.

Einige Monate später starb Bent Bagh an Magenkrebs.
Holger Petersen war für Jørgen Bagh eine Art Ersatzvater geworden und Peter Petersen akzeptierte den Jungen wie einen Bruder; wenngleich er schon in die zweite Klasse ging, als Jørgen Bagh zur Schule kam, waren sie unzer-trennlich.
Irgendwann traten sie gemeinsam den Jungen Pionieren bei, wechselten später in die Freie Deutsche Jugend, um dann der Partei der Arbeiterklasse beizutreten. Letzteres war im Jahr 1982.
Diese Biografie entsprach ihrer Herkunft. Söhne von Vä-tern, die im Widerstand des III. Reiches waren, trugen ihre Prägung mit der Erkenntnis in einem friedliebenden Staat zu leben und diesem zu dienen, ungeniert vor sich her.
Als sieben Jahre später der Zusammenbruch der Deut-schen Demokratischen Republik kam, dachte jeder im Ort, dass die beiden Männer vom Zerfall ihres Staates über-rascht sein würden; ihrem Interesse an internationaler Politik und ihrem Studium für Politische Ökonomie in Ber-lin war es zu danken, dass sie ihren Horizont so erweitern konnten, dass sie den ökonomischen Zusammenbruch der DDR kommen sahen.
Sie beschlossen, auch fortan zusammen durchs Leben zu gehen, jedenfalls was das Arbeitsleben anging. Deshalb gründeten sie die ‚PPJB-Finanzservise GmbH’ mit Sitz in einer kleinen, aber feinen Villa in Zinnowitz, die sie einer alten Dame kurz vor der Wende auf Rentenbasis abgekauft und renoviert hatten.
Das Geschäft lief gut. Bald schon fuhren sie Porsche als Dienstwagen und beschäftigten zwei Sekretärinnen.
Mit zunehmendem Erfolg investierten und riskierten sie immer mehr, bauten Häuser, verkauften Eigentumswoh-nungen; ihr Lebensstil änderte sich.
Während Jørgen Bagh eine der beiden Sekretärinnen hei-ratete und mit ihr kräftig an der Mehrung des Betriebs-vermögens arbeitete, führte Peter Petersen das wilde Da-sein eines Lebemannes. Frauen waren Objekte, die seinen Status unter-strichen, mehr nicht. Und immer öfter war er in den Spielcasinos zu finden, in Baden-Baden, Konstanz, Stralsund, Heringsdorf, Bad Homburg, Berlin.
Sein Prinzip war überhaupt: Was beliebt ist auch erlaubt.

sdb38183
Und danach lasse ich euch das erste Kapitel lesen!
Vileleicht morgen schon!