.. and all of this will make sense

21.03.2005 um 18:29 Uhr

Kleiner Mensch

Stimmung: Herzschmerz
Musik: Lacrimosa - Allein zu zweit

Kleiner Mensch, du stehst nie im Rampenlicht, dein Name erscheint nie in der Zeitung. Unauffällig stehst du mit vielen anderen im Schatten. Du machst deine Arbeit, jeden Tag deine gewöhnliche Arbeit. Du bist der unbeachtete Fußgänger, der vor Autos zur Seite springen muss, der Radfahrer, den die Autos bei Regen vollspritzen.

Kleiner Mensch, du bist nicht reich. Du hast keine einflussreichen Beziehungen. Du kassierst deine Dividenden. Du boxt dich nicht auf Kosten anderer durchs Leben. Du hast Hände, um zu geben. Du lachst und hast Menschen gern.

Kleiner Mensch, vielleicht hast du niemand und bist ganz allein. Niemand sagt zu dir: Guten Morgen! Niemand sagt zu dir: Gute Nacht! Du redest mit deiner Katze oder mit deinem Hund. Du sitzt auf der Bank am Park, du hast für die Vögel etwas zum Picken mitgebracht. Den kleinen Dingen bist du nahe. Du bist der Natur nahe.


Kleiner Mensch,
du bist einfach Mensch,
und darum bist du groß.

21.03.2005 um 18:26 Uhr

Brief von einem Freund

Du versuchst immer noch, ein Bild von dir zu verwirklichen,
von dem du weißt, daß es dich nicht zeigt.
Viele haben mitgewirkt, dieses Bild zu entwerfen.
Eltern, Lehrer, Freunde, Bekannte, Medien, Werbung.
Wie lange schon versuchst du verbissen, dieses Bild darzustellen,
dem Entwurf gerecht zu werden!

Die Einsicht, die du im Innern spürst, daß dieses Bild dir fremd ist,
dir möglicherweise überhaupt nicht gefällt, und die Erkenntnis,
daß du diesen ersten Entwurf nie ausfüllen wirst, machen dir Angst.
Die, die ihre Träume (oder Verantwortungslosigkeiten) in dir verwebten,
könnten dich zum Versager stempeln. Auch das macht dir Angst.

So bist du beschäftigt, zu verbergen, wie du wirklich bist.
Das verbraucht die Kraft, die du für deine Stärken, deine Bestimmungen
und deine Lüste brauchst.
Unsicherheit ist stets dein Begleiter.
Und die Angst, entdeckt zu werden in deinem falschen Spiel.
Du belügst sie alle und betrügst dich um dein Leben, um deine Lebendigkeit.
Warum bist du so sicher, daß du als der, der du wirklich bist, keinen Beifall erhältst.
Hast du es je versucht?
Glaub mir, es ist höchste Zeit, dein eigenes Bild zu malen!
Fang endlich an! Mach den ersten Pinselstrich!

21.03.2005 um 18:24 Uhr

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19.03.2005 um 20:11 Uhr

~Wenn ick ma tot bin~

Bin grad so melancholisch, darum schreib ich hier mal eins meiner Lieblingsgedichte für euch auf:

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Wenn ick ma tot bin

Wenn ick ma tot bin und in ’meim’ weißen Seidenkleid

in meinem weißen Sarge liege mit Bescheidenheit,

dann fällt die Schule aus,

dann geht’s zum Kirchhof raus,

die janze Klasse kommt bei mir ins Trauerhaus.

Die wolln’ ma alle sehn’

Wenn ick ma tot bin, wenn ick ma tot bin, ach, det wird so scheen.

 

Wenn ick ma tot bin kommt och Pastor Eisenor,

der liest `n schön’ Vers aus seine Bibel vor:

"Der ohne Schuldtot sein, der Wirf den ersten Stein

 uff Lieschen Puderbach, det liebe Engelein!“

Doch ick, ick lieg janz still, wenn ick ma tot bin mach ick wat ick will.

 

Wenn ick ma tot bin zündense jelbe Lichter an,

die stellnse rechts und links an mir janz dichte ran,

dann fällt een goldner Schein uff mein verstorbenet Jebein,

und unser Lehrer, der fängt janz furchtbar an zu wein’.

Nur Tante freut sich sehr,

wenn ick ma tot bin, wenn ick ma tot bin, eß ick doch nüscht mehr!

 

Wenn ick ma tot bin schick ick aus mein kleenet Grab

mein’ letzten Willen und wat ick zu vermachen hab:

Mein Püppchen ohne Kop’

Mein rotet Band von Zop’

und dann och noch de jenstrischen paar Mutterknop’,

de will ick Truden schenken,

wenn ick ma tot bin, wenn ick ma tot bin sollse an ma denken!

 

Wenn ick ma tot bin, denn fängt erst mein Leben an,

wenn ick durchs Wolkenmeer und Himmel schweben kann.

Die Engel tiriliern’, die Geigen jubiliern’,

wennse zum Empfang von Lieschen alle uffmaschiern.

Mensch, machen die `nen Krach,

wenn ick ma tot bin, wenn ick ma tot bin, is mein schönster Tach!

19.03.2005 um 20:07 Uhr

Ein Platz im Leben

Ihr schreibt so schön, wenn Ihr von Euch erzählt.
Ich weiß nie, was ich sagen darf.
Ich würd gern von mir erzählen, Verständnis suchen.
Ich würd gern Fragen stellen, andere Menschen kennenlernen.
Ich würd gern Geschichten erzählen, n bisschen was Aufbauendes, wenn das Leben zu ernst wird.
Geschichten weben, das wär schon was. Eine Rolle. Ein Platz im Leben.
Aber irgendwas mach ich immer falsch.
Die Geschichten, die mir einfallen, sind falsche Geschichten.
Die Fragen, die ich stell, sind falsche Fragen.
Und wenn ich von mir erzähl, dann sagt ihr, dass das Leben, das ich führ, keins ist. Ein falsches Leben. Mit falschen Gefühlen, die es gar nicht gibt.
Traurig mach ich Türen und Fenster zu.