Caselino

04.01.2011 um 12:56 Uhr

Partielle Sonnenfinsternis vom 4. Januar 2011

von: caselino   Stichwörter: Sonnenfinsternis, 2011

Bis heute morgen wanderte die schlanke abnehmende Mondsichel durch den Skorpion, südlich an Venus und Merkur vorüber. Gestern,am 3. Januar 2011 konnte man den Mond dann im Glanze der Sonne bereits nicht mehr sehen, und  heute Morgen, am 4. Januar, kam es für ganz Europa zu einer recht beachtlichen partiellen Sonnenfinsternis kurz nach Sonnenaufgang.



Quelle: http://eclipse.astronomie.info/2011-01-04/

 


 

21.12.2010 um 10:19 Uhr

Im Pariser Drouot: 4,8 Millionen Euro für eine Vase

von: caselino   Stichwörter: Pariser, Drouot, Yongzheng, Periode, Segen, Reichtum, Ehre

„Segen von Reichtum und Ehre“ versprechen die botanischen Motive auf einer chinesischen Vase der Yongzheng-Periode. Das reizte offenbar auch einen chinesischen Bieter. Er bewilligte in Paris 4,8 Millionen Euro für das Gefäß mit kaiserlicher Marke.

Eine chinesische Vase der Yongzheng-Periode (1723 bis 1735) ist vom Pariser Auktionshaus Piasa im Drouot für 4,8 Millionen Euro an einen chinesischen Privatsammler zugeschlagen worden. Die Porzellanvase in der Form "Tianqiuping" (das bedeutet Himmelskugel) und in mehrfarbigem Dekor der Famille Rose trägt die Sechs-Zeichen-Marke des Kaisers.

Die blühenden Pfingstrosen, die Apfelbaum- und Magnolienzweige sollen für das "edle Haus den Segen von Reichtum und Ehre" bedeuten. Zahlreiche chinesische Bieter waren im Saal präsent. Die Vase, über deren Provenienz nichts bekannt ist, war auf eine bis 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Christie's hat in Paris mit einem zylindrischen Pinselbecher (Bitong) aus spinatgrüner Jade der Qing-Dynastie des 18./19. Jahrhunderts einen Auktionsrekord in Höhe von 2,9 Millionen Euro (Taxe 150.000/200.000) erzielt. Der mit reichem Schnitzwerk verzierte Becher stammte aus dem Besitz einer nordfranzösischen Adelsfamilie, deren Vorfahr im 19. Jahrhundert in China als Brückenbauingenieur tätig war. Der Becher ging ebenfalls an einen asiatischen Sammler.
 
Text: F.A.Z.

07.12.2010 um 10:25 Uhr

Forschungen in radioaktiv belasteter Natur - Folge der Tschernobyl-Serie: Wie wirkt Strahlung auf die Umwelt in der Sperrzone?

von: caselino   Stichwörter: Tschernobyl

Tschernobyl - Wer sich der 30-Kilometer-Sperrzone um das Unglückskraftwerk von Tschernobyl nähert, wird an einem Schlagbaum von Milizposten gestoppt. Zutritt zum "Strahlenökologischen Naturpark", wie es dort auf einem Schild heißt, haben nur jene Menschen, die in der radioaktiv belasteten Zone arbeiten. Das sind die Angestellten des Kernkraftwerks, aber auch illegal in ihre Heimat zurückgekehrte Umsiedler sowie zahlreiche Wissenschaftler. Aus praktisch allen Industrienationen kommen die Forscher angereist, um rund um Tschernobyl im Dienste der Wissenschaft Messungen durchzuführen, Proben zu sammeln und Statistiken anzufertigen. Die Auswirkungen von Radioaktivität auf Bäume, Pflanzen, Tiere, Menschen lassen sich hier in Belarus und der Ukraine erforschen wie sonst nirgendwo auf der Welt. Tschernobyl ist für sie quasi ein großflächiger "Freilandversuch mit radioaktiv belasteter Natur". Manch ein Politiker in Belarus und der Ukraine betrachtet die Ströme von wissenshungrigen Forschern mit einem gewissen Argwohn. "Die sammeln hier Daten für ihre wissenschaftlichen Arbeiten und kümmern sich nicht um das Leid der Menschen", kritisiert ein Volksdeputierter des Minsker Parlaments. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit, denn selbstverständlich leistet das Ausland - und hier Deutschland an erster Stelle - auch umfangreiche humanitäre und medizinische Hilfe. Allein die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterhält fünf verschiedene Forschungsprogramme zur Untersuchung der Tschernobyl-Folgen und die Europäische Union gar acht. Vor Ort werden die Forschungsarbeiten vom Tschernobyl-Zentrum für internationale Forschung koordiniert. Direktor ist Professor Nicolai Archipow. Zu den Aufgaben des Instituts zählt auch zehn Jahre nach der Katastrophe noch immer die Kartographierung der Verteilung radioaktiver Nuklide, die über der Ukraine und Belarus niedergingen. Bis heute gibt es keine hochauflösende Landkarte, die wenigstens innerhalb der 30-Kilometer-Sperrzone die radioaktive Verteilung darstellt, berichtet Archipow. Die geographische Verteilung der radioaktiven Stoffe habe sich aber im Laufe der letzten zehn Jahre praktisch nicht verändert, erläutert Archipow. Doch die Strahlenbelastung habe natürlich in diesem Zeitraum drastisch abgenommen. Lagen die strahlenden Isotope anfangs ungebunden auf den Böden, so seien sie bis Ende des Jahres 1986 schon bis in eine Tiefe von zwei bis drei Zentimetern in das Erdreich gewandert. Fünf Monate nach dem Unglück sei die meßbare Strahlung in den vom Fallout betroffenen Gebieten schon wieder um den Faktor 30 bis 50 reduziert gewesen. 1990 war die Strahlung dann gar schon 100 Mal geringer als in den ersten Wochen. Der Grund hierfür war der Zerfall kurzlebiger Isotope wie Jod. Heute tragen praktisch nur noch die langlebigen Isotope zur radioaktiven Belastung der Umwelt bei: Cäsium, Strontium, Plutonium. Und diese wird der Natur noch lange erhalten bleiben. Die Strahlenbelastung sinkt nunmehr aufgrund der großen Halbwertzeiten dieser Stoffe nur noch langsam und - genau vorherberechenbar. Interessant bleibt aber die Erforschung der Bioverfügbarkeit der radioaktiven Isotope. Mit Hilfe bestimmter chemischer Substanzen, sogenannter Komplexbildner, kann man erreichen, daß die betreffenden Isotope in großen Molekülen eingebunden und dann nicht mehr von Pflanzen aufgenommen werden können. So läßt sich die gefährliche Migration der radioaktiven Stoffe über den Weg Pflanze, Futter, Tier bis zur Nahrung des Menschen theoretisch stoppen. Erforscht wird in Tschernobyl auch die Frage, wie sich radioaktive Kontaminationen aus bereits produzierten Lebensmitteln entfernen lassen. So hatte man in Weißrußland noch Ende der achtziger Jahre zwei moderne Molkereien gebaut, die mit High-Tech eine weitgehende Abtrennung radioaktiver Isotope aus belasteter Milch erlaubten. Doch die Milch aus diesen Molkereien war so teuer, daß sie sich kaum jemand leisten konnte. Die Flaschen blieben in den Regalen, die Molkereien wurden stillgelegt, und fortan wurde wie gewohnt die "Milch vom Lande" getrunken. Glaubt man den Ausführungen von Professor Archipow, so dürfte mittlerweile die Belastung der Milch kein gravierendes Problem mehr sein. Eineinhalb Jahre nach der Reaktorkatastrophe habe man nur drei Kilometer vom Kernkraftwerk drei verwilderte Kühe nebst einem Stier vom Hubschrauber aus gesichtet. Die von den Forschern mit bemerkenswertem Humor auf Alpha, Beta und Gamma getauften Kühe wurden in einen Stall gebracht, fortan mit belastetem Gras aus der Umgebung gefüttert und die Radioaktivität ihrer Milch ständig protokolliert. Seit 1987 sei die radioaktive Belastung der Milch insgesamt um einen Faktor 100 gesunken und betrage heute nur noch 370 Becquerel pro Liter (Bq/l). Damit erreicht sie gerade den in der Ukraine geltenden Grenzwert von just 370 Bq/l. Der Stier - er erhielt den Namen Uran - zeugt seit 1990 mit diesen Kühen wieder Nachfahren. Bislang, so erklärt Archipow, seien keinerlei genetische Veränderungen gefunden worden. Überhaupt, betont der Forscher, haben sich nirgendwo in der belasteten Zone, weder bei Tieren noch bei Pflanzen, genetische Veränderungen manifestiert. Lediglich im Verlauf des ersten Jahres nach dem Unglück habe sich eine erhöhte Rate an "morphologischen" Veränderungen bei Pflanzen und Tieren gezeigt. Und er bestreitet vehement, daß sich noch später eine erhöhte Zahl von Mißbildungen durch Tschernobyl ergeben habe. "Mißbildungen gibt es immer und überall", erklärt er, "nur hatte man in der früheren Sowjetunion diese Dinge in den Statistiken unterschlagen. Und jetzt soll das alles nur an Tschernobyl liegen." Die drei größten Gefahrenpotentiale, in diesem Punkt herrscht weitgehend Einigkeit unter den Experten, sind heute: ein Einstürzen des Sarkophags, wodurch unweigerlich große Mengen hochradioaktiven Staubs freigesetzt würden, die Wanderung radioaktiver Substanzen ins Grundwasser sowie Waldbrände in der Sperrzone. Bei Waldbränden werden die mehr oder weniger gebundenen radioaktiven Isotope mit dem Rauch wieder in die Umwelt entlassen. Allein 1992, so gibt Archipow zu, seien in der 30-Kilometer-Sperrzone 17 000 Hektar Wald abgebrannt. Aber er widerspricht der Ansicht anderer Wissenschaftler, die glauben, daß radioaktive Substanzen so mehrere hundert Kilometer weit verbreitet würden. "Die kommen maximal 500 Meter weit." Den Wald vorsorglich zu fällen und zu vergraben sei keine gute Idee, denn der Grundwasserspiegel in der Region sei so flach, daß auf diese Weise nur noch mehr radioaktive Stoffe ins Wasser gelangen würden. Im Fluß Pripjet sei die radioaktive Belastung mit Strontium heute immer noch 100 000 Mal höher als vor der Katastrophe. Damit ist die Belastung des Flußwassers derzeit 1000 Mal größer, als es die Trinkwassernorm erlaube. Eine Zeitbombe sind die rund 800 Gruben, die man nach der "Schlacht von Tschernobyl" aushob, um sie mit hochradioaktivem Schutt zu füllen. Von vielen kennt man heute nicht einmal mehr die Position, weil die Lagepläne verlorengingen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese notdürftig betonierten Gruben undicht werden und radioaktive Isotope ins Grundwasser entlassen. Auch wenn die Tiere im Sperrbezirk scheinbar prächtig gedeihen und sich nicht um die Radioaktivität scheren, bleiben für den Menschen langfristige Risiken, die sich noch immer nicht genau einschätzen lassen. Und bei aller vorsichtigen Hoffnung bleibt Tschernobyl doch eine der großen Tragödien in der Geschichte der Menschheit.

29.11.2010 um 10:15 Uhr

Verhaltensforschung - Einfühlsames Rabenvolk

von: caselino   Stichwörter: Kolkraben

Was ein Vogelhirn alles kann: Beim Kampf um das Futter nutzen Kolkraben alle Tricks. Sie können sich sogar merken, wer ihnen beim Verstecken der Vorräte zugesehen hat. Raben gelten als besonders intelligente Vögel. Bei einschlägigen Tests zeigen sie sogar Fähigkeiten, die gewöhnlich nur Menschenaffen und Menschen zugeschrieben werden. So können sie sich anscheinend bis zu einem gewissem Grad in andere hineinversetzen und ihre Umwelt aus deren Perspektive betrachten. Zu dieser Einschätzung ist Thomas Bugnyar von der Universität Wien gekommen, als er zahme Kolkraben nach versteckten Leckerbissen suchen ließ.

Die Vorratshaltung gehört bei diesen Vögeln zum typischen Verhaltensrepertoire. Wenn Raben reiche Beute finden, horten sie überschüssige Happen für magere Zeiten. Solche Reserven verbergen sie möglichst außer Sichtweite von Artgenossen. Was seinen guten Grund hat: Bei günstiger Gelegenheit greifen hungrige Raben nicht nur auf eigene Vorräte zurück; sie plündern auch gerne, was andere für sich beiseite geschafft haben.

Aufmerksamkeit für die Vorräte

Mit solchen Übergriffen scheinen die Kolkraben zu rechnen und sich deshalb zu merken, wer sie beim Verstecken ihrer Vorräte im Blick hatte. Erste Hinweise darauf hatte Thomas Bugnyar vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit Bernd Heinrich an der University of Vermont in Burlington gefunden. In einem geräumigen Gehege ließen die beiden Forscher jeweils einen zahmen Raben kleine Fleischstücke verstecken und sperrten nach einer Weile einen zweiten dazu. Wenn dieser Vogel als Nachbar beobachten konnte, wo die Leckerbissen verborgen wurden, war der Besitzer auf der Hut. Fast immer kam er dem Dieb zuvor und sicherte sich die Beute. Und das, obwohl dieser es geschickt vermied, das Versteck mit dem begehrten Fleischbrocken allzu zielstrebig anzusteuern. Kundige Artgenossen ergatterten daher nicht mehr als unwissende, die unbehelligt umherstreiften und dabei bisweilen zufällig auf eine Vorratskammer stießen.

Ob Kolkraben tatsächlich vielsagende Einblicke in die Sichtweise ihrer Artgenossen gewinnen, lässt sich mit derartigen Experimenten freilich nicht zweifelsfrei klären. Denkbar wäre zum einen, dass sich die gewitzten Vögel einfach einprägen, wer sich in der Nähe herumtrieb, als sie ihr Futter versteckten. Zum anderen können Kolkraben womöglich am Verhalten ihrer Artgenossen ablesen, für wen ihr Versteck kein Geheimnis mehr ist. Um beide Möglichkeiten auszuschließen, entwickelte Bugnyar für seine von Hand aufgezogenen Kolkraben ein spezielles Szenarium. Wie er in der jüngsten Ausgabe der „Proceedings of the Royal Society of London Teil B“ (doi: 10.1098/rspb.2010.1514) berichtet, arbeitete er mit einer Voliere, die beiderseits von kleineren Käfigen gesäumt war.

Und Aufmerksamkeit für den Wissenstand der Konkurrenten

Auf der einen Seite, die freie Sicht auf das Geschehen bot, wurde ein als Proband auserkorener Rabe einquartiert. Auf der gegenüberliegenden Seite saßen zwei Artgenossen, denen die Aussicht zeitweilig versperrt werden konnte. Der Versuchsleiter hatte es nun in der Hand, ob keiner, einer oder beide zuschauen durften, während er zwei kleine Käsestücke in den mit Kies bestreuen Boden der Voliere eingrub. Hunde oder Ratten könnten so einen Happen jederzeit mit Leichtigkeit aufspüren. Raben haben jedoch – wie die Mehrzahl der Vögel – keinen ausgeprägten Geruchsinn. Deshalb sind sie in solchen Situationen ganz und gar auf ihre Augen angewiesen.

Die Verstecke wurden schließlich so abgedeckt, dass die Käsebrocken für den Kolkraben auf der anderen Seite völlig aus dem Blickfeld verschwanden, nicht aber für seine beiden Konkurrenten. Diese wussten daher auf jeden Fall Bescheid, gleichgültig ob sie beim Verstecken zusehen durften oder nicht. Dass ihr Gegenüber davon nicht das Geringste ahnte, zeigt sich, als dieser Vogel kurz vor einem seiner Konkurrenten Zutritt zur Voliere erhielt. Er agierte dort so, als wüssten die Raben, die während der Versteckprozedur hinter einen Vorhang sitzen mussten, nicht, wo die Käsestücke liegen. Beim Plündern der Verstecke nahm er sich viel mehr Zeit, als wenn die gegenüber einquartierten Artgenossen freie Sicht gehabt hatten.

Vorhang zu, Vorhang auf

Mitunter durften die Konkurrenten nur bei einem der beiden Verstecke zuschauen, als es angelegt wurde. Die gefiederten Probanden konnten sich dann offenbar einprägen, um welches Versteck es sich jeweils handelte. Meistens eilten sie zuerst schnurstracks zu diesem Happen und hoben sich den anderen, der vermeintlich nur ihnen allein bekannt war, für später auf. Doch waren die misstrauischen Kolkraben wirklich den neugierigen Blicken ihrer Artgenossen aufmerksam gefolgt oder hatten sie bloß deren sichtliche Anwesendheit registriert? Um diese Frage zu klären, wurde vor dem Käfig des Konkurrenten zeitweilig ein Vorhang mit Fenster heruntergelassen. Durch das Fenster war der dahinter sitzende Rabe ständig sichtbar, doch der Vorhang versperrte ihm die Sicht auf einen Großteil der Voliere. Deshalb konnte er bei einem der Käsestücke nicht verfolgen, wo es versteckt wurde.

Als sich der Vorhang wieder hob, löste sich das Rätsel allerdings. Denn wie immer lugten beide Käsehappen aus den Verstecken hervor. Nur auf der anderen Seite der Voliere war keins von beiden sichtbar. Entsprechend reagierte der dort einquartierte Rabe: Fast immer ließ er das Versteck, von dem sein Konkurrent vermeintlich nichts wissen konnte, zunächst links liegen, um erst einmal das andere zu plündern. Dass subtile Signale des Artgenossen Hinweise auf die Vorgeschichte lieferten, ist zwar nicht völlig ausgeschlossen. Plausibler scheint aber, dass die Kolkraben in ihrem Gedächtnis speicherten, was ihre Konkurrenten während der Versteckprozedur im Blick hatten.

Auch ohne Primatengehirn

Dafür sprechen auch Szenarien, in denen Raben einen vertrauten Menschen beobachteten, anfangs aber nicht sehen konnten, was er ins Auge gefasst hatte. Bei nächster Gelegenheit positionierten sich die Vögel stets so, dass sie ebenfalls einen Blick in die mutmaßlich interessante Ecke werfen konnten. Offenbar können Kolkraben durchaus in ihre Gedanken einbeziehen, dass andere vieles aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Bezeichnenderweise gilt das nur für mindestens sechs Monate alte Tiere. In diesem Alter beginnen die Raben auch, sich hinter Sichtblenden zurückzuziehen, um dort unbeobachtet Futtervorräte anzulegen. Jüngere erinnern eher an Kleinkinder beim Versteckenspielen. Bekanntlich brauchen Menschenkinder eine ganze Weile, bis sie in der Lage sind, die Welt auch mit anderen Augen zu sehen. Im Laufe der Evolution ist diese Fähigkeit wohl mindestens zweimal entstanden, bei den Vorfahren von Mensch und Menschenaffen und bei den Rabenvögeln mit ihrem ganz anders strukturierten Gehirn.


Quelle: F.A.Z.

11.11.2010 um 10:27 Uhr

Schloss kocht Mahl von 1884 nach

Mal etwas anderes....

(Sigmaringen/sz) Im kommenden Jahr gibt es doppelten Grund zum Feiern: Die Dynastie Hohenzollern begeht den 950. Tag ihrer Gründung. Vor 200 Jahren wurde Fürst Karl Anton geboren. Im Fürstenhaus werden derzeit eine Reihe von Jubiläumsveranstaltungen ausgearbeitet.

Unter dem Schlagwort Historischer Sommer ist die Reihe zusammengefasst. Das Fürstenhaus nimmt das Jubiläumsjahr zum Anlass, sein Kunstmuseum umzugestalten. Momentan werden dort sakrale Gegenstände ausgestellt. In der neuen Konzeption soll die Geschichte der Hohenzollern anhand von Exponaten erläutert werden.

„Das wird eine Art Schatzkammer“, sagt Anette Hähnel, die Leiterin der fürstlichen Bibliothek, über die Präsentation. Mit der Wiedereröffnung des Museums am 3. Juni beginnt das Jubiläumsjahr.

Zweiter Termin: Ein historisches Abendessen in der Portugiesischen Galerie. Serviert wird ein Menü aus dem Jahr 1884. Anlass war die Goldene Hochzeit von Fürst Karl Anton. Informationen zur Speisenfolge, Tischkärtchen und Deko spürten die Verantwortlichen im Archiv auf. Das Festmahl wird am 15. Juli serviert.

In Vorbereitung ist ein Fotoalbum, das zum Ende des Jubiläumsjahres im Oktober 2011 erscheinen soll. Gezeigt wird ein Querschnitt aus dem Leben der Hohenzollern: Festlichkeiten, verwandte Häuser, Residenzen und private Einblicke. Die Zeitachse endet mit der Kindheit des aktuellen Familienoberhaupts, Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern. Das Fotoalbum enthält nach Angaben von Anette Hähnel eine bislang unveröffentlichte Fotografie von Sissis Familie.

Zusammen mit der Burg Hohenzollern ist eine musikalische Reihe geplant, konkrete Termine stehen noch nicht fest. Mitte Juni soll es einen landesweiten Schlössertag geben, an dem sich Sigmaringen mit einem Familientag beteiligen wird.

„Wir wollen unseren Bekanntheitsgrad steigern und hoffen auf zusätzliche Besucher“, sagt Ingo Bartha, der Leiter der Schlossverwaltung, über die Ziele. In der abgelaufenen Saison waren die Besucherzahlen leicht rückläufig. Die Zahl fiel unter die 80 000-Marke.

Quelle: SZON