Gefühlskauderwelsch
Ich kann zwar alles, was so passiert ist 'protokollieren', aber wenn es daran geht, meine momentanen Gefühle zu beschreiben, versagen mir die Worte. In einem Moment denke ich, er war perfekt für uns und ich habs versaut. Im nächsten, irgendwann wärs sowieso passiert, es war schon richtig. Ich hab Geburtstagseinladungen verschickt und versuche mich zu freuen. Es will noch nicht so richtig klappen. Oft lausche ich in mich hinein, versuche die Gefühle, die da kommen und gehen, anzuschauen, zu erkennen. Ich hab das Gefühl, daß ich meiner Intuition nicht mehr traue. Bzw. daß ich sie nicht mehr höre, diese innere Stimme, die dir zu verstehen gibt, was gut und richtig ist. Alles geht durcheinander, fühlt durcheinander.
Ich denke so oft an den Küchenstuhl (klick) oder an die Freudentränen (klick) und daß ich doch das ganz klare Gefühl hatte, der und kein Anderer! Und manchmal denke ich, daß ich mir das alles schlechtgeredet hab, hab immer nur die Dinge gesehen, die mich störten und sie so lange hin und her gewendet, bis ich glaubte, niemals damit leben zu können. "Zufällig" genau die Dinge, die so anders waren als bei K. Seine Verlässlichkeit zerredete ich in Eingefahrenheit, seine Umsicht zu Spießigkeit und seine Geradlinigkeit war mir zu kopflastig. Aber da waren doch auch noch später so Momente, wo ich mich ganz angekommen gefühlt hab. Im Tropical Island, in den Ferien, es war schon abends und das Flutlicht war den "Straßenlaternen" gewichen und der Unterwasserbeleuchtung in den Pools. Ich saß auf einem Steg, der ins Wasser ragte und beobachtete das Katzenkind beim Planschen. Hinter mir auf der Decke im Sand lag F. und war eingeschlafen. Ich betrachtete 'meine Beiden' und war ganz da, in dem Moment wollte ich nirgendwo anders sein und auch mit niemand anderem. Ich sehne mich nach den Küchenstuhl-Gefühlen, ich will sie wiederhaben und ich will sie mit und bei F. wiederhaben.
Und dann.. dann sagt irgendwas in mir, das hast du dir doch alles nicht nur eingebildet, du warst doch wirklich nicht glücklich. Aber sollte ich denn dann nicht jetzt, himmelnochmal, glücklich sein??
Etwas ist mir bewusst geworden. An diesem schlimmen letzten Wochenende, da hab ich geweint und gelitten und GEFÜHLT. Und zwar so intensiv wie schon länger nicht mehr. Und auch, wenn es eigenartig klingt, ich hab es ganz tief drinnen genossen, dieses intensive Fühlen. Und als wir dann danach den Film geschaut haben, da war ich glücklich. Nicht, weil wir uns getrennt hatten, nein, sondern weil ich mich so tiefgreifend gespürt habe. Ich war erschöpft - und ganz ruhig. "Alles war gut", hab ich geschrieben, nicht wissend wieso.....
Scheinbar haben sich da Verknüpfungen gebildet in meinem Emotions-Zentrum, zwischen Glück und Leid, Liebe und Schmerz. Ohne diese Intensität wird mir immer etwas fehlen. Eine Beziehung ohne himmelhohe Hochs und ozeantiefe Tiefs kann mich scheinbar nicht auf Dauer glücklich machen. Diese ständigen Aufs und Abs mit K., es war furchtbar anstrengend, aber ich hab das Leben gespürt, wie noch niemals zuvor. Dieser Stillstand, in der meine Ehe versackt war, dieser graue Nebel der Gleichförmigkeit, in dem so viele Erinnerungen verschwunden sind, der hat sich wohl tiefer in mir eingebrannt, als ich gedacht habe.. Bindungsgestört.. (Gibts da was von R*tiopharm?)

Fühl dich gedrückt!
Bleib' stark!