Sabotage
In den letzen Tagen hab ich wieder ein wenig in alten Einträgen gestöbert und bin bei Mai 2008 gelandet. Ein Eintrag, der den Tag beschrieb, an dem K. ein paar Tage nach der Trennung noch einmal kam, um seine restlichen Sachen zu holen. Ich hab ihm gesagt, daß ich das Gefühl hab, er hätte uns nicht genug Zeit gegeben und daß wir hätten noch so viel mehr erreichen können. Schon komisch, jetzt steh ich auf irgendeine Art auf der anderen Seite.. Und ich möchte Zeit geben, aber ich weiß eben auch, wie es damals war, mit K. Wir hatten mehr Zeit, viel mehr sogar, nach dieser ersten Trennung folgten noch zwei weitere Versuche, die beide scheiterten und jedesmal die Wunden nur noch tiefer rissen. Zwei weitere gescheiterte Versuche mit dem Glücklichsein..
Und ja, ich hab auch ein schlechtes Gewissen. Ich hab Hoffnungen geweckt, hab diese sogar eine Zeit lang bestätigt und hab doch wieder angefangen zu zweifeln. In der ersten Zeit, da war alles so rosarot, da hab ich im Überschwang gehandelt und geredet - und wohl auch gefühlt. Ich war so unendlich dankbar für das, was F. mich hat fühlen lassen. Geborgenheit, Sicherheit und diese andere Art von Geliebt werden, die sich zwar weniger heftig, dafür aber wunderbar vertraut anfühlte. Hab Zugeständnisse gemacht, z.B. was das Elternkennenlernen angeht, und bin nachher wieder einen Schritt oder zwei zurückgegangen. Auf einmal ging alles so schnell, gerade eben noch frisch kennengelernt und erstes, zartes Bauchkribbeln entdeckt und plötzlich schon ein festes Paar. Ich glaub, ich kann sogar benennen, wann der Punkt kam, an dem diese Euphorie nachließ. Als er mir sagte, daß er seinen Profilstatus auf Vergeben geändert hat und mich mehr oder weniger dezent darauf hinwies, daß ich das doch auch tun solle. Ab da war irgendwie die Leichtigkeit weg. Dieser Zauber, der sprichwörtlich jedem Anfang innewohnt, war verschwunden.
Und irgendwie hab ich mich selbst überlistet dabei, wenn ich sage, daß ich uns noch Zeit geben will, denn ich lass es ja irgendwie gar nicht wirklich zu. Jedesmal, wenn sich etwas schön und harmonisch mit ihm anfühlt, geh ich innerlich auf Distanz. Ich denke ich tu das, um bei ihm keine solchen Hoffnungen zu wecken, die ich dann vielleicht doch nur enttäuschen muss. Oder tu ich das, um selber nicht Gefahr zu laufen mich auf diesen bequemen Gefühlssofapolstern niedersinken zu lassen und dann aus eigener Kraft nicht mehr hoch zu kommen? So wie es bei meinem Ex-Mann gewesen ist. Oberflächlich war alles in Ordnung und harmonisch, wir hatten einige gemeinsame Interessen und schon auch Spaß zusammen, innerlich war ich unzufrieden und unglücklich. Aber ich hab meinen Arsch nicht hoch gekriegt, neben anderen Gründen auch, weil es so bequem und sicher war mit ihm. Nochmal kommt garantiert kein K., der mich monatelang aus einer festgefahrenen Beziehung lotst.
Ich sabotiere doch unbewusst unsere Beziehung, wenn ich mich jedesmal distanziere, wenn ich Nähe spüre. Letzten Freitag, als F. bei mir war, hab ich es ganz deutlich gemerkt, jedesmal, wenn ich anfing mich wohl zu fühlen, wurde ich wütend. Es war ganz eigenartig. Am liebsten hätte ich jedes positive Gefühl für F. in mir ausgelöscht. Ich sträube mich richtiggehend davor, den Gedanken, daß er es ist - es doch ist - an mich ranzulassen. Kann es sein, daß ich tief im Innern nicht will, daß er es ist? Ich glaube, so tief muss man nichtmal schauen, ich wollte, K. wäre es. Aber der ist es natürlich auch nicht... (Auch das hat mir die Lektüre der vergangenen Einträge wieder einmal klar gemacht. Auch dazu ist so ein Tagebuch also gut.) Warum muss F. nur so lieb sein, so liebevoll so.... fürsorglich und so ein Knuddelteddy manchmal? Könnte er nicht irgendwie...doof sein, mich schlecht behandeln oder irgendwelche abstoßenden Eigenheiten haben? Das war bei meinem Ex-Mann genau so. So oft wurde ich gefragt, was denn nun so schlecht an ihm gewesen ist. Ich konnte nicht wirklich was darauf antworten, außer daß ich das Gefühl hatte, einzugehen in dieser Ehe. So krass ist es bei F. nicht, gar nicht... und doch... das Gefühl ist wieder da... nicht mehr fliegen zu können.

ich glaub ihr braucht wirklich eine pause. du musst deine gefühle sortieren können, sonst wird das nix. sonst kreisen deine gedanken nur noch darum und das macht es nicht besser. je länger du wartest desto schlimmer wird es, meinst du nicht?
Anscheinend hast du eine riesige Angst davor,wieder in einem "Käfig" zu landen,wie mit deinem Ex-Mann und du willst dich nicht richtig auf F. einlassen,damit dir das nicht passiert.Kann ich nachvollziehen.
Bei K. hast du dich aber eingelassen....weil du im Unterbewußtsein vielleicht von Anfang an wußtest,das K. sich NIE wirklich fest binden will? Bei ihm konntest du all deine Gefühle ausleben,weil du wußtest,das er nie der Mensch sein würde,der mit dir zusammen leben würde.Deshalb war es vielleicht bei K. so leicht für dich,diese Liebe zuzulassen.Bei F. merkst du,das er eben "mehr" möchte....auch wenn du F. vielleicht sogar liebst,kannst du es nicht zulassen,weil du weißt,das er sich sehr wohl "fest" binden würde.Bei K. hast du es dir gewünscht,aber ob du es wirklich getan hättest,ist noch eine andere sache,denn bei K. konntest du es dir ja auch wünschen...es bestand ja nie die Gefahr,das dieser Wunsch in Erfülung gehen würde.Und je mehr F. dir klar macht,das er mehr möchte,je öfter denkst du wieder an K.,weil das einfacher ist.Da kannst du deine Wünsche nach Beziehung wieder träumen,ohne das die Gefahr besteht,das sie in Erfüllung gehen.
Ich hoffe,du bist mir jetzt nicht böse,wenn ich das so schreibe....es ist mir nur eingefallen,als ich deinen letzten Satz gelesen habe.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Und so weiter und so fort......
Sowenig es auch mit K. am Ende gepasst hat - aber ich denke, er hat sie im Ganzen gesehen, als Mensch. Und ich denke, F. sieht "nur" die Frau.
Kann man das so sagen? Kann jemand meinen Gedanken folgen???
Meinst Du es so? Dann wäre diese Bindung fatal... :-(
Er war aber anscheinend auch selber extrem freiheitsliebend,vielleicht fiel ihm das dadurch auch leichter der lady ihre Freiheiten einzugestehen.
Hach,warum ist das eigentlich auch manchmal so schwierig mit den Beziehungen. :-(
Ach, schwer, das auszudrücken...
Mir wurde ja schon ganz anders bei den Bemerkungen, die der Herr zur Bauchtanz Idee gemacht hat....
und ich glaube auch, das dein unterbewußtsein strukturen aus alten (ex-mann)zeiten wiedererkannt hat, alte unschöne gefühle die dich warnen möchten (denk an den traum mit dem toten, den du hattest, die altlast, die du automatisch für k. gehalten hast...vielleicht war sie aber F.), nur willst du sie nicht wahrhaben, weil du dir (die) zweisamkeit so sehr wünschst.
und trotzdem du fühlst dich schon jetzt gefangen, lady, nach so kurzer zeit, so dermaßen unglücklich und unten... und ich glaub nicht, das es unbergündete "F-unspezifische" bindungsängste oder anderen formen von bindungsphobien sind, sondern weil sich explizit dieser mann wiederholt sehr sehr daneben geäußert und auch ignorant verhalten hat. ein mann, der in einem moment sagt "jaja, du hast ja recht." dir den kopf tätschelt dabei und im nächsten sagt "und jetzt hören wir auf mit dem kinderquatsch und sind wieder normal"...
und ich möchte dir dir geschichte nicht ausreden,ganz gewiß nicht, ich merk nur, daß du ständig die fehler bei dir suchst und rabi ganz genau so empfindet und sie ist deine enge freundin und hat F. schon erlebt und.....nichts und....
aber wenn du mal die liebe wegläßt, vielleicht sind dann die altlasten, von denen du sprichst deine traumatischen gefühle aus der ehe und nicht die person k.......ach egal...ich schaffs nicht, es besser zu beschreiben und geh wieder ins bett...
aber ich kann dieen gedanken auch gut nachvolziehen, dass k. quasi nur der "unterbewusstseins-k." ist, der sagt "was machst du denn hier gerade???"
und nein, auch ich möchte dir um himmels willen nichts ausreden aber es geht dir nicht gut, insofern kanns auch nicht gut sein...
ich wünschte, du kämst heut alleine und zum quatschen...
vielleicht versteh ich das falsch und vielleicht meinst du, liebe chuchou ja auch dasselbe :ich glaub es geht primär gar nicht um die wortwörtliche freiheit (rausgehen, eigene entscheidungen treffen etc.),....sondern um die...hach wie soll ich sagen....geistige?!..hm....naja eben die gedankliche freiheit, die unterbewußte freiheit, das zu tun und das zu lieben, was sie möchte... ka hat das alles toleriert und sie sogar noch zu ganz anderen dingen inspiriert, klar das da eine seele blühen kann (die unglückliche liebe jetzt mal außen vor gelassen).
und zu diesem inneren druck kommt dann noch der äußere druck, also die wortwörtliche freiheitsberaubung in form von: "wie du hast mir nicht bescheid gesagt, dass du das machst?"...."MEINE" familie..."dannunddann ziehen wir zusammen"
da steckt also meiner meinung nach ganz ganz viel mehr drin
Und ja, freigeistig ist ein sehr gutes Wort und "Seele blühen" auch! :)
Dieses Wochenende bin ich (m)einer Entscheidung schon einige Schritte näher gekommen, dem, was gut ist und dem, was so gar nicht geht und vor allem, wie es mir mit beidem geht... Ich muss noch bißchen nachdenken und werde berichten. :*
Wolltest Du nicht auch noch hinterher weiter in Behandlung gehen?
Vielleicht liegt es an F... vielleicht ist es auch eine Mischung...
Wenn Du jemanden an der Hand hat, der so etwas psychologisch besser beurteilen kann, sprich ihn bitte mal auf Bindungsangst an...
Für mich klingt es schon irgendwie so. Bei K warst Du die passive Rolle, die die gelitten hat, weil der Partner auf Abstand ging.
Nun scheinst Du in der aktiven Rolle zu sein. F ist der Verunsicherte, der der mehr will und immer mal wieder "drängelt".
Du bist diejenige, die Angstgefühle bekommt, bei zu viel Nähe und sich dann zurückzieht, die immer wieder Zweifel bekommt.
Ich glaube, wenn Du jetzt jemanden hättest, der Dir helfen könnte, diese Angst- und Zweifelgefühle besser einzuordnen, dann wüßtest Du, was Sache ist und auch, wie Du Dich entscheiden mußt.
Vielleicht paßt es tatsächlich einfach nicht. Aber vielleicht hast Du auch Probleme mit Nähe (mit K ist die ja in dem Sinne auch nie dauerhaft entstanden, weil er sich da ja immer entzogen hat, da mußtest Du keine Angst haben) und dann kann Dir gerade jetzt in der Phase vielleicht gut geholfen werden.
Mit dem Partner zu reden und lieber langsam zu machen, hilft Bindungsängstlern auf jeden Fall, weil sie sich dann langsam gewöhnen können und der Angstpegel niedrig gehalten wird. Darauf kann man dann auch gut aufbauen....