Poison Ivy

30.05.2012 um 19:31 Uhr

Wie wenn dir alle "Überraschung!!" direkt ins Ohr brüllen

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich heute das Katzenkind aus der Schule abhole. Hängt doch dort ein riesiges Plakat, daß Werbung für eine Veranstaltung zum Kindertag am Freitag macht. Ritterspiele mit Gaukelei und Allerlei - oder so..

Nicht weiter wild, wenn nicht das Foto wäre, das ein gutes Viertel des Plakates einnahm. KATER wie er leibt und lebt!

Kann das wirklich sein? Oder ist das nur ein Foto aus irgendeinem Archiv gekramt? Würde er wirklich hierher in meine kleine Stadt kommen, ohne mir was davon zu sagen??

Ich hab das Plakat fotografiert und es ihm per sms geschickt mit der Frage "In echt jetzt???" ;)) Er hat kurz darauf angerufen, aber ich war grad unterwegs und habs nicht mitbekommen und jetzt trau ich mich nicht zurückzurufen. Hab irgendwie Schiss davor, mit ihm zu sprechen. Schiss, daß es krampfig wird oder seine Freundin im Hintergrund mithört oder noch schlimmer, daß er das Telefon auf LAUT gestellt hat (Es gibt wenig was ich noch mehr hasse, als wenn mich jemand am Telefon auf laut stellt!).

Ich werd ihm wohl noch ne sms schicken.. Ich weiß auch grad gar nicht, ob ich ihm wirklich so Knall auf Fall gegenüberstehen möchte, wenn ich das Katzenkind Freitag von dort abhole. Am Ende hat er noch seine Freundin dabei.. 

 

15.05.2012 um 17:59 Uhr

Windmills of my mind

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Ja, die Kategorie mal wieder.. Seit seiner "Offenbarung" der offensichtlich recht festen Freundin und des Zusammenziehens mit ihr, muss ich immer daran denken. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht in meinen Gedanken ist. Manchmal gibt mir der Gedanke einen kleinen Stich und ich erschrecke mich ein bißchen, als ob mir in dem Augenblick bewusst würde, daß ich es nicht geträumt hab. 

Aber weshalb? Als wir uns das letzte Mal sahen, Kater und ich, da war ich doch noch so froh, als ich feststellte, daß da keine zärtlichen Gefühle mehr für ihn sind. Woher kommt also diese Traurigkeit, daß er jetzt mit einer anderen meinen Traum lebt? Mein Traum von einem gemeinsamen Leben mit ihm.

Na klar frag ich mich auch, wie sie wohl ist, wie sie aussieht, wie alt sie ist und ob sie mir vielleicht eine Winzigkeit ähnlich ist. Und jaaaaaaa, was sich wohl jede Frau fragen würde, ob ich (für meinen Geschmack) besser aussehe als sie.

Gestern war Katers Geburtstag. Ich hab ihm eine SMS geschrieben. Keine Minute später war die Antwort da. Daß er in Hamburg im Krankenhaus liegt, weil er mit nem akuten Blinddarm bei nem Job zusammengeklappt ist, er aber morgen wieder nach hause könnte. Und er schrieb noch, daß seine Freundin extra dageblieben ist und mit ihm wieder heim fährt. Wieder n'Stich.. Wieso tut es weh, wenn er seine Freundin erwähnt? Als hätte er mich um dieses Vielleicht betrogen, das wir uns irgendwann zum Abschied gegeben haben. Aber ich dachte, dieses Vielleicht hätte ich spätestens bei unserer letzten Begegnung losgelassen. Doch nicht?

Sie sind also heute nach hause gefahren. Zusammen in ihr gemeinsames Zuhause. Wie das wohl aussieht? Sieht es noch nach Kater aus? Ein paar Schlüsse lässt er ja schon zu, dieser eine Satz über seine Freundin. Nämlich, daß sie ihn zu seinem Job begleitet hat (hab ich ja auch oft getan) und nach dem Wochenende nicht wieder dringend in eine Arbeit zurückmusste und bleiben konnte. Also ist sie entweder ohne Arbeit oder wie Kater freiberuflich. Einen so extrem verständnisvollen Chef, den man Sonntag anrufen kann, daß man Montag nicht kommt, schließ ich jetzt einfach mal aus. Könnte also sein, daß sie auch in Katers Metier tätig ist. Sowas hatte ich ja schon vermutet.

Und sie fährt zurück, hat also einen Führerschein, ist also wahrscheinlich über Achtzehn.. Autsch.. nein, ist nicht witzig... 

Ach man, ich fühl mich doof deswegen und ich will das nicht. 

Wenn ich so nachdenke über "die Männer, die nach Kater kamen". (Könnte glatt ein Buchtitel sein.) Ich hab längst nicht so für sie gefühlt. Zum Teil wahrscheinlich aus Angst vor alten Wunden, aber nicht nur. Der andere Teil war Kater, glaub ich. Weil er immer noch drin sitzt, irgendwo in einem Winkel meines Herzens. Weil ich unbewusst in jedem Mann IHN suche. Ich finde ihn nie und damit erschöpfen sich die Gefühle, die von Anfang an nicht so stark sind, wie sie bei IHM waren. 

Ich glaub, ich kann nicht mehr lieben. Kann niemanden mehr lieben der nicht (wie) Kater ist.

Letztens war ich mit Freunden auf einem Konzert und der einzige interessante Mann im Raum stand natürlich AUF der Bühne, schnitt ständig die eigenartigsten Grimassen und hätte äußerlich, wie in seinem ganzen Habitus, seiner Mimik und Gestik, Katers Bruder sein können. Ich musste ihn ständig anschauen. 

Ich weiß nicht, ob es das jemals nochmal für mich gibt, das was ich mit Kater gefühlt habe. Ich glaube nicht. 

Er hat immer zu mir gesagt, "Wenn ich es mit dir nicht schaffe, dann schaff ich es mit niemandem." Er hat es doch gekonnt. Scheinbar ist er jetzt bereit dazu, sich wirklich auf jemanden einzulassen und vor allem bereit zur Monogamie. (Auch wenn es dafür natürlich niemals eine Garantie gibt.) Bei mir war er es noch nicht.

Toll, profitiert jetzt eine andere von den Schmerzen, die ich erlitten und den Tränen, die ich vergossen habe.

Hab mich gestern hinreißen lassen, seit langer, langer Zeit mal wieder auf seine Webseite zu schauen. Er hat sein Gästebuch gelöscht. Für sie hat er es getan. Bei mir war er noch der Meinung, dieses Gästebuch mit all seinen zweideutigen, schwärmerischen Einträgen von irgendwelchen Mädels wäre wichtig für seine Arbeit, für seine Karriere, weil potentielle Auftraggeber dort Referenzen einholen würden.

Nun ja...soviel dazu.. Nein, ich war für ihn wohl doch nicht "Die Eine", das ist wohl sie. Blöd nur, daß Kater für mich "Der Eine" geblieben ist. 

 

02.03.2012 um 15:53 Uhr

ein Streuner wird zum Hauskater........

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Da ich mir gestern abend eine Eintrittskarte für das Berlin-Konzert von Dead Can Dance gekauft hatte, kam ich auf die Idee, mal dem Kater zu schreiben. Er liebt die Band auch und da dieses Konzert was ganz Besonderes und Seltenes ist, würde er vielleicht auch hinwollen. Und Lust ihn wiederzusehen, Zeit mit ihm zu verbringen und vielleicht bei ihm zu übernachten, hatte ich auch, zugegeben..

Heute kam die Antwort. Daß er grad im Stress ist, "weil wir grad ne Wohnung renovieren und am Zehnten umziehen"........... WIR renovieren? WIR ziehen um? Tja, er hat seit einem halben Jahr eine Freundin, ist glücklich und nun ist wohl "allet ziemlich schnell gegangen". 

Ja, ziemlich schnell. Bei uns war zusammenziehen immer nur Luftschloss, das man sich vielleicht mal zusammensponn, aber niemals ernsthaft in Erwägung zog. Und ich... ich fühl mich grad reichlich verdattert und irgendwie....bewegt... Hab seitdem latent eine Träne im Knopfloch und einen melancholischen Schub nach dem anderen.

Der, den ich nie recht loslassen mochte, konnte, whatever, hat sich ganz ohne, daß ich es gemerkt hab, selbst losgerissen. Und wow.... jetzt fühl ich mich grad wirklich alleine.... Er war immer irgendwie da, auch wenn wir monatelang keinen Kontakt hatten, war immer eine "Option" im Hintergrund, zum Flirten und Spaß haben, war immer MEIN Kater.....Jetzt ist er irgendwie "weg", gefühlt weg...

Jetzt hat er eine Freundin, eine richtig ernsthafte und zieht mit ihr zusammen.. Darum die ausgebliebenen Grüße zum Jahreswechsel... Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, daß seine "Höhle" dann nicht mehr da sein wird. Seine Wohnung, die so lange Zeit auch meine gewesen ist. Etwas von UNS wird dann nicht mehr da sein, vielleicht das letzte von uns, die vielen Briefe, Bilder und die ganzen kleinen Erinnerungsstücke, werden sicher nicht mit in die gemeinsame Wohnung umziehen, zumindest nicht viel davon. Nur eines, das wird überall mit ihm hingehen - UNSER Bild auf seinem Bein.

Ich bin immer noch wie vor den Kopf geschlagen... mein kleiner Streuner wird zum Hauskater... Schön, daß er glücklich ist damit, schön, daß er es jetzt will. Und ich weiß, er würde es nur wollen, wenn er sicher von sich glaubt, daß er es auch kann. Schade, daß er es mit mir nicht konnte.. Vielleicht bekommt er ja doch noch mal ein eigenes Kind, oder die Hochzeit,die bei uns auch nur ein Luftschloss war. Er hat mal gesagt, daß er mir irgendwann einen Heiratsantrag machen wolle, daß er mir dazu auf der großen Bühne vom Berliner Gauklerfest "Somebody" singen würde. Vielleicht bekommt sie jetzt den Antrag?

Gott, jetzt heul ich doch.... weil ich grad an den Moment 2009 beim Depeche Mode Konzert denken muss (wir waren schon längst getrennt, hatten die Karten aber noch gemeinsam gekauft) als er mir dort "Somebody" ins Ohr sang, er dicht hinter mir, die Arme um mich gelegt und Martin Gore oben auf der Bühne... Und wir beide wussten, daß er diesen Heiratsantrag meinte, den es nun nicht mehr geben würde und er mir damit sagen wollte, daß ich trotzdem für immer in seinem Herzen sein würde.

Vielleicht bin ich da ja nun trotzdem noch ein ganz kleines Bißchen, er ist in meinem noch und wird es immer sein.

Nur eins muss ich nicht haben, das Dead-Can-Dance-Konzert mit ihm UND seiner Freundin sehen..

 

30.06.2011 um 10:31 Uhr

:))))))))

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Na ihr?! ;) Sieht ja fast so aus, als hätte ich besser geschlafen als ihr. ;)

Sagt ma, wer hat eigentlich gesagt, daß das ein "Date" ist, oder daß ich mir irgendwelche Hoffnungen mache, die schmerzlich sein könnten? Oder, daß es "Trost" sein könnte. Trost wofür, daß es mit F. nicht geklappt hat? Ne, Trost sicher nicht, eher Spaß und Ablenkung, eben was fürs Ego. Und daß es erotisch werden würde, das war uns beiden vom ersten Gedanken an ein Treffen an klar. Unser Sex war eben immer sehr heiß. Es war...tja...eine Verabredung zum in die Kiste hüpfen. ;) Wer das verurteilen möchte, soll es tun. 

Aber Kater ist und bleibt drei Jahre her und vorbei. Ich konnte schon letztes Jahr auf seine Seite gehen und die Einträge der ganzen verknallten kleinen Mädels lesen, ohne auch nur ansatzweise schmerzlich oder melancholisch berührt zu sein. Im Gegenteil, ich hab drüber geschmunzelt.

Und auch beim Gedanken, ihn auf dem Mera im August zu treffen und vielleicht mitzubekommen, wie er "Erfolg" bei irgendwelchen Mädels hat, war mir nicht bange.

Es war ein sehr schöner Tag mit Kater, mit vielen, vielen Überraschungen, vielem Vertrauten und der Erkenntnis und dem Wissen, das wir uns immer haben werden - als Freunde. :)

Wir hatten uns am Bahnhof verabredet. Ich würde ihn vom Zug abholen - wie immer. Ich war völlig von der Rolle, als ich ihn aus einem Auto aussteigen sah - auf der Fahrerseite. Er hatte seinen Führerschein gemacht und ein Auto gekauft. Was hab ich mich für ihn gefreut, er hatte doch immer solche Angst davor. :D Und er hatte extra nichts erzählt, um mich damit zu überraschen. Ein völlig überzogener schwarzer Volvo Kombi in Leichenwagen Optik. Aber das passt so sehr zu ihm. Auf der Ladefläche Schaumgummi und schwarzes Schaffell drüber. Zum Schlafen. ^^

Er hat sich nen Laptop zugelegt, isst wieder Fleisch und verbringt weniger Zeit beim Billardspielen. Und er hat sich soooo gefreut, mir von den ganzen Änderungen zu berichten. Und ich mich, sie zu hören. :)

Wir entschieden uns, ob der Hitze, an einen Badesee zu fahren, wo wir im FKK-Bereich landeten. Praktisch, weil wir so die dazugekommenen Tattoos des anderen in voller Schönheit in Augenschein nehmen konnten. Um unser Bild hat er Blüten stechen lassen und Schmetterlinge und Kolibris. Völlig kitschig und völlig schön. :) Natürlich berührten wir uns dabei, sonnencremten uns gegenseitig ein und zeichneten die Linien unserer Tätowierungen nach. Zärtlich wars, erotisch... So hatte ich mir das immer von F. gewünscht.... Und ich hatte das Gefühl ganz dringend ins kühle Wasser zu müssen, weil ich sonst auf der Stelle über ihn hergefallen wäre. Nur...er konnte nicht mit. Noch nicht gleich zumindest.^^

Ziemlich bald packten wir unser Zeug zusammen und fuhren ein Stück mit seinem Auto raus und fanden eine schöne Wiese am Waldrand. Und dort....... ;) (Und natürlich hatten wir daran gedacht uns zu schützen.)

Der Sex war sehr vertraut, war heiß und erotisch wie er immer gewesen war, aber es war nicht dasselbe wie damals. Es war das Gefühl, das fehlte, es war weder innig noch liebevoll. Es war.....nur Sex. Wir haben uns lieb, aber wir sind weder verliebt ineinander, noch lieben wir uns. Und mir wurde wieder meine Erkenntnis bestätigt, daß mir Sex mit Menschen, für die ich keine Gefühle habe, nichts bringt, nicht befriedigend ist, so heiß er auch sein mag. Wenn ich mit jemandem schlafe, brauche ich Herzklopfen. Es soll nicht nur ein f***en sein, sondern ein verschmelzen. Ich könnte mir vorstellen, die meisten Frauen empfinden das so, weil nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf befriedigt werden will. 

Danach fuhren wir in die Stadt. Bummeln und Eis essen. Es machte Spaß mit ihm, wir erzählten uns Geschichten, alberten rum, klappsten uns auch mal auf den Po. (Er hat ja so verdammt schmale Hüften, da steh ich bei Männern total drauf... hmm ;) Und weil es im Kino nix gutes gab, holten wir uns nen Film aus der Videothek, machten Popcorn und hauten uns auf die Couch. Ja, wir versuchten es nochmal mit Sex, aber dieses Kumpelgefühl, das ich hatte, wich nicht. ;) Nach einer halben Stunde Film gucken, schlief er neben mir. ;)) Aber er war auch früh aufgestanden und hatte 3 Stunden Autobahn, und nen anstrengenden Tag mit viel Sex und viel Hitze hinter sich. Als er wieder aufwachte, schlief ich ein. ;)) Aber nebeneinander, es gab kein Geknutsche, kein Kuscheln oder im Arm halten, weder von meiner noch von seiner Seite aus. Ich hatte kein Bedürfnis danach. (Gerade hab ich geschrieben "kein Bedürfnis nach ihm" - das war dann wohl ein freudscher Verschreiber) ;)

Und vorhin, nach einem späten Frühstück, brach er wieder auf. "War ein schöner Tag mit dir", "Lass uns das mal wiederholen", "Ich besuch dich bestimmt mal in Berlin", "Komm gut heim", "Viel Spaß am Wochenende", dicker Schmatzer auf die Lippen, Winken und weg. :)

Und da bleibt nur der Gedanke an einen lieben Freund und daran, daß ein nächstes Treffen wahrscheinlich ohne Sex bleiben wird. Weil wir beide damit abgeschlossen haben und gemerkt haben, daß wir uns auf eine andere Ebene begeben haben. Und so finde ich es auch viel, viel schöner!!

 

28.06.2011 um 21:05 Uhr

nach drei Jahren heißt es also nun "morgen" :)

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Ich machs kurz, morgen Mittag werd ich Kater in Dresden treffen. Nach drei Jahren, in denen es nicht mehr als hin und wieder eine SMS gegeben hat. Und warum? Ich brauch auch grad bißchen was fürs Ego. ;)

Bin ganz schön gespannt, wie es sich wohl anfühlen wird.

Ich hab frei, das Katzenkind übernachtet beim Vater. Wir wollen Kaffee trinken gehen und vielleicht irgendwo baden, wenn es nicht gewittert, sonst vielleicht in die Sauna. ^^

Und ja, ich hab für alle Fälle fürs Frühstück eingekauft... ;)

16.03.2011 um 15:44 Uhr

Nüchtern mit Kater

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Nachdem Kater mich schon letzten Monat (am 23. - er wusste noch, es war was mit 2 und 3..) ganz verschämt per sms nach meinem Geburtstag gefragt hatte, kam natürlich am Morgen meines wirklichen Geburtstages auch eine Nachricht. Eine sehr herzliche, um nicht zu sagen liebevolle.

Irgendwie hatte und hat mich ja "der Moralische" in den letzten Wochen voll im Griff und Katers Worte taten mir gut - gingen durch und durch bis in den Bauch rein, wo sie ganz leise vor sich hin kribbelten. Nicht viel, aber sie taten es unverkennbar. Abends schrieb ich zurück, wie ich mich gefreut hatte und daß ich wüsste, daß er auf einem Markt ist, der keine Stunde von mir entfernt war und ich gerne mal wieder zuschauen würde. Ich war so angestrengt von dem Tag, mit Kuchen backen, Wohnung putzen, zwischendurch noch schnell ins Fotostudio wegen der neuen Bewerbungsbilder, der Familienbesuch nachmittags, abends dann noch die Cousinen, ich wünschte mich fort, wünschte mich ganz weit weg. Überall war "müssen", gut drauf sein müssen, schließlich feiert man Geburtstag, lächeln müssen, aufmerksam sein müssen, Gastgeberin sein müssen. Dabei hätt ich mich am liebsten mit nem Glas Wein und ansonsten mit nichts und niemandem aufs Sofa gehockt, sentimentale Filme angesehen und dabei ungestört ein paar Tränchen vergossen. Aber Geburtstag feiern war Pflicht, ein Unding ihn einfach ausfallen zu lassen.

Ich wünschte mich sogar weg von F., der den ganzen Tag mit mir geputzt und in der Küche gestanden hatte und alles Erdenkliche tat, um mich zu entlasten. Und jetzt wünschte ich mich schmählicherweise nicht nur weg, sondern auch noch zu Kater. Eine Nachricht folgte auf die andere. Charmant waren seine Worte und Augenzwinkernd und in dem Moment unwahrscheinlich verlockend. Wir wussten beide, daß die Worte nicht ausgesprochen wurden um sie wahr werden zu lassen, sondern nur, um mit der vagen Möglichkeit zu spielen. Wie z.B. sein "Geburtstagsgeschenk" an mich, einem Gutschein für einen Tag in "unserem" damaligen Hammam. Sehr gewagt und wir wissen beide, daß er niemals eingelöst werden wird, aber allein die theoretische Vorstellung war sehr verführerisch. Es war nicht "schlimm", was wir uns schrieben. Vielleicht sogar alltäglich, zumindest war es damals zwischen uns alltäglich, er erzählte mir vom Markt und von den Leuten, ich bedauerte ihn ein bißchen, daß er gleich bei der ersten Vorstellung seine Stimme verloren hatte. Es war so normal, so vertraut. ZU vertraut für meinen Geschmack und ich spürte, wie ich nach ein paar Nachrichten hin und her begann, mich gegen das Kribbeln zu wehren - und doch schaffte er es, mich aus meiner düsteren Stimmung herauszuheben.

Ich nahm die Gedanken mit ins Bett und wusste schon vorher, daß ich von ihm träumen würde. Er war bei mir in der Wohnung, die Stimmung war gut mit einem kleinen Wortgeplänkel und ich war voller Freude und hatte Spaß an der Situation. F. war auch da und irgendwann lud der dann Kater sogar ein, noch über Nacht zu bleiben. Da schlug die Stimmung in mir um, plötzlich war da Angst. Nein, er darf nicht bleiben. Das ist nicht gut. Das ist zu gefährlich. Und ich überlegte fieberhaft, wie ich es verhindern konnte, daß Kater blieb. Schlußendlich blieb mir nur, ihn direkt zu bitten, zu gehen. Ich hab mich so geschämt. Ich wollte nicht, daß er merkt, daß da immer noch irgendwas übrig ist in mir, daß er immer noch ein Stück weit "Macht" hat über meine Gefühle. Und ich hab mich geschämt, zugeben zu müssen, daß ich mir selber nicht über den Weg traue.

Das Gefühl nach dem Aufschrecken war eigenartig. Ist es denn wirklich so? Ist da noch was? Und vor allem, wäre ich wirklich zu schwach, seiner Gegenwart und seiner Anziehungskraft widerstehen zu können? Bisher habe ich für mich immer ausgeschlossen, ihn wiederzusehen, aus Angst vor den Gefühlen, die das auslösen könnte. Gestern hab ich mir sogar gewünscht, ich könnte dort sein und mit ihm reden. Ich weiß, daß es falsch wäre, in jeder nur denkbaren Hinsicht. Trotzdem konnte ich dem Fragezeichen, daß auf einmal hinter dem "Niemals wieder" zu stehen schien, nicht widerstehen. Ich schäme mich dafür. Und dafür, daß ich so schwach bin. Außerdem kann den Namen Kater doch schon keiner mehr hören und darum würd ich das jetzt hier am liebsten ganz ohne Kommentarfunktion, einfach der Vollständigkeit halber, für sich stehen lassen. Aber ich mach mich mal auf Kopfwäsche gefasst.. 

Am Morgen kam dann übrigens noch eine Nachricht von Kater. Ganz anders als die vorherigen. Sie enthielt kaum mehr als einen Abschiedsgruß und daß er sich wegen des Tanzens für mich freue. Nett..... Unverbindlich..... Nüchtern.....
Ich war fast ein wenig erschrocken, aber nachdem ich den unvermeidlichen kleinen Stolz-Piekser runtergeschluckt hatte, war ich froh drum. Wahrscheinlich hat er ähnliche Nachtgedanken gehabt. Etwas Besseres, Vernünftigeres hätte er nicht tun können. Ich war wieder auf dem Boden. Ich hatte einen kleinen Kater ^^ aber ich war wieder nüchtern. Wir hatten uns von der Stimmung einfangen und mitreißen lassen - und hatten beide rechtzeitig gemerkt, daß wir davon die Finger lassen müssen. Es wird kein "Zuschauen" geben, ich werde nicht "für ihn in der ersten Reihe stehen", gar nichts. Kein Treffen und jetzt sicher auch erstmal für eine lange Zeit keine Nachrichten. Es gäbe doch nichts als Ärger, Schmerz und Scherben.

09.10.2010 um 20:03 Uhr

Es ist vorbei..

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Sie hören nicht auf, die Einträge in dieser Kategorie.. Ein Traum letzte Nacht, ein Katertraum. Versöhnlicher diesmal, näher. Diesmal war da Liebe in mir für ihn. Bedeutet das jetzt, daß da Liebe IST in mir für ihn? Was frag ich, ich weiß es doch....

Ich hab ihn besucht, im Traum. Wo weiß ich nicht, auf Arbeit vielleicht, auf einem Markt. Es waren viele Leute dort. Wir waren zusammen, das heißt, ich besuchte ihn als seine Freundin. Aus irgendeinem Grund, hatten wir uns wohl schon sehr, sehr lange nicht mehr gesehen und ich war unsicher und nervös vor der Begegnung. 

Sofort bemerkte ich eine hübsche, junge Frau, die immer in seiner Nähe war. Sie standen nah beisammen, wenn sie sprachen. Sie sah ihn mit zärtlichen, vertrauten Blicken an. Und einmal hatte sie ihre Hand auf seinem Arm liegen und streichelte diesen, als ich dazu kam. Sie saßen auf dem Boden, nah beieinander an einen Baum gelehnt.

"Kann ich mit dir kurz unter vier Augen sprechen?", bat ich ihn. Kater stand auf und wir gingen in einen etwas abgelegeneren Winkel. "Ist da was?", fragte ich ihn nur leise. Er tat unschuldig, "Nein", antwortete er, "da ist gar nichts!".

Ich sah ihn nur an und schüttelte den Kopf. "Bitte", bat ich ihn, "lüg mich nicht an. Sag einfach, wenn es vorbei ist."

Jetzt war es an ihm, mich anzusehen, mit einer Mischung aus Zärtlichkeit und Leid im Blick (Nennt man das Mitleid...?) und sagte schließlich, "Es ist vorbei."

Es war, als ob die Worte auf mich zugeflogen kämen, während das Verstehen einsetzte. Aber nicht langsam, sondern pfeilschnell und schon spürte ich, wie sie auftrafen und in mir detonierten wie eine Bombe und der Schmerz in jeden Winkel meines Körpers strömte. Alles tat weh, obwohl ich es doch schon geahnt hatte. Ich stand da, unfähig mich zu bewegen, mit brennenden Augen und unfähig irgendetwas zu erwidern. 

Kater sah ebenfalls gequält aus, aber auch erleichtert. Er trat einen Schritt auf mich zu, nahm mich in den Arm und wir tanzten eng aneinander geschmiegt. Von irgendwoher klang eine einschmeichelnde, orientalische Melodie und Kater summte sie an meinem Ohr leise mit. Und endlich konnte ich weinen. Ich hatte meine Arme um seinen Hals geschlungen und weinte seine Schulter nass, während er mich hielt und meinen Rücken streichelte. Es war so tröstlich, in seiner Umarmung zu sein.

Ich wollte ihn noch um einen Kuss bitten, doch plötzlich war *sie* da, fragte, was hier los sei und wurde wütend, als Kater ihr nicht antwortete. In ihrer Gegenwart würde ich meine Bitte nicht aussprechen und ich wünschte, sie würde wieder verschwinden und mir, uns diesen einen Moment noch lassen, wenn sie mir schon Kater nahm. Doch sie wurde lauter und als sie schließlich seine Hand von meinem Rücken wegschlug, wachte ich auf.

An seiner Schulter hatte ich geweint und jetzt weinte ich immer noch. Und weinte und weinte. Meine Arme lagen auf meiner Stirn verschränkt, so als ob sie auf seinen Schultern gelegen hätten. 

Ist es denn immer noch so präsent? Warum tut das Ende unserer Liebe noch immer so weh? Oder ist es seine Ablehnung, die weh tut, seine Entscheidung für die (etwas) Andere(s)?

07.10.2010 um 19:05 Uhr

Sehnsuchtsmusik

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Eigentlich sollte dieser Eintrag ursprünglich in eine ganz andere Kategorie - bevor ich das Konzert besuchte. Jetzt, danach, passt es irgendwie nur hierher. Die Einträge in dieser Kategorie sollten langsam aufhören, nicht? Ein bißchen macht es mir Angst, daß sie das nicht tun, doch ein wenig Glück mischt sich auch in diese Angst.

Anathema, Musik, gemacht um sich davon forttragen zu lassen. Kein Wunder, daß ich schon beim dritten Lied Tränchen in den Augen hatte. Sie hat dieselben Stellen in mir berührt, die unsere Liebe berührt hat. Sie hat Sehnsucht ausgelöst und ein Lied lang hab ich mir gestattet, an dich zu denken. Ich hab dich mir an meine Seite gewünscht bei diesem Konzert und ich konnte beinahe spüren, wie du hinter mir stündest und mich von hinten umarmtest. Wir beide, eins in der Musik von der ich weiß, daß du sie ebenso genossen und dich von ihr hättest einfangen lassen.

(Mal angemerkt: Meine Güte ist das schwierig, Sätze im Konjunktiv Plusquamperfekt richtig zu bilden, ich hoffe, es ist gelungen.)

Ich ließ mich von der Stimmung dazu verleiten, dir eine sms zu schicken, keine Antwort... Naja, war wohl auch nicht zu erwarten..

Auf der Heimfahrt spätnachts dann auch wieder diese Band und als die CD zuende war, pickte sich der Randomplayer ausgerechnet dieses Lied aus dem CD-Wechsler..

(Klick aufs Bild)

 

Ich hatte nicht geahnt, wieviel Kraft es noch hat, wieviel Intensität. Unser Lied. Dieselbe Intensität wie wir, Kater.

Aufwühlend, fast ein Schock, es so plötzlich und in Gedanken an dich zu hören. Die Tränchen in den Augen wurden Tränen. Schon wieder.. Es wird nie aufhören, oder?

 

28.09.2010 um 20:26 Uhr

Katers Reaktion

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Eine SMS hat Kater heute nachmittag geschrieben. Daß er den Brief erhalten hat, schreibt er, ihn aber erst am letzten Sonntag gelesen hat. Er hat das manchmal getan, sich Briefe für einen bestimmten Zeitpunkt aufgehoben, an dem es passte ihn zu lesen, an dem alles stimmte. Vielleicht hatte er aber auch nicht eher Zeit, weil er unterwegs oder gar nicht zu hause war. 

Er findet "superschön" was ich schreibe. Meint, er könne mir aber im Moment nicht antworten und will "mal sehen" ob er es "die nächste Zeit irgendwann mal" hinkriegt zu antworten. Er schreibt was er grad vor hat und wohin er fährt, wünscht mir alles Liebe und ein "bis bald". Unterschreibt mit seinem Namen. Das 'dein' davor fehlte diesmal. 

Seitdem überlege ich und horche in mich hinein, was seine Worte auslösen, was das für mich bedeutet und ob es überhaupt etwas bedeutet. 

Er klingt so, wie er jedesmal geklungen hat, wenn er kurz davor stand, mich wieder zu verlassen. Unverbindlich freundlich, distanziert, beinahe desinteressiert. Was habe ich erwartet? Eigentlich........nichts......... 

Im ersten Moment war ich etwas....hm....ernüchtert? Im ersten Moment wünschte ich, diesen Brief nie abgeschickt zu haben. Im ersten Moment schmerzte diese reservierte Freundlichkeit. Aber das war wohl nur verletzter Stolz, schließlich war es doch Ich, die ihm diesen Brief geschrieben hatte, etwas mehr Enthusiasmus bitte. 

Aber unsere Bedeutung füreinander ist längst nicht mehr dieselbe, genausowenig wie die Gefühle dieselben sind oder auch nur der Platz im Leben des anderen. Wir haben uns nichts mehr zu geben und wohl auch nicht mehr wirklich viel zu sagen.

Es ist ok, daß ich den Brief geschrieben habe, vielleicht war das ja sein tieferer, unbewusster Sinn. Zu erkennen, was ist. Was jetzt ist. Wie es jetzt ist. Eine - diese - Endgültigkeit festzustellen.

Es schmerzte auch noch aus einem anderen Grund, es fühlte sich an, als sei dieses unsichtbare Band zwischen uns zerrissen. Das Band, daß uns zu einer Einheit in Gedanken und Gefühlen machte. Und vielleicht ist es das schon längst, ich hab es nur nie sehen wollen, nie wissen wollen, daß es so ist. Der Zauber ist verflogen. Nichts magisches ist mehr. Das liegt nun allein über Vergangenem.  

Ich wünschte, daß er die "nächste Zeit" ungenutzt verstreichen lassen würde, ungenutzt zum Briefeschreiben. Und daß das "irgendwann mal" irgendwann mal in Vergessenheit geriete.

Ich wünsche mir keine Antwort von ihm. Jetzt nicht mehr.

Ab und an ist eine melancholische kleine Rückschau gestattet, aber im Hier und Jetzt hat die Beschäftigung mit dieser vergangenen Beziehung nichts mehr zu suchen.

Es schmerzt nicht mehr. Es ist, wie es eben ist. 

14.09.2010 um 15:50 Uhr

une lettre pour le matou

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Lieber Kater,

nun musstest du doch länger auf Post warten, als gedacht war. Nein, vergessen hab ich es nicht, nur immer wieder hinausgeschoben. Ich gebe zu, ich hatte etwas Scheu vor diesem Brief, wollte nicht zu tief in der Vergangenheit wühlen, aber jetzt, wo ich angefangen habe, ist es gut so. Ich habe Mr. Bowie zu Hilfe gebeten, wie du bei deinem letzten Brief an mich Mr. Gahan zur Seite hattest. Weißt du, es sind so viele Dinge, die ich dir sagen möchte. Lauter kleine Bruchstücke aus Momenten, in denen ich dir früher eine sms geschickt, oder angerufen hätte. Keines von ihnen passt wirklich zum anderen, oder würde als Stoff für einen Brief ausreichen.

Es sind kleine Begebenheiten, in denen ich an dich denke und lächle. Ich seh dich dann vor mir, seh dein Gesicht, deine Mimik, höre deine Worte. Ich hab daran gedacht, wie du gelacht hättest, als uns Frau Kl. letztens eine Rolle Toilettenpapier schenkte. Ja, du hast richtig gelesen. Eine ganz bunte mit irgendeinem Blumenduft. Das Katzenkind ist schon in der dritten Klasse und hat nach einer Neuauflage seiner Piratenparty gefragt, natürlich am liebsten mit dir als "echtem Piraten". Oder als ich vor ein paar Tagen auf einem Konzert von Qntal gewesen bin, da dachte ich daran, wie du mir aus der Ferne von deinem Qntal-Konzert berichtet hast und mir dann das T-Shirt und die CD mit allen Unterschriften mitgebracht hast. Und als die beiden Feuertänzer auftraten, im Sommer bei der Carmina Burana, da hab ich dir ja geschrieben, daß ich an dich denken musste. Nicht zu vergessen, die vielen kleinen Dinge, die mich sowieso täglich an dich erinnern. Bestimmte Musik, Bücher, Filme, die wir gesehen haben, kleine Geschenke von dir in meiner Wohnung.

Ich will dir eigentlich nur sagen, du bist noch in meinem, in unserem Leben, Kater, auch wenn du nicht mehr daran teil nimmst. Und ein bißchen hoffe und glaube ich, daß das umgekehrt auch genauso ist. 

Es geht mir gut, ich fühle mich angekommen und gut aufgehoben. Wär schön, von dir dasselbe zu wissen. Aber ich weiß ja, daß ein Glücks-Kater wie du immer wieder auf die Füße fällt. Und so lange du Gaukler sein kannst, kannst du doch gar nicht anders, als glücklich sein, nicht wahr?

Die anderen Dinge, die ich dir sagen könnte kennst du, ich hab sie dir schon oft gesagt. Daß du dich als einer der wichtigsten Menschen herausgestellt hast, die mir in meinem Leben über den Weg gelaufen sind. Daß über unserer Zeit etwas magisches zu liegen schien, so schwierig sie oft auch war. Und daß ich dich, uns, immer im Herzen tragen werde, auch wenn mein Leben längst weitergegangen ist, mit anderen Wegen und anderen Weggefährten.

Ich musste leider mein Piercing entfernen lassen, da es auch nach so langer Zeit nicht zur Ruhe gekommen ist und die Tage, in denen es nicht entzündet war, immer weniger wurden. Jetzt habe ich dort eine kleine Narbe, die die Geschichte von unserem gemeinsamen "Abenteuer" erzählt. Ich hoffe, deines macht dir weniger Probleme.

Mein Tattoo ist fertig. Vorerst, denn der Ideen gibt es noch genügend, du kennst das ja. Ich würd es dir irgendwann gerne zeigen, denn ohne deinen Beitrag hätte ich es so - und vor allen Dingen so groß - nicht machen können. Ich hoffe, es gefällt dir. Bei dir ist sicher auch so einiges dazugekommen. Würd gern wissen, ob du den Drachen schon angefangen hast. Na, vielleicht jetzt, im Winter ist ja Tattoo-Zeit. :)

Eine schöne Zeit wars, eine wichtige Zeit und alle Erfahrungen, die ich, die wir gemacht haben, haben ihren ganz bestimmten Sinn. Nichts passiert ohne Grund. Und irgendwann, da würd ich dich gern mal wiedersehen. 

Deine K.

 

12.08.2010 um 21:05 Uhr

sentimental

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Jetzt sitz ich hier bei Kerzenlicht auf dem Sofa, Laptop auf dem Schoß, hör sentimentale Musik und seit zwanzig Minuten ist das Schreibprogramm geöffnet. Ich bin drauf und dran diesen Brief an Kater zu tippen, den ich ihm in einem schwachen Moment angekündigt hatte und den er erwartet. Mein Kopf ist voll mit Dingen, die ich ihm sagen möchte. Lauter Bruchstücke, aus Momenten, in denen ich ihm früher eine sms geschickt, oder angerufen hätte. Jetzt passen sie nicht mehr und schon gar nicht passen sie zusammen. So vieles schießt mir durch den Kopf, wie ich heute schon zu Lille sagte, ein Knäuel aus lauter roten Fäden, aber nirgendwo schaut ein Anfang raus, damit ich anfangen könnte aufzuwickeln.

Aber selbst, wenn ich es könnte, der Brief ist eine Schnapsidee, oder? Ich würde ihn gerne schreiben, sehr gerne. Wenn ich nur wüsste warum??

Meiner lieben Rabenmutter schrieb ich letztens, daß mir die Gewissheit, diese Liebe gehabt zu haben, Ruhe gibt. Diese unbestimmte Sehnsucht, nach Etwas gibt es nicht mehr. Wenn dieses Gefühl jetzt wieder auftaucht, dann ist es nicht mehr unbestimmt, dann hat es einen Namen, Kater. Ich hab die Erfüllung dieser Sehnsucht erlebt und erlebt, wie es zuende gegangen ist. Ich suche nicht mehr, ich habe gefunden - und wieder verloren. Und ich bin mir so sicher, daß es das nicht noch einmal geben wird, wozu also suchen. Doch ich trauere noch um das Verlorene, es wird niemals wieder sein. Niemals wieder diese Erfüllung, niemals wieder diese Intensität. Aber es gibt, gab sie. Und ich hatte das unglaubliche Glück, das erleben zu dürfen. Durch ihn bin ich.

Ich hab vor dir noch nicht gelebt,

ich hab nur so getan.

Ich hab vor dir nichts angestrebt, 

hab nur auf dich gewartet.

Ein Jahr verging, ein neues kam,

es traf mich ohne Freude.

Es ging vorbei und war vertan.

Fremd war das Wort: Wir beide.

Und jetzt grad frag ich mich, ob die Ruhe nicht trügerisch ist. Ich sehne mich nicht mehr nach Etwas, werd ich irgendwann anfangen, mich nach Kater zu sehnen? Da ist er immer, in einem Herzenswinkel versteckt und oft genug auch noch in meinen Gedanken. Warum dieser Brief? Ich hab doch nicht nur so das Gefühl, ihn schreiben zu wollen. Was bezweckt mein Unbewusstes? Den Kontakt zu Kater wieder aufnehmen? Intensivieren? Es wird nicht funktionieren, da ist zu viel noch zwischen uns, um Freunde zu sein. Und mit allem anderen würde ich F. doch nur weh tun. Mir selbst weh tun.... Und wenn F. von dem Brief wüsste? Es würde ihm weh tun und das will ich doch nicht.

Vielleicht sollte ich einfach losschreiben - im Schreibprogramm. Ich muss es ja dann weder aufs Briefpapier bringen, noch abschicken. Und vielleicht merk ich dann selbst, was für eine Schnapsidee das doch ist.

Und woher kommt jetzt der Kloß im Hals? Verdammt...

 

Do you remember in the first kiss,

do you remember the first embrace,

i can't forget your smile,

i'cant forget your breath in the night,


Your arms around me,

just one more time,

you're close to me,

in my mind.

(Blessing In Disguise - Lovesong)

 

20.07.2010 um 23:07 Uhr

in die Tiefe

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Ja, in die Tiefe ging es leider auch an diesem letzten Wochenende, oder vielmehr fühlte ich mich hinuntergerissen.

Wieder eine sms von Kater. Einfach so. 'Ich bin in der Nähe dieses Wochenende' und 'steh grad am Bahnhof und neben mir geht ein Zug zu dir' und 'Ich denk an dich und alles Liebe für dich' und 'Dein Kater'

Ich hab nicht geantwortet aber gedacht hab ich die ganze Zeit daran und an Kater hab ich gedacht und wie perfekt wir uns ergänzt haben. Überhaupt hab ich die ganze Zeit wieder nur an die schönen Dinge gedacht. Den S-e-x und seine Art von Erotik, seinen Humor, sein göttliches Hinterteil ;) und daß er so romantisch ist, daß man es schon kitschig nennen kann. Es passte einfach. So sehr, daß ich glaubte, wir müssten zwei Teile von ein und der selben Seele sein.

Aber wie man ja hier nachlesen kann, haben wir uns in demselben Maße abgestoßen, mit dem wir uns angezogen haben. Verdammt einander zu lieben und doch nicht zusammen glücklich sein zu können.

Am nächsten Tag schrieb ich zurück. Wünschte ihm ein schönes Arbeitswochenende, freute mich, daß er mal wieder in der Nähe sei und schrieb, daß ich darüber nachgedacht hatte, ihm einen Brief zu schreiben. Ja, das hatte ich. Manchmal gibt es so vieles, was ich ihm erzählen möchte. Manchmal fehlt er mir, aber ich weiß, daß er mir nicht nur als Freund fehlt, sondern auch als Partner. Manchmal fehlt er meinem Herzen und ich weiß, daß das noch bis ans Ende meines Lebens so sein wird.

Daß er auch nicht so recht von mir lassen kann, zeigen ja die unvermittelten sms. Oder ist das nur der Versuch eine Freundschaft aufzubauen? Nein, daran glaube ich nicht, dazu kenne ich ihn - und uns - zu gut... Auch ich spuke noch in seinem Kopf und vielleicht hat er auch diesen Herzfehler wie ich, dann fehle ich seinem Herzen..

Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß ich den ganzen Tag mein Handy belauert hab, ob einer Antwort von ihm. So lange, bis ich mir selbst eine gedankliche Ohrfeige gab und es wegpackte.

Abends mit F. kam ich auf die glorreiche Idee, "Das Labyrinth" ansehen zu wollen. Ein Film, den Kater mir geschenkt hat und der so sehr 'Wir' war. Die Musik darin, war unsere Musik, David Bowie war unser 'Gott', die zauberhafte Geschichte hatte uns gemeinsam begeistert. Dummer, dummer Fehler...

Der Film begann und David Bowie jonglierte als Jareth mit Kristallkugeln und ich hatte das Gefühl heulen zu müssen, so sehr vermisste ich Kater in dem Moment, dabei lag ich doch in F's Armen. Und dann kamen die Zweifel. Sind wir nicht zu verschieden? Werde ich nicht wieder anfangen mich zu sehnen? Nach dem, was ich bei Kater so perfekt fand? Warum kann ich F. nicht im selben Maße lieben, wie ich Kater geliebt habe? Könnte ich überhaupt noch einmal so lieben? 

Es war schlimm, ich fühlte mich so unwohl in meiner eigenen Haut. F. und ich redeten, bis in die Nacht hinein, ohne zu streiten, suchten Unterschiede und Gemeinsamkeiten und fanden von beidem etwa gleich viel. Das versöhnte mich wieder mit mir selbst und die Zweifel schwanden. Ich zwang mich, an die schlechten Dinge und Zeiten mit Kater zu denken, wie er mich behandelt hatte zum Schluß, das Fremdgehen, die vielen Streits und Tiefpunkte, die mich in schwere Krisen gestürzt hatten.

Am nächsten Tag kam die Antwort, daß er sich auf die Post freue und er mir einen Kuss schickt und ich auf mich aufpassen soll.

Ich weiß nicht, ob ich ihm schreiben soll, obwohl ich es gern tun würde. Was, wenn er antwortet? Und er wird antworten. Dann wäre doch das nächste Tief vorprogrammiert. Ach Kater... 

Zum Lieben zuwenig, zum Loslassen zu viel...

22.06.2010 um 08:01 Uhr

Sehnsucht nach Etwas

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

In den letzten Tagen hab ich wieder viel an Kater gedacht. Zuviel. Und das Falsche. Ich denke daran, wie es mit ihm war, wenn es schön war. Ja, es gibt da Dinge, die in seinem Wesen waren, ihn ausgemacht haben, die ich vermisse. Er war der Romantiker vor dem Herrn, er liebte große Gesten und große Worte. Und ich bin genauso. F's Nüchternheit macht es mir manchmal schwer. Dann vermisse ich Kater.

"Jede Minute ohne dich ist eine verlorene Minute." wäre ein 'normaler' Satz bei uns gewesen und einfach nur eine andere Art 'ich liebe dich' zu sagen. F. ist davon irritiert, fühlt sich geklammert. (Was mich erschreckt und alte Wunden öffnet.) 

Es ist wieder die altbekannte Sehnsucht nach etwas, das ich kaum benennen kann. Tiefe, Größe, Ewigkeit. Nach Emotionen, die all das beinhalten. Kater war das, Kater konnte das in mir auslösen, Kater hatte das. Er verkörperte ES für mich. ES, das ich nicht wirklich beschreiben kann. Leben und Lieben mit der Sonne im Gesicht und dem Wind im Rücken.

Und nicht zuletzt waren wir körperlich auf einer Linie. Was ja F's und mein größter Reibungspunkt ist zur Zeit. Mit Kater war es so leicht, keine Hemmungen, keine Tabus, keine Frage nach dem Ob, nur nach dem Wie.

Zuviele positive Gefühle, zuviel Sehnsucht nach dem, was mit Kater so passte.

Meine Träume sprechen dagegen eine ganz andere Sprache. Fast jede Nacht. Sie zeigen mir die schlimmen Dinge. Wie ein Gegenpol. Oft sind es Dinge, die wirklich passiert sind und die ich jetzt im Traum nocheinmal durchlebe. Streits, Wort für Wort. Kälte, hasserfüllte Blicke, Tränen. Oder auch Situationen mit dem Katzenkind, in denen ich spürte, wie wenig Liebe und Verständnis da von Katers Seite waren. Es tut weh und jeden Morgen beim Aufwachen weiß ich, daß ich nie, nie, niemals wieder mit diesem Mann zusammen sein will!

Und dann...irgendwann...kommt die Sehnsucht nach Etwas wieder....

16.06.2010 um 21:54 Uhr

Kreis

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Heute ist übrigens der Kennenlerntag von Kater und mir. Vier Jahre ist das nun her. Fühlt sich irgendwie an, als hätte sich ein Kreis geschlossen.

Kater bedeutet mir immer noch viel. Er war so wichtig in meinem Leben. Und auch, wenn ich keine tiefen Gefühle mehr für ihn habe, sind da noch positive Gedanken übriggeblieben. Mit der Liebe ist auch der Hass und der Schmerz gegangen. Es ist schön, ab und an von ihm zu hören, auch, daß er an mich denkt. Aber ich habe im Moment nicht das Bedürfnis ihn zu sehen oder das zu vertiefen.

Mit meiner Freundin hab ich letztens ganz kurz über Kater gesprochen und wir haben beide die Köpfe geschüttelt darüber, wie bedingungslos ich ihn geliebt hab und was ich alles hingenommen habe. Und diese Einflüsse und "Hinterlassenschaften" spür ich leider immer noch. Dieses tiefe Misstrauen und die Angst verlassen zu werden. Ich hoffe, ich kann das irgendwann abschütteln.

 

 

28.05.2010 um 09:48 Uhr

Ein ganzes Jahr

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

So ziemlich genau nun ein Jahr ohne dich, Kater. Manchmal scheint es Jahrzehnte zurückzuliegen, so weit weg fühle ich mich schon von dir. Und manchmal holt dich ein Lied, ein Gedanke, ein Deja vu, wie mit einer Zoomfunktion in Sekundenschnelle ganz nah heran. Nie zu lange, nie zu nah.

Am 26. Mai 2009 ist es gewesen. Ich erinnere mich an diesen Tag, aber ich fühle ihn nicht mehr. Dafür bin ich dankbar. 

Und auf den Tag genau, nur zwölf Monate später, schreibst du mir eine sms. Daß du an mich gedacht hast, einfach so. Du schreibst nun täglich, schickst Schnappschüsse von Dingen aus deiner Umgebung. Du hoffst auf ein Wiedersehen, bis neugierig auf mein Tattoo.... Du flirtest, neckst, kommst näher...

Und, verdammt, genauso hat es jedesmal wieder angefangen. Du hast Bilder von Blumen geschickt, die du irgendwo hast stehen sehen. Ganze Blumenmeere, die du in Blumengeschäften geknipst hast. Hast "Denk an dich"-sms geschrieben..

Nein, Kater, es gibt für uns kein Vielleicht mehr. Aber ich denke, das weißt du auch. Und darum hat diese Flirterei wohl auch nur ein einziges Ziel... vielleicht noch mal im Bett zu landen...

In einem Anfall von Melancholie hab ich dir vor ein paar Monaten geschrieben, daß es mit F. nicht geklappt hat. Daß es nun doch klappt, hab ich dir jedoch nicht geschrieben... Würdest du das Flirten lassen, wenn du es wüsstest?

Aber das ist egal, weil ich es lasse. Weil es mir egal ist. Ich habe die Macht, darüber zu schmunzeln und es einfach sein zu lassen. Toll fühlt sich das an.

Mein Herz und Alles von mir, ist bei F.

28.04.2010 um 09:07 Uhr

Guckloch in die Vergangenheit

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Gestern bin ich über Bilder von Kater gestolpert. Hab auf wkw in das Fotoalbum eines gemeinsamen Bekannten gesehen und dort einen Sack voll Bilder von dessen Geburtstag gefunden. Ein kleiner Schock wars schon, als ich mich durchklickte und unter den Gästen plötzlich den Kater entdeckte. Er trägt sein Haar jetzt anders, keinen Iro mehr. Als wir noch zusammen waren, hat er immer mal davon gesprochen, daß er sie schneiden lassen möchte, jetzt hat er's wahr gemacht. Neues Leben, neue Frisur, ist das sonst nicht so ein Frauending? ;)

Gut sieht er aus. Wie immer. *lächel* Der neue Schnitt steht ihm und er trägt die Hose, die wir zusammen gekauft haben. Er hat noch dieselben Gesten drauf, dieselbe Mimik, dasselbe Lachen. Er ist ganz Kater, ganz so, wie ich ihn kenne und doch so fremd auf diesen Fotos. Ich lächle und abgesehen von ein bißchen anfänglichen Bauchschmerzen, fühle ich nichts. 

Doch, da ist was.. Ich bin froh. Froh, daß er nicht mehr mein Partner ist. Oder anders, ich bin froh, daß er für mich nicht mehr das Nonplus-Ultra ist, nicht mehr das Ideal. Ich denk kaum noch an ihn.

 

22.02.2010 um 08:37 Uhr

vielleicht und irgendwann

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

"...ich freu mich total für dich und wünsch dir ganz viel Glück dabei und Spaß und daß es dir immer gut geht und daß du immer lächelst. Vielleicht meldest du dich ja mal, wenn du in Berlin bist. Von Herzen alles liebe. K."

Ja, wir haben geschrieben im letzten Monat. Hin und wieder. Hab von meinen Plänen erzählt, das war seine Antwort.

Und ich weiß, wenn ich ihn jetzt treffen würde, würde mich das wieder völlig aus der Bahn werfen. Es ginge alles wieder von vorne los, der Schmerz, der Kampf. Und ich muss mir eingestehen, daß ich wahrscheinlich doch noch nicht so weit weg bin von ihm, wie ich glaubte..

Der Grund, warum ich keine feste Beziehung will? Wahrscheinlich um - mehr oder weniger unbewusst - dieses "Vielleicht" offenzuhalten. Vielleicht und Irgendwann wieder mit K., doch noch mit K., für immer mit K....

Und es ist wie eine Sucht, gegen die ich ankämpfen muss. Ich suche nicht Jemanden, ich suche ihn scheinbar...möglicherweise...offensichtlich... Andere Menschen, Männer, F.(.....?), als Ersatzdroge, die dann doch nur eine Enttäuschung ist, weil sie nicht denselben Rausch verursacht?

*************************************************************************************

Möglich, daß ich zum nächsten Tattoo-Termin im März alleine nach Berlin fahre, weil F. für diesen Tag Konzertkarten hat. (Oder weil sich die Frage dann sowieso schon erübrigt hat...) Würde ich K. treffen? Und würde mehr passieren als ein Kaffee? Würde er es darauf anlegen, ich könnte nicht für mich garantieren.. :(

 

 

 

01.02.2010 um 22:52 Uhr

Weißt du was, K. ...

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

"Weißt du, was mich manchmal zum Lachen bringt? Daß ich gerade dieselben Diskussionen führe wie wir damals, nur mit vertauschten Rollen. Daß ich jetzt die gleichen Sachen sage, die du zu mir gesagt hast und die ich damals nicht verstanden habe. Verrückt..."

Das und noch ein bißchen mehr, ging gestern abend auf das Handy von.........tadaaaaaa....: K.

Verrückt, ich weiß. Dämlich noch dazu. Und bescheuert und mehr als unnötig und was weiß ich noch alles..

Nein, es läuft nicht wirklich optimal mit F. Und das, wo ich doch einen gaaaanz langen Pro-Eintrag über ihn schreiben wollte und das, wo er doch eigentlich alles tut. Eigentlich...

Was ist nur mit mir los, daß ich nicht einfach glücklich sein kann, daß mich plötzlich tausend Sachen stören und mir nochmal Tausend fehlen??

Und was ist nur mit mir los, daß ich mich ausgerechnet bei K. darüber ausheule??!! Bei K.!!!!!

Und er antwortet auch noch. Freut sich über meine Worte, schreibt, daß er an mich gedacht hat in letzter Zeit und daß er mit mir darüber reden wollen würde, wenn ich möchte.

DAS weiß ich mir dann hoffentlich zu verkneifen.

24.12.2009 um 21:18 Uhr

Und alles bleibt stumm...

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

..und kein Sturm kommt, wenn ich dich seh. (Danke Mishou für den schönen Text!)

K. hat sich gemeldet, wie ich befürchtete. Und nein, ich war nicht stark genug nicht zu anworten auf seine SMS.

Erst war da Händezittern und Bauchschmerzen, als ich die SMS öffnete und seinen Namen las, doch ganz schnell fühlte ich mich angestrengt von den paar Worten, die hin und her gingen, gestört sogar in meinem inneren Frieden. Er bedankte sich für den Brief und die Grüße, die ich an ihn gerichtet hatte. Schrieb, daß er sich freue, daß ich die Kur gemacht habe und es sich für ihn gut anfühlen würde, zu hören daß es mir gut ginge. Lieb gemeint, aber seine Worte wirkten aufgesetzt und laut. Wie Phrasen, unverbindlich und leer. Keine Anrede, keine 'Unterschrift', nur "Hey"..  Ich weiß nicht, ob sie vielleicht etwas anderes versteckten, aber ich will es auch nicht wissen.

Seine Worte taten nicht weh. Sie bestätigten nur mein Gefühl, daß K. nicht der ist, den ich für mein Leben brauche. Und daß er vielleicht nichtmal der ist, den ich immer in ihm gesehen hab.

Ich beschrieb ihm in einem Satz meine Tattoopläne, weil er mich irgendwann mal drum gebeten hatte. Ewigkeiten her. Er meinte, daß man doch dann vielleicht mal zusammen einen Kaffee trinken könne, in Berlin. Ich lehnte ab, "Lieber nicht, vielleicht irgendwann."

Nein, ich will ihn nicht sehen, nicht mehr. Noch vor zwei Monaten, nach dem Wochenende mit Mr. Tiger in Berlin, hab ich es mir so sehr gewünscht, hab drüber nachgedacht, wie es wohl sein würde. Seine Worte von heute beschreiben mir, wie es sein würde. Nein, dann lieber nicht..

Vielleicht irgendwann.. Vielleicht aber auch niemals...

Ach und die Kette...sie ist nun ab. Einfach so, und es ist ok.

21.12.2009 um 23:30 Uhr

don't forget

von: lady_bright   Kategorie: Streuner

Nun ist er abgeschickt der Weihnachtsbrief an K's Vater. Ja, so lange hab ich ihn vor mir her geschoben und jeden Tag überlegt, ob es wirklich gut ist, ihn zu schicken. Hab mich gefragt, was er bewirken könnte, ob er überhaupt etwas bewirkt, wer ihn alles lesen wird und was für Reaktionen er auslöst. Nunja, K's Vater wird sich schon freuen, denk ich. Und Eigentlich sollten mir K's Reaktionen darauf egal sein, sind sie aber blöderweise nicht. Und ein bißchen hab ich sogar Angst davor, daß es K. dazu bringen könnte, sich wieder zu melden (was ich nicht glaube).

Ist er wirklich abgelegt und weggepackt in einer Herzecke? So lange kein Kontakt besteht, zweifel ich nicht daran. Aber ich hab Angst, daß eine Kontaktaufnahme seinerseits wieder irgendwas ungesund hochwühlen könnte und ich kann nur hoffen, daß ich dann die Kraft aufbringe, meinerseits so eisern zu schweigen, wie er auf meine Kontaktversuche in der Vergangenheit.