Poison Ivy

30.11.2011 um 09:37 Uhr

Vorerst wieder da...

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

So, wenn ich so massiv gebeten werde, sollte ich wohl mal wieder anfangen mit dem Schreiben, was? ;) Nein, mein Lappi ist noch immer nicht wieder gesund. Der Metmacher hat sich alle Mühe gegeben, aber im Endeffekt hat er ihn eher noch kaputtrepariert, denn jetzt gehen zusätzlich zum ursprünglichen Fehler noch einige Funktionen und Tasten nicht mehr. Ich werde ihn also heute zum PC-Doktor bringen und ihn hoffentlich ohne zuviel finanziellen Einsatz und ohne zu lange warten zu müssen, gesund und munter wiederbekomme. Wieso ich jetzt trotzdem schreiben kann? Ich bin in der Schule. :) Seit letzten Montag mach ich für die nächsten zweieinhalb Monate eine Weiterbildung in S A P.. Und das kam so: Vorletzten Freitag hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Juhu! Sehr überraschend auf eine Intitiativbewerbung (die ich eigentlich sämtlich ohne viel Hoffnung, eher obligatorisch abgeschickt hatte) in einer sehr großen und etablierten Firma in meiner Stadt. Also wenn man sich da gut angstellt, hätte das Potential ein Job für den Rest des Lebens zu werden. 

Das Gespräch lief auch ganz gut, zumindest werte ich es positiv, daß es mehr als eine Stunde dauerte und ich nicht nach zwanzig Minuten wieder hinauskomplimentiert wurde. Man schmunzelte sich verstohlen an über meine Gehaltsvorstellung und meinte "Sie wissen schon, daß es Firmen gibt, in denen man weitaus mehr verdienen kann?!" Pfff, ja, möglich, ich habe mich an meinem letzten Gehalt orientiert und die Zahl, die ich beim Gespräch genannt habe, lag um einiges darüber... Von daher ist das wohl auch ein Pluspunkt für mich, wenn die anderen Bewerber eine höhere Zahl im Kopf haben. Weiter wurde mir gesagt, daß die Firma mit S A P arbeite, wovon ich noch keine Ahnung hatte, ich habe mir meine Tabellen, die ich brauchte, im Excel selber zusammengeschustert. Aber ich schaltete und bot der Personalchefin an, mich um eine vom Amt geförderte Weiterbildung zu bemühen. Das fand man gut und so saß ich am selben Tag noch beim Amt und recherchierte und telefonierte sämtliche Bildungseinrichtungen in der Umgebung ab. Ein einziger Kurs, der schon ein paar Tage später beginnen sollte und es war tatsächlich noch ein Platz frei! Ich bettelte also am darauffolgenden Montag meine Arbeitsvermittlerin um einen gaaaanz kurzfristigen Bildungsgutschein an. Eigentlich sollte ich von ihr aus eine langfristige Weiterbildung machen, ein Jahr oder so. Aber weil ich den potenziellen Arbeitgeber im Hintergrund hatte, bekam ich den Kurs genehmigt. Ich rief auch sofort die Personalchefin an, bedankte mich artig fürs Gespräch und informierte sie, daß ich mir die speziellen Kenntnisse im geforderten Programm-Modul ganz frisch aneignen würde. Nun, das wurde wohl sehr positiv gewertet und ich harre nun der Dinge, die da kommen sollen. Beim Gespräch wurde mir gesagt, daß sie sich zwei Wochen (also bis übermorgen!) mit einer Antwort Zeit lassen wollten und dann evtl. noch zu einem zweiten Gespräch laden wollten. Daumen drücken!

So. Und nu guck ich mal, wie ich die ganzen alten Einträge hier am flottesten eingestellt bekomme. Nebenbei muss ich ja auch noch ein wenig Lernen..

 

31.10.2011 um 23:08 Uhr

House vs. Harper

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ganz am Rande bemerkt, das Drehbuch von Dr. House wird immer abstruser und aberwitziger. Völlig an den Haaren herbeigezogener Schwachsinn und House wird immer mehr zum egozentrischen, überdrehten Spinner, da ist nichts mehr von aristokratischer Blasiertheit, überlegener Intelligenz und schwarzhumoriger Arroganz, er ist nur noch ein blödelnder Chauvi, eine Karikatur seiner selbst. Die Welt braucht nicht noch einen Charlie Harper! Ich hatte mich so auf den Beginn der Staffel gefreut, aber momentan hasse ich sie.

25.10.2011 um 15:13 Uhr

einigeln

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Zur Zeit bin ich sehr zurückgezogen. Innerlich wie äußerlich. Ich würd mich am liebsten ganztägig in meiner Couchecke einkuscheln, Tee trinken, das künstliche Kaminfeuer auf DVD beobachten, Musik hören und mich in meiner Gedankenwelt versinken lassen. Diese ist momentan so sehr viel reicher und bereichernder als die Welt um mich herum. Ich tu auch nichts, um die äußere Welt zu bereichern. Ich bin mir momentan so sehr selbst genug, wie ich es von mir kaum kenne. Nachdem der Druck der Gerichtsverhandlungen, Strafanzeige und die dadurch entstehende akute finanzielle Bedrohung von mir abgefallen sind, fühlte ich schnell eine sehr große Leere. Ich konnte den Sieg gar nicht richtig genießen. Plötzlich war da nichts mehr, auf das ich mich gefühlsmäßig fokussieren konnte. So schwer mir das alles gefallen war, so schlecht es mir ging dabei, es war etwas, das mich angetrieben hat, etwas, das es durchzustehen, zu schaffen galt. Und so negativ die Gefühle auch waren, die ich damit verband, ich hatte etwas zu fühlen. Als das weg war, schien es, als wären auch all meine Gefühle weg. Ich wusste auf einmal nicht mehr, was ich fühlen sollte. Freude, Erleichterung? Nicht wirklich, nicht lange, denn ich hatte/habe immer noch keinen Job und bin mittlerweile eigentlich permanent in den roten Zahlen. Es ist unerträglich, jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen und zu erleben, dass sogar Lebensmittel auf einmal Luxus sind und ich nicht recht weiß, wovon ich meinem Sohn Weihnachtsgeschenke kaufen soll, wenn mir schon ein Päckchen Kaffee Schwierigkeiten macht. Vielleicht ist es nicht nur der Herbst, der mein Einigeln zu hause bewirkt hat, ich kann mir Ausgehen auf einmal nicht mehr leisten, ich kann ja noch nicht mal tanken fahren. Es kotzt mich an, manchmal geh ich dann los und kauf aus Trotz irgendwas, nur um danach noch 30 Euro mehr in der Kreide zu stehen und es am nächsten Tag wieder zurückzubringen. Das Katzenkind braucht Stiefel, Schneesachen, ne Mütze.. Und ich brauch Arbeit...

Ach. Aber das wollte ich gar nicht sagen. Einigeln war das Thema. Menschen sind mir momentan zuwider. Richtig lästig. Gestern war ich bei einer Edgar Allan Poe Lesung mit freiem Eintritt an der hiesigen Uni. Entsprechend voll war es. Kaum "richtige" Besucher, alles Studenten, die nach der Vorlesung eben einfach dageblieben sind. Es nervte mich schon, dass meine Cousine, die mitwollte, sich um 20 Minuten verspätete und wir zu spät kamen und nur noch zwei Plätze in der letzten Reihe frei waren. Ich bekam nichts von der stimmungsvoll schaurigen Atmosphäre mit, die für den Schauspieler, der Poe spielen und lesen sollte, geschaffen wurde. Kerzen, ein Federhalter auf dem Pult usw. Neben mir ein Mädel, dass ständig seine Körperhaltung änderte, vor, zurück, Beine hoch, Beine runter, Kopf links, Kopf rechts. Der Typ neben ihr schraubte erst mal ne Limoflasche auf und trank geräuschvoll. Als sie leer war, stellte er sie neben seinen Stuhl und kickte sie irgendwann beim Beine übereinanderschlagen durch den halben Raum. Noch ein Typ in der selben Reihe hatte ein Laptop auf den Knien und las sich durch irgendwelche Netzwerke. Er packte es dann weg, aber natürlich nicht ohne ewiges Rumgeraschel und Reißverschlüsse auf- und zuziehen an seinem Rucksack. Ein Typ weiter vorne hatte ständig Hustenreiz. Ich war irgendwann so gereizt und aggressiv, dass ich die Lesung und die Geschichten gar nicht mehr richtig wahrnehmen konnte. Ich war nur von Idioten und Nervensägen umgeben, am liebsten wär ich aufgestanden und gegangen. Ich hasse Menschen! Besonders wenn es viele auf einen Haufen sind! Am Tag zuvor hatte ich mich von Grey breitschlagen lassen mit zum Tanzen zu kommen. Schon beim Anziehen und Schminken hatte ich sowas von keine Lust. Es nervte mich schon alleine der Gedanke, dass er wahrscheinlich wieder versuchen würde, mich zu küssen. Ich war froh, als er sich mit jemandem festquatschte und gleichzeitig genervt davon, weil ich rumstand. Aber jeden Bekannten, der mich ansprach, wimmelte ich irgendwie ab. Als wir ankamen war es grade 23 Uhr und der Gedanke, jetzt noch bis 3, 4 Uhr morgens ausharren zu müssen, verursachte beinahe Übelkeit. Der Laden nervte mich, die Leute nervten mich, die Musik nervte mich und am meisten nervte mich, dass Grey dann irgendwann kam und mich einfach küsste und dann ständig mit seinen Händen an meinem Rückenausschnitt war. Nein, ich habe keine Beziehung, ich suche keine und ich will auch nicht, daß irgendjemand denkt, ich hätte eine. Küssen und Fummeln schön und gut, aber nicht in der Öffentlichkeit! Außerdem verschmierte er meinen Lippenstift! Warum ich ihm das nicht sagte? Wohl weil ich feige bin – und weil ich ihm nicht weh tun will. Aber dass wir keine Beziehung haben und auch nicht auf dem Weg dahin sind, sollte ihm klar sein. Wir sehen uns nur alle paar Wochen mal, sms gibts auch höchstens mal eine in der Woche. Nein, es funkt nicht und es wird auch nicht funken und eine Affäre mit ihm kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen. Nein, ich will auch nicht mit ihm ins Bett. Ich will mit niemandem ins Bett, außer mit meinen Gedanken und meinen zehn gesunden Fingern. So.

Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich ganz bewusst sage, "Ich will keinen Mann, ich brauche keinen Mann. Alles, was ich in meinem Leben tun will, kann ich auch ohne Mann tun." Ich will noch nicht mal flirten. Nicht mal das. Ich will nicht unter Menschen. Ich will zu hause bleiben. Ich will all meine Filme dreimal anschauen, all meine Bücher dreimal lesen und all meine CDs dreimal hören und danach bin ich vielleicht wieder bereit, auf Menschen zuzugehen. Ich will den ganzen Tag in schluffigen Klamotten verbringen, ich will mich nicht schminken, weil beim Filmegucken die Wimperntusche doch sowieso verläuft. Gestern hab ich Rotz und Wasser geheult bei "Veronika beschließt zu sterben". Schon wenn ich daran denke, könnt ich grad wieder heulen. Weil ich so berührt bin von der Hoffnung, die immer, immer da ist und dem leisen Glück, dass in so vielen Dingen steckt und wenn man die alle wahrnimmt, es zu einem wahren Wunder anwächst. Mein leises Glück steckt gerade in diesen Momenten, in guten Filmen, berührender Musik, einer heißen Badewanne und ja, auch einem Kaminfeuer, dass kalt vom Fernsehschirm herunterknistert und mir trotzdem das Herz wärmt. Ich war noch nie an diesem Punkt, dass ich sagen konnte, ich bin mir selbst genug. Ich mag es mit mir allein zu sein und dass heißt ja wohl auch irgendwo, dass ich mich mag. Das ist neu, das ist schön, so kann es – erstmal – bleiben.

06.10.2011 um 10:50 Uhr

noch'n Kuss

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Grey war bei mir. Er ist aus seinem Urlaub zurück und wir haben uns das erste Mal nach dem Kuss wiedergesehen. Wir haben geredet wie immer. Aber ich merkte schon, daß er ein bißchen auf Tuchfühlung ging. Er setzte sich ganz nah neben mich und legte immer den Arm so hinter mich auf die Sofalehne. Ich musste innerlich ein bißchen schmunzeln, weil das so süß war. Wie ein Teenager im Kino, der sich erst reckt und streckt um dann ganz "unauffällig" seinen Arm auf die Lehne des Stuhls vom Mädel neben ihm zu legen. ;) Es war schon nach Mitternacht und er schon einige Stunden da, als er sagte "So, nun musst du mich aber rausschmeißen." und sich im selben Moment dann doch traute, seinen Arm von der Lehne auf meine Schultern rutschen zu lassen. Ab da konnte ich gar nicht so schnell gucken, wie seine Lippen und seine Zunge auf und in meinem Mund waren. Und dieser zweite Kuss war.. joa... wesentlich besser als der Erste. ;) Ich muss sagen, ich habs genossen. F. war ja leider ein miserabler Küsser, er benutzte seine Zunge wie einen Quirl, furchtbar. Bei Greys erstem Kuss glaubte ich schon, ich wäre wieder an jemanden geraten, der mich nicht so küssen konnte, wie ich geküsst werden wollte. Langsam.

Aber der hier war viel besser und ich genoss es, bis er dann sagte, daß er wirklich gehen müsse, auch wenn es ihm grade schwer fiele.

Also an ihm lag es nicht, daß das Kribbeln noch immer fehlte, das geht auf mein Konto..

05.10.2011 um 21:47 Uhr

grey in grey

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Wir waren aus, Grey und ich. Das erste Mal "danach", also nach seiner Offenbarung, daß er in mich verliebt wäre. Wir hatten das ja bisher noch nicht angesprochen und nach meiner spontan panischen Reaktion hatte ich ja beschlossen, abzuwarten, ob sich die Verliebtheit auch bei mir einstellen würde.

Es ist schön, mit ihm auszugehen, wie es immer schön ist, mit ihm zusammen zu sein. Wir unterhalten und über so viele Dinge. Aber ich merke schon, daß er viel in eine Richtung fragt. Beziehungen. Beginn, Ende, das Wieso und Warum.

Manchmal flirtet er ein bißchen, aber immer sehr dezent. Wenn ich da so an Mr. Tiger und Kater denke, na hallo... ^^

Und ich flirte ein bißchen zurück, weils Spaß macht und weil ich sehen will, wie es sich anfühlt. Nur leider...das Kribbeln will sich nicht einstellen. Es fühlt sich gut an, weils das Ego streichelt, aber es löst nichts in mir aus.

Irgendwann morgens saßen wir nebeneinander und ich war unheimlich müde. Es lief grade Death In June und es waren einige kuschelnde Pärchen auf der Tanzfläche und ich lehnte einfach meinen Kopf an seine Schulter. Ich sehnte mich nach Nähe, nach Kuscheln, nach Berührt werden. Und schon waren seine Arme um mich, waren auf einmal überall um zu halten und zu streicheln. Der Kuss folgte automatisch. Es war........nett. Oh man, das klingt so fies.... Aber ich fühlte nichts, kein Verlangen, kein Bauchkribbeln. Ich ließ es trotzdem geschehen, daß sich unsere Beine und Arme verknoteten und wir uns minutenlang mitten im Raum und für alle gut sichtbar küssten. Es kamen dann auch einige Leute grinsend auf uns zu, um sich zu verabschieden und uns ostentativ "noch einen schönen Abend" zu wünschen. Auch gemeinsame Freunde von F. und mir. Den hatte ich früher am Abend einmal kurz gesehen, aber er war nicht lange da. Vielleicht hat er mich gesehen und entschieden, mich nicht sehen zu wollen. Egal. Auf jeden Fall wird er wissen, daß Grey und ich geknuscht haben. Ich hoffe, er nimmt das jetzt nicht zum Anlass, auf irgendeine Art weiteren Unfrieden zu stiften, aber wahrscheinlich war es für ihn Anlass bei seiner neuen Flamme noch einen Zahn zuzulegen.

Und Grey... ich glaub, er hatte totales Herzklopfen. Hab an seiner hektischen Atmung gemerkt, wie sehr er aufgeregt war. Darum empfand ich das Fehlen von Herzklopfen bei mir als doppelt schlimm. Ich will ihm nicht wehtun.

Da ich an diesem Abend der Fahrer war, hab ich ihn vor seiner Tür abgesetzt. Auf seine Frage, ob ich noch mit nach oben kommen wollte, hab ich den Kopf geschüttelt. Ich wollte nicht auch noch mit ihm im Bett landen. Außerdem war es bereits 4 Uhr morgens und ich seit 6 Uhr des vergangenen Morgens wach. Wahrscheinlich wäre ich mittendrin eingeschlafen. ;)

Sein Blick, als er sich verabschiedete.. Er sah mich lange und irgendwie...... liebevoll an. Als er ausgestiegen war, beugte er sich extra noch mal ins Auto, um mich noch einmal so anzusehen. Und ich war nur froh wegzukommen, ich bin so ne blöde Kuh. Grey ist wirklich lieb und sympathisch und definitiv einer von den guten Jungs. Warum verlieb ich mich nie in die guten Jungs? Es müssen immer Tiger und Kater und so Raubtiere sein.. Seufz..

Ich hab natürlich gar nicht geschlafen und die ganze Zeit Panik, daß er denkt, wir wären jetzt ein Paar. Und ich wollte ihn am liebsten gleich noch mal treffen, um ihm zu sagen, daß ich nicht glaube, daß aus uns ein Paar wird. Und ich war froh, daß er vorhatte, am nächsten Tag eine Woche in den Urlaub zu fahren. Und meine panische Reaktion war mal wieder völlig übereilt. Rabi hielt mich davon ab, ihm "den Urlaub zu verderben" Und es war gut, denn er sieht das wohl ähnlich wie ich, obwohl er sich Hoffnungen auf ein Mehr macht, wo ich schon weiß, daß dieses Mehr nicht eintreten wird. Tanja fragte mich, ob ich mir eine lockere Affäre mit ihm vorstellen könnte. Ich weiß es nicht. Keine Ahnung, ob wir nicht doch irgendwann im Bett landen. Aber ich kenn mich, ich weiß doch, daß mir Sex mit jemandem, in den ich kein Bißchen verliebt bin, nichts gibt. Schon der Kuss war ja nichts, was ich unbedingt wiederholen müsste. Wenn ich da an den Kuss von Mr. Tiger eine Woche zuvor denke, hui.... Wir hatten den ganzen Abend über geflirtet was das Zeug hielt und als wir uns nach Stunden das erste Mal küssten... Wow.. das war nicht nur Bauchkribbeln sondern eine Bauchexplosion (ok, das hört sich jetzt eklig an.) ;)

Und naja, irgendwie hab ich das Gefühl für Grey nur eine Art Notnagel zu sein. Ich weiß, daß er sehr verliebt in meine Freundin Doris war. Sie sind sich im Juni auf dem WGT wohl auch näher gekommen. Letztendlich ist es aber nicht dazu gekommen, weil er viel zu aufgeregt gewesen wäre (und vielleicht auch Alkohol dabei war, keine Ahnung). Für sie war es eine einmalige Sache und kurz darauf lernte sie dann ihren Freund kennen. Er hätte das seinerseits sicher gerne fortgesetzt (und zuende gebracht), schon seit ewigen Zeiten hatte er an ihr herumgebaggert. In einem unserer Gespräche meinte er einmal, daß es wohl sein Fehler ist, immer zu lange auf eine Frau zu warten. So lange, bis dann plötzlich ein anderer da wär. So ist es bei Doris gewesen. – Und so würde es auch bei mir sein. Wir hätten vielleicht eine Bettgeschichte, aber eigentlich würde ich währenddessen auf irgendjemand anderen warten.

30.09.2011 um 17:55 Uhr

was bin ich froh

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Hab heute einen ehemaligen Kollegen getroffen, was ich da wieder für Stories gehört hab, man, man... Unter anderem hat sich Ex-Chef wohl erdreistet den BR-Vorsitzenden (meinen letzten Vertrauten in der Firma) zu kündigen. Fristlos. Wegen Amtsmissbrauch. Ich rief den Betreffenden natürlich gleich an. Wie ich hörte war der Betriebsrat mal wieder nicht beschlussfähig, es war wohl nur der dem Ex-Chef hörige stellvertretende BR-Vorsitzende anwesend. Aber um ein BR-Mitglied zu kündigen muss der gesamte BR zwingend zustimmen und wenn es dann noch fristlos sein soll, müssen schon sehr schwerwiegende Gründe vorliegen. Er würde sich also mit einer einstweiligen Verfügung wieder in Amt und Würden begeben. Und hat schon vier oder fünf Verfahren in der Schublade, die er dem Ex-Chef anhängen wird. (Mach ihn fertig!) Ex-Chef hat wohl ihm gegenüber geäußert, daß er alle altgedienten Mitarbeiter raushaben will und es soll wohl eine schwarze Liste existieren, die er Stück für Stück abarbeitet. So ein Schwein! Wer ihm nicht hörig ist und wen er nicht kaufen kann, der muss raus. Ich schwörs euch, wenn ich das nächste mal im Arbeitsamt ein Stellengesuch von denen hängen seh, reiß ich es ab! Das kann man niemandem zumuten, die Leute tun mir leid, die dort anfangen. Die müssen dort jeden Morgen ihr Rückgrat samt der Jacke in den Schrank hängen, ansonsten haben sie dort die Hölle auf Erden. Fairness, Wertschätzung und Respekt sind dort Fremdworte! Kein Wunder daß dort alle leichenblass und still über die Gänge schleichen, wie der ehemaligen Kollege erzählte, zu Lachen hat dort keiner mehr was! Gott, bin ich froh, daß ich dort raus bin und den finalen Haken dran machen kann!!

07.09.2011 um 15:30 Uhr

Jeden Tag was Neues..

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ich sags ja, Irgendwas ist immer.. Als ich heute morgen das Katzenkind zur Schule gefahren hatte, folgte mir ein Wagen, der dann auch noch, während ich zu hause einparkte, völlig wild in der falschen Richtung am Gehsteig anhielt. Als ich zu meiner Tür ging, stieg ein Mann aus und kam zielstrebig auf mich zu. "Hallo, ich bin der Vater vom Max.", sagte er und schaute mich erwartungsvoll an. Max war ein Schulfreund vom Katzenkind und ich dachte schon, die beiden seien aneinander geraten, als er mich dann fragte, ob ich ein paar Minuten Zeit zum Schwatzen hatte. Ne, eigentlich nicht, dachte ich bei mir. Es regnete und ich hatte um diese Morgenstunde auch noch keinen Kaffee bekommen. "Worum gehts denn?", fragte ich zurück. Da meinte er dann, daß es wohl so wäre, daß seine Frau und mein Ex-Mann ein Verhältnis hätten. Mir schoss nur durch den Kopf, "Und was soll ich da jetzt dabei?" und "Er will doch nicht etwa mit Reingehen."

"Ähm, aha..." antwortete ich unbestimmt und schaute abwechselnd den Himmel mitsamt Regen und den Schlüssel in meiner Hand an. "Wir können auch irgendwohin fahren.", meinte der Typ und deutete auf sein Auto. Gehts noch, ich steig doch nicht in sein Auto ein. Außerdem, es war 7:00 Uhr morgens, wo wollte der denn hinfahren? Ich fragte mich immer noch, was er eigentlich von mir wollte, oder sich von mir erhoffte, bat ihn dann aber trotzdem rein.

Er fragte mich, ob ich davon gewusst hätte. Ich verneinte. Ist auch so. Klar, hab ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht und ich kann nicht sagen, daß mir nichts geschwant hätte, wenn das Katzenkind erzählte, daß Papa und Maxens Mutter schon wieder was zusammen unternommen hätten. Aber das waren eher so, zusammen auf den Spielplatz- oder Hausaufgaben zusammen erledigen-Dinger, weil Max ja auch praktischerweise nur zwei Straßen weiter wie mein Ex-Mann wohnt. Aber das geht mich nun wirklich nichts an und sollte es wirklich so sein, dann ist das ganz alleine deren Sache. Wir sind seit fünf Jahren getrennt, ich habe weder das Recht noch die Möglichkeit einer Einflussnahme auf meinen Ex-Mann, ganz zu schweigen davon, daß ich dazu auch gar keine Lust habe. Das letzte was ich will, ist in irgendein Ehe-Drama mit hineingezogen werden.

Außerdem bin ich die letzte, die hier urteilen oder gar verurteilen würde. Ich weiß selbst, was das für eine beschissene, belastende Situation ist, in der die alle sich gerade befinden. Das Einzige was ich nicht zulassen kann, ist, daß das Katzenkind mit hineingezogen wird. Mir fällt schon seit einiger Zeit auf, daß mein Ex-Mann gar nichts dagegen hat, wenn er das Katzenkind weniger als sonst hat, weil z.B. die Großeltern einen Ausflug geplant haben. Er hat doch sonst um jede Minute gefeilscht bis Blut kam. Auch kommen sehr durchsichtige Ausreden, um das Katzenkind nicht wie ausgemacht, jeden Mittwoch über Nacht bei sich zu behalten. Zumindest jetzt erkenne ich, daß es wohl Ausreden gewesen sein müssen. Einmal schob er vor, er müsse sein Schlafzimmer aufräumen, dort würden noch einige leere Kartons usw. stehen. Aha... Erstens: wieso ausgerechnet mittwochs, wenn er doch jeden anderen Abend der Woche zur freien Verfügung hat? Zweitens: Leere Kartons wegwerfen und kurz durchputzen dauert eine halbe Stunde. Kann er auch mit dem Katzenkind machen..

Und genau darum geht es mir, daß das Katzenkind nicht zu kurz kommt. Wir haben uns damals in monatelangen Sitzungen und Tests über Tests mit dem Kinderpsychologen diese Lösung erarbeitet und das Katzenkind damit wieder gut auf die Reihe bekommen, das muss unbedingt beibehalten werden.

Darüber hinaus möchte ich natürlich auch nicht, daß sich unser beider Verhältnis durch irgendwelche Schwindeleien oder Ausflüchte verschlechtert. Ich bin immer dafür, mit offenen Karten zu spielen und ich habe Verständnis für die Situation. Er kann mit mir reden, wenn wir Betreuungszeiten fürs Katzenkind mal tauschen oder es mal einen "Notfall" gibt. Ich werde das also nachher, wenn er das Katzenkind zu mir bringt, ansprechen und hoffe, ich stoße nicht auf taube Ohren.

Ganz nebenbei fällt mir natürlich auch die Ironie der Sache auf. Daß sich ausgerechnet mein Ex-Mann jetzt in der Situation des "Anderen" befindet und eine Frau liebt, die wegen ihm ihren Mann verlässt, seine eigene Geschichte also einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann - vielleicht lernt er ja noch was dabei....

27.08.2011 um 09:59 Uhr

Sodom und Gomorrah

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Hab gerade eine Mail von einem letzten Vertrauten in meiner alten Firma bekommen. Der einzige, der sich noch meldet und Interesse an dem hat, was zwischen mir und Ex-Chef vorgeht. Der Einzige, der damals am Tag meiner "Verabschiedung" gemeint hat, er würde für mich da sein, auch wenns um Gerichtsaussagen ginge. Ich will und werde das aber nicht in Anspruch nehmen, das ist zu "gefährlich" für ihn. Aufgund seiner BR-Mitgliedschaft steht er doch so schon immer im Fadenkreuz.

Ich hab die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen über das, was er so berichtete - und was er schrieb war nur die Kurzform und lange nicht alles, was es so an täglichen Vorfällen gegeben hat.

Da wird ein BR-Mitglied mit einer Meisterschulung, ein anderes mit einer saftigen Gehaltserhöhung bestochen - und kommen dann (oh Wunder..) nicht mehr zu den BR-Sitzungen.... Eine schwangere Kollegin wurde dazu gebracht, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen (ich möchte nicht wissen wie - und was sie davor erdulden musste........)! Eine BR-Frau, die Herrn Ex-Chef schon immer angehimmelt hat, lässt nun ihr Amt auf unbestimmte Zeit ruhen, ein anderer will nur noch weg, ein dritter fährt nach dem Motto - immer an der Wand lang und auch mein Vertrauter sucht intensiv nach einem neuen Job und geht, auch wegen der massiven Angriffe gegen ihn, nun in die Freistellung (...) 

Man kanns keinem von ihnen verübeln, wenn er sein Fähnchen in den Wind hängt. Bei SOLCHEN Chefs will keiner in einer Organistation sein, die sich GEGEN die Chefs und FÜR die Rechte der Mitarbeiter einsetzt. Wie ich herauslas, haben die Ex-Chefs es auch geschafft, eine Mehrheit von Gewerkschaftsmitgliedern im Betrieb zu verhindern, also wird es auch keine Tarifverhandlungen geben.. 

Mein Vertrauter meinte abschließend, wie es aussähe, würden die Herren die Firma an die Wand fahren. Aber das ist auch die einzige Chance, sie loszuwerden.

Das beste aber, dadurch daß Ex-Chef die BR-Mitglieder mit seinen "Maßnahmen" sozusagen im Zaum und von ihren Aufgaben ab-hält, waren sie zum Zeitpunkt meiner zweiten Kündigung nicht beschlussfähig, konnten also nicht gehört werden. Und obwohl auch die zweite Kündigung vorsorglich außerordentlich ausgesprochen wurde (was ja die Einspruchfähigkeit des BR verhindert), könnte es sein, daß die Kündigung deswegen ungültig ist??

 

25.08.2011 um 20:53 Uhr

nun doch...

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Gestern hab ich nun doch die Vorladung bekommen. Und auch, wenn mein Anwalt immer meinte "der blufft nur", hab ich damit gerechnet, daß eine kommt. DER blufft nicht, wenn er eine Möglichkeit hat, seinem "Feind" (was in dem Fall wohl ich bin) eine reinzuwürgen, dann macht er das auch!

So bin ich denn also geladen, in zehn Tagen auf dem Revier zu erscheinen, um (Wortlaut) "verhört" zu werden. Na super! Da hab ich sofort die Assoziation zu einem kahlen Raum mit nach innen verspiegelter Fensterscheibe, einem Stuhl und einem Tisch, auf dem eine grelle Lampe steht, die einem bei Bedarf ins Gesicht gedreht werden kann, "Wir haben Mittel und Wege!". 

So schlimm wirds wohl nicht werden, trotzdem hab ich Angst. Eine Scheißangst um genau zu sein. Nur warum? Ich hab nichts getan, ich hab nichts gestohlen, nichts unterschlagen oder sonstwas! Seit Wochen schieb ich die Stellungnahme zu den Vorwürfen vor mir her. Heute musste ich.. Unglaublich, welche Überwindung es kostet, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Unglaublich, wie mich das lähmt und runterzieht. Und unglaublich, welche Panik es in mir auslöst.

Gerade jetzt, wo ich mit meinem Arzt besprochen habe, die Medikamente langsam ausschleichen zu lassen. Für akute Notfälle, wie z.B. den Gerichtstermin, hat er mir Ta*vo*r verschrieben. Mich aber intensiv belehrt, daß das hochgradig abhängig macht (ich darf die 20 Tabletten nur über mindestens ein Jahr verteilt nehmen, besser nur in Einzelfällen und am besten gar nicht) Bei meinem Gewicht sollten die wohl auch ganz schön reinhauen, ich darf damit auf keinen Fall fahren oder alleine draußen rumlaufen, weil die so stark sedierend wirken. Ein herrlicher Gedanke, völlig gelassen und mit LMAA-Stimmung vor meinem Ex-Chef im Gericht zu sitzen. Aber real fühlt sich das wohl eher wie in Watte gepackt und halb weggetreten an, oder? Jemand Erfahrungswerte?? Allgemein geht es mir wieder besser, die Ferien mit Ausschlafen dürfen und die wunderbare Ablenkung durch die Besuche in Üfftelstütz und beim M'era Luna haben so gut getan! Ich hab es sogar geschafft, Bewerbungen vorzubereiten und meinem Arzt gesagt, daß ich der Meinung bin, daß das jetzt hier die letzte Krankschreibung sein solle. Ich hoffe, ich bin stark genug, diese Geschichte hier auszuhalten und nicht wieder einzubrechen.

Ich kann der Pozilei ja nichts anderes sagen, als wie die Unstimmigkeiten und Fehlbeträge meiner Meinung nach entstanden sein könnten. Ich kann die Wahrheit sagen, nicht mehr und nicht weniger. So richtig beruhigend ist das für mich aber nicht. Wer weiß, was dem noch einfällt, oder was der noch manipuliert oder manipuliert hat. Ich komm ja an das Programm nicht mehr dran..

Mein Anwalt ist blöderweise heute auch nicht greifbar gewesen und morgen nur vielleicht im Büro. Ich hab ne Nachricht hinterlassen, daß er mich bitte zurückrufen soll. Ich brauch dringend moralische Unterstützung..

Ach ja, Herr Ex-Chef hat die Stellungnahme nun doch noch geschickt. Drei Wochen nach dem vom Gericht festgesetzten Termin. Datiert hat er sie auf den Tag, an dem sie fällig gewesen wäre und draufgeschrieben, "vorab per Fax ans Gericht". Aber mein Anwalt meinte, er hätte vom Gericht Nachricht bekommen, wenn sie wirklich vorher schon eingetroffen wäre, hat er aber nicht. Darum meint er, daß diese Stellungnahme vielleicht gar nicht als Beweismittel zugelassen würde, da verspätet. Ich hoffe so sehr, daß das auch so ist! Er fährt ganz schöne Geschütze auf, mit Zeugenaussagen von ehemaligen Vorgesetzten und Kollegen. Besonders die eine Kackbratze, die so falsch ist wie die Titten von Brigitte Nielsen. Die würde sich doch noch freuen, mich durch den Kakao zu ziehen. Meine Mutter fragte, ob es denn nicht einen gibt, der FÜR mich aussagen würde..  Da kann ich nur bitter auflachen. Die stehen doch alle mit dem Rücken zur Wand, da würde von 150 Leuten kein Einziger den Mund aufmachen. Denn dann wäre er gleich der nächste! Dort herrscht eine Atmosphäre von Angst, Druck und psychischer Gewalt, sprich Mobbing. Was bin ich froh, dort weg zu sein! Das sag ich mir immer wieder, wenn mir diese Geschichte hier auf den Magen schlägt. Mein Mantra. Aber was werd ich erst froh sein, wenn das alles vorbei ist! 

 

28.07.2011 um 18:00 Uhr

noch ne Trennung.....

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Hab gerade von Tanja erfahren, daß sie wohl demnächst nach Berlin gehen wird. Sie hat Jobangebote dort. Und es trifft mich hart. Härter als ich geglaubt habe. Ich kenn sie erst seit nem halben Jahr, aber es war mit unseren ersten gewechselten Worten sofort ein Gleichklang da, eine "Chemie". Wir haben immer gesagt, daß es Schicksal war, daß wir uns begegnet sind. Wenn es Seelenverwandschaft gibt, dann muss sie sich so oder so ähnlich anfühlen. Meine Rabi und auch mein Moongirl sind ja eher bodenständig und rational, nicht so emotional abgehoben wie ich. Tanja und ich sind uns sehr gleich. Wir reagieren auf Dinge in der selben Art. Drehen genau die selben Gedankenkreise. Brauchen sehr lange um immer wieder zu analysieren, zu überdenken, ja, brauchen es, Dinge, die uns beschäftigen wieder und wieder zu reflektieren. Wir haben stundenlang über das Leben und die Liebe, über Beziehung und Sex philosophiert und haben so viele ähnliche und gleiche Ansichten entdeckt.

Sie fehlt mir schon jetzt, dabei ist sie noch nichtmal weg und ich krieg grad das große Heulen. Ich hab so viel verloren, in der letzten Zeit und Tanja war ein großer Halt für mich, wir haben uns in den letzten Monaten mindestens einmal die Woche gesehen, haben viele Nachmittage, Nächte, ganze Wochenenden miteinander verquatscht, ich glaub, ohne sie hätt ich das nicht so gepackt.

Es tut mir gut, wenn Rabi sagt, 'mach dir nicht so viele Gedanken' oder 'schau doch nicht auf sein Profil', oder die Sichtweise und das 'er ist es nicht wert' vom Moongirl, es holt mich immer wieder auf den Boden, wenn ich mich in Traurigkeit verliere. Aber ich brauch auch jemanden, der es nachempfinden kann, warum ich es eben nicht lassen kann, auf F's Profil zu schauen, auch wenn ich mich dadurch selbst zerfleische, eben weil sie es aus genau den gleichen Gründen auch nicht würde lassen können. Um sich vollständig zu fühlen braucht man nicht nur die Gegensätze, sondern auch die Gleichheit. Und mit ihr hatte ich das Gefühl, mich und den Kreis meiner Lieben zu komplettieren. 

Es tut weh, das loslassen zu müssen. Auch, wenn ich sie erst so kurz kenne, lieb ich sie doch sehr und ich kann nur hoffen, daß erstens ihr Umzug nach Berlin nicht gar so Knall auf Fall geht und zweitens, daß wir uns als Freundinnen nicht aus den Augen verlieren. 

Und naja, so ein "Koffer in Berlin" ist ja auch nicht zu verachten. Aber sie wird fehlen! Jetzt, wo der Besuch bei meinen Eltern ist und ich so mit eingebunden sind, haben wir uns schon zwei Wochen nicht gesehen und ich vermiss sie, vermiss die Gespräche.

Aber natürlich hab ich ihr zugeraten, als sie mich fragte, was ich davon halte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich weiß, daß sie in der Stadt, in der sie jetzt lebt, nicht glücklich ist. Und ich spüre, daß es ihr in Berlin besser gehen würde. Und nicht zuletzt, weil ich nicht möchte, daß sie je bereuen muss, etwas nicht getan, nicht versucht zu haben, um ihr Leben zu verbessern, um glücklich zu sein. Durch einen seltenen Gendefekt brauchte sie vor neun Jahren eine neue Leber. Durchschnittliche Lebensdauer des fremden Organs: zehn Jahre. 

Sie ist 100% Erwerbsgemindert und würde nach Berlin gehen - um arbeiten zu können. Weil kein Mensch von 600 Euro im Monat leben kann (auch die Miete muss davon gezahlt werden..). Trotz der schweren Nebenwirkungen der immunsupressiven Medikamente, ohne die sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht leben kann. 

Ach egal..  Sie wird mir unglaublich fehlen, aber ich will, daß es ihr gut geht.

25.07.2011 um 21:40 Uhr

der neueste Coup

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Der neueste Coup meines Ex-Chefs war, mir eine weitere Kündigung zu schicken mit Termin Mitte Juli. Da war ich schon drei Monate nicht mehr beschäftigt..

Diesmal eine Verdachtskündigung wegen des Verdachts auf Betrug. Der Diesel, man erinnert sich. Auch hier wieder der Satz, daß Strafanzeige gegen mich gestellt wurde.

Das ist auch schon wieder vierzehn Tage her und ich habe noch keine Vorladung bekommen, auch der schriftlichen Aufforderung meines Anwalts, das Aktenzeichen der Strafanzeige bekannt zu geben, damit wir Akteneinsicht nehmen können, ist er nicht nachgekommen.

Ja, was denn nu?! Anzeige, oder nicht? Mürbe machen heißt wohl das Spielchen.

Clever (oder vorausschauend) wie mein Anwalt war, hat er aber in unserer Klage bereits jede weitere Kündigung aus anderen Gründen mit eingeschlossen. So haben wir die neue Kündigung dem Gericht nachgereicht und ich muss nicht erneut klagen. Es hat doch was für sich, daß er als Anwalt bisher die Arbeitgeberseite vertreten hat, er kennt die Tricks und Kniffe und weiß, was noch nachkommen kann.

Den gerichtlich festgesetzten Termin, bis zu dem mein Ex-Chef hätte Stellung nehmen müssen, ist auch ohne jegliche Reaktion seinerseits verstrichen. Da wir nun unsererseits auf die fehlende Stellungnahme nicht reagieren können (wir haben dazu auch einen Termin bekommen), wird beim Gericht eine Versäumnisanzeige gemacht. Im krassesten Fall wird es so gewertet, daß er unserer Klage stillschweigend zustimmt und ich somit wieder eingestellt wäre... Ein Traum....... Aber im Moment bin ich ja noch krank geschrieben, da müsste ich im Fall der Fälle eh den Dienst dort nicht antreten.

Daß der mich nicht klein kriegt, das hab ich vor kurzem noch geschrieben. Aber bei diesem letzten Brief hat es mich ganz schön umgehauen. Da war ich kurz davor, alles hinzuwerfen. Ich saß mit dem Katzenkind im Freibad und er tobte herum und ich wusste nicht mehr wie weiter und was jetzt und mir liefen unter der Sonnenbrille die Tränen.

Ich hätte gerne jemanden angerufen. Nein, nicht jemanden, ich hätte gerne den Mann an meiner Seite angerufen um eine starke Schulter zu finden, jemanden der sagt, daß alles gar nicht so schlimm ist und daß alles gut wird. Jemanden, der mich auffängt, wenn ich falle, der mich an die Hand nimmt, wenn es für mich nicht mehr weitergeht. 

Ich hab dann meinen Anwalt angerufen, der mich beruhigte, und einen Termin ausgemacht. Mein Anwalt ist derzeit mein größter Halt. Armselig, oder......?

 

 

08.07.2011 um 15:45 Uhr

Alte Einträge wiederbekommen

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Achtung, wichtige Info für alle, die Juli-Einträge vermissen!

 

Aquarius gab den Tipp zum "Wiederherstellen" der verschwundenen Einträge.

 

"Wie komme ich an meine alten Einträge und Kommentare?"

1. Logge dich unter www.bloggigo.jp ein
2. Navigiere zu deinem Blog
3. Es erscheint in der Browseradresszeile deine Blogadresse www.blogigo.de/deinBlogName, aber nicht mit den alten Einträgen, sondern nur die des neuen Servers.
4. Ändere in der Browseradresszeile die Adresse auf: wwww.blogigo.jp/deinBlogName

Copy and Paste und schon hast du deine Einträge wieder.
Das funktioniert natürlich auch für die PN´s.

Alternativ zu .jp können auch die Domänen .com, .ch, .co.uk, .net verwendet werden.

Aber nicht vergessen: Dies ist eine zeitlich befristete Möglichkeit, an alte Einträge zu kommen.
Es werden sukzessiv alle Domänen umgestellt und dann sind die Daten weg.
Wer also noch etwas von seinem \"alten\" Blog benötigt, sollte sich sputen.


Viel Erfolg!
[Aquarius]

 

Ich machs mal wie ameamagao und hab ein paar Blogs mitgespeichert. Dasda wären

Hedera

Nicci

Poisonist

-

Rabenmutter und Pelegrina hat ameamagao schon mitgesichert.


20.06.2011 um 20:54 Uhr

Was noch....?

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Hab eben erfahren, daß mein Vater heute mit ungeklärten Koliken ins Krankenhaus gebracht wurde. Was kommt denn noch? Kann das nicht langsam mal aufhören? Ich kann nicht mehr....

 

 

 

 

Und F..... tut nichts. Er kämpft nicht... Meldet sich nicht... Nur bei dieser Frau...da ist er ständig zugange im Netz. Er verhält sich in den zwei von mir initiierten Telefonaten (in zwei Wochen..) arrogant, spielt miese kleine Machtspielchen mit mir und behauptet doch mich zu lieben.. Ich will....kann dazu jetzt nicht mehr sagen.

09.06.2011 um 19:29 Uhr

Scheiße auf Scheiße gestapelt

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Mein alter Arbeitgeber hat gegen mich Strafanzeige gestellt, angeblich habe ich 7000 Liter Diesel unterschlagen.

(.......)

Der Gütetermin ist wie erwartet ohne Einigung ausgegangen, der Termin vor der Kammer ist erst im September. Unser Angebot war - da die Gegenpartei die Wiedereinstellung aus Vertrauensgründen ablehnte und der Richter beschied, daß die fristlose Kündigung keinen Bestand habe- eine ordentliche Kündigung mit vier Monaten Kündigungsfrist und eine Abfindung. Der ordentlichen Kündigung könne man zustimmen, aber eine Abfindung würde auf keinen Fall gezahlt, da ja der Gegenwert der 7000 Liter Dieselkraftstoff dagegenstünde. Kurz überschlagen wären das etwa 7200 Euro.

Ich werde also demnächst eine Vorladung von der Polizei erhalten... Ich glaube nicht, daß dieser unfassbare Vorwurf irgendwie belegt und bewiesen werden kann, meine Abrechnungen haben in all den Jahren immer auf den Cent genau gestimmt. Was reinkam ging auch wieder raus. Wie hätte ich das auch machen sollen? Mich mal eben in der Mittagspause mit einem Kanisterchen vor die Firma stellen und jede Woche 25 Liter abzapfen und nach Polen verschachern? Der Graf säuft keinen Diesel...

Leider war das Arschloch von Ex-Chef persönlich anwesend -ohne Anwalt-, ich hatte ganz schön das Herz in der Hose. Soviel Aufregung ist der gar nicht wert. Mein Anwalt fand ihn "niedlich". ;) Er hat versucht zu lügen! Gut, daß ich da war, da konnte ich meinem Anwalt gleich die Richtigstellung des Sachverhalts ins Ohr flüstern. Er hatte behauptet, die Abmahnung sei vor dem Vorfall, der zur Kündigung geführt haben soll erfolgt, aber ich hab sie erst danach bekommen, was er zugeben musste. Rückt ihn natürlich in kein gutes Licht.. :) Der Richter beschied also, daß die Abmahnung keinen Einfluss auf die Verhandlung hat. Als ich meinen Ex-Chef überflüssigerweise in der Tiefgarage nochmal treffen musste, wünschte er mir mit hämischem Grinsen "noch einen schönen Tag". Der ist sicher extra persönlich erschienen, in der Hoffung, mir die Strafanzeige höchstselbst ins Gesicht drücken zu können. Ich wette der hat sich danach einen runter geholt.

Aber mal hypothetisch. Sollte ich verurteilt werden, dann bin ich vorbestraft. Dann krieg ich vielleicht Sozialstunden, muss die Schadenssumme abstottern oder bin "auf Bewährung draußen". Meinen Traumjob Leihbibliothek zum Beispiel könnte ich mir dann mal eben abschminken, denn im ÖD wird ein Führungszeugnis verlangt.

So ein Schwein, echt, der versucht mich richtig fertig zu machen. Ich kann das nicht gebrauchen, nicht jetzt, ich schaff das nicht.

Was jetzt als i-Tüpfelchen noch fehlte wär ne schlimme Krankheit, wann war noch mal meine nächste Brustkrebsvorsorge?

Es ist doch echt alles nicht wahr.. bei dem miesen Karma muss ich in meinem vorigen Leben wohl M*ngele gewesen sein...

Und gerade jetzt bräuchte ich F. ich möchte mich einfach mal in den Arm nehmen lassen, mich anlehnen und mich sicher und unbesiegbar fühlen können, so wie ich mich so oft in seinen Armen fühlte.. Aber der ist schon in Leipzig.. Ich bin so traurig.

 

13.05.2011 um 17:55 Uhr

Voll verheiratet..

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ich war also nun heute gleich bei meiner Krankenkasse, um einen lückenlosen Versicherungsschutz zu erhalten. Dort erfuhr ich, daß mein alter Arbeitgeber mich noch gar nicht abgemeldet hat. Mir Recht, aber gesetzlich bin ich gekündigt und erhalte momentan von niemandem Geld und damit Beiträge zur Krankenversicherung und habe damit keinen bestehenden Versicherungsschutz.

Daß meine Karte beim Neurologen-Termin angenommen wurde war der Tatsache geschuldet, daß ich noch nicht abgemeldet wurde von der alten Firma.

Ich hätte die Möglichkeit, so die Bearbeiterin, mich freiwillig zu versichern, das hieße allerdings Beiträge von knapp 400 Euro im Monat selbst zu bezahlen - ohne Einkommen nicht drin, da wäre ja auch noch Miete, Hort, Essengeld, Strom, das Auto und der Kühlschrank müssen ja auch ab und an gefüllt werden. Also würde ich wohl Hartz4 beantragen müssen, aber rückwirkend würden die auch nicht zahlen und ich hab ja nun schon seit dem Tag der Kündigung keine Versicherung.

Dann kamen wir aufs Katzenkind zu sprechen und ich sagte wohl sowas wie "Der ist über meinen Mann versichert." Wie, sie sind noch verheiratet? Dann können Sie sich ja über ihren Mann familienversichern lassen. Das ist natürlich die beste Möglichkeit von allen, ihm entstehen keine Kosten oder Nachteile, ich bin voll versichert und da die Zeit der Nichtversicherung vier Wochen nicht überschreitet, kann man die einfach unbeachtet lassen. Noch besser! Ich muss keine Beiträge nachzahlen.

Mein Noch-Mann hat den Antrag auch schon unterschrieben. Jetzt hat es also doch seinen Sinn, daß ich mit der Scheidung so rumgebummelt habe. Auch wenn F. schon immer drängelt. Irgendwie hatte ich im Gefühl, daß der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist. Jetzt weiß ich auch warum. :)

Da sag einer, Freitag der 13. sei kein Glückstag. ;)

 

Ach übrigens hab ich Nachricht vom Betriebsrat bekommen, er meinte, dank der Kollegin, deren Hetze und Denunziation ich meine Kündigung zu verdanken habe, wird nun demnächst eine weitere außerordentliche Kündigung ausgesprochen. Gegen einen Lagerarbeiter wegen des Verdachts der Veruntreuung. Nur, weil er die in der Zigarettenpause gefragt hat, ob er an der Betriebstankstelle privat tanken könne und sie das ablehnte. Er wird nun einfach verdächtigt, sich unberechtigt Zugang zur Tankstelle erschlichen zu haben und wenn das noch nicht passiert sei, daß er den Vorsatz zur Tat habe. Es ist echt verrückt... Bin ich froh, daß ich mit dieser falschen Schlange nicht mehr zusammen arbeiten muss! Wenn ich nur daran denke, wie die mich belauert hat, bis ich endlich einen Fehler machte (die durchgestrichene Zahl, wegen der ich abgemahnt wurde...), um es brühwarm dem GF zuzutragen und sich anzubiedern. Die Frau ekelt mich an, ich hoffe, ihr Karma trifft sie noch in diesem Leben. 

 

 

12.05.2011 um 23:06 Uhr

Licht

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ganz, ganz vielen Dank für eure lieben Kommentare. Das hilft ganz sehr. :)

Es lichtet sich. Ich hab zwar immer noch keinen Bescheid vom Arbeitsamt, OB ich denn nun überhaupt Geld bekomme in den nächsten Monaten, aber ich konnte schon wieder ein paar Dinge erledigen.

Ich hab den Termin beim Neurologen wahrgenommen und bin jetzt erstmal vier Wochen krank geschrieben. Ich hab den Prozesskostenhilfe-Antrag abgeschickt. Ich hab ne Überweisung zum Radiologen, um ein Kopf-CT zu machen und schon den Termin dafür besorgt. Ich hab nen Termin für ein Kopf-EEG und ich hab einen Termin zum Erstgespräch bei einer Psychologin gemacht. Sie ist eine Gr*fin zu Castell. Aber ohne Faber. ;) Als ich anrief hatte ich ihren Mann dran, der auch den Termin mit mir ausmachte. Wenn er eine Gr*fin geheiratet hat, ist er dann automatisch Graf? Und wie muss ich SIE eigentlich ansprechen, Frau zu Castell? Gr*fin zu Castell? Frau Gr*fin zu Castell? Frau Dr. Gr*fin zu Castell? 

Den Termin gemacht zu haben, bin ich sehr stolz, schon als ihr Mann fragte, worum es denn im Groben gehe, kam ich ins Schwimmen. Ich kriegs nicht hin, mein Problem zu artikulieren. Schon gar nicht vor Fremden. Ich hab dann einfach vorgelesen, was der Neurologe auf die Überweisung geschrieben hat.

Dieses Erstgespräch wird wieder extrem schwer für mich. Bis ich mich öffnen kann, das braucht schon viel, viel Nähe und Vertrauen. Und so lange, das wirklich alles an- und auszusprechen, hab ich noch bei keiner Therapeutin durchgehalten. Wenn es an die Substanz ging, war ich raus, hab ich mich gedrückt. Ich hoffe wirklich, die Chemie zwischen uns stimmt. Mein Arzt meinte, sie wäre etwa in meinem Alter. Im ersten Moment hatte ich das Gefühl, daß ich lieber jemand älteren hätte. Aber vielleicht ist das ja gut, bisher hatte ich nur Therapeutinnen, die wesentlich älter waren als ich.

Ein paar Baustellen weniger sind es also schon. Ich hab es genau so gemacht, wie Rabi, Sadeyes und Hedi es vorgeschlagen haben. Ich mach mir jeden Tag eine Liste mit Dingen, die ich erledigen muss/möchte. Und selbst wenn es nur ist, eine Mail zu schreiben, oder die Fensterbänke abzuwischen. Jede kleine Aufgabe ist ein Punkt auf meiner Liste und es fühlt sich gut an, jeden Tag ein paar davon durchzustreichen, auch wenn ich nicht immer alles schaffe. 

Wohngeld und Betreuungszuschuss sind zwar immer noch offen, aber wirklich verloren geht es mir nicht, da ich beides in den letzten Jahren ja bereits bezogen habe. Ich müsste nur langsam bis Ende Mai die Weiterbewilligungs-Anträge stellen. Aber bis dahin sollte ich Klarheit haben, wie meine finanzielle Lage sich gestalten wird. 

Das Amt hat sich in den wenigen Wochen, in denen ich nun schon dort gemeldet bin, auch nicht mit Ruhm bekleckert. Ich saß beim letzten  Termin insgesamt drei Stunden dort, die Bearbeiterin hat sich meine Stellungnahme zur Kündigung durchgelesen, meinte, sie wolle es sofort bearbeiten und hat mich verabschiedet. Zwei Tage später hatte ich zwei Briefe von ihr im Kasten und wollte schon loben, ob der kurzen Bearbeitungszeit. Aber in einem stand nur, daß mein Antrag noch nicht bewilligt werden konnte, weil eine Sperrzeitprüfung läuft. (War ja jetzt nicht sooooo neu..) Und in dem anderen schreibt sie, daß ihr meine Stellungnahme nicht ausreicht und ich noch nähere Angaben machen solle. Hätte sie das nicht gleich sagen können, als ich dort war? Sie hat es doch durchgelesen, genau deswegen war ich doch dort, um zu erfahren, ob meine Unterlagen zur Bearbeitung ausreichen... Also noch eine geschrieben. Es war Freitag, halb Zwölf mittags. Um Zwölf schließen die dort ihre Bürotüren zu. Sechs Minuten vor Zwölf hatte sie meine Stellungnahme auf dem Tisch... Nun wird meine Stellungnahme wohl erstmal dem alten Arbeitgeber vorgelegt und seine Meinung eingeholt. Kann ich mir schon vorstellen, was da abgeht. Erstmal werden die sich ordentlich Zeit lassen, mit einer Reaktion und zweitens werden die natürlich alles leugnen.. Am Ende ist es eh nur eine Ermessensentscheidung der Sachbearbeiterin und für die ist man nur eine Nummer, das persönliche Schicksal das dahinter steht und daß ich mit meinem Kind dann ohne Geld dastehe, das wird völlig ausgeblendet..

Merkt man auch an dem Satz, der noch in diesem zweiten Brief stand. "Solange sie von niemandem Leistung beziehen, sind sie nicht krankenversichert, wir empfehlen ihnen ALG II zu beantragen." TOLL!! Warum sagt die mir das nicht, als ich vor ihr saß?? Ich hatte ihr noch erzählt, daß ich zum ARZT gehen will und hatte angedeutet, daß ich krank geschrieben werde! Wozu sitzen die dort, daß man sich doch alles selbst zusammenreimt? Ich war so wütend!

Ich hab mich nun die letzten Tage mit der Frage gequält, ob ich Hartz4 beantragen soll, oder nicht? Das hieße dann, sich finanziell völlig nackig zu machen. Das hieße, noch einen weiteren Arbeitsvermittler zugewiesen zu bekommen und jeden bescheidenen 1-Euro-Job machen zu müssen.  Zum Glück hab ich eine "vertretbare" Wohnung, 57qm ohne Balkon für knapp 400 Euro. Sonst müsste ich auch noch umziehen. Ich hab mich vorerst dagegen entschieden und werde morgen mit der Krankenkasse die Möglichkeiten zur Weiterversicherung absprechen. Wenn die für mich nicht bezahlbar sind, werd ich in den sauren Apfel beißen müssen. Das erschreckt mich sehr...... Ich hab jetzt recherchiert, daß man nach Verlust der Arbeit erstmal vier Wochen weiterversichert ist, bevor der Versicherungsschutz ausläuft. Das hat mir auch keiner gesagt auf diesem Amt! Aber ich muss das noch genau erfragen bei der Kasse, bei den vielen Arztbesuchen, die in nächster Zeit anstehen...

Ansonsten geht es mir recht gut mit der Situation, die Gedankenkreise haben aufgehört, die Stimmung ist nicht mehr so tiefschwarz und ich war in den letzten Tagen, die ja so wunderbar sonnig waren, jeden Tag draußen und hab es sogar hinbekommen, mich auf nem Campingstuhl hinters Haus in die Sonne zu setzen und zu lesen - in nem Wohngebiet.. Das ging vorher für mich gar nicht, ich hatte das Gefühl von überall her beobachtet zu werden. Einmal haben das Katzenkind und ich unser Abendessen mit raus genommen und hinterm Haus ein Picknick gemacht. War toll! 

Ehrlich gesagt, schieb ich die momentan gelassene Stimmung auf die Gute-Laune-Pillchen, die mir der Arzt verschrieben hat, die selben, die ich auch schon früher genommen habe, vor ein paar Jahren, als ich mich von meinem Mann trennte. Sie wirken stimmungsaufhellend und angstlösend (und Rabi, Alkohol darf ich damit jetzt auch nicht mehr ^^) und sie wirken offensichtlich gut. Auch, daß ich jetzt krankgeschrieben bin, hilf mir. Ich muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich in der Sonne sitze, statt Bewerbungen zu schreiben oder sowas. Ich bin krank, ich darf mich ganz offiziell ausruhen und erholen. Und ja, ich genieße es, die schönen Sommertage die es aktuell gab, waren wie Urlaub für mich. Durch die Tabletten hab ich auch die offenen Baustellen nicht mehr als so belastend empfunden und konnte viel besser mit Alltags-Anforderungen und allen Muss-Dingen umgehen. Ich hab mir keinen Stress gemacht und durch die Listen hatte ich einen sehr guten Überblick über anstehende und schon geschaffte Dinge. Das werd ich auf jeden Fall beibehalten. Für das tägliche Rausgehen muss ich mir noch was ausdenken für die Zeit, die das Wetter jetzt wieder schlechter werden soll. Balkon hab ich ja leider keinen.

Das Katzenkind freut sich über seine gelassene und geduldige Mami und daß ich ihn jetzt schon zwei Stunden früher aus dem Hort abholen kann, direkt nach der Hausaufgabenzeit. Ich freu mich auch darüber.

Was mich nicht so freut, ist, daß ich mir Dinge, die ich gerne gehabt oder getan hätte, verkneifen muss, weil ich sie mir einfach nicht leisten kann, auch wenn der Betrag, den es kostet, erstmal wenig erscheint. Das Orgelkonzert mit Bach-Kantaten letztens in unserem Dom, darauf hatte ich mich schon so gefreut, aber ich hab mir die Sieben Euro verkniffen und spar die lieber, weil ich weiß, daß ich auch bald wieder mit Friseur dran bin. Und die WGT-Karte hab ich auch noch nicht, aber die verkneif ich mir nicht, auch wenn ich ans Gesparte gehen muss. :)

Zum Glück hab ich lauter Menschen um mich, die mich auch finanziell unterstützen. Ein Friseur-Gutschein von F. zu Ostern. Kartoffelsalat und Geld für den Musikunterricht vom Katzenkind von F's Eltern. (!) Und hier und da mal ein zugesteckter Zehner zum Tanken oder Einkaufen von meinen Eltern. Wenn ich die alle nicht hätte, sähe es ganz schön mau aus.. Aber zum Glück hab ich sie ja. :)

 

04.05.2011 um 21:10 Uhr

nicht wirklich..

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Nicht wirklich.. So kann ich zur Zeit die meisten Fragen beantworten. Gehts dir gut? Bist du schon weiter? Hat sich was getan? Genießt du die viele freie Zeit? Kannst du dich erholen?

Man möchte so viel tun, hat auf einmal einen Überfluss an Zeit und so viele Pläne und Dinge im Kopf, die sich damit anfangen ließen. Und kriegt doch nichts auf die Reihe. Oder nicht viel. Nicht genug. 

Oft fühl ich mich wie gelähmt, müsste hier mal putzen, dort mal was nähen, da reparieren und über jenes mal genau recherchieren. Und dann sitz ich doch nur da und schaff grad mal die Spülmaschine und ein bißchen Grundordnung, bis es schon wieder Zeit ist, das Katzenkind aus dem Hort abzuholen. 

Zu allem und jedem muss ich mich zwingen. Als ich noch arbeiten war und den ganzen Tag weg von zu hause, was hab ich manchmal davon geträumt, wie gerne ich doch genau jetzt an der Nähmaschine säße oder endlich mal meine Orchideen umtopfen könnte, wenn ich doch mal EINEN Tag frei hätte.. Ich hab Dauerfrei und hab noch nicht eine einzige Naht gemacht und der Karton mit der Orchideen-Erde steht ja im Keller, viel zu weit weg..  

Die ersten Tage hab ich es noch genießen können, da durfte ich ja sogar ausschlafen, waren ja Ferien. Ich hab alles ganz, ganz, GANZ weit von mir geschoben. Ich konnte noch nichtmal die Kündigung wirklich durchlesen, das hab ich erst vor ein paar Tagen gewagt, bevor ich den Termin beim Anwalt hatte und fürs Amt musste ich ja auch eine Stellungnahme dazu abgeben. Der Anwalt ist ein Freund von F. und macht einen ganz kompetenten Eindruck. Normalerweise steht er auf der Gegenseite, vertritt also Arbeitgeber bei Kündigungsschutzklagen. Zumindest kennt er dadurch alle Tricks. 

Die Klage liegt nun beim Arbeitsgericht, ein Güte-Termin ist noch nicht festgesetzt. Ich weiß gar nicht, ob der Arbeitgeber die Klageschrift schon bei Einreichung zu sehen bekommt, oder ob er die erst mit der Vorladung zu sehen kriegt. Sollte er sie direkt bei Klageeinreichung erhalten, weiß er also nun schon Bescheid..

Ob und wieviel Geld ich bekommen werde weiß ich auch noch nicht, ich war zwar drei Stunden auf dem Amt, aber letzten Endes nur, um mir sagen zu lassen, daß jetzt erstmal die Sperrfristprüfung gemacht wird und ich den Bescheid dann mit der Post kriege. Bis ich den nicht habe, will mich auch auf dem Wohngeldamt und dem Jugendamt keiner sehen. 

Ich hab Prozesskostenhilfe beantragt. Bzw. werd ich das tun, denn auch dazu braucht man den Bescheid vom Amt... Die wollten wissen, welchen Zeitwert mein Auto hat.. Als ob ich damit die Miete zahlen könnte.. Aber ich hab schon gehört, wenns hart auf hart kommt, dann bei H4 können sie dich zwingen, dein Auto zu verkaufen und irgeneine alte billige Schleuder zu kaufen und von dem Erlös zu leben. Und dann kriegt das olle Teil keinen TÜV mehr oder hat alle Nase lang eine andere Reparatur nötig. So ein Irrsinn! Und so eine Demütigung! Es ist unwürdig, was dort mit den Menschen gemacht wird.. Lieber ess ich nur noch Toastbrot, als meinen Grafen zu verkaufen! Der soll -WIRD- mich durch die nächsten fünfzehn Jahre tragen!

Die erste Absage hab ich nun auch schon zurückbekommen. Zwei weitere Bewerbungen sind raus. Morgen hab ich aber erstmal einen Termin beim Arzt, ein Neurologe. Ich merk schon wieder wie ich in mich reinkrieche, nicht fähig bin, rauszugehen, auch wenn ich mich danach sehne. Es ist merkwürdig, ich steh am Fenster und würde so gerne draußen sein, so gerne! Aber ich packs nicht. Ich schaff es nicht, mir Schuhe anzuziehen und einfach vor die Tür zu gehen. Nur wenn ich wirklich muss, wenn ich Termine hab oder das Katzenkind abholen muss. Ich hab ständig Kopfschmerzen von dem Drinnen sein, zu wenig Sauerstoff, zu wenig Licht, zuwenig Luft. Zuviel Zeit mit mir alleine! 

Die Ämtersachen türmen sich vor mir auf, überall liegen Papiere, Ordner, Mappen.. Das erschlägt mich. Ich kann nicht weiter ohne diesen dämlichen Bescheid, nichts ist erledigt, überall nur Baustellen und nirgends geht es weiter. Das lähmt..

Ich möcht so gerne so viel tun, soviel anfangen mit meiner Zeit, sie nutzen - für MICH nutzen. Wieso krieg ichs jetzt nicht hin? Ich muss aufpassen, nicht in ein Depressionsloch zu rutschen. Oder bin ich schon drin? Ich brauch Luft und Licht und Motivation...

21.04.2011 um 19:43 Uhr

its over

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Halb Neun Uhr morgens war es gestern, als wir zu dritt zum Chefbüro gerufen wurden. Ich "durfte" zuerst eintreten und die Tür hinter mir schließen. Dann bekam ich meine fristlose Kündigung vorgelegt, ich hätte der Firma einen immensen finanziellen Schaden, von mehreren Tausend Euro zugefügt und daraus hätte man nun Konsequenzen gezogen.

Ich hab gelächelt. Das hat ihn irritiert. Mich auch. ^^ Aber ich sah diese kleine, feige Ratte vor mir sitzen und wie er dreist seine Lügen auftischte und hoffte, mich zu treffen. Aber die Genugtuung hätte ich ihm nie gegeben, auch nur eine emotionale Regung zu zeigen. Nach unten treten und nach oben buckeln. Man fragt sich, wie der sich noch jeden Morgen im Spiegel ertragen kann. Das Schlimme ist, er ist noch stolz auf sich, er zieht Befriedigung daraus, anderen zu schaden, andere zu erniedrigen. Was für ein armseliger Wicht!

Dann rief er die beiden anderen herein, meinen ehemaligen Kollegen und eine noch recht neue Kollegin, die als Schwangerschaftsvertretung eingestellt worden war. Er erklärte ihnen, daß es eine Personalentscheidung gegeben hätte und daß Frau ladybright die Firma mit sofortiger Wirkung verlassen würde. An mich gewandt meinte er, ich hätte jetzt noch zwei Stunden Zeit, also bis halb Zehn (wir erinnern uns, es war halb Neun......) meinen Schreibtisch auszuräumen, hätte in dieser Zeit außerdem meine bisherigen Aufgaben an die beiden Kollegen zu übergeben und müsse dann das Gelände verlassen. Ich musste ihm sofort meine Schlüsselkarte übergeben. Mich verwunderte nur, daß er nicht noch ein Hausverbot ausgesprochen hat, schließlich macht er das gerne. In einer anderen Niederlassung hat er das schon gebracht, gekündigten Mitarbeitern ein Hausverbot zu erteilen. 

Ich war total aufgewühlt, aber doch auch irgendwo sehr ruhig. Es war geschafft. Ich konnte, ich DURFTE gehen! Meine beiden Kollegen taten mir sehr leid, meinem Schreibtischnachbarn stand das Wasser in den Augen, der Liebe. :) Ich erklärte hier ein wenig und da ein Wenig, schnitt da grob an und wies auf dieses hin, aber alles in allem waren das keine zwanzig Prozent. Es war ein grober Überblick darüber WAS zu tun ist, aber nicht WIE es zu tun ist. Das weiß außer mir niemand. Aber leider musste ich meinen Kollegen dann nochmal darauf hinweisen, daß ich für Fragen der Firma ab sofort nicht mehr ansprechbar bin. Da müssen sie sich schon einen Kopf machen. Tut mir leid, aber ich hab durch den Schock alles vergessen! ^^

Da stand ich nun also halb Zehn vor der Firma und lief den halben Kilometer bis zur Bushaltestelle, da F. mich ja auf Arbeit gefahren hatte und dann mit dem Auto selbst auf Arbeit gefahren ist. Der nächste Bus würde erst in zwei Stunden kommen. Aber F. hatte zum Glück keinen Termin und setzte sich sofort ins Auto, um mich abzuholen.

Zwischenruf @Hedi, als ich auf dem Weg zur Bushaltestelle war, kam Mr. Blauauge gefahren und winkte aus dem Autofenster, wollte wohl zu "uns" in die Firma. Nach zehn Minuten kam er zurückgefahren, hielt neben mir und fragte, wo es denn hingehen solle und ob er mich mitnehmen könne. Na zumindest konnte ich so ein letztes Mal das Funkeln bewundern. ;)

F. fuhr mich in die Stadt und ich ließ mich gleich am Arbeitsamt absetzen. Puhhh, seit mehr als Elf Jahren mal wieder dort. Nummer ziehen ist aber nicht mehr, es ging auch verhältnismäßig schnell, etwa zwei Stunden war ich dort und man hat sich Zeit genommen und mich intensiv beraten. Ich hab sogar schon zwei Vermittlungsangebote auf dem Tisch liegen. Eine Projektassistenz, unbefristet und Vollzeit und eine Stelle in der Stadtbibliothek, Kinderabteilung, allerdings Teilzeit und befristet. Kinderbibliothek wär toll. Da ist die Befristung erstmal egal. :) 

Einen Termin beim Anwalt hab ich auch schon, nächsten Mittwoch. Der Wermutstropfen ist natürlich die drohende, dreimonatige Leistungs-Sperre beim Amt. Gibt es denn dann jemanden der "einspringt"? H4 oder so? Ich mein, was, wenn man keine Rücklagen hat und keine Miete zahlen kann? Na, wir werden sehen.

Gestern abend hab ich es dem Katzenkind erzählt. Er hat Rotz und Wasser geheult. Hatte wohl wirklich jetzt die Vorstellung, daß wir nichts zu essen mehr kaufen können, oder sowas. Ich hab ihm gesagt, daß er keine Angst haben muss, daß ich wieder Arbeit finden werde und wir eben jetzt ein bißchen mehr als sonst schauen müssen, was wir kaufen. Meine Eltern hab ich dann heute informiert, die waren auch geschockt, aber auch froh, daß ich den psychischen Druck jetzt nicht mehr habe.

Und es mag komisch klingen, aber ich freu mich total, daß ich endlich mal meine Wohnung putzen kann! ;) Abends und an den Wochenenden ist doch immer nur oberflächlich was geworden. Mal hier bißchen, mal da, aber nie wirklich gündlich, dabei mag ich es eigentlich ordentlich und sauber. Heut hab ich z.B. gleich mal Fenster geputzt und das Sofa abgezogen und die Bezüge gewaschen, jetzt sind sie wieder weiß und nicht beige. Außerdem hab ich den Klamotten-Schrank vom Katzenkind aus- und aufgeräumt. Drei große Tüten Klamotten, die ihm zu klein sind. Viel ist nicht übriggeblieben. Zumindest Sandalen und kurze Hosen muss ich ihm dringend kaufen.

Dringend erledigen muss ich auch die Stellungnahme zur Kündigung, aber ich hab es gestern und heute noch nicht fertig gebracht, mir diesen Wisch nochmal vorzunehmen. Ich genieße grade die Sonne und meine momentane laissez-faire-Stimmung. Ich will mir das grad nicht versauen. 

 

 

18.04.2011 um 11:09 Uhr

Stoßgebet

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Montag. Und ich warte. Wie ein Verurteilter in der Todeszelle, der auf die Vollstreckung wartet. Mit Angst (mir wird jedesmal heiß und kalt, wenn das Telefon intern klingelt), aber auch sehnsüchtig. Ich will nicht mehr! Ich habe innerlich seit dem letzten Mittwoch sowas von abgeschlossen mit dieser Firma, es wird wie eine Erlösung sein, die Kündigung endlich in der Hand zu halten. Am liebsten würd ich hingehen und sagen, 'nun gib schon her, dann haben wir's endlich hinter uns, dann musst du mich nicht mehr sehen und ich dich nicht.' Aber leider muss ich ihn nochmal sehen, spätestens bei der Anhörung vorm ArbG... Davor graut mir! Unser BR hat schon einiges an Gerichtserfahrung mit unserem GF sammeln müssen. Unsere Firma ist sozusagen schon gerichtsbekannt, wie es mein Anwalt ausdrückte. U.a. mussten die beiden Herren von der GF bei einem früheren Verfahren, von der Vorsitzenden Richterin mehrmals dazu aufgefordert werden, nicht zu schreien und sachlich zu bleiben. Das wird ein Spass....

F. ist da. Immer. Er bringt mich z.B. seit Freitag jeden Tag auf Arbeit und holt mich zum Feierabend wieder ab. Mein persönlicher Geleitschutz. Er ist mein ganz großer Halt (und Held) grade, ohne ihn und seine Unterstützung ginge es mir jetzt um einiges schlechter, soviel ist sicher. Aber so kann ich sagen, mein Kopf ist oben und ich hab noch nicht eine Träne vergossen deswegen.

Heute wird der BR seine Stellungnahme zur Kündigung abgeben, die Drei-Tages-Frist dazu ist um. Wirkliches Widerspruchsrecht hat der BR bei einer fristlosen Kündigung im Gegensatz zu einer ordentlichen Kündigung ja nicht. Und ich hoffe, daß der GF das Ding mir dann heute zum Feierabend überreicht, dann bin ich ab morgen "frei". Aber wie gesagt, ich befürchte, daß ich den Büro-Umzug übermorgen erst noch mitmachen muss..

Das Allerschlimmste was jetzt noch passieren könnte, wäre, wenn die GF plötzlich meinen, sie kündigen doch nicht, oder noch nicht und lassen sich noch vier, fünf Wochen damit Zeit. Davor hab ich Schiss und ich hoffe, ich kann heute nachmittag nochmal mit dem BR reden, wie es bei Abgabe der Stellungnahme gelaufen ist und ob sie was erfahren haben, was den Zeitpunkt angeht.

Wer immer da oben oder unten für mich zuständig ist, bitte mach, daß es schnell geht!

 

 

15.04.2011 um 15:41 Uhr

Am Rande..

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Vorgestern hab ich von unserem Betriebsrat erfahren, daß er um Stellungnahme zu meiner fristlosen Kündigung gebeten wurde. Ich hatte also schon ein paar Stunden Zeit, mich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Die Gründe sind an den Haaren herbeigeholt und ich werde - schon wegen der sonst drohenden Sperre vom AA - eine Kündigungsschutzklage erheben. Ich hätte eine Dienstanweisung (die ich nie erhalten habe, aber beweis das mal..) nicht befolgt und dadurch KÖNNTE es sein, daß der Firma ein finanzieller Schaden ensteht, das weiß man aber noch nicht, es könnte auch sein, daß KEINERLEI Schaden entsteht.

Die Schikanen dauern ja nun schon seit Oktober an. Seit dem Tag, an dem unser neuer Geschäftsführer in ebendieser Funktion die Firma betreten hat. Die Richtung war ja schon seit dem klar.. ich störe, ich muss weg, außerdem war da ja noch diese "alte Rechnung" offen. In den letzten Wochen hat der Druck nochmal zugenommen und das Ganze an Schärfe zugelegt. Gestern durfte ich mir dann zum Feierabend auch noch eine Abmahnung einstecken. Weswegen? Ich habe eine Rechnung versehentlich falsch kontiert und die Kontonummer, sowie meinen "Otto" wieder durchgestrichen. Ohne weitere Worte.. Zuvor erhielt ich eine scharfe ERmahnung unter mehreren Zeugen der Geschäftsleitungsebene, weil ein Besucher unserer Firma an der Anmeldung vorbeigegangen ist, ohne, daß ich ihn gesehen hätte. Ich konnte ihn nicht sehen, der Arbeitsplatz ist so eingerichtet, daß ich einen halben Meter neben dem Empfangs-Fenster sitze und auch noch halb mit dem Rücken dazu. Ja, ich könnte auch den ganzen Tag dasitzen und aus dem Fenster gucken, aber ich muss ja meine Arbeit, die ich bisher ohne die Empfangstätigkeit gemacht habe, auch noch machen. Weit ist der Besucher nicht gekommen, da alle Türen mit Chipkartenschlössern verschlossen sind und er sowieso wieder zurückkommen musste. 

Nun, ich hätte es sagen müssen, wenn die Arbeitsbedingungen nicht günstig sind, da hätte man meine Zuarbeit gebraucht. Tja, ich habe den Herrn Chef bereits darauf angesprochen und lapidar zur Antwort bekommen, ich müsse eben aus einer suboptimalen Situation eine optimale machen. Aber nein, ich bin Schuld, ich hätte - so war man der einhelligen Meinung - eine Maßstabszeichnung anfertigen sollen, mit meinen Einrichtungswünschen.

Ok, egal.. Ich sitz hier und warte auf meine zweite und dritte Abmahnung. Laut BR kann ich mit der Kündigung spätestens am nächsten Mittwoch rechnen. Wie passend, am Mittwoch wird das Büro von einer Etage in die nächste umgezogen. Da darf ich dann noch Kisten schleppen und danach bin ich raus.

Jetzt, mit dieser Information als fehlendem Puzzleteilchen bewertet man einige Äußerungen der letzen Wochen auch ganz anders. Alles fügt sich zu einem Bild, und zwar zu dem, daß die Kündigung nicht erst seit dieser Woche - und der angeblich nicht beachteten Dienstanweisung - im Raum steht, sondern schon viel, viel länger. Ich muss das noch protokollieren, das interessiert den Anwalt sicher brennend.. Und vielleicht ist nun auch mein Mobbing-Tagebuch zu etwas Nutze.

Gerade was diesen Büroumzug angeht. Ein eigener Schreibtisch für mich war nicht geplant, ich sollte mir mit einer Kollegin einen teilen, sozusagen in fliegendem Wechsel. Das haben wir aber abgelehnt, denn jeder von uns hat umfangreiche Vorgänge zu bearbeiten und kann nicht jedesmal alles wegräumen, wenn die andere kommt. So wurden dann zähneknirschend Vorschläge unterbreitet, wie man den dritten Schreibtisch doch noch ins Zimmer bekommt. Natürlich im ungünstigsten Winkel, so daß ich dann mit dem Rücken zur Glastür gesessen hätte. Der Umbau der Büros wurde auch aus Platzgründen vorgenommen, alle Büros haben sich vergrößert, wurden teilweise zusammengelegt. Wir zu dritt in diesem Zimmer hätten uns verkleinert, meine beiden Kolleginnen alleine im selben Zimmer würden sich im Vergleich zu jetzt vergrößern. Eine der beiden hat sich auch darüber mokiert, daß alle sich vergrößern und nur wir uns verkleinern. Nein, tun sie nicht, denn ich war ja nicht mit eingeplant.. Der Kollege, mit dem ich mir jetzt ein Büro teile, soll auch in seinem neuen Büro einen "Zimmergenossen" bekommen, aber auf die Frage, wer denn das sei, wurde nur Rumgedruckst, das stünde noch nicht endgültig fest. Klar, mein/e Nachfolger/in.. 

Es ist so lächerlich, wenns nicht so traurig wäre... Elf Jahre...