Poison Ivy

16.03.2011 um 13:24 Uhr

Speck - gerollt und gefaltet

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Für alle, die zum Thema Speckfalten hier noch nix entdecken konnten. Meine Mutter konnte! Und schenkt mir zur Feier meines Geburtstages diese schööööne Shapeware, weil es ja jetzt bei mir "auch losginge"! Mütter können ja soooo diplomatisch sein....^^

(Foto: Spanx)

09.03.2011 um 07:39 Uhr

Mata Hari

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Die erste Stunde Tanzen hinter mich gebracht und heute morgen noch nichteinmal Muskelkater. Ha! :) Obwohl mir gestern fast die Arme abgefallen sind, nach 60 Minuten "hochhalten".

Die Lehrerin sprüht nur so vor Energie und man merkt, daß ihr der Job richtig, richtig viel Spaß macht, auch mit so Anfänger-Bewegungslegasthenikern wie uns. Sie ist ganz schön füllig, aber wenn sie sich bewegt, sieht sie aus wie Mata Hari! Toll!

Shimmi.. Oh Gott.. Hüfte geht ja noch, aber Schultern? Ich fühl mich, als hätt ich Beton zwischen den Schulterblättern. Da rührt sich gar nix! Ob das an meinen chronisch verspannten und verhärteten Muskeln in dem Bereich liegt? Geht das vielleicht sogar vom intensiven Bewegen noch weg? Nackenschmerzen hab ich heute jedenfalls keine.

Und Hüftschieben. Nach links und rechts - bestens! Nach vorn und hinten - ich fühl mich wie eine Ente, die versucht auf'm Klo zu sitzen und seh wahrscheinlich auch so aus. Wie zieht man bitteschön seinen Bauchnabel nach hinten, ohne den Bauch anzuspannen? Dann muss man auch noch weiteratmen, schön aussehen und lächeln! Das sind mindestens zwei Dinge zuviel auf einmal! 

Es muss aus meinem Kopf raus, immer und in jeder Situation den Bauch einzuziehen, das ist hier kontraproduktiv. Der Bauch darf nicht flach und steif wie ein Brett sein. Der Bauch muss tanzen! ;)

Wir üben in der Stunde ohne Spiegel, wegen des richtigen Körpergefühls. Und es ist wirklich so, wenn man versucht, die Bewegungen, die sie vormacht, nachzuahmen ohne zu wissen wie, macht man es garantiert falsch. Die Bewegung fühlt sich völlig anders an, als sie im Endeffekt aussieht.

Ich werd jetzt also die ganze Woche Hüftschieben üben und mich dazu auch mal vor den Spiegel stellen. DAS will ich sehen! ^^

The dance is a poem of which each movement is a world. (Mata Hari)

03.03.2011 um 15:41 Uhr

Verfallsdatum für Träume

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ich glaub es liegt an meinem bevorstehenden Geburtstag. 37. Bin ich wirklich schon 37? Ich mein, ich bin doch grade erst 30 geworden, oder? Wieso ging das so schnell? Mein Gefühl ist da irgendwie nicht mitgekommen und hängt hinterher.

Und gestern im Gespräch mit F. krieg ich plötzlich einen Moralischen. Wir gucken auf dem Rechner ein Video an, auf dem sich ein Baby nicht mehr einkriegt vor Lachen, weil sein Vater ein Stück Papier zerreißt. Das war so herzig! Doch statt mitzulachen und mich zu freuen, fang ich an zu heulen.

Gerade vorher hatten wir mal wieder mit dem hypothetischen Gedanken gespielt, wie es wäre, ein gemeinsames Kind zu haben und haben dann beide gesagt, nein, eher nicht. Wir sind zu 'alt', wir haben noch so viel vor, wir sind dies und wollen jenes. F. glaubt eh "schlechtes Zeug" zu haben und ich hab das Myom und die damit verbundenen Zusatzrisiken. Und Angst hab ich auch. Angst, die Belastung nicht auszuhalten, emotional wie körperlich, die so eine 24h- Inanspruchnahme durch so ein kleines Wesen bedeutet. Kaum noch Schlaf, zu erschöpft sein um zu entspannen. Nicht mehr aus dem Haus können, es sei denn mit Kinderwagen, und und und...

Und dann dieses Video. Und ich denk nicht mehr an die Erschöpfung und die durchwachten Nächte, ich hör nur das Lachen und Glucksen, seh die strahlenden Äuglein und denk an die Babyzeit vom Katzenkind zurück.

Nie wieder? Nie wieder. Vor kurzem dachte ich noch zum Thema Baby, ach, da hab ich noch sooooo viel Zeit.. Jetzt erkenne ich, daß das gar nicht mehr sooooo viel Zeit ist. JETZT müsste es sein, nicht irgendwann in der Zukunft. Aber JETZT bin ich mir nicht sicher und für ein NOCH nicht sicher ist dann schon bald keine Zeit mehr. F. fällt sofort ein Beispiel ein, seine Friseuse ist 38 und bekommt jetzt das Zweite und die Schwester meiner Kollegin ist auch jetzt mit 39 schwanger.  

Und trotzdem, ich hab mich entschieden, im Innern steht fest, es wird kein Baby mehr kommen. Aber diese Vorstellung endgültig loslassen zu müssen, und sei sie auch noch so theoretisch gewesen, das ist schon schwer. Das tut schon ganz schön weh.

21.02.2011 um 11:11 Uhr

Hallelujah!

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ich kanns noch gar nicht glauben. Warte, schnell nochmal nachsehen. Doch, es ist wahr! Ich hab meine Anmeldebestätigung zu Tadaaaa "Bauchtanz für Anfänger". Endlich, nachdem ich bereits seit mehr als zwei Jahren erfolglos versuche, in diese Kurse reinzukommen und einem erst Anfang Februar wieder abgesagten Schleier-Workshop, darf ich tanzen!!! Jubel!!! Holz, wo ist Holz? *knock,knock,knock* Ich seh mich zwar mittlerweile durch intensives DVD und Just-for-Fun Selbststudium *höm* nicht mehr als blutigen Anfänger, aber egal - ich bin drin! :)

Was gibt es sonst noch Neues? An der WGT-Nähfront - nix. Leider.. An der Arbeitsfront (mittlerweile darf man das wörtlich nehmen, es ist traurig..) so einiges. Eine wichtige Bewerbung, in die ich einiges an Hoffnung lege (ich sollte das nicht tun, dammich..) ist raus. Der Fotoladen hat es allerdings geschafft, das Bewerbungsbild komplett zu verhunzen. Schon, daß ich wohl vom Azubi bedient worden bin, der noch nie was von Querformat 6x9 Bewerbungsfotos gehört hatte, obwohl es riesengroß auf einem Plakat, das direkt vor seiner Nase hing, beworben wurde. Der nicht den Mund aufbekam um mir irgendwelche Anweisungen und Tipps zu geben, wie ich mich setzen, drehen und die Haare legen sollte und der Panik bekam, als ich den Hocker, auf den ich mich setzen sollte, in der Höhe verstellte, weil er zwei Köpfe kleiner war als ich. Der nach jedem Foto, daß er geschossen hatte, erstmal fragen gehen musste - und der wahrscheinlich auch die "Retusche" gemacht hat, die mich beim Abholen so entsetzte.

Wir hatten ein doch ganz ansprechendes Bild fertigbekommen, obwohl ich mir die Hintergrundgestaltung noch anders vorgestellt hatte. Aber das "Studio" erwies sich als eine Art Fotobox, in der garade mal drei Hintergründe hingen, weiß, hellgrau und dieses scheußliche Passbild-himmelblau. Nix mit Farbverläufen oder interessanten Strukturen.. Er war ja noch nichtmal in der Lage den weißen Hintergrund farbig anzuleuchten, um bissel Spannung und Kontrast reinzubringen. Man, man.. Ok, es gab also grauen Hintergrund zu grauer Blazerjacke. Suboptimal, aber ich war in Handlungsdruck. Das Foto also ganz nett, hübsches Lächeln, hübscher Bildschnitt, schön hell und freundlich. Beim Abholen am nächsten Tag fragte ich mich, wer das auf dem Foto denn war. (Das hat übrigens auch das Katzenkind gefragt, bevor es mich doch noch erkannte.) Wieso war der Hintergrund plötzlich blau statt grau? Wieso wirkte das Bild auf einmal so dunkel? Und wo war meine Blazerjacke?? Der hatte die Kontraste so weit raufgedreht, daß die Jacke fast schwarz wirkte und auf dem schwarzen Pulli (alles andere wäre gelogen gewesen..) nicht mehr zu erkennen war! Außerdem war mein Lächeln schwarz, also total verschattet und im Ganzen wirkte das Bild auch weichgezeichnet (SO alt und faltig bin ich ja nu och noch ni!) Alles in allem eine Katastrophe! Aber ich brauchte die Bilder, sollte die Unterlagen am selben Abend noch abgeben. Hab sie also zähneknirschend genommen. *heul* Nie wieder! Nie wieder setz ich einen Fuß in diesen Laden! Der ist für anspruchsvolle Fotos genau so geeignet, wie Bur*ger King für ein Geschäftsessen.

Ansonsten hab ich jetzt eine neue Aufgabe in der Firma. Ich bin Empfangsdame. Es ist zum K*tzen! Ich hab mir in elf Jahren von einem Halbtags-Datenerfassungsjob, erst einen Innendienst-Service-Posten und wie es die letzten sechs Jahre gewesen ist, einen Vollzeit-Sachbearbeiterposten mit relativ viel Verantwortung erarbeitet. Und jetzt...bin ich Empfangsdame und darf Telefonate weiterleiten. Juhu, ich platze vor Stolz! Zudem teile ich mir diesen Posten noch mit einer Kollegin. Mein bisherigen Vollzeit-Aufgaben darf ich in 2,5 Stunden morgens abfrühstücken, bevor ich mich in den Telefonzentralen-Glaskasten hocke. Laut der Aussage meines neuen Chefs könne man das größtenteils alles automatisieren. Jaaa, klaaar.. Du hast nach zwei Monaten Chefsein auch voll den Einblick in meine Arbeitsabläufe, du... *argghh* Ne, ich red lieber nicht weiter. Fakt ist, ich will hier weg! Elf Jahre und "sichere" Arbeitsstelle hin oder her. Was ist schon sicher? HIER nix mehr..

Die Firma, in der ich mich beworben habe, hat bei der Mitarbeiter-Studie "Great Place To Work" gut abgeschnitten und die Schlagworte der Studie haben mich schon berührt. Stolz, Fairness, Respekt, Glaubwürdigkeit, Teamorientierung. Das ist es, was ich (wieder) will. Das ist es, was ich hier mal hatte. Ich hab mich so wohl gefühlt hier, nicht nur als kleines Rädchen im Getriebe, sondern als Teil eines Ganzen. Ich war so stolz darauf, gerade hier zu arbeiten, mit so tollen Kollegen und einem tollen Vorgesetzten. Die ersten Jahre bin ich jeden Tag förmlich zur Arbeit geschwebt! Vier mal hab ich in meinen elf Jahren Geschäftsführer kommen und gehen sehen, mit jedem bröckelte das gute Gefühl ein bißchen mehr. Der aktuelle schießt den Vogel ab. Er berauscht sich regelrecht an der Macht, die er hat (er ist zwei Jahre jünger als ich...) ist jähzornig, erzeugt bewusst eine Atmosphäre von Druck und Angst. Er demütigt statt zu führen, droht statt anzuleiten. Ich musste so lachen, als ich ihm heute die Har*vard Business World ins Postfach legte (ja,ja Post öffnen und verteilen gehört nun auch zu meinen verantwortungsvollen Aufgaben..) und die Titelreportage in großen Lettern "Der Chef als Schutzschild - Verbessern Sie Ihren Führungsstil" titelte. Es war ein bitteres Lachen. Sagte ich es schon? Ich will hier weg!

Mein Zeugnis hab ich übrigens noch immer nicht. Im Oktober hab ich es angefordert...

31.01.2011 um 20:32 Uhr

Black is NOT beautiful

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Zumindest nicht als "Black Hole". Samstag waren wir aus. Ich musste mich ziemlich aufraffen dazu, ich hatte komplett keine Lust. Eine Stunde vor Mitternacht wollten wir erst losfahren  (Warum geht man jetzt eigentlich dermaßen spät aus?) mit dem Bus und den Rest wollten/mussten wir laufen. Wir hatten eben einen Film auf dem Sofa gesehen und mir war grad richtig warm und kuschelig zumute. Jetzt noch mal umziehen und raus in die Kälte? Und dann an irgendeiner Bushaltestelle zähneklappernd warten, weil man sich zum Tanzen nun mal nicht den dicken Norwegerpulli anzieht? Und müde war ich auch schon. Och nööööö...

Aber F. hatte sich schon drauf gefreut und ich erinnerte mich an das alte Sprichwort, daß die Partys auf die man am wenigsten Lust hat, die Besten werden. Es war dann auch sehr lustig und schön. Obwohl ich noch nie in diesem Club war, gab es etliche Leute, die ich kannte oder mittlerweile aus F's Freundeskreis kennengelernt hatte und ich unterhielt mich blendend. Sogar mit einer alten "Rivalin" (F. war mal in sie verliebt...) fand ich zusammen und wir unterhielten uns großartig und machten die interessante Entdeckung, daß ihr Ex ein Freund von meinem Ex (Kater) ist und wir gegenseitig unsere Exen auch kennen. Die Welt ist doch erstaunlich klein.

Es lief den ganzen Abend großartige Musik und wir tanzten viel. Meinen Wein (das dritte Glas) stellte ich dabei immer auf irgendeinen Tisch.

Es muss gegen halb Drei gewesen sein, als der bis dahin tolle Abend eine komplette Kehrtwendung machte. Eben hatte ich mich noch mit Tanja (der Rivalin) unterhalten und im nächsten Moment konnte ich nicht mehr gerade gehen, weil mir so schwindlig war. Und übel war mir auch, habs grad noch auf die Toi geschafft. Viel weiß ich nicht mehr, ich hatte nur noch Schwamm im Kopf, weiß nur noch, daß ich F. zum Gehen genötigt hab und mich furchtbar schlecht und betrunken fühlte. Er meinte, daß ich mich geweigert hab, auf den Bus zu warten und er dann ein Taxi gerufen hat. Ich erinnere mich noch, daß der Taxifahrer mich ermahnte, ich solle doch nicht alles durcheinander trinken. (Hä?!) Oder daß ich mit nackten Armen, nur im Shirt im Schnee stand und es mir nichts ausmachte. Alles lief ab, wie im Film, ich weiß nicht mehr, wie ich die Treppen zur Wohnung hochgekommen bin, weiß nicht mehr, daß ich mich geweigert hätte, mich ins Bett bringen zu lassen und gemeint hätte, auf einem Sessel im Flur sitzen bleiben und schlafen zu wollen, daß ich immer wieder weggetreten war, aus dem Stand eingeschlafen oder sowas. Ich hab den ersten Blackout meines Lebens und ich kann mir nicht erklären, woher der kam. Ich hab drei Gläser Weißwein getrunken, Nulleinser! Ich kann nichtmal sagen, ob ich das letzte Glas ganz ausgetrunken hab. Also mehr als ein Viertel Wein kann es nicht gewesen sein. Davon ist man doch nicht dermaßen hinüber, oder?

Irgendwann beim Gespräch von Tanja und mir kam so ein Typ, ein "Bunter" (es war ja -natürlich- eine Gothic-Party) Südländer, zu uns, grinste schmierig und laberte uns an, daß wir ganz schön hässliche Tanten wären. Wir haben ihn kurz angebunden wieder abtreten lassen. Hallo?! Irgendwie hab ich das Gefühl, daß mein Zustand nicht nur vom Alkohol kam, ich könnte mir vorstellen der (oder irgendeiner) hat was ins Glas gekippt, als ich tanzen war.

Im Netz hab ich dann auch Infos gefunden, die meinen Zustand ziemlich gut beschreiben.

"Die erste Wirkung setzt ungefähr 10 bis 20 Minuten nach der Einnahme ein. Direkt nach der Einnahme von K.O.-Tropfen wird den Betroffenen meistens ganz plötzlich übel und schwindlig. Oft vermuten sie, dass diese Wirkung vom Alkohol kommt, auch wenn sie bis dahin nicht übermäßig viel getrunken haben. Sie können eine Zeitlang noch normal reden und sich bewegen. Für Außenstehende erscheint alles relativ unauffällig. Die Betroffenen wirken höchstens etwas angetrunken oder teilnahmslos."

Der Sonntag war im Allerwertesten. Ich stand total neben mir, mir war den ganzen Tag schwindelig, ich hatte Kopfschmerzen und nur Schwamm im Kopf. So einen typischen "Alkohol-Brand", den man kennt, hatte ich dagegen gar nicht. Ganz eigenartige Sache. Ich werd mein Glas ab sofort keine Sekunde mehr aus den Augen lassen. Wenn ich daran denke, was geworden wäre, wenn F. nicht da gewesen wäre, wird mir Angst und Bange..

 

 

20.01.2011 um 20:40 Uhr

Überdruckventil

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ich dank euch ganz sehr für eure Meinungen! *knutsch*

Unser Mail-Kuddelmuddel von heute vormittag hat den Druck ein wenig rausnehmen können und wohl auch, mir das alles mal runterzuschreiben. Es ist nur jedesmal so schwer überhaupt anzufangen, den roten Faden zu finden. 

Trini, nein, du bist mir nicht auf die Füße getreten. Diesen Eindruck hatte ich nach K. ganz stark, erstmal alleine klar kommen. Irgendwo dachte ich dann, ich hätte es mit Mr. Tiger geschafft, da ein Stück weiterzukommen. Ein Mann, den man so gar nicht für sich alleine hat, der das Selbstbewusstsein zwar im ersten Moment ganz schön päppelt, aber bei dem man sich als Frau immer wieder behaupten muss. Ich dachte, als F. dann kam, wäre ich "bereit", aber das war ein Trugschluss.

Es ist, wie Chouchou sagt, das ganze ist schon sehr viel länger da. Richtig gespürt hab ich das schon in den ersten Jahren der Beziehung zu meinem Ex-Mann, da war ich Anfang Zwanzig. Das muss also seinen Anfang in der Kindheit genommen haben und es gibt da durchaus einige Situationen, an die ich mich erinnere, die man ursächlich nennen könnte. Auch meine erste Therapeutin hat ja sofort, als ich von meinen Auffälligkeiten berichtete, angefangen in der Kindheit "rumzustochern". 

Was K. betrifft, muss ich soweit Entwarnung geben, daß ich ihn mir nicht zurücksehne. Ich bin nur vor ein paar Tagen wieder über dieses Lied gestolpert..unser Lied. Ich habs lange vermieden und als ich es hörte, war die Situation, in der es damals lief, wieder so nah. Und als hätte er es gewusst, kam von K. eine sms, daß er gerade an mich denke. Das erste Lebenszeichen seit Monaten und dann ausgerechnet in dem Moment, in dem ich unser Lied höre. Darüber hätte ich gerne geschrieben und vielleicht tu ichs auch noch, aber mit der momentanen Situation hat er nichts zu tun.

Rabi, nein, eine Therapie mach ich momentan noch nicht, das was ich meinte war die Physio, meine Massagen, die zwar irgendwo wirksam, aber so unentspannt sind, daß ich froh sein werde, wenn die letzten beiden Termine vorbei sind. Und was den gesundheitlichen Zustand angeht, ja, der wird wohl bei uns ähnlich sein. Du hast diesen unheimlich großen Schlafbedarf und bist trotzdem erschöpft. Ich bin die ganze Zeit müde und erschöpft, kann aber nicht schlafen. Ich schlaf nur noch ganz oberflächlich, wach immer wieder auf und sobald ich wieder einschlafe, fang ich an wirres Zeug zu träumen. Selbst, wenn ich am Wochenende ausschlafen kann, bin ich nach spätestens sechs Stunden wieder wach. Und ansonsten zwing ich mich weiter. Es ist einfach ein Muss, ich muss ja aufstehen, weil ich das Katzenkind pünktlich in die Schule bringen muss und da kann ich mich auch auf Arbeit zwingen. Aber dort geht dann nix mehr. Ich tu nur noch das wirklich Notwendige und brauch unheimlich viel Zeit für die einfachsten Dinge, alles andere bleibt liegen. Stattdessen les ich hier rum oder beschäftige mich auf FB. Erwischen darf mich da auch keiner - von daher ist eine Krankschreibung wohl wirklich angesagt, denn produktiv bin ich momentan nicht.

Lille, ja, dieses Gefühl hab ich auch immer mal wieder, aber ich glaube mittlerweile, daß ich da überreagiere. Er tut es nicht absichtlich, aber wenn mal eine kleine Situation in diese Richtung geht, dann fang ich an mir alles schlecht zu reden und negativ zu sehen. Und wenn dann wie jetzt eine größere Situation eintritt, dann entgleist es wieder. 

Wenn ich darüber nachdenke, da sind diese Situationen, in denen ich mich übergangen fühle, bei F. und bei K. sehr ähnlich. Jetzt fällt es mir auf, es sind immer wieder die selben Themen.. Wahrscheinlich sind das MEINE Themen, meine (karmischen) Aufgaben, die ich lösen muss. Ja, alle dieses Bereiche haben ganz viel mit Selbstbewusstsein und Selbstbestimmtheit zu tun.... Es muss etwas passieren. Eine Therapie. Naja... ich hab in letzter Zeit daran gedacht, daß eine Therapie nicht ausreicht und ich gerne mit einem Psychoanalytiker sprechen würde, da man ja ein ganzes Stück zurückgehen muss, um den "Auslöser" zu finden.

Ob wir zusammen passen..? Hm.. ich denke schon. Ich hab ja die Vorstellung abgelegt, daß es DEN EINEN Mann gibt, der in ALLEN Bereichen passt. Das wäre ein Wunder, auf so einen Menschen zu treffen und selbst wenn es EINEN gäbe, wer sagt denn, ob der überhaupt auf dem selben Kontinent lebt wie ich. K. konnte mir vieles geben, aber einige Dinge nicht. Essentielle Dinge. F. gibt mir diese essentiellen Dinge, Geborgenheit, Familiengefühl, Bodenständigkeit und tut sich dafür mit anderen weniger essentiellen Dingen schwer. Man muss wissen, worauf man selbst die Prioritäten legt. 

Und Hedi, du hast das so wunderschön ausgedrückt. "und es gibt ganz viele, die reiben sich mehr aneinander, die scheinen ihre grenzen wie kinder auszutesten und wissen doch, das ein gefühl sie verbindet, das im streit oft (leider!) vergessen wird: liebe." Ich glaube, ich bin sowas, wie ein Reibungstyp. Und gerade F. fordert das unbewusst heraus. Er ist so geradlinig, so in sich ruhend, ich suche emotionalen Aufruhr - nicht unbedingt negativ zu bewerten - ich brauche Intensität im Fühlen und wo fühlt man intensiver, als in einem Streit und der darauffolgenden Versöhnung? 

F. meinte mal, er glaube, ich würde den Streit brauchen. Erst wollte ich beleidigt sein, aber er schränkte ein, daß er glaube, daß ich dann Emotionen in mir habe, die einfach (diesen) Raum brauchen, die raus müssen. Jetzt müssen wir noch lernen, das in die richtigen Bahnen zu lenken. Ich muss aufpassen, wie weit ich gehe und er muss Strategien für die Entgegnung finden, die mich nicht verletzen, sondern auffangen. 

Und ja, ich habe Skrupel dem Katzenkind gegenüber. Ich möchte ihm F. nicht nehmen und ich werde alles versuchen, unsere Beziehung und unsere Liebe zu erhalten. Denn die ist zweifellos da - Liebe.

So lautete denn meine letzte Mail von heute vormittag folgendermaßen:

"... Um diese Krise zu beenden, müssen wir reden. Und nichts weglächeln oder wegküssen oder sonstwie verdrängen. Wir müssen klären, wie jeder sich die Zukunft vorstellt, was jeder für Ansprüche an die Beziehung und den Anderen hat und wo wir uns treffen können. Das haben wir, glaub ich noch nie wirklich gemacht. Dann müssen wir weitersehen, ob wir Kompromisse finden und wenn wir irgendwo keine finden, ob wir damit leben können.
Eine Bitte hab ich noch, wenn ich anfange überzureagieren, weil mir das einfach alles zu nahe geht und ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, dann fang nicht an zurückzuschießen und zynisch zu werden, wie in der Nacht nach der Einzugsfeier. Das macht es noch viel schlimmer. Auch weggehen ist etwas, das nicht hilfreich ist, im Gegenteil. Mach irgendwas anderes, halt mich fest meinetwegen, tu was Absurdes, bring mich zum Lachen. Irgendwas, das meine Spirale aus Angst und Schmerz durchbricht und sie nicht nur noch weiter anfeuert. ..."

Ich bin nun dabei, mir Stichpunkte aufzuschreiben. Ich hoffe, er wird auch welche machen und mir ganz offen und ehrlich seine Vorstellungen aufzeigt und die Dinge, die sich eben nicht ändern werden, denn du hast ganz Recht, Rabi, warum sollte er sich ändern, ich möchte das doch auch nicht. Aber es müssen sich bestimmte Verhaltensweisen, bestimmte Vorgänge im Ablauf von Leben und Arbeiten ändern, die als Single völlig in Ordnung sind, die man aber in einer Beziehung mit Kind nicht so beibehalten kann. 

Konsequenzen...ja, die stehen auch im Raum, aber ich glaube nicht, daß es zum Äußersten kommen wird. Wir werden einen Weg finden, einen gemeinsamen. Es muss einfach. Es ist doch...Liebe.

19.01.2011 um 20:35 Uhr

ins Stocken geraten

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ja, ins Stocken gerät momentan so einiges, nicht zuletzt das Bloggen (auch leider alles zwischenmenschliche, @Rabi: nicht böse sein, wenn ich mich in den letzten Tagen rar mache, nicht melde, nicht schreibe - ich häng grad in ner ganz besch....eidenen Schleife drin und werd dort sicher noch ein paar Runden drehen :( ...). Stoff gäbe es genug. Über die Arbeit, meine wöchentliche Physiotherapie, über K. mal wieder, der grad präsent ist, übers Näh-Projekt, an dem ich momentan nicht arbeiten kann und über F.

Und das letztere ist es wohl auch, was mich momentan so sprachlos macht. Seit ich nach Weihnachten meinen Nervenkomplettzusammenbruch hatte und jeden Abend heulend auf dem Sofa hing, hab ich mich nervlich und emotional nicht wieder berappeln können. Seine Einzugsparty geriet zum Desaster, so lange die Gäste da waren, konnte ich das weit genug verdrängen, aber als die letzten weg waren, entgleiste wieder alles. So sehr, daß wir uns irgendwann anschrieen uns gegenseitig beschuldigten und viel schlimmer, anfingen tief unter die Gürtellinie zu schießen. Bei K. damals war das anders, er ging anders mit meinen Ausbrüchen um, emotionaler, er verstand es, mich wieder runterzuholen, er verstand was in mir vorging, konnte es nachvollziehen und mich auffangen. F. versucht das ein Stück weit auch, aber irgendwann absorbiert er meine Angriffe nicht mehr, wie K. es getan hatte, sondern wirft sie zurück wie ein Spiegel. Er ist dann mein Spiegel und das tut weh. Er tut mir dann genauso weh, wie ich ihm, mit Worten wie hingespuckt, genauso hart und kalt wie meine. Und ich bin dann jedesmal fassungslos und weiß nicht wie ich umgehen soll, mit dem Schmerz. Es nimmt mir regelrecht die Luft. Das ist das Tückische bei diesen Streits, daß ich mich im Recht fühle, ihm AUCH weh tun zu dürfen, schließlich hat er mir zuvor etwas angetan, daß mir weh tat. Wie kann er sich also das Recht nehmen zurückzuschießen. Ein Trugschluss, ich weiß.... Er ist so hart dann und er wählt seine Worte mit Bedacht. Mit Bedacht darauf pfeilgenau zu treffen. Und sie treffen ins Schwarze.

Das Wieso und Warum wiederzugeben schaffe ich nicht. Aber...ich fühle mich immer noch im Recht deswegen wütend und verletzt zu sein. 

Und seitem treten wir auf der Stelle. Irgendwas schwelt. Und am letzten Wochenende dann, ist der Brand erneut ausgebrochen. Noch schlimmer als der Erste. Ein anderes, ähnliches Thema, auch das etwas, das ich nicht wiedergeben möchte, nicht kann - zu nah noch.. Sorry..  Ich bin so verletzt, fühl mich so gedemütigt als Frau. Als SEINE Frau. Wie kann er das nur...? Wieso...? Er könnte doch...! ALLES könnte er...!

Wir haben seitdem ein Mal telefoniert, am Montag, vorgestern. Zwei Stunden Streit, Vorwürfe, gegenseitiges Unverständnis, Verletztheit. Seitdem Funkstille. Letztendlich lenkt er ein, entschuldigt sich, sieht ein, sieht jetzt auch, bittet, leidet, will gut machen.

Und ich... leide auch... Einlenken? Kann ich nicht. Ich würde gerne. Ich sehne mich nach ihm. Ich vermisse ihn. Aber ich kann nicht! Noch nicht..

Jeder Gedanke daran bringt die Bauchschmerzen wieder, daß mir übel wird. Er hat gelogen, verheimlicht, um selbst besser dazustehen, um mir nicht weh zu tun. Um seine eigenen Ideale zu verfolgen hat er mich hintenangestellt und meine Wünsche und Bitten ignoriert - um gleichzeitig seine Bedürfnisse auszuleben. Und ich kann nicht mehr vertrauen, nicht mehr Glauben schenken.

Es ist so ambivalent, ich sehne mich nach seiner Umarmung und möchte ihn doch im selben Moment von mir stoßen.

Aufgeben werden wir sicher nicht, aber es wird sich zeigen, was kaputt gegangen ist und vor allem, was sich erneuern lässt. 

 

28.12.2010 um 02:10 Uhr

Untitled

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Im Moment ist in mir drin von allem zu wenig. Zu wenig Kraft. Zu wenig Zeit. Zu wenig Nerven. Zu wenig Motivation morgens überhaupt den Schlafanzug auszuziehen. Nein, das mit der Zeit stimmt so nicht, Die ist schon da, aber ich empfinde sie nicht. So viel Schönes, so viel Entspannung und gemeinsame Familienzeit sollte hineingepackt werden, in die wenigen freien Tage. So viel, daß ich den Überblick verliere. So viel, daß es mir über den Kopf wächst, daß es allein bei der Planung schon meine Kräfte aufzehrt und der Gedanke daran, was alles noch "erledigt" werden "muss", daß es mich überfordert, mir regelrecht Angst macht.

Vorgestern, Samstag, war dann der Tag, an dem all das aus mir herausbrach. Schon der 24. war nicht von gespannter Erwartung, sondern vielmehr von Anspannung und zu hohen Erwartungen geprägt. F. fuhr gleich morgens mit dem Zug zu seinen Eltern, um dort Mittag zu essen und wollte am Nachmittag wieder zurück sein (ein logistischer Wahnsinn, vor allem bei dem Wetter..). Ich brachte ihn natürlich mit dem Auto zum Bahnhof, nur hatte es die ganze Nacht geregnet und das gesamte Auto war mit einer dicken Eisschicht überfroren, die wir mühsam regelrecht abhacken mussten. Das Ende vom Lied, wir verpassten den Zug. Eine Stunde später das gleiche Spiel, es hatte nicht aufgehört zu regnen, Auto freihacken und so schnell wie möglich über die spiegelglatten Straßen zum Bahnhof. Weitere zwei Stunden später wurde ich bereits bei meinen Eltern erwartet, die Geschenke sollten für den Weihnachtsmann, der zum Nachmittag kommen sollte, bereitgestellt werden. In der Zeit, in der ich F. vom Bahnhof abholte, sollte mein Ex-Mann das Katzenkind zu meinen Eltern bringen. Gerade hatte ich das Auto mit einer Plane eingepackt und war die Treppen in den fünften Stock zu meinen Eltern hoch gestiegen, bepackt mit Geschenken und Zeug, da kam ein Anruf von meinem Ex-Mann, er könne das Katzenkind nicht bringen, er bekäme sein Auto nicht frei. Er hätte schon eine halbe Flasche Enteiser-Spray versprüht, aber es würde nichts nützen, ich müsse das Katzenkind bei ihm abholen.

Ach ja?! Ich hatte mein Auto nun bereits zum dritten Mal an diesem Tag frei gemacht und war bei den schlecht geräumten Straßen von A nach B, über Kreuz und zurück gefahren. Aber für Diskussionen hatte ich keinen Nerv mehr, so holte ich das Katzenkind ab und lieferte es bei meinen Eltern ab. Ich fuhr direkt weiter zum Bahnhof, obwohl es noch nicht Zeit für F's Zug war und wartete noch zwanzig Minuten in der Kälte. So hatte ich mir diesen Tag nicht vorgestellt. Den Tag, auf den ich mich schon so lange freute. Als mir Tränen in den Augen brannten, schob ich es auf die Wut auf meinen Ex-Mann und seine so mies verborgene Faulheit und vielleicht auch ein bißchen auf mich, weil ich es mal wieder hingenommen hatte.

Als wir endlich alle in der Stube meiner Mutter saßen und uns am heißen Tee und den Plätzchen wärmten, ging es mir wieder besser und der Besuch des noch auf den letzten Drücker organisierten Weihnachtsmannes war lustig und aufregend. Was der alles wusste und in seinem großen Buch stehen hatte! ;)

Und F's Geschenke für mich waren so toll. Meine so lange ersehnte Gingher-Schneiderschere, sogar in der Sonderedition. Ja, genau DIE HIER , die ich mir schon so lange wünschte. Außerdem ein wunderschönes, seltenes (und sicher sehr wertvolles) beinahe schon antikes Märchenbuch, welches 1936 in einem kleinen Leipziger Verlag limitiert in einer Stückzahl von nur 500 Büchern aufgelegt wurde. Aufwändig colorierte, ganzseitige Illustrationen wurden einzeln von Hand hineingeklebt. Jede einzelne Seite hat einen Schmuckrand und die Märchen selber haben so wundervolle Namen wie „Die träumenden Monde“ und „Die Gondel der Königin Maja“. Ich freu mich sehr drauf, sie zu lesen. (Hab ich je erwähnt, daß ich besondere Märchenbücher sammle?) Dieses hier hat in dem Feld, daß für die Limitierung vorgesehen ist, keinen Nummernstempel. Oft angesehen wurde es nicht, die Seiten blättern sich so schwer, als wär es noch ganz neu. Das Blau des Einbandes ist ungleichmäßig ausgeblichen, als hätte es jahrelang im Regal gestanden, aber neben unterschiedlich großen Büchern. Ich wüsste gerne mehr über die Geschichte dieses geheimnisvollen Buches. Für wen wurde es gekauft? Aus welchem Anlass? Wem wurde daraus vorgelesen? Wer hat in diesen schwierigen Zeiten ein solches Luxusgut erworben?

Für F. hatte ich weiche Sofakissen aus schwarzem Fleece genäht und einen Vorhang für ein offenes Regal auf den ich noch ein schickes Stencil gedruckt hatte, das Cover eines Kir*lian Camera Albums. Außerdem hatte ich für ihn alte Schellack-Platten von 1914 aufgetrieben, weil F. sich so gerne ein Grammophon kaufen möchte. Auch er hat sich sehr gefreut. :) Und das Katzenkind brach in Jubelschreie aus, als er seine heißersehnten Walkie Talkies in einem Päckchen fand. Den Hamster, den er sich auch gewünscht hatte, gab es wegen seiner Allergie leider nur aus Plüsch. Aber den Gedanken Schildkröte hab ich noch nicht aufgegeben, ist nur momentan leider zu teuer. Also falls einer eine abzugeben hat, hier bei mir findet sie ein neues Zuhause. :)

Irgendwann mussten wir aber dann leider wieder hinaus in die Kälte, es hatte wieder kräftig geschneit und das Auto musste wiedermal freigeschaufelt und gekratzt werden. Schönen Gruß an meinen Ex-Mann an dieser Stelle... :/

Zu hause angekommen stellte ich den Kob mit den Geschenken beiseite, noch nicht mal mein Buch mochte ich mir jetzt ansehen. Und als ich das Katzenkind im Bett hatte und mit F. auf dem Sofa saß fühlte ich mich leer. Ich wär so gern glücklich gewesen, ich wär so gern gut aufgelegt gewesen, aber ich war noch nicht mal schlecht gelaunt. Da war einfach gar nichts. Wir schalteten den Fernseher ein und sahen ein paar lustige Weihnachtsfilme. Loriot und einen witzigen Episodenfilm. Und als ich müde wurde, mochte ich nicht ins Bett gehen, mochte den Tag nicht beenden, denn dann wäre er ja endgültig vorbei. Ich sagte zu F. daß ich wünschte, es wäre gestern. Um sagen zu können, morgen ist Weihnachten. Gestern war da noch Freude gewesen statt Leere, Spannung statt Abgespanntheit. So kuschelten wir noch bis zwei auf der Couch, aber zum Reden war ich mittlerweile zu müde und kaputt, wir schauten Filme und waren einfach beeinander. Statt mich aber dabei zu erholen, kreisten die Gedanken um die vollgepackten nächsten Tage.

25. Mittagessen bei meinen Eltern und am Nachmittag zu einem Konzertfestival, das Katzenkind sollte bei meinem Ex-Mann bleiben, der mit ihm dann am 26. - an dem wir zu F's Eltern zum Mittagessen erwartet wurden – zu seinem Bruder wollte. Allerdings hatte mir mein Ex-Mann im Laufe des Tages abgesagt, weil er sich selbst was vorgenommen hatte. So musste das Katzenkind bei der Oma übernachten. Am 27. wollten wir dann zu dritt mit dem Katzenkind zu F's Eltern Mittagessen. Am 28. musste F in die Firma, Gehälter überweisen und zu einer Geschäfts-Weihnachtsfeier. Ich würde also alleine mit dem Katzenkind wieder nach hause fahren und aus dem Saunabesuch würde nichts werden. Am 29. hatte F. seine Einzugsparty geplant. Wohin mit dem Katzenkind, zur Oma? Und am 31. wollte mein Ex-Mann mit dem Katzenkind feiern, also am 30. wieder zurück und das Katzenkind von der Oma holen, eine Nacht zu hause und ihn am nächsten Tag zu seinem Papa bringen. Wir selbst hatten noch keinen Plan für Silvester. Welche Stadt, wessen Freunde? Wir hatten es noch nicht besprochen. Mir schnürte es den Hals zu. Wo wollten wir da noch Familienzeit reinbekommen? Wann durfte ich mich mal ausruhen? Mir war zum heulen.

Am Morgen des 25. die nächste unangenehme Überraschung. Es hatte die ganze Nacht geschneit und als wir halb zwölf das Haus verließen, war noch nichts geräumt. Überall standen Leute mit Schaufeln bewaffnet und schippten ihre Autos frei und schoben die an, die es schon geschafft hatten, aber wegen es Eises unterm Schnee nicht loskamen. Ich hätte am liebsten wieder kehrt gemacht und meine Lust, zum Festival zu fahren ging gegen Null. F. entschied dann, das Auto stehen zu lassen und mit dem Zug in die Festival-Stadt zu fahren. Natürlich warteten wir auch auf den ewig am eisigen Bahnsteig. Ich hatte noch immer Leere in mir und unwahrscheinliche Erschöpfung. Ich war zickig und unzufrieden. Als F. dann noch Weihnachts-SMS von irgendwelchen Mädels bekam und mir als einzige Information „eine Bekannte“ zumurmelte, wars ganz aus, die Tränen fingen an zu laufen. Meine überreizten Nerven stürzten sich auf den „Grund“ der gerade geliefert wurde um endgültig zu explodieren. Ich machte ihm Vorhaltungen, unterstellte ihm ungeheure Dinge, zu lügen, zu betrügen. Ich weinte nicht mehr, mein Anspannung entlud sich in einem Zornschwall für den F. der falscheste aller Adressaten war. Im Bus vom Bahnhof zu seiner Wohnung schwiegen wir uns an, auf dem Weg von der Haltestelle achtete er nicht mehr auf mich. Und ich fühlte mich so mies, so winzig... Und auf einmal kamen die Tränen, Schluchzen presste mir die Luft aus den Lungen und mehrmals hatte ich das Gefühl, die Beine würden mir ihren Dienst versagen und am liebsten hätte ich mich an Ort und Stelle in den Schnee fallen lassen, aber ich zwang mich weiter. F. stapfte unbeirrt vorwärts, merkte gar nicht was mit mir los war. Die schwere Tasche zerrte an meiner Schulter, die Beine zitterten, mir war so kalt und ich konnte nicht mehr atmen vor Tränen. Vor seiner Tür wartete er endlich, drehte sich nach mir um und sah was mit mir los war. Und sofort war er da, umarmte mich, als wär zuvor nichts passiert.

Wir saßen in der Küche, F. hatte Tee gekocht und wir sprachen. Sprachen ganz ohne Gefühlsausbrüche über das Geschehene. Er versichterte mir seine Liebe und daß er sich nicht „wegstreiten“ lassen würde. Und ich weiß, er hat dieses Wort bewusst gewählt, weil er erkannt hat, daß mein krudes Selbstbild immer wieder dieses Situationen schaffte, immer wieder versuchte, mir selbst zu beweisen, daß ich es nicht wert war geliebt zu werden, daß ich es verdiente, betrogen zu werden und es auch gar nicht anders sein konnte. Ich versuchte, mit aller Macht, Dinge zu beweisen, die es nicht gab – und das so lange, bis sie vielleicht wirklich real wurden. Ein elender, selbstzerstörerischer Kreislauf.

Wir klärten unseren Streit und entschieden, doch noch zum Konzert zu gehen. Und während ich mich fertig machte, stellte sich sogar Vorfreude ein. Es würde gut tun zu tanzen und die Bands zu hören. Und F. hatte mich sogar soweit gestärkt, daß ich es aushielt, daß alle zehn Meter irgendwelche Frauen kamen und ihm zur Begrüßung um den Hals fielen. Ich gebe zu, es ließ mich nicht komplett kalt, aber daß er mich überall als die „Frau seines Herzens“ vorstellte, verhinderte weitere ungesunde Gedanken. Es liefen auch Mädels vorbei, die ihm „Hallo F.“ zuriefen und die er gar nicht mehr zuordnen konnte. Aber so viele (natürlich auf Männer) wollen demonstrieren, daß sie ihn kennen, wollen auf irgendeine Weise zu ihm gehören und mit ihm in Verbindung gebracht werden. Ich bin so stolz, daß ich diejenige bin, die seine Liebe hat, daß ich diejenige bin, die wirklich zu ihm gehört, mehr als jede andere und wie er sagt, mehr als jede andere, die vor mir auf diese Art zu ihm gehörte. Er wirkt unheimlich anziehend auf andere Menschen, sein Charisma, seine Ausstrahlung. Er hat die Gabe, den Menschen in seiner Nähe ein gutes Gefühl zu geben, er ist in allem, was er tut wahnsinnig verbindlich, aufmerksam und völlig im Hier und Jetzt gegenüber den Menschen, mit denen er umgeht – und sei es nur die Kassiererin im Supermarkt, da ist nichts Gedankenloses, nichts Flüchtiges. Wenn er mit dir spricht, hast du das Gefühl, in dem Moment das einzig Wichtige für ihn zu sein. Und das ist eines der Dinge, die so anziehend auf Menschen wirkt, wie es auf mich ja auch anziehend gewirkt hat.

Leider ließen mich die unguten und zerstörerischen Gedanken nicht los, ich war zu sehr in ihrem Netz gefangen an diesem Tag. Als ein Freund kam und einen Männerabend noch vor dem Ende des Jahres vorschlug und F. dafür sofort einen Abend mit mir strich, war ich verletzt. Mir blieb einzig die Wahl, auf welchen Abend ich verzichten wolle. Im Nu war die nächste Diskussion im Gange. Die Location hatte sich schon sehr geleert und so saßen wir fast allein in einer Ecke und redeten. Ich fühlte mich zurückgesetzt, abgeschoben und kam mir wie ein Lückenfüller vor, auf den man zurückgreift, wenn man grad nichts besseres zu tun hat und auf den man sofort verzichtet, wenn sich etwas anderes ergibt. Nachdem wir eine Weile geredet hatten und ich immer wieder versuchte, ihm meine Verletztheit darzulegen und ihm sein falsches Verhalten aufzuzeigen, lehnte er sich plötzlich zurück, sah mich an und sagte, „So, und nun sag mir mal den wahren Grund für diese Diskussion. Es geht nicht um den Abend mit meinen Jungs, das glaub ich dir nicht. Was ist der wahre Grund?“

Ich konnte nur schweigen, ich war perplex, überrascht – und ich fühlte mich auf irgendeine Weise ertappt und berührt. Wie auf Kommando schossen die Tränen in meine Augen und mit ihnen endlich auch die Worte zu den Gefühlen, die da unter all dem anderen Mist vergraben waren. Endlich konnte ich aussprechen, daß ich erschöpft war, daß ich nicht mehr konnte und daß er mich nicht bewundern brauchte, dafür, wie ich das alles schaffte, mit Arbeit, Kind und Alltag, weil ich es nicht schaffte. Würde ich klar kommen, dann würde ich nicht jeden Abend auf dem Sofa sitzen und weinen über den permanenten Druck. Die Erwartungen, die ich erfüllen musste, denen ich genügen musste. Keinen Fehler durfte ich mir auf Arbeit erlauben, die Zukuft dort war mehr als unsicher. Das Katzenkind verlangte eine ausgeglichene Mutter, die sich um Schule, Essen und die Ausrichtung seines Geburtstages kümmerte. Die Eltern, die sich eine glückliche Tochter wünschten, die souverän ihr Leben meisterte, die Schwiegereltern, die auch „zu ihrem Recht“ kommen wollten und ihren Sohn samt mir und dem Katzenkind auch sehen wollten. Mein Ex-Mann, der immer wieder kleine Gemeinheiten bereithielt und seinen verletzten männlichen Stolz pflegte und dem ich keine Schwäche zeigen wollte. Der Haushalt, der sich nicht von allein erledigte und nicht zuletzt die Nächte, in denen ich schon länger keinen wirklich erholsamen, tiefen Schlaf mehr fand, hatten mit aller Macht ihren Tribut gefordert.

Dazu kam noch ein schlechtes Gewissen, das ich entwickelt hatte, wenn ich all das nicht schaffte und nicht sein konnte. Ein schlechtes Gewissen, wenn ich auf meinen Körper, meine Gefühle hören und wenn ich meinen Bedürfnissen nachgehen würde. Ich konnte sie ja noch nicht mal aussprechen, noch nicht mal formulieren. Und ein schlechtes Gewissen, wenn ich Erwartungen nicht genügen konnte, die vielleicht nicht mal da waren.

Jetzt konnte ich es, in den Armen von F. konnte ich ihm sagen, daß ich meinen einzigen freien Abend in der Woche nicht mit ihm verbringen wollte, weil das der einzige Abend ist, an dem ich mich nicht an den Herd stellen müsste, der einzige Abend, an dem ich mich mal nur um mich kümmern könnte, schwimmen gehen, oder was auch immer tun könnte. Das ich es verletzend finde, diesen Abend „hergeben“ zu müssen, nur weil es ihm dann am besten in den Kram passte, weil er an den anderen Tagen seine diversen Stammtisch-Treffen mit seinen Kumpels und Geschäftsfreunden besuchen wollte. Das ich es ungerecht finde, mein Leben nach seinen Interessen und seinem Terminkalender ausrichten zu müssen und sozusagen nehmen zu müssen, was übrig bleibt von seiner Zeit, und meine Interessen hinten anstellen zu müssen. Das mein Akku restlos leer ist und ich Dinge tun möchte, um ihn wieder aufzufüllen, Dinge nur für mich, so wie er sie für sich auch tut und das mir dazu nur dieser eine Tag bleibt.

Und F. hörte zu, sehr aufmerksam, und verstand. Verstand die Depression, die nicht mehr weit war, verstand die Überforderung, die Erschöpfung. Und was er nicht verstand, ließ er sich erklären. Er fragte, was er tun könne, um mir beizustehen, zu helfen. Er war sofort bereit, seine Treffen abzuwechseln und mich stattdessen an diesen Tagen zu besuchen und mir meinen Tag für mich zu lassen. Und ich weinte und schluchzte all meine Anspannung an seine Schulter. Er hätte es schon nachmittags am Bahnsteig gespürt, meinte er dann, daß wir uns streiten würden. Ich wäre so unzufrieden gewesen. Und daß er froh sei, daß es nun raus sei, daß er nun wüsste, was zu tun sei und daß er alles tun würde, was er könne, um mir zu helfen, damit es mir wieder besser ginge, „Denn wenn es dir schlecht geht, dann geht es mir doch auch schlecht.“

Wir planten unsere Urlaubstage in diesem Jahr um, schafften mehr Platz für gemeinsame Zeit, für Familienzeit mit dem Katzenkind, das wird nun mit zu F's Party kommen und zu seinen Eltern werden wir am Tag danach gehen und nach dem halben Tag in der Firma wird er gleich wieder zu mir kommen. Wir werden Silvester mit meinen Freunden feiern, weil er seine nun schon auf dem Festival, auf der Party und auf dem dazwischen geschobenen Treffen sieht und gesehen hat und an Neujahr wird auch der lange, entspannende Saunabesuch noch Platz finden, bevor es dann wieder losgeht mit dem Alltag.

Ein unheimlicher Druck ist abgefallen, der mich belastet hat. Ich habe gemerkt, wie extrem ich mittlerweile wieder auf Stresssituationen reagiere. Selbst, wenn diese noch in der Zukunft liegen. Allein der Gedanke an vollgepackte Tage, an denen man von der Uhr gehetzt, Dinge nur noch abhakt, statt sie bewusst zu erleben (selbst wenn es angenehme Dinge sind, die Spaß machen sollten), macht mir regelrecht Angst, der Puls schießt hoch, die Atmung wird flach und es scheint unmöglich zu schaffen.

Ich bin froh, daß ich endlich eingestehen konnte, mit meinen Kräften am Ende zu sein und eben nicht die Starke zu sein, die alles nur so wuppt. Und ich bin froh, F. an meiner Seite zu haben, der mich liebt und mich versteht. Mag er auch manchmal tollpatschig über das zarte Pflänzlein latschen, daß ich gerade bewundere, er sieht es, wenn ich ihn darauf hinweise und es ihm zeige.

Und übrigens, versuchte der Herr Ex-Mann am nächsten Tag, als wir nach wieder 45 Minuten warten auf die Bahn endlich durchfroren zu hause waren, wieder dasselbe Spiel. Er könne nicht mit dem Auto fahren, entweder würde das Katzenkind noch eine Nacht bei ihm bleiben, oder ich müsse ihn holen. Woah, war ich angepisst. Aber ich hab ihn abtreten lassen, ganz ohne schlechtes Gewissen.

 

 

14.12.2010 um 13:59 Uhr

blaue Augen blitzen ^^

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Heute war wieder der Herr S. bei mir im Büro. Der Mitarbeiter eines Lieferanten, etwa Mitte Dreißig, groß, schlank, gut gebaut, blond und mit eisblauen Augen. Die Frage, warum ich ausgerechnet diesen Lieferanten schon seit etlichen Jahren bevorzuge, erübrigt sich. ^^

Und Herr S. sieht nicht nur verboten gut aus (wie Kevin Bacon, nur besser^^), er kann auch noch sehr gut mit seinen blauen Augen blitzen und flirten, daß die Funken nur so stieben. Mein Kollege zieht mich schon immer damit auf.

Heute sollte er die große Kiste voller Toner-Leergut wieder mitnehmen, er fragte frech, "Was zahlt ihr'n?" Mein Kollege meinte spontan, "Na höchstens ein Lächeln!". Dafür würde er es gerne tun, meinte Herr S. und blitzte und funkelte schon so zu mir. Dann stand er mit der Kiste in der Tür, drehte sich nochmal zu mir um und sagte, "Hm, ich warte noch auf das Lächeln.." Bei Herrn S. kann ich irgendwie sowieso nicht anders als strahlen. ;) "Sehr schön", meinte er noch und verabschiedete sich grinsend.

Da geht mir immer das Herz auf und fängt sogar so ein kleines bißchen an zu pochen, wenn der Herr S. (der übrigens einen Ring am Finger trägt) vorbeikommt und seine blauen Augen blitzen lässt. :)

09.11.2010 um 11:12 Uhr

An/gespannt

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Der Druck auf Arbeit wächst von Tag zu Tag. Nein, es macht keinen Spaß mehr. Jeder belauert den anderen, fürchtet um seine Position.

Mein Kollege hatte heute eine kleine Nachfrage zu einer Aufgabenstellung an unseren neuen GF und bekam statt einer Antwort zu hören, "Wenn sie das nicht können, dann sind sie hier fehl am Platz." Eine Auswertung, die er machte, wurde mindestens zehnmal zurückgegeben mit irgendwelchen Änderungswünschen und Dingen, die er angeblich vergessen hätte. Schikane pur. 

Ich hab letzte Woche leider einen kleinen Fehler gemacht und versehentlich eine Rechnung unterschrieben, die jetzt nicht mehr über meinen Tisch geht, die aber trotzdem auf meinen Tisch gelegt wurde (eine Falle?). Da wird man vor dem vollen Büro runtergemacht und als dumm und unfähig hingestellt und es wird so getan, als ob Fehler nicht die Ausnahme, sondern die Regel wären.

Heute wieder, bei einer Abrechnung wurde mir vorgeworfen, ich hätte Zahlen falsch gerundet. Ich konnte nach längerem Suchen nachweisen, daß das eine technische Unsauberkeit im Fakturierungs-Programm war. Da wurde mir unterstellt, daß ich es so manipuliert hätte, um mein "menschliches Versagen" zu vertuschen. Mir wird unterstellt, daß ich lüge.

Ich bin fertig mit der Welt.

Mein Tagebuch, daß ich auf Empfehlung des BR führe, bekommt fast täglich Eintragungen. 

Es wird ALLES getan, damit man mir kein gutes Zeugnis ausstellen muss, von dem ich übrigens noch nichts gehört habe (und mich auch mittlerweile nicht mehr nachzufragen traue). Wenn man lange genug Fehler sucht, wird man auch welche finden und wenn man keine findet, dann nimmt man einfach welche an.

Und wenn man jeden Tag unter diesem immensen Druck arbeiten muss, dann ist es nicht einfach, alles "zur vollsten Zufriedenheit" zu erledigen.

 

27.10.2010 um 10:04 Uhr

und es kam schlimmer..

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Eigentlich möchte ich gerne schreiben, habe verschiedene Themen im Kopf, ein Gespräch mit einer alten Schulfreundin, die Psych-Termine vom Katzenkind, aber irgendwie verschließen sich die geschriebenen Worte in mir und auch sonst fühle ich mich verstummt, erschöpft, ausgelaugt.

Das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit geh ich wieder mit Bauchschmerzen auf Arbeit, mit Ungewissheit und lauter Fragezeichen im Kopf. Geschäftsführerwechsel zum Anfang diesen Monats und schon jetzt kündigen sich tiefgreifende Änderungen an. Jetzt ist ein Mensch mein Vorgesetzter, bei dem ich seit zehn Jahren schon auf der "schwarzen Liste" stehe. Längere Geschichte, ich hab ihm im übertragenen Sinne, mal "den Koffer vor die Tür gestellt".. Ich spüre, wie an meinem Stuhl gesägt wird, mir sollen Aufgaben aberkannt werden, ich bekomme Anweisung, meine sämtlichen Arbeitsunterlagen, sämtliche Arbeitsweisen und Arbeitsmittel (wie umfangreiche Tabellen), die ich mir in den letzten zehn Jahren in dieser Firma erarbeitet habe, an eine neu eingestellte Kollegin zu übergeben. Der genannte Grund? "Umstrukturierungen". Ja, ich weiß, so einfach geht das nicht, jemandem Arbeit wegzunehmen, schon gar nicht, jemanden neu einzustellen und im gleichen Zug jemand anderen (deswegen) zu entlassen. Ich hab auch schon lange Gespräche mit dem Betriebsrat und meiner Abteilungsleiterin geführt. Doch was können die tun? Der Betriebsrat sagt "Tagebuch führen", die Abteilungsleiterin will mit dem neuen Chef sprechen. Nur, ich hab keine Stellenbeschreibung, bin sozusagen "Mädchen für alles", die Aufgaben, die ich inne habe, sind über die Jahre so gewachsen. Die können mir wegnehmen bzw. aufdrücken, was sie wollen....

Zukunftsängste, finanziell bin ich doch jetzt schon so oft am Limit und jeden Morgen da hin gehen und meine Arbeit machen. Arbeit, die ich der Neuen sozusagen abnehme und ihr dann übergeben darf.. Es macht keinen Spaß mehr... Was wird bis Weihnachten noch alles auf mich warten? Ein Änderungsvertrag, der unzumutbar ist? Mobbing (wie durch diesen GF, als er noch keiner war, bereits gehabt)? Die Kündigung als Weihnachtsgeschenk?

Diese Ungewissheit raubt soviel Kraft. Selbst für F. und unsere Beziehung. Ich weiß, daß es gut tun würde, sich anzulehnen, darüber zu reden, B-Pläne zu schmieden. Trotzdem zieh ich das Alleinesein gerade vor. Am liebsten würd ich mir zu hause die Decke über den Kopf ziehen und nichts mehr sehen und hören von alledem.

 

30.09.2010 um 08:56 Uhr

Sturzbach

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Gestern schaute ich, wie jeden Mittwoch, meine Lieblingsserien. Das Staffelfinale und es war so traurig, so emotional, die ganze Zeit brannten meine Augen und zuletzt, als klar war, daß ein kleines Mädchen Waise geworden war, fingen sie an zu laufen, die Tränen. Und es wurden immer mehr, schon längst war die Serie zuende, der Fernseher aus, doch ich konnte nicht aufhören zu weinen. Als es dann aufhörte und ich ins Bett ging, war ich unglaublich erschöpft, richtig leer, aber nicht erleichert, wie sonst, wenn ich den Schmerz auf diese Art rauslassen kann. Ich kann nichtmal wirklich sagen, warum diese Tränen so plötzlich kamen, aber es hat irgendwas in mir drin angerührt und ich spüre - da sind noch mehr.. Und auch jetzt noch wirkt etwas ganz deutlich nach. Ein flaues Gefühl im Bauch, unbestimmte Traurigkeit.. Irgendwas läuft falsch, irgendwas bringt mich zum Weinen. Nur was...? Die Antwort muss ich wohl dort suchen, wo die Tränen herkamen, in mir...

 

 

 

24.09.2010 um 09:26 Uhr

Wie bitte??

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Soeben hab ich mir einen zehn Euro Gutschein für die Amazone auf einer Umfragen Plattform "erarbeitet". Nach der Bestellung desselbigen im Prämienshop erreichte mich eine Mail folgenden Inhalts:

Das Holiday Season ist die verkehrsreichsten Versandkosten Jahreszeiten des Jahres, so wenden Sie sich bitte erlauben 6 bis 8 Wochen für die Lieferung Ihrer Bestellung.

 Hm, was soll mir das jetzt wohl sagen? ;)

Ist übrigens bereits der dritte Gutschein, den ich als Prämie bekommen habe, mir ist vorher noch nie aufgefallen, daß da dermaßen "rumgestottert" wurde. Aber lustisch ist es doch.  

Und jetzt geh ich einkaufen, das Katzenkind braucht einen Notenständer! :)

24.09.2010 um 09:26 Uhr

Wie bitte??

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Soeben hab ich mir einen zehn Euro Gutschein für die Amazone auf einer Umfragen Plattform verdient. Nach der Bestellung desselbigen im Prämienshop erreichte mich eine Mail folgenden Inhalts:

Das Holiday Season ist die verkehrsreichsten Versandkosten Jahreszeiten des Jahres, so wenden Sie sich bitte erlauben 6 bis 8 Wochen für die Lieferung Ihrer Bestellung.

Hm, was soll mir das jetzt wohl sagen? Etwa, daß in der Ferienzeit mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist und es deshalb zu Lieferverzögerungen kommen kann? ;)

Ist übrigens bereits der dritte Gutschein, den ich als Prämie bekommen habe, mir ist vorher noch nie aufgefallen, daß da dermaßen "rumgestottert" wurde. Aber lustisch ist es doch.  

Und jetzt geh ich einkaufen, das Katzenkind braucht einen Notenständer! :)

23.09.2010 um 10:40 Uhr

Zusammengefasst

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Wie man weiß, bin ich bei diversen Communities angemeldet.  Bei einer davon klicke ich mich täglich durch zig Profile (um Punkte zur Wunscherfüllung zu sammeln, hihi) was mir dabei an Profil-Beschreibungen so über den Weg läuft, ist teilweise gruselig. Heute hab ich mal ein kleines, nicht repräsentatives Best-Of für euch.

Liste der unmöglichsten Profilantworten:

(Grammatik-, Rechtschreib- und Tippfehler wurden übernommen, wie sie waren)

 

Kategorie "Musikgeschmack":

fast alles was so gerade in den Charts aktuell ist (Steht in jedem zweiten Profil.. Leute, seid ihr wirklich so austauschbar?)

Eigentlich alles was sich schön anhört (Und was hört sich FÜR DICH schön an? Heino?)

Vieles/alles /nahezu wirklich alles (Aha, also Klezmer, Khoomei, Klangschalenmeditation…)

Alles was mir gefällt. Egal von wem es ist  (Die haben alle die Frage nicht verstanden. Nicht, ob euch überhaupt was gefällt, sondern WAS euch gefällt!)

eigentlich alles was so neu ist (Aha! NEOfolk!)

alles mögliche (Oh ja, alles ist möglich!)

Alles querbeet ausser Oper und Operette. (inklusive Mutantenstadl, heimatliches bzw. regionales Liedgut, Freejazz und.. – ach das hatten wir ja oben schon mal..)

alles was gut klingt vorallem PUR (Ich lass das jetzt mal so stehen.. *pruuuust*)

Ich höre eigentlich fast alles, das einzige ist das es mir gefallen muss. (Ja, nee, is klar..)

Eigentlich immer so das neuste und Hip Hop und hier so und da soo und .. (Also eigentlich auch ALLES, oder?)

Alles von A-Z ausser Oper und Operetten (Sagt mal, was habt ihr alle gegen Opern und Operetten? Ich liebe Rigoletto!)

 

Kategorie "Lieblingsbuch":

Was sind Bücher????? (bei Lieblingsfilm stand übrigens "viel zu viele"….)

da gibts nich so viele (wer hätte es gedacht, aber bei Lieblingsfilm steht "da gibts viele")

 

Kategorie "Über mich":

Bin seit 3 jahren zum islam konvertiert  (Das zieht sich aber ganz schön, oder?..)

Was soll ich über mich schreiben, bin wie fast jede andere auch. (WER ist "jede andere"? Ich nicht!)

Wem interessiert das eigentlich? (DeN Dativ vielleicht?)

Naja,ich liebe es leute zu Schminken und auch mich selbst. (Ok, sie ist 15, es sei ihr verziehen.)

Mh ich interessier mich für alles was mein interesse weckt... (War das jetzt die Antwort oder eine verunglückte Definition des Begriffs "interessant"?)

Handball, Bücher, Schminke (Ich sag nur fünfzehn. Aber immerhin Sport und Bücher!)

wer mich kennt - weiß wie ich bin (ist anzunehmen..)

Whoop Whoop *mit den Armen rumwedel* (Ah ja, sonst noch was…?)

gibt nicht viel zu erzählen bin neu hier (und noch etwas schüchtern, verstehe!)

Lernt mich kennen (das klingt ja schon fast wie eine Drohung)

korrekt , herzlich , unpünktlich ... (Korrekt und unpünktlich.. Okeeeee... Aber es kann natürlich sein, das das Adjektiv "korrekt" hier in der neudeutschen Verwendung für "loyal" und "umgänglich" steht. Man kanns auch so ausdrücken: ersguterjunge! *rofl*)

roller fahren, mit meinem buggy fahren, am pc sitzen und games spielen. (Äh.. dass er 16 ist und nicht dreieinhalb, erkennt man erst am zweiten Satzteil)

Klamotten zocken prügeln und f... (Was genau ist "Klamotten zocken"? Oder sollte er sich besser ne Tüte Kommas wünschen, statt den VW Polo? Was übrigens etwa 476 Jahre dauern würde auf dieser Plattform..)

Ich interessiere mich für alles was mir gefällt. Über programmieren interessiere ich mich sehr. (Und für was interessierst du dich ÜBER Programmieren hinaus?)

Stricken, Hörbücher, Nordic Working (Gerade wollte ich beim letzteren sagen "ich auch", da sah ich nochmal genauer hin. *lach*)

bin eben ein Mann (DAS sagt alles! *lach*)

Achtung ich bin klaus60 habe meine Daten eingegeben und durfte die 60 nicht behalten. (Dabei ist klaus60 doch DER Internet-Promi! Nicht, dass man dich jetzt nicht mehr erkennt, Klaus..äh..Sechzig)

 

Etwas, das ich eigentlich nicht einstellen wollte, genauso wie die Usernamen, weil man das unter Umständen googlen kann und das könnte man dann ja fast als persönlich beleidigend werten, aber das hier muss raus. ;)

Die Dame wünscht sich eine Schminkpalette und sammelt Spenden für Tibet. Ist aber wohl noch nicht soweit, auch selbst für ihr soziales Projekt aktiv zu werden.

"Im Moment werde ich mich selbst nur um denn Produktwunsch kümmern, damit ich das weg habe. Dann werde ich auch selber für Tibet spenden. Aber ihr könnt trotzdem jetzt schon helfen!!"

 

So, ich hör jetzt auf, das ist ein Fass ohne Boden bei schätzungsweise 30.000 Nutzern. Auch wenn ich ein paar meiner "Lieblingsprofile" leider nicht wiedergefunden habe. ;)

21.09.2010 um 13:34 Uhr

eine gute Fee

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

ist immer nützlich. Viele gute Feen noch viel mehr! :)

Bitte recht zahlreich klicken, dann klappts auch mit'm Nachbarn, bzw. mit meinem Weihnachtswunsch! :))

 

Danke!!

 

Edit(h) sagt: Hochschieb! ;)

07.09.2010 um 14:13 Uhr

zum sterben schön

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Freitag hole ich das Katzenkind mittags von der Schule ab. Ein paar Mädels aus seiner Klasse spielen Gummihopse (das gibts noch...). Ich warte, bis er seinen Ranzen geholt hat, da kommt eins der Mädchen auf mich zu.

"Wie machen Sie das nur, daß Sie immer so schön sind?!", steht sie da, die Hände auf dem Rücken verschränkt und strahlt mich an. 

"Ähm....Öhm... Findest du?", grinse ich zurück.

Da kommt schon ihre Freundin. 

"Wie können Sie nur so schön sein? Wissen Sie was, Sie sind zum sterben schön!", sprachs, strahlte und hüpfte wieder davon.

Und ich steh da, mit einem wahrscheinlich nicht sehr intelligenten (und schönen ;) ...) Grinsen im Gesicht und weiß nicht, was ich sagen soll. :D

 

02.09.2010 um 14:47 Uhr

Nervscheisendreck-V*H*S

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

So, habs jetzt schwarz auf weiß, daß mein Bauchtanzkurs wieder ausfällt. Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht. Hab ich mir aber schon gedacht, weil es nächste Woche losgehen sollte und ich bisher noch nichts gehört hab.

Hab dem "Kulturbeauftragten" unserer V*H*S schon gemailt, daß ich das grandios Schei*e finde! (natürlich nicht mit den Worten) Er meint, es hätten sich 5 Leute angemeldet, 8 hätten es sein müssen, um den Kurs machen zu können und bei weniger als 8 Teilnehmern fiele die Landesförderung weg. Er meinte dann, paar Wochen nach hinten verschieben und auf weitere Anmeldungen warten, ginge nicht, man würde aber für das Frühjahrs-Semester den Preis neu kalkulieren.

Heute krieg ich ne Mail, wo drin steht, daß der Spaß dann 144,00 Euro statt wie jetzt 92,00 kosten soll. Hä?? Achso, damit man den Kurs dann auch mit weniger Teilnehmern starten kann. Nur, daß sich dann noch Weniger, oder gleich gar keiner mehr anmeldet, weils keiner mehr bezahlen kann!

Eine Gruppe, wie bei den Inselmädels gibts hier nicht und Privatunterricht kann ich mir erst recht nicht leisten. 

*heul*

 

 

01.09.2010 um 07:29 Uhr

Was war

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Manchmal mach ich das, daß ich an bestimmten Tagen nachsehe, was vor einem Jahr an diesem Tag passiert ist, oder vor zweien.

Vor zwei Jahren waren gerade Mishou und ihr Zucker zu Besuch bei mir gewesen, wir haben uns prächtig verstanden und hatten viel Spaß miteinander und ich hatte gerade eine sehr glückliche Phase mit Katerchen.

Letztes Jahr war ich gerade mitten in der Kur, hatte Bauchkribbeln wegen Mr. Tiger und fand so nach und nach wieder zu mir nach der Trennung von Kater.

Und dieses Jahr? Ich spüre wachsende Stabilität, eine Ruhe, die sich in mir ausbreitet. Es zieht mich nicht mehr weg von F., zurück ins aufregende Singledasein. Andere Männer sind nur bedingt interessant. Ich bin glücklich mit ihm, trotz der Tiefs, die wir manchmal haben. Nein, das ist nicht ganz richtig, die Tiefs haben nicht WIR, die Tiefs habe ich. Aber das ist eine andere Geschichte. 

F. nimmt sich viel Zeit für mich, macht Zugeständnisse aus Rücksicht auf meine Gefühle. Er zeigt mir seine Liebe, anders als Kater, aber mittlerweile hab ich die Zeichen erkannt und mich darauf eingestellt. Es ist eine große Liebe, die er mir da zeigt und manchmal hab ich Angst, sie nicht verdient zu haben, oder ihm nicht genug zurückzugeben. Aber das gehört auch zu der anderen Geschichte.

Vielleicht ist es am diesjährigen ersten September an der Zeit, endlich mit dieser "anderen Geschichte" anzufangen.

20.07.2010 um 13:52 Uhr

hilfreiche Flaschengeister

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

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