die rote Königin ruft, 'Kopf ab'
Am nächsten Morgen, es war gerade halb Neun, läutet es an der Tür. Das Katzenkind öffnet und ich habe mir schnell den Bademantel übergeworfen, denn ich war noch nicht wirklich aufgestanden an diesem Sonntag. F. steht vor der Tür. Es ist wie ein Schock, ihn zu sehen und ich zittere am ganzen Körper. Kann kaum die Blumen halten, die er mir hinstreckt. Gestern noch hatte ich daran gedacht, hatte mir gewünscht, daß er kommt. Ich wusste ja, er würde seine Eltern zum Flughafen fahren und auf dem Rückweg käme er an meiner Stadt vorbei. Ich lotse ihn ins Schlafzimmer, weil sich das Katzenkind im Wohnzimmer Trickfilme ansieht. Wir hocken auf der Bettkante und keiner weiß etwas zu sagen. Die Blumen sind eine Geburtstagsgabe seiner Mutter, wie ich erfahre. Schokolade hat sie auch gekauft.
"Wie gehts dir?", frage ich, "Wie war es gestern?" Er habe sich halbtot gearbeitet beim Umzug und viel zuviel Schnaps getrunken. Sein Atem verrät es. "Keiner wollte es glauben", er rutscht in sich zusammen, weint, "Keiner....." Ich streichle mit zitternden Fingern seine Wange, ziehe seinen Kopf an meine Schulter, lasse ihn weinen. "Und deine Eltern?" Mühsam bringt er hervor, daß er es nur seiner Mutter erzählt hat und die mir wohl am liebsten den Kopf abgeschlagen hätte, weil er so unglücklich war. Super, ich hatte schonmal eine Schwiegermutter, die mich gehasst hat, aber noch keine rote Königin... Ich kann sie ja verstehen.. Die Blumen hat sie ihm trotzdem mitgegeben...
Er weint noch immer, ich weine mit, das Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich kann meine Hände nicht von ihm lösen, nehme seine Hand, streichle seinen Arm, halte mich an ihm fest.. "Das Kopfabschlagen hab ich wohl auch verdient", sage ich leise. "Bist du bescheuert", fährt er auf, Tränen laufen über seine Wangen. "Du hast ganz viel Liebe verdient und Zärtlichkeit und ganz viel Zusammensein.... Alles!", "Und ich dachte, du hasst mich..." Er schaut mich an, "Wieso sollte ich das tun?", "Weil ich etwas Hassenswertes getan habe.", antworte ich ihm. "Ich liebe dich!", flüstert er. Und dann etwas lauter, "Ich liebe dich und will mein Leben mit dir verbringen!" Sein Blick ist eindringlich, "Wenn ich nicht wüsste, daß du nicht nochmal heiraten willst, dann wäre das jetzt ein Antrag." Er ist so fest entschlossen. Und ich kann nur denken, mein F., mein liebes Bärchen. (Er kennt diesen Spitznamen noch nichtmal, den hab ich immer nur gedacht...) Und in mir war soviel Zärtlichkeit für ihn, soviel intensive Gefühle, ich musste mir ganz plötzlich auf die Lippen beißen, weil ich es sonst gesagt hätte: Ich liebe dich.
Er ging, ohne daß ich es gesagt habe. Wir hatten noch besprochen, daß er auf keinen Fall mit zu meiner Party am Freitag kommen würde, wir uns aber sehen könnten, am Tag darauf, wenn ich es wirklich wolle.

Der Dank für den Stollen ist ja okay. Aber alles weitere?
Also wenn ich jemanden persönlich kenne, ok ... oder, dass sie F. Süßkram mitgibt, für alle allerdings, wenn sie weiß, ihr macht gemeinsam einen Ausflug... aber sowas???