Als Koch zu arbeiten ist wirklich sehr toll. Es ist ein sehr vielseitiger Beruf und man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.
Ich habe meine Schnupperwoche im Alters- und Pflegeheim in Meilen verbracht. Da dies schon meine zweite Schnupperlehre als Koch war, hatte ich schon ein bisschen Erfahrung, wie es im Beruf eines Koches läuft. Aber im Gegensatz zu Männedorf ist die Küche in Meilen um einiges grösser! Ich musste mich zuerst an die grosse Küche gewöhnen! Allerdings gefiel mir die kleinere Küche besser, weil ich mich dort besser zurecht finden konnte. In Meilen wusste ich nach einer Woche noch nicht mal, wo sich alle Utensilien befanden.
Am ersten Tag wurde ich von Frau Meier (Chefkoch) erwartet und herzlich begrüsst. Sie zeigte mir die Umkleidegarderobe und führte mich im Betrieb herum. Dort bekam ich dann eine Kochbluse und eine Schürze. Danach gingen wir durch einen unterirdischen Gang und kamen dann in der Küche an. Sie stellte mir das ganze Team vor und dann ging es gleich an die Arbeit. Anfangen musste ich mit Reis kochen für einen Reissalat. Nachdem der Reis fertig gekocht war, war es meine Aufgabe, das Wasser abtropfen zu lassen und den fertigen Reis gleich in einen der Frigos (grosser Kühlschrank) zu stellen. Passend zum Reissalat musste ich danach beinahe zwei Stunden Karotten schälen.
Nach den ersten Vorbereitungen konnten die MitarbeiterInnen des Altenheims und ich um zehn Uhr in die wohlverdiente Fünfzehnminutenpause. Zu meinem grossem Glück, kannte ich bereits eine der Lehrtöchter, Ramona, mit der ich mich sehr gut verstehe.
Doch nach der erholsamen Pause ging es wieder zurück an die Arbeit. Diesmal musste ich aber nicht Karotten schälen und verkleinern, sondern Zwiebeln! Kaum hatte ich eine halbe Zwiebel gehackt, kullerten mir die Tränen über meine Wangen, so dass alle zu schmunzeln begannen, was mir unglaublich peinlich war!!! Lachend bot mir Frau Meier an, dass sie an meiner Stelle Zwiebeln hacke, wenn ich als Gegenleistung den Kompost entsorge. Natürlich stimmte ich sofort zu und kümmerte mich um den Abfall.
Nach diesem erlebnisreichen Morgen freute ich mich auf die Mittagspause, die ich mit dem Küchenteam auf der sonnigen Terrasse verbracht habe. Bereits nach einer halbstündigen Mittagspause, um ein Uhr, ging es zurück in die Küche. Dort musste ich China-, Eisberg und Kopfsalat rüsten und in den Frigo stellen. Danach durfte ich beim Verzieren von Griesköpfchen helfen. Und schon war es Viertel nach vier und ich konnte nach Hause gehen.
Die Arbeitstage waren sehr anstrengend und abends konnte ich nur noch müde ins Bett sinken.

In der Küche, dem "Herzen" eines Gastronomiebetriebs, bereiten Köche und Köchinnen selbstständig warme und kalte Gerichte sowie Süssspeisen zu. Sie behalten auch in hektischen Zeiten den Überblick und stellen nach der Arbeit die Ordnung in der Küche wieder her.
Die erste Arbeitseinheit der Köchinnen wird "mise en place" genannt: sorgfältiges Zurüsten und Bereitstellen der Lebensmittel, des Kochgeschirrs und der erforderlichen Geräte.
Die eigentlichen Kochvorgänge am Herd bestehen aus Dämpfen, Schmoren, Gratinieren, Grillieren, Sautieren und Pochieren. Gleichzeitig werden Suppen, Saucen und Fonds sowie Beilagen wie Gemüse, Reis und Mehlspeisen zubereitet. Zum Arbeitsprogramm der Köche gehören Vorspeisen, Hauptspeisen mit Beilagen und Desserts. Dazu kommt die kalte Küche, in der mit viel Sinn für eine appetitanregende Wirkung kalte Vorspeisen, Fleischplatten, Salate und Pasteten angerichtet werden. Köchinnen stellen auch verschiedene Backwaren her: Süsses Kleingebäck für den Nachtisch, Gesalzenes als Beilage zu Vorspeisen.
In mittleren bis grossen Gastronomiebetrieben ist diese Vielfalt nur durch eingespielte Teamarbeit zu bewältigen. In der Küchenbrigade widmet sich der Koch, der die Funktion eines "Entremetier" hat, den verschiedenen Beilagen wie Gemüse, Suppen, Mehl-, Eier- und Käsespeisen. Am Posten des "Garde-manger" werden Fleisch, Fisch, Geflügel und Wild vorbereitet. Dort entstehen auch Salate und kalte Vorspeisen, zum Beispiel Terrinen, Crevetten-Cocktails usw. Der "Saucier" bereitet die Fleisch-, Fisch- und Geflügelgerichte zu und kocht alle passenden Saucen. Der "Pâtissier" übernimmt die Desserts und stellt Backwaren, Glacen und Cremen her. An der Spitze der Brigade, leitend und koordinierend, steht der "Chef de cuisine".
Die Gäste schätzen es, wenn ihre Bestellungen möglichst rasch ausgeführt werden. Deshalb geht es während der Essenszeiten in der Küche hektisch zu und her. Damit alles reibungslos funktioniert, ist ein guter Überblick und eine optimale Koordination aller Arbeitsabläufe von grosser Bedeutung. Nach Abschluss der Essenszeiten sind Putz- und Aufräumarbeiten zu erledigen.
Die Berufsleute arbeiten in kleinen oder grossen Restaurationsbetrieben. Je nach Grösse des Betriebs sind sie in einem grossen oder kleinen Team - auch Küchenbrigade genannt - oder als Alleinkoch/-köchin tätig.