Weblog der Klasse B3b

09.03.2005 um 14:35 Uhr

Es tut mir nicht weh!!

von: chimera

oder

Ein Ausflug zu einem selbstbewussten Ich

 

 

Alles hat eigentlich damit angefangen, dass Herr Janssen uns in einer seiner berühmt berüchtigten Diskussionsstunden erzählt hat, er besuche in Zürich in einen sehr guten Selbstverteidigungskurs. Da könne man auf einen sehr gut geschützten Leiter einprügeln und somit Techniken zum Verteidigen lernen.

Die meisten meiner Klasse sagten, dass wir mal einen Kurs mitmachen könnten.

Ich persönlich fand diese Idee reine Geldverschwendung. Da wir aber anscheinend genug Geld hatten, willigte Frau Rauber ein.

 

Als wir uns an dem abgemachtem Dienstag dem 8. März um 9.00 Uhr an der Bushaltestelle Post trafen, waren die Gefühle gemischt. Manche malten sich schon aus, wie sie den Leiter verprügeln werden. Andere machten sich Gedanken darüber, welche Techniken wir lernen werden.

Die Reise nach Zürich verlief eigentlich reibungslos - ausser dass wir am HB fast Frau Rauber nicht gefunden hätten, weil wir in eine andere Richtung liefen, als sie eigentlich wartete!

 

Der Übungsraum von IMPACT (das ist die Firma, die für das Ganze verantwortlich ist) liegt in der Nähe des Escher-Wyss-Platzes.

Als wir dort ankamen, begrüsste uns am Eingang Alex, der einer der zwei Leiter ist. Wir zogen uns die Schuhe aus und gingen in den Übungsraum. Dort begrüsste uns noch die zweite Leiterin Marianne. Sie zeigte uns, wo die Garderoben sind und wir uns umziehen konnten.

Als erstes erklärte Marianne uns, wie und wo IMPACT gegründete wurde.

Eine amerikanische Frau, die im Karate den schwarzen Gurt hatte, wurde vergewaltigt. Sie konnte sich einfach nicht wehren, weil sie ein Blackout hatte!

Das erzählte sie auch ihren Trainingspartnern vom Karate.

Ein Kollege meinte, dass nicht die Techniken falsch sind, sondern wie sie die Techniken lernten. Er fing an Statistiken zu studieren und kam zum Ergebnis, dass, wenn man etwas unter Stress lernt, dieses Gelernte auch unter Stress anwenden kann. Und so entstand IMPACT.

 

Nach dieser kleinen Einführung ging es auch gleich zur Sache. Weil wir nicht sehr viel Zeit hatten, wärmten wir uns kurz auf und gingen anschliessend zu dem Teil, auf den sich die ganze Klasse schon den ganzen Morgen gefreut hatte: die Verteidigung mit dem Körper!

 

Als erstes kam die Verteidigung bei einem Angriff von hinten. Alex hatte sich währenddessen schon mal in seinen Schutzanzug gezwängt, der aus einer Footballausrüstung, verstärktem Genitalschoner und einem sehr gut gepolstertem Helm bestand. Marianne und Alex zeigten uns gleich eine Situation, in der jeder von uns einmal stecken könnte: man muss spät abends alleine nach Hause und es ist alles dunkel. Plötzlich kommt eine Person, dargestellt durch den gepolsterten Alex, und greift einem von hinten an. Marianne führte eine Reihenfolge von Schlägen und Tritten aus und der Täter lag stöhnend am Boden. Ein lautes „Ahh“ und „Ohh“ ging durch den Raum.

Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten und Alex immer wieder beteuerte, dass es ihm ganz bestimmt nicht weh täte, lernten wir den ersten Teil dieser Reihenfolge. Dieser Teil bestand darin, den Gegner mit einem lauten Schreien zu erschrecken. Also riefen wir alle erstmals ein lautes „NEIN!!“.

Am Anfang kam ich mir total bescheuert vor, aber als wir das ein paar Mal übten, war es gar nicht mehr so schlimm. Am Schluss des Morgens durften wir das Gelernte an Alex ausprobieren und waren alle recht erstaunt, dass wir es eigentlich recht gut hingekriegt hatten.

 

Am Nachmittag kam nach einem kurzem Aufwärmspiel die verbale Verteidigung dran. Marianne erklärte uns, dass man nicht immer gleich eine Schlägerei haben muss, wenn uns jemand provoziert. Man muss einfach STOPP sagen können. Und dieses STOPP lernten wir auch gleich.

Und das ging folgendermassen vor sich: Alex zog sich wieder seine Rüstung an und jeder einzelne von uns musste in die Mitte stehen und Alex provozierte uns. Es war nicht immer leicht, anständig und beim Sie zu bleiben. Aber im Grossen und Ganzen war es sehr gut.

 

Auf der Heimfahrt ergaben die Diskussionen, dass es eigentlich alle „superlässig“ gefunden haben!

Und so ging ein anstrengender Tag zu Ende.

 

9. März Fabio


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