Kristina & Besime
Kristina und Besime stellte sich anfangs das selbe Problem. Die Auflage war ja möglichst eine Woche in einem Betrieb zu schnuppern, damit man einen etwas weniger oberflächlichen Blick auf den Beruf werfen konnte. Gerade die Ärzte haben da nicht so viel Musikgehör. Es gibt sicherlich mehrere Gründe: Die Nachfrage nach Praktikumsplätzen ist gross, die Möglichkeiten konkret in der Praxis zu arbeiten eher klein. Persönlichkeitsschutz, Diskretion, Patientenkarteien sind nur einige der Stichworte.
Als ich Kristina fragte, wie ihr die Praktikumszeit bei Dr. Zinnenlauf gefalle, schaut sie sich erst um und flüsterte: "Es ist einfach geil hier :-)". Sie durfte kleinere Arbeiten im Labor erledigen, zb. Bluttests durchführen. Auch Besime, die ich am Freitag im Ärztehaus in Tann-Rüti besuchte, erzählte mit ganz begeistert, dass sie nun ihre Blutgruppe kenne.
Medizinische Praxisassistentinnen übernehmen eine Vielzahl von Funktionen in Arztpraxen. Sie betreuen Patient/innen, organisieren und verwalten die Administration, führen Labor- und Röntgenuntersuchungen durch und assistieren Arzt oder Ärztin bei Eingriffen.
Medizinische Praxisassistenten üben eine sehr vielfältige Tätigkeit aus. Als Sprechstundenassistenz nehmen sie Anrufe entgegen und vereinbaren Termine. Mit Fingerspitzengefühl und Fachwissen müssen sie die dringenden Fälle erkennen und entsprechend reagieren können. Sie empfangen die Patient/innen, betreuen, beruhigen und überwachen sie in Notfällen, informieren sie über das weitere Vorgehen und bereiten sie für die Behandlung vor. Die benötigten Instrumente und Apparate für die Untersuchung legen sie bereit und sterilisieren sie. Bei Bedarf assistieren sie Arzt oder Ärztin bei operativen Eingriffen.
Auf ärztliche Anordnung legen Medizinische Praxisassistentinnen Verbände an, verabreichen Injektionen und machen Blutentnahmen. Selbständig führen sie verschiedene Tests durch, beispielsweise Atem- oder Hauttests, Blutdruckmessungen, Aufzeichnungen der Herztätigkeit (EKG) usw.
Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich der medizinischen Praxisassistenten ist das Labor. Dort führen sie verschiedene Untersuchungen mit Blut, Urin und anderem körpereigenem Material durch. Sie zählen und differenzieren Blutzellen, suchen nach Pilzsporen, identifizieren Bakterien, bewerten Testresultate und vieles mehr. Zur Analyse der Proben stehen ihnen Mikroskope, verschiedene Chemikalien und Apparaturen zur Verfügung.
Ausserdem sind die Praxisassistentinnen ausgebildet für den fachgerechten Umgang mit Röntgenapparaten und beherrschen die Techniken für den Strahlenschutz. Sie machen die verordneten Aufnahmen selbständig und entwickeln diese.
Verantwortlich sind medizinische Praxisassistenten auch für die Administration der Praxis. Sie verwalten die Krankengeschichten mit allen Patienten- und Versicherungsdaten, führen Korrespondenz, schreiben Berichte und wickeln den Zahlungsverkehr ab. Auch das Bestellen und Verwalten von Material und Medikamenten fällt in ihre Zuständigkeit.
Bei allen Aufgaben in der Praxis ist äusserst exaktes und sauberes Arbeiten erforderlich. Medizinische Praxisassistentinnen müssen auch in hektischen Situationen Ruhe und Übersicht bewahren, konzentriert arbeiten und mit kranken Menschen sicher und verständnisvoll umgehen können.
