Was uns von A-SchülerInnen unterscheidet
Arbeitstempo
· Es ist nicht so, dass wir in der Sek B blöder sind als die SchülerInnen der Sek A. Wir sind Jugendliche, die etwas mehr Zeit und Aufmerksamkeit von den Lehrern brauchen.
· Den Schulstoff nehmen wir in kleineren Schritten durch und so können wir ihn mehr diskutieren. Wir haben mehr Zeit, etwas genauer zu besprechen als die A-Schüler.
· Wir schreiben in kürzeren Abständen Prüfungen. Die Prüfungen werden dadurch für uns kürzer und etwas einfacher (weniger Stoff zu lernen)
· Unsere Lehrerin stellt uns zwischendurch auch Aufgaben, die Gymischüler oder Sek A Schüler durchnehmen. Sie macht dann einfach aus einem Blatt zwei Blätter – Das gibt uns ein stolzes Gefühl, wenn wir solche Aufgaben bewältigt haben.
· Natürlich müssen wir gleich hart arbeiten wie die vom A, wir haben ja den gleichen Stoff.
· Wir arbeiten nicht schlechter, nur langsamer als im A.
· In der ersten Sek B fanden wir Zeit den 6. Klassstoff zu repetieren.
· Im Französisch muss man keine Sätze lernen, nur Wörter.
· Ein sehr markanter Unterschied zum A ist, dass im B die ganze Zeit Hochdeutsch gesprochen wird, im A dagegen sehr oft auch Schweizerdeutsch.
Persönliches
· In der 6. Klasse lernte ich viel und fleissig, aber trotzdem waren meine Noten nie gut. Umso schöner ist das Gefühl, einmal gute Note zu schreiben. Dadurch ging ich auch wieder gerne zur Schule.
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· In der Sek B sind die besten Sportler und wir haben schon sehr viele Turniere gewonnen.
· Ich bin stolz, dass ich eine B-Schülerin bin und hätte weniger Spass als A-Schülerin.
Abstufung
Ich wurde in der 6. Klasse dazu fähig erklärt, die Sek A zu besuchen. Da war ich auch ein Jahr, doch es gefiel mir nicht.
Es machte mir sehr zu schaffen, dass wir so viel lernen mussten. Für mich wurde der Stoff schon nach einem halben Jahr zu viel und die Lehrer machten immer mehr Druck. So hielt ich es einfach nicht mehr aus: ich wurde aggressiv und liess es an meiner Familie aus – mir machte die Schule keine Freude mehr und ich wollte gar nicht mehr lernen.
Meine Lehrer teilten mir mit, dass es nicht möglich sei mit meinen Leistungen weiterhin die Sek A zu besuchen.
Zuerst war ich erleichtert, doch dann überlegte ich mir, wie mein Umfeld reagieren würde. Meine Mutter war natürlich enttäuscht, doch sie akzeptierte es: "Ja wenn es besser so ist, soll es halt sein."
Lehrstelle:
· Alle Lehrmeister, die ich bis jetzt gefragt habe, sagten mir: Lieber einen guten Sek B-Schüler als einen schlechten A-Schüler.
· Seit ich im B bin, habe ich ein gutes Zeugnis und das mit der Lehrstelle hat auch geklappt.
· Viele Lehrstellen werden an Sek A-Schüler vergeben. Aber wir können ja das 10. Schuljahr machen.
Tatsachen
Die A-Schüler sind anständig, diszipliniert, machen alles richtig und sind Schweizer. Die B-Schüler sind unanständig, machen Blödsinn, sie können nichts und haben keine Chancen eine Lehrstelle zu kriegen. Und natürlich sind alle Ausländer. – So sehen Eltern die Unterschiede zwischen A und B.
Jetzt wollen wir doch die Tatsachen sehen:
Wir B-Schüler machen sehr viel für die Schule und die Gemeinde:
Als die Schule im Februar einen neuen Pausenbeck suchte, übernahm unsere B-Klasse die Arbeit. Seitdem streichen wir jeden Tag Brötchen, damit die A-Schüler genügend Kraft für ihre Aufgaben haben.
Auch beim Hombeat waren wir dabei, die B-Klasse hat den ganzen Abend mitgeholfen.
Und was soll man zum Schulsilfest sagen? Raten Sie mal, wer am Ende aufgeräumt hat? – Genau! Die B-Schüler.
Als letztes und aktuellstes Beispiel: Räbeliechtli-Umzug – Auch da haben wir natürlich geholfen!
Aber, auch wenn wir das alles machten, sind wir nicht bessere Menschen als die A-Schüler. Aber auch wir können was, auch wir leisten unseren Beitrag und bringen Leistung.
