... and the city

16.10.2005 um 19:20 Uhr

amour fou

von: ni_ke

„Ich lebe nicht monogam.“ Dieses „Geständnis“ machte er mir in unserer ersten Nacht, noch bevor wir die ersten Tastausflüge auf der Haut des anderen starteten. Wenn ich irgendjemandem später von meinen Beziehungsversuchen, von meiner amour fou mit Big erzählt habe, dann schlug mir immer Entrüstung entgegen. Mit einem Partner zusammensein, der mit anderen schläft, das scheint für meine Mitmännlein wie -weiblein unausdenkbar. Ich war in diesem Punkt vermutlich wieder mal gnadenlos naiv. Ich wusste nicht, ob eine ‚offene Beziehung’ lebbar ist. Ich wusste nur, nach zwanzig Jahren intensiver Feldforschung, dass ‚normale’ monogame Beziehungen sich nicht gerade durch Lebbarkeit hervortun. Also empfand ich es sogar wie ein spannendes Experiment, eine Herausforderung, eine Chance. Ich hatte (habe?) ja dazu auch noch ganz hehre Vorstellungen von „Liebe“: nichts fordern, dem anderen seine Freiheit lassen, bedingungsloses Geben und Nehmen eben ... Vielleicht war das das Rezept für die wahre große Liebe: Sich über alle Eifersüchteleien und Besitzansprüche hinwegsetzen – wenn wir dorthin gelangen konnten, dann konnten wir doch überall miteinander hinkommen!
Zwei Bedingungen habe ich dennoch gestellt: Ich will keine Heimlichkeiten. Und ich will die Nr. One sein. Ich war es eine Zeit lang. Als ich es nicht mehr war, bin ich gegangen.


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