Ansichten eines Clowns

22.11.2007 um 12:29 Uhr

Melodie meines Herzens

von: Bruder_A   Kategorie: Lyrik, Epik

Stimmung: ...
Musik: 2Raumwohnung - 2 von Millionen von Sternen

 

Flieg, mein Vogel.
Flieg.
Der Wind kennt Deinen Namen
und rief Dich.

Sing, mein Engel.
Sing.
Das Universum kennt Deine Seele
und lauscht Dir.

Glänze, mein Schatz,
Glänze.
Der Regenbogen kennt Deinen Ort
und zeigt auf ihn.

Leuchte, mein Stern,
Leuchte.
Das All ist groß und leer
und braucht Dein Licht.

Schaue, mein Wolf,
Schaue.
Deine Augen sind klar und rein.

18.11.2007 um 12:31 Uhr

Gewaltmarsch

von: Bruder_A   Kategorie: Lyrik, Epik

Stimmung: sonntaglich
Musik: Morcheeba - Fear and Love (eines meiner Lieblingslieder)

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile,
dies zu erkennen – ohne Eile –
ist des Menschen größter Kraftakt;
und sind da denn die Füße nackt,
wirds schwer auf Grundeis Fuß zu fassen.
Das heißt jetzt nicht, daß mans nicht packt
(man kanns ja sowieso nicht lassen).

Doch leichter gehts mit Kraft durch Ruh´,
das ist des Geistes wärmster Schuh.
Geduldig dann – und ohne Frieren,
kann man die Richtung nicht verlieren.

Geduldig kommt irgendwann ein Ziel in Sicht.
Schnell erzwingen kann mans nicht.

Die Augen sehen nicht alles, was es zu sehen gibt,
Die Ohren hören nicht alles, was irgendwo erschallt.
Die Sinne sind da oft sehr selbstverliebt,
autistisch-solipsistisch bis es knallt.

Die Zweifel hoch, da muss was sein.
Man hält die Schritte seltsam klein.
So spannt sich leicht ein Bogen auf:
Schneller wollen, langsamer Lauf.

Und bleibt man stehn und schaut nach vorn,
erscheint das Ziel als kleiner Korn.
So weit ist es? Da will ich hin?
So sieht es aus seit Anbeginn!
Kein Schritt hab ich bisher geschafft;
die Lücke, die dort vor mir klafft,
unüberwindbar, denke ich.
Ein letztes Mal belüg ich mich.

Anstatt zu gehen, anstatt zu springen,
lädt man sich erst Gewichte auf.
Dies nimmt man unsichtbar in Kauf,
auch wenn sich leicht und schnell bedingen.

Wen wunderts, wenn man dann
auf halbem Weg, direkt am Rand,
erliegt und sinkt in kalten Sand.
Es ist ein starker - eigner - Bann.

Doch Mut und Hoffnung sprengen Ketten,
nicht nur Münchhausen konnt sich retten,
indem er sich am Schopfe zog.

Munter, frisch und aufgetankt,
den Lebensgeistern sei gedankt.
Vorbei die Zeit, die sich belog.

Vor mir der Weg, der sich verbog.
Und sei das Ziel auch noch so klein.
Ich bin der Weg, das Ziel ist mein.

 



Dieses Gedicht habe ich letztens gefunden, es ist schon viele Jahre alt. Da mir gerade die Muße fehlt, etwas Neues zu schreiben und das Gedicht mirakulöserweise recht treffend auf die Gegenwart zutrifft, kommt es hier nun als schöner Platzhalter hin. Bis ich die Dinge, die mich gerade bewegen und die ich erlebt habe, in Worte fassen kann. Ich würde es inhaltlich heute wahrscheinlich anders schreiben oder verbessern wollen, aber ich lasse es mal im Original stehen. Es gibt mir Kraft.

02.11.2007 um 15:18 Uhr

Per aspera ad astra

von: Bruder_A   Kategorie: Lyrik, Epik

Stimmung: verhalten optimistisch
Musik: Kaiser Chiefs - Try your Best

Die alten Krähenfederschwingen von dem Kellerboden.
Leicht verstaubt und totgeglaubt,
oft benutzt und nie vermisst.

Mit einer Wachsschicht gegen starken Wind, kalt und glatt.
Erinnere Dich der Regeln des ehernen Zeitalters.
Flieg nicht zu hoch, damit die Sonne nicht zum Feinde wird.
Auch nicht zu tief, da sonst der feuchte Ozean die Federn tränkt.

Doch flieg, mein kleiner Cherub, die Welt ist da, wo die Nase steht.
Habe Mut und flieg. Die Übung kommt dann mit der Zeit.
Und wenn Du unten Schatten siehst, scheint oben nur die Sonne.

Du bist Mensch, und du bist Wind.
Nun flieg, mein kleiner Cherub.

Dir soll die Sonne scheinen.
Denn ich bin Du.

Kind der Sonne, emporgestiegen aus dem Meer der Ewigkeit.

Ich bin Mensch und ich bin Wind.