Bauernomelette statt Heidelbeerkuchen
Es gibt da diesen Film, der mich auf wunderbar angenehme Weise verfolgt. Gestern habe ich wieder eine Sequenz daraus live erlebt - mit vertauschten Rollen zwar, aber ebenso heilsam.
Danke dafür!
Es gibt da diesen Film, der mich auf wunderbar angenehme Weise verfolgt. Gestern habe ich wieder eine Sequenz daraus live erlebt - mit vertauschten Rollen zwar, aber ebenso heilsam.
Danke dafür!
"Eigentum verpflichtet." - Wie oft habe ich diesen Passus hin und her gewendet und tausend und eine Interpretation dafür gefunden. Doch welche war die richtige? Welche zählte? Welche sollte ich leben?
Inzwischen meine ich, meinen ganz persönlichen Weg diesbezüglich gefunden zu haben. Und wie die Menschen in meiner Nähe darauf reagieren, lässt mich erahnen, dass dieser Weg der richtige ist, auch wenn ihn viele noch meiden.
Schön, dass ich dieses wunderbare Vorbild hatte. Danke, lieber W.!
Liebe Blogigo-Familie,
ich hab mich rar gemacht im letzten Jahr, und das, obwohl ich meistens doch recht voll bin an blogbaren Gedanken. Eine Schreibblockade? Nein, das ist es nicht.
Mir fehlen Muße und Muse. Ersteres wird vielleicht verständlich, wenn ich euch sage, dass mein Großprojekt, das ursprünglich im frühen Herbst abgeschlossen sein sollte, nun noch mindestens bis zum kommenden Sommer laufen wird. Kurz: Ich arbeite mehr als rundum gut sein kann, aber das habe ich im Griff.
Die Sache mit der fehlenden Muse zu erklären, ist da schon wesentlich komplizierter. Die Menschen, die mir bisher als solche dienten, befinden sich momentan allesamt selbst in vergleichbaren Power-Phasen. Da bekommt die Muse schnell kalte Füße und geht eher früher ins Bett. Gedankenspiele und Fantasie geben sich so zahm, als wären sie auf Bewährung veruteilt. Und ich bin ehrlich etwas erstaunt über mich, dass mein gesamtheitliches Wohlbefinden offenbar auch davon abhängt, ob und wie oft mir ein herzensverwandter Mensch einen Schmetterling vor die Nase gaukelt, dem ich nachjagen kann.
Die Sache mit dem Sich-selbst-genügen hat also auch ihre Tücken. Zwar wird man im Alltag stabiler und deutlich belastbarer, aber dem Spektrum fehlen ein paar ganz entscheidende Farben.
Deshalb habe ich mir für das neue Jahr nur eine Sache auf den Wunschzettel geschrieben: Ich möchte wieder auf der gesamten Bandbreite meiner Emotionen surfen - meinetwegen auch von "himmelhoch jauchzend" bis "zu Tode betrübt" - nur nichts auslassen, nur nichts künstlich dämpfen, nur nichts verdrängen.
Und in diesem Sinne möchte ich Euch allen ein kunterbuntes Jahr 2012 wünschen. Möge es ein Gutes für uns alle werden.
((@))
Dass
wir Programmierer uns in gewisser Weise zur Sparte der Künstler
zählen, ist ja nicht neu; und ob dies berechtigt ist oder nicht, mag
ich gerade nicht diskutieren (ja, ist es definitiv! ;-) ). Fakt ist
jedoch, dass unsere Arbeit zwar einerseits eindeutig messbare
Ergebnisse liefert, auf der anderen Seite jedoch der subjektiven
Beurteilung des Betrachters (Nutzers) und somit auch dessen Geschmack
ausgeliefert ist, wie jedes andere Kunstwerk auch.
Dieser Tage
hat sich nun noch eine weitere Erkenntnis dazugesellt: Die
(gelungene) Leistung eines Programmierers kann beim Anwender
vergleichbare Effekte auslösen wie ein beeindruckendes Kunstwerk.
Wie anders wäre zu erklären, dass sich einer meiner Kunden zu
folgender Aussage hinreißen ließ:
„Wenn ich spüre, mit
welcher Leichtfüßigkeit dein Programm durch diesen Datenwust fliegt
und mich dabei glauben lässt, nichts wäre einfacher und
entspannender als das, dann bekomme ich glatt eine Gänsehaut. Kaum
zu glauben, dass ich hier eine Beta-Version vor mir habe. Was
erwartet mich erst, wenn Du fertig bist?“
Dass solche Worte
runtergehen wie Öl, brauche ich sicher nicht zu betonen. Doch
irgendwie wirken sie auch manipulativ (ohne meinem Kunden hier
Vorsatz unterstellen zu wollen), denn eigentlich hatte ich vor, jetzt
wo das Gröbste geschafft ist, erst mal einen Gang runter zu schalten
und mir selbst den Druck zu nehmen. Okay, es etwas ruhiger laufen zu
lassen, wird mir sicher sogar gelingen, aber mit dem Druck ist das so
eine Sache. Dieser verdammte Hurensohn von Kunde hat da nämlich mit
seinen Worten nichts ahnend etwas ausgegraben, was ich
zwischenzeitlich als glücklich verschüttet in mir ansah: meinen
Perfektionismus. Nun muss ich echt aufpassen, dass meine alte
Detailverliebtheit nicht all zu sehr Besitz von mir ergreift. Der
Künstler in mir würde sich das gerne gönnen, doch der Ökonom
stellt nüchtern fest, dass aus dem geplanten Jahr Projektlaufzeit
nun mindestens anderthalb werden – und das bereits völlig ohne
künstlerische Ausschmückung. Nun bin ich gespannt, wer von beiden
sich durchsetzen wird. ;-)
Oh
je, wieder so lange nichts geschrieben, und dann auch noch diese
Überschrift. Kann sie einer deuten? ;-)
Neulich fragte mich
jemand, wie es mir denn gehe, und dieser Jemand war einer, der diese
Frage nicht nur ernst meinte sondern auch einen gewissen Anspruch auf
eine ehrliche Antwort hatte.
Meine Antwort war: „Gut – im
Großen und Ganzen.“ Und das war keinesfalls gelogen, nur eben auch
nicht die ganze Wahrheit.
Seit Monaten schon beziehe ich meine
Selbstbestätigung nahezu ausschließlich über den beruflichen Weg.
Die Motivation ist unverändert hoch. Das ändert jedoch nichts
daran, dass Motivation alleine nicht automatisch auch für den
nötigen Antrieb sorgt. Daran hapert es ganz gewaltig. Es ist diese
emotionale Monokultur, die mir zu schaffen macht. So rein
gefühlsmäßig bin ich derzeit der totale Flatliner.
Ich weiß
auch nicht so recht. Früher hätte ich solche Phasen wohl intuitiv
ausgesessen, ohne weitere Notiz davon zu nehmen. Seit ich jedoch
aktiv reflektiere, brauche ich Bewegung im Gefühlshaushalt, um mich
wirklich wohlzufühlen. Und genau die fehlt momentan völlig.
Abhilfe
ist mit den zulässigen Mitteln eher weniger möglich. Also versuche
ich es mit der altbewährten Technik, zumindest hin und wieder mit
einem kulturellen Highlight einen kleinen Akzent zu setzen.
So war
es gar nicht schlecht, sich gestern mal das rote Chilli um die Ohren
blasen zu lassen. Da kam einmal mehr echte Begeisterung auf. Und
neben den kleinen Gänsehautmomenten hat mich vor allem gefreut, in
die strahlenden Gesichter derer zu blicken, die ich davon überzeugen
konnte, sich auf dieses musikalische Experiment einzulassen.
Und
jetzt werde ich mal schauen, wie lange dieser kleine Impuls so
anhält. ;-)
Manchmal
liegt das Glück alleine darin, nicht alles zu verstehen und auch
nicht danach zu forschen.
Ja, so nennt man das wohl. Diese Art von Kurzurlaub, wie ich ihn gerne als Zweiturlaub im Jahr mache, und wo man sehr vieles sieht und hört und lernt, aber selten länger als einen Tag an einem Ort bleibt. Es lässt sich drüber streiten, ob dies tatsächlich noch den Titel <Urlaub> verdient, denn in der Summe ist es ja doch recht anstrengend. Ich würde dem trotzdem zustimmen, denn auch wenn der Kopf weiterhin in Action bleibt, sind die Themen ja doch völlig andere, und die Arbeit fällt in Vergessenheit.
Nun,
Andalusien war dieses Mal unser Reiseziel. Oberflächlich betrachtet
könnte ich den Untertitel „Oliven, Sherry und mittelalterliche
Geschichte“ wählen und würde der Reiseleitung damit gar nicht mal
Unrecht tun, aber im genaueren Rückblick lagen die Erkenntnisse und
Zugewinnen auf ganz anderen Gebieten, von denen manche wirklich nur
am Rande mit der Reise an sich zu tun hatten.
Es hat sich also
gelohnt, und zwar auf voller Breite. Auch wegen der guten
Reiseleitung, wegen der überdurchschnittlich guten Hotels (durchweg
in bester City-Lage), und nicht zuletzt wegen der recht kleinen
Reisegruppe. Ja, es war eine Pauschalreise, doch individuell hätte
man es nicht besser planen oder organisieren können.
Nun
habe ich viele schöne Erlebnisse und Eindrücke im Gepäck, und
hätte gerne noch ein paar Tage Urlaub mehr. Denn so die rechte Lust,
wieder auf Arbeit zu gehen, habe ich noch nicht. ;-)
Ich
weiß auch nicht so recht, was ich an diesem Kerl gefressen habe,
aber er ist mir sowas von sympathisch. Vielleicht liegt es ja daran,
dass ich seine Möglichkeiten bewundere, wie er seinen Gefühlen und
Gedanken Ausdruck verleihen kann. Diese Stimme, wow. Dabei ist seine
Musik – so sehr sie in letzter Zeit auch an gestalterischer Breite
gewonnen hat – eher dem Mainstream zuzuordnen. Mittelmaß also. Und
dennoch. Es ist der Mensch – der, der dahintersteht - der dieser
Musik eine Authentizität verleiht, die mich total vereinnahmt. Er
dringt in mich ein, er penetriert mich mit Tönen, bis mir bewusst
wird, dass wir offenbar vom selben Schlag Mensch sind. Der Underdog,
der es geschafft hat. Systematisch nach oben gekämpft – nun aber
an einem Punkt, wo er begreift, dass es nicht die Masse ist, die
trägt, sondern die Qualitäten jedes Einzelnen. An einem Punkt, wo
er die Kraft in sich spürt, die ihn zum Fliegen verleitet, aber
dennoch das tiefe Bedürfnis nach Erdung bleibt. Der Punkt, wo er
begreift, dass er sich Selbstbestätigung erarbeiten kann und nicht
darum betteln muss.
Und obwohl ich oben von Mainstream schrieb,
glaube ich, inzwischen das Besondere an seiner Musik entdeckt zu
haben: Sie hat eine unglaubliche Suggestivwirkung (oder auch
autosuggestiv, wenn man's von der Bühne aus betrachtet). Da steht
einer, der seine Zweifel und Ängste nicht versteckt, aber auch
einer, der sich Kraft und Mut zuspricht – nein: sich selbst
zuschreit. Und diese Kraft kommt beim Zuhörer an, wird greifbar,
übertragbar, nimmt den Raum ein.
Mut-mach-Musik also. Kein
Anderer könnte das besser als Rea Garvey.
Nein,
keine Autowerbung. Vollgas mit Wohlfühleffekt – so habe ich die
letzten Wochen empfunden. Obwohl ich ständig irgendwie unter Strom
stand, war ich mit wenigen Ausnahmen rundum zufrieden mit dem
Geschehen um mich herum.
Da wurden tolle Feten gefeiert. Liebe
Menschen zusammengebracht. Jede Menge gearbeitet (mit Profis zu
arbeiten, ist zwar anstrengend aber auch echt befriedigend).
Zwischendurch wunderbar heilsame und tiefgreifende Mails getauscht.
Der Garten gehübscht. Endlich mit der Steuererklärung begonnen. Ein
paar Beziehungen überdacht. Wandernde nicht aufgehalten (auch wenn's
für den Moment nach Verlust ausschaut). Da wurde abgeschrieben und
hinzugewonnen. Kleine und große Erfolge gefeiert oder einfach nur
still genossen. Da wurde Menschen beim Wachsen zugeschaut. Die Stille gehört. Oft an meinen lieben M. gedacht (nein, mein Freund, dazu braucht es keinen Jahrestag - gleich keinen so traurigen). Jede Menge
Probleme gelöst. Kilometer geschrubbt. Der Volleyball verdroschen.
Schmerzen vergessen. Schlafmangel registriert. Und immer wieder
einfach kurz gestoppt und zum Horizont geschaut.
Kurzum: Ich fühle
mich gerade sehr wohl in meinem Sein.
Was macht es da schon, dass
die Tage bereits wieder viel zu kurz sind und die Zeit scheinbar
vorbeifliegt? Ich fliege einfach mit. ;-)
Liebe Grüße an alle, die mal wieder auf einen Eintrag von mir gewartet haben. Wer weiß, vielleicht komme ich demnächst ja dazu, ein „echtes Thema“ aufzugreifen. So ein paar gepflegte Kommi-Diskussionen... (...ich wusste doch, dass mir auch irgendwas fehlt ;) )
Euch
allen ein schönes und sonniges verlängertes Wochenende!
((@))
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