Nur ein paar Memos

12.03.2010 um 13:11 Uhr

Horoskop vs. Persönlichkeit

Eigentlich mag ich Horoskope nicht. Das liegt zum einen daran, weil mein Glaube und meine Spiritualität eine sehr eigenständige Erscheinung aufweisen und mit landläufiger Esoterik kaum einen Berührungspunkt finden. Und zum anderen ist das wohl auch dem Umstand geschuldet, daß die meisten Horoskope so schlecht und schwammig geschrieben sind. Da läßt sich alles und nichts hinein interpretieren, und wer unbedingt möchte, findet sich in jedem dieser Pamphlete wieder.
Doch es gibt auch Ausnahmen.
Neulich bekam ich eine recht umfangreiche Schrift über ein bestimmtes Tierkreiszeichen in die Hände. Nein, es war nicht mein Sternzeichen. Es sollte eher der zwischenmenschlichen Verständigung dienen. Beim Lesen war ich dann doch einigermaßen überrascht, wie schlüssig und weitestgehend widerspruchsfrei hier das Psychogramm einer charakteristischen Persönlichkeit gezeichnet wurde. Ein Psychologe hätte es zwar anders formuliert, aber er hätte es nicht besser und treffender gekonnt.
Zwei Dinge sind mir dabei aufgefallen...
Mein Bild von diesem Menschen, der sich mir mit diesem Horoskop erklären wollte, hat sich dadurch um keinen Deut verändert. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, diese Schrift wäre eine wohl formulierte Zusammenfassung meiner eigenen Gedanken und Gefühle.
Nun kann ich nicht von mir behaupten ein herausragender Menschenkenner zu sein. Weil aber viele dieser charakterlichen Eigenarten niemals Gesprächsthema zwischen uns waren, muß dieses stimmige Persönlichkeitsbild in mir wohl maßgeblich durch nonverbale Kommunikation gewachsen sein. Vielleicht aber spielt hier auch noch ein anderer Umstand hinein - nämlich der einer zweiten Auffälligkeit beim Lesen des Horoskops.
Es gab da nämlich gleich eine ganze Reihe von Punkten, in denen ich mich selbst wiederfand. (Wie gesagt, es war nicht mein Horoskop.) Darunter waren auch Eigenschaften und Eigenheiten, welche früher noch nicht zu meiner Persönlichkeit gehörten, sondern in die ich gewissermaßen hinein gewachsen bin, auch solche, die im Widerspruch zu meinem eigenen Tierkreiszeichen stehen müßten.
Diese Erfahrung hat mich in meiner Meinung bestärkt, daß gute Horoskope zwar sehr treffende Beschreibungen typischer Persönlichkeitsstrukturen sein können, deren Kopplung an bestimmte Geburtsdaten jedoch eher zufällig ist. Die Persönlichkeit entwickelt sich in Laufe des Lebens immer weiter, und ich selbst habe den Eindruck, in meinem Leben mindestens drei Sternzeichen durchwandert zu haben. Außerdem paßt in meine eigene Philosophie viel besser die Ansicht, daß der Grundstein einer Persönlichkeit eher durch den mentalen Status der Mutter während der Schwangerschaft gelegt wird, als durch das Geburtsdatum an sich.
Dies alles ändert aber nichts daran, daß gut geschriebene Horoskope auch einen sehr positiven Effekt haben können. Wenn sie in leicht verständlichen Worten Persönlichkeitsstrukturen erklären und deren Wechselwirkungen aufzeigen, können sie ein wertvolles Hilfsmittel zur Selbsterkenntnis sein. "Warum bin ich, wie ich bin?", diese Frage haben sich schon viele gestellt. Und wenn die Antwort darauf lautet, "Weil meine Persönlichkeit dem Sternzeichen X entspricht.", dann lasse ich das gerne gelten. Nur sollte man sich zuvor mit allen zwölf auseinandergesetzt haben, und sich auch darüber im Klaren sein, daß es durchaus Mischformen geben kann. Und dann suche man sich das Sternzeichen, das am besten zu einem paßt - egal wann man geboren wurde.
Eines sollte jedoch niemand tun: Sich hinter seinem Sternzeichen verstecken. "Ich kann dieses und jenes nicht, weil das durch meine Geburt und damit durch mein Sternzeichen so festgeschrieben ist." - Diese Erklärung lasse ich niemandem durchgehen. Eben weil Persönlichkeit in gewissen Grenzen formbar ist. Auch aus sich selbst heraus.

10.03.2010 um 14:49 Uhr

Halbweisheit #25

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Einen Emo aus Hartholz zu schlagen, schafft selbst der beste Bildhauer nicht in ein paar Tagen.
Gleich gar nicht, wenn es ein Selbstporträt werden soll.

08.03.2010 um 15:53 Uhr

Nur so ein Gedanke...

In der spirituellen Welt ist man niemals alleine - dazu braucht es nicht zwingend einen realen Partner.
Im realen Leben jedoch tut man sich meist leichter, wenn man einen Partner an seiner Seite hat.
Ich leite für mich daraus ab, daß mein Partner meine spirituellen Welten nicht unbedingt teilen muß. Es genügt, wenn er sie respektiert.

02.03.2010 um 12:51 Uhr

Zwei Bücher

Ich sitze im Auto, warte auf Dich, ruhig und gelöst. Keine Spur von Ungeduld. Ich war zu früh dran. Ein gutes Buch habe ich dabei - eines mit großer Symbolkraft. Ich lese darin und spüre, wie es meine Stimmung fängt. Eine bestimmte Passage nimmt mich gefangen und läßt meine Gedanken abdriften. Da klopft es an meine Scheibe. Mein Blick verriet vermutlich, wie weltvergessen ich gerade war. *schnitt* Ich greife hinter mich und gebe Dir ein Buch - ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Es ist vom selben Autor, nur ist dieses eine Zitatesammlung aus seinen eigenen Werken. Du schlägst es in der Mitte auf und liest mir ein erstes Zitat vor. Es war genau jene Stelle, an welcher ich kurz zuvor in dem anderen Buch hängengeblieben war. Plötzlich war da nur noch Gänsehaut...

01.03.2010 um 10:29 Uhr

Energie der Weisheit

von: Zwischenweltler   Kategorie: Zitate

Wenn das männliche Wissen sich mit der weiblichen Energie der Veränderung vereint, wird eine große magische Verbindung geschaffen, die den Namen Weisheit trägt.

Paulo Coelho in "Brida"

01.03.2010 um 10:21 Uhr

Letztes Wochenende...

... darüber könnte ich jetzt seitenweise schreiben.
Doch der Kenner schweigt und genießt. :)

26.02.2010 um 08:03 Uhr

Bitte nicht stören!

Bitte nicht stören! Ich hab doch was vor und bin deshalb bissl in Eile....

 

 Ein schönes Wochenende Euch allen!

18.02.2010 um 14:03 Uhr

Leben

Sie: "Was hast du eigentlich getrieben in all den Monaten, wo ich nichts von dir gehört hab?"
Ich:
"Ich habe gelebt."
Sie:
"Na, das klingt ja nicht gerade berauschend."
Ich:
"Ich sagte, ich habe gelebt, nicht, ich habe geatmet."
Sie:
"Gibt es da einen großen Unterschied?"
Ich:
"Einen gewaltigen!"

Dieser Dialog, den ich neulich führte, fiel mir wieder ein, als ich dieser Tage mit Leuten kommunizierte, die voller unsicherer Erwartung einem gemeinsamen Ereignis entgegen fiebern, welches ich völlig gelassen vor mir liegen sehe.
Vor noch nicht allzu langer Zeit ging es mir ähnlich. Mein Leben hangelte sich von Highlight zu Highlight in unterschiedlich langen Etappen. Da waren die Reisen, die Treffen mit Freunden, die Konzerte und dazwischen war..... nichts. Mein Denken konzentrierte sich auf diese Punkte, und die Zwischenzeit füllte ich mit Erwartung. Ich war so auf diese Ereignisse fixiert, daß ich gar nicht merkte, wie zwischen den Etappenzielen das Leben völlig an mir vorbei lief.
Sicher kann ein solches Muster vorübergehend auch mal ganz sinnvoll sein - z.B. um eine kleine Depression zu überbrücken. Aber im Endeffekt liegt darin (neben der Verschwendung an Lebenszeit) auch das Risiko, alles noch schlimmer zu machen. Je länger die Wartezeit, um so blumiger malte ich mir das Bevorstehende aus. Und man weiß ja: Wo Erwartungen sind, ist die Enttäuschung nicht weit.
Heute schaffe ich es, auch in den Tagen zwischen den vermeintlichen Highlights ganz bei mir zu sein. Ich schaue noch immer auch voraus, und nur zu gern lasse ich mich von Vorfreude erfüllen, aber ich versuche, so wenig wie möglich zu planen, und der aktuelle Tag bleibt immer noch MEIN Tag. Insofern unterscheiden sich die "besonderen Tage" nicht vom Alltäglichen. Ich nehme auf, was mit mir passiert, und ich lenke mich so, daß ich möglichst ungezwungen meine Zeit leben kann. Alles andere folgt den Wellen meiner Emotionen und dem Zusammenspiel mit den Menschen an meiner Seite. So kann auch das Alltägliche zum Besonderen werden und das Besondere leidet nicht mehr unter dem Erwartungsdruck.
Zugegeben, manchmal muß ich mich selbst noch daran erinnern, aber es klappt immer besser. Noch ist es nicht zur Gewohnheit geworden - und ich glaube, das darf es auch nicht werden. Denn Gewohnheit dämpft die Empfindungen. Das will ich nicht mehr.

08.02.2010 um 10:13 Uhr

Abstrakte Konstrukte

Hin und wieder - wenn sich Gedanken neu formieren, mit Gefühlen kombinieren, neue Strukturen bilden, Erkenntnisse Gestalt annehmen - kommt es vor, daß ich bestimmte "Bilder vor Augen" habe, die diesem Hirnchaos eine gewisse Gestalt geben.
Ich schreibe dieses "Bilder vor Augen" ganz bewußt in Gänsefüßchen, weil es nur selten wirklich bildhafte Darstellungen sind, welche ich dann auch tatsächlich vor Augen haben kann. Wäre ich ein Maler, würde mir dies vielleicht gelingen. Wäre ich ein Musiker, würden ganz sicher Melodien und Rhythmen daraus. Als Tänzer entwickelte ich eher eine Choreographie und als Bildhauer wären es Konturen, Flächen und Texturen. Aber ich bin nun mal keiner dieser speziell begnadeten Menschen. Deshalb bleiben diese Bilder meist abstrakte Konstrukte in meinem Kopf, die sich zwar meinen Gefühlen erschließen, sich aber nur schwer vermitteln lassen, weil ihnen eine allgemeinverständliche Gestalt fehlt.
Um so mehr freue ich mich, wenn ein Künstler, der offenbar ähnlich wie ich tickt, eines meiner inneren Konstrukte tatsächlich in etwas Bildhaftes umsetzt - also ein Werk schafft, in welchem ich mein Denken und Fühlen wiederfinden kann.

So geschehen am Wochenende. Ich war mal wieder im Kino - Ihr wißt schon: dieses farbenfrohe 3D-Epos - und der Film enthielt eine Szene - nein, eigentlich war es nur eine winzige Sequenz von wenigen Sekunden - die genau das optisch widerspiegelte, was seit Monaten in meinem Kopf herumschwirrt: ein Stück meiner Lebensphilosophie in klarer optischer Gestalt. In den Bildern, die für die Allgemeinheit bestimmt waren, fand ich meine ganz persönlichen Bilder wieder.
Schön war das, und alleine diese wenigen Sekunden waren es wert, diesen Film anzuschauen.

Nun bleibt eine Frage in mir zurück. Fast 7,5 Millionen Menschen haben diesen Film alleine in Deutschland (bisher) gesehen. Bei wie vielen davon ziehen diese schönen bunten Bilder nur vorbei, ohne daß etwas davon haften bleibt; und wie groß ist die Anzahl derer, die, wie ich, ein Stück ihrer eigenen Philosophie darin finden konnten und glücklich darüber sind?
Meine Befürchtung ist, daß sehr viele Zuschauer die Message des Filmes - welche zwar hollywood-typisch klischeeüberladen, aber dennoch federleicht verständlich herüber kommt - bereits am nächsten Tag wieder vergessen haben. Schade eigentlich....

03.02.2010 um 15:01 Uhr

Milchmädchenrechnung

Ich weiß, es ist eine Milchmädchenrechnung, wenn ich glaube, das Mehr an Arbeit, das ich gegenwärtig leiste, würde sich in naher Zukunft in Form von mehr Freizeit auszahlen.
Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf und halte mich an ihr fest. ;)