Nur ein paar Memos

29.05.2008 um 10:06 Uhr

Der Mühe Lohn

Ich habe lange Zeit meines Lebens Probleme damit gehabt, mir meiner Gefühle bewußt zu werden. Das ging dann irgendwann, aber die gedankliche Darstellung blieb noch lange Zeit schwammig. Erst als ich begann, sie anderen zu erklären - als ich gezwungen war, sie in verständliche Sätze zu pressen - bekamen sie auch für mich selbst die Klarheit, die es braucht, mich als Ganzes zu verstehen. Und dieses Verständlichmachen klappt besonders gut - wen wundert's? - wenn ich aufschreibe, was ich fühle, denke und beobachte. Klar, beim Schreiben legt man meist den letzten Rest Oberflächlichkeit ab, man sortiert, strukturiert, spannt Bögen und findet auf diesem Weg vielleicht Muster, die sich in der reinen Gedankenarbeit niemals erschlossen hätten. Und manchmal stößt man auch auf innere Widersprüche - merkt, wo man sich selbst im Wege steht. Selbstbeobachtung ohne Überbewertung.
Natürlich braucht dieses Niederschreiben Zeit - ein Gut, das wohl keiner ausreichend hat. Doch diese Investition lohnt sich eigentlich immer. Schon oft ist es mir passiert, daß ich mich wochen- manchmal monatelang mit einem schwer greifbaren Gefühl herumgeschlagen habe, und dann, als ich mich endlich dazu durchringen konnte, es aufzuschreiben, war es innerhalb weniger Stunden sonnenklar.
Ich weiß nicht, warum unser Gehirn so umständlich aufgebaut ist, daß wir vieles erst verstehen, wenn es das Sprachzentrum durchlaufen hat. Damit müssen wir uns wohl abfinden.
Und selbst dann, wenn man glaubt, sich eines bestimmten Gefühls absolut sicher sein zu können, ist es doch ratsam, diesen vermeintlich umständlichen und teilweise anstrengenden Weg zu gehen. Verbale Kommunikation mit sich selbst schafft Klarheit. Noch besser ist jedoch die Kommunikation mit einem zuverlässigen menschlichen Spiegel. Besonders dann, wenn man glaubt, sich gedanklich im Kreise zu drehen, kann bereits ein einziges passendes Stichwort, ausgesprochen von einem guten Freund und Vertrauten, den Schlüssel zum ersehnten Ausgang bedeuten.

Es gibt diese ganz besonderen Briefe, die bekommt man nicht alle Tage - und es gibt diese ganz besonderen Briefe, die schreibt man nicht alle Tage.
Aber wenn, dann.... fehlen mir die Worte, den Effekt zu beschreiben. :-)

26.05.2008 um 14:31 Uhr

Zweigeteilt und doch nicht zerrissen

Es ist ein gutes Gefühl, wenn man links und rechts gleichermaßen genießen kann, ohne sich entscheiden zu müssen.

26.05.2008 um 13:58 Uhr

Bett-Dialog

Sie: Ganz schön aufgekratzt die Hühnchen, was?
Er:
Das dürfte in erster Linie der Gruppendynamik geschuldet sein.
Sie: Was macht dich da so sicher?
Er:
Weil ich X auch als sehr tiefsinnigen und philosophischen Menschen kenne.
Sie: Hmm...
Er:
Und außerdem ist das ja kein Widerspruch: Tiefsinnigkeit und Lebensfreude.
Sie: Ja, sicher. - Und es hat mir auch richtig Spaß gemacht.
Er:
Was besonders?
Sie: Na ja, mich mal selber wieder loszulassen, locker zu sein und albern, sich bissl anstecken lassen.
Er: Siehste... *g*

22.05.2008 um 13:36 Uhr

Panikranderfahrung

Ich war bisher immer der Meinung, relativ gefeit zu sein gegen Panikattacken. Als ich aber vorhin meine Bon Jovi Tickets beim besten Willen nicht finden konnte, trat mir tatsächlich der kalte Schweiß auf die Stirn und mein Puls raste. Seltsame Erfahrung.
Inzwischen ist wieder alles im grünen Bereich und die Tickets sind wieder aufgetaucht. (Sonst hätte ich mir einen Schoßplatz suchen müssen. ;-) )
Ein versteckter Schlitz im Schrank hatte sie gefressen und mußte erst von mir überzeugt werden, sie wieder herzugeben.
Der Schrank, die Sau...

13.05.2008 um 17:08 Uhr

Frühlingsgefühle

- ohne Worte -
;-)

08.05.2008 um 15:13 Uhr

Reflexionspause

Mal wieder lange nichts geschrieben, was?
Das hat zwei Grunde: Zum einen, weil die Zeit ganz real zu knapp ist. Aber eigentlich ist der zweite Grund viel entscheidender: Ich brauche mal eine Denkpause - bin in gewisser Weise etwas müde.
"Ich lasse das Leben an mir vorbeiziehen", wollte ich schon schreiben. Doch das stimmt nicht. Ich nehme das Leben mit, ohne groß darüber nachzudenken. Vielleicht nehme ich auch etwas zuviel vom Leben mit. Mag sein, daß ich mal etwas kürzer treten sollte... mag sein. Aber solange ich mich noch wiederfinde dabei, solange ich abends entspannt bei einem Whiskey abhängen kann, solange noch Zeit für Freunde und Familie bleibt, und solange ich noch Ausgleich in körperlicher Betätigung (jeglicher Art ;-) ) finde, solange gibt es auch keinen Grund, Abstriche zu machen.
Auch mein Denken folgt gerade dem Gummiband-Prinzip. Nach einer angespannten Phase hängt es gerade schlaff im Oberkästchen herum... was kaum glauben will, wer mein derzeitiges Arbeitspensum kennt. Aber es ist ebenso erstaunlich wie beruhigend, zu beobachten, wieviel Entlastung es bringt, wenn man sich auf geistige Routine verlassen kann. Selbst Prozesse, die ich normalerweise als kreativ bezeichnen würde, bewältige ich derzeit mit Routine.

Es wird wieder anders sein demnächst, bald, irgendwann - wer weiß. Und bis dahin behalte ich einfach diesen energiearmen Zustand bei. Urlaub ohne Urlaub sozusagen.
Also macht Euch keine Gedanken um mich, wenn ich mal für eine Zeit nichts Geistvolles von mir gebe. Mir geht's gut, und ich hoffe, Euch auch.

Genießt die Tage! Und die Nächte!
Herbst und Winter sind vorbei (nur für die, die's noch nicht bemerkt haben :-) )

Man liest sich.