Nur ein paar Memos

25.05.2009 um 17:43 Uhr

Hach..hach..hach

Ich war gestern Baby angucken. Jahaaa, ich bin noch einmal Onkel geworden. Ein kleines Mädchen. Ich meine, klein sind die Neugeborenen ja alle, aber sie ist besonders klein, weil sie instinktiv die Welt ein paar Wochen früher betreten hat als geplant. Gut so - schlaues Mädchen!
Und sie ist soooo süß. Hach!
Das Beste: Sie ist seit über fünfzig Jahren das erste Mädchen, das in unserem Zweig der Familie geboren wurde. Ansonsten alles Jungs. Da haben wir jetzt wohl ein neues Hühnchen im Nest.
Ich freue mich. :)))

22.05.2009 um 15:39 Uhr

Cumaru

Es ist ja kein Geheimnis, daß ich von Natur aus ein Holzwurm bin. Holz ist für mich alles mögliche gleichzeitig: tote und lebendige Natur, Brennstoff, Baustoff, Kunstobjekt, Ruhepol, Fetisch - insgesamt das wohl faszinierendste Material überhaupt. Alleine in einheimischen Baumärkten läßt sich so viel Schönheit entdecken, wenn man nur in die richtigen Regale schaut. Birke, Buche, Lärche, jedes Holz hat seine eigenen Eleganz. Furniere aus Obsthölzern oder aus manchen Wurzeln gleichen einmaligen Kunstwerken. Und wer schon mal ein lange Zeit vom Meerwasser umspültes Stück Kiefernholz am Strand gefunden hat, wird festgestellt haben, daß ausgewaschene Jahresringe richtige Geschichten erzählen können. Es wird nie langweilig. Immer wieder entdeckt man Neues.
So gerade am heutigen Morgen...
Doch dazu müssen ein paar Worte zur Vorgeschichte her: Meine alte Holzterrasse brauchte einen neuen Belag. Also habe ich nach einem harten und witterungsbeständigen Holz gesucht. Etwas ganz Besonderes sollte es sein. Wenn möglich, etwas, das mich selbst überdauert.
Es stand so einiges zur Auswahl, doch von einem Insider bekam ich einen ganz speziellen Tipp: Cumaru - ein Tropenholz aus Mittelamerika.
Ich befaßte mich anschließend noch mit allen möglichen Holzarten, doch mein Bauch hatte sich bereits unumstößlich entschieden. Also traf Anfang der Woche eine Lieferung bei mir ein. Abgeladen und im Garten abgestapelt... mir fehlte die Zeit, meine neue Errungenschaft intensiver zu betrachten.
Doch gestern war es soweit. Mit Hilfe eines alten Freundes - ebenso Holzwurm wie ich - habe ich innerhalb weniger Stunden dieses wunderbare Material verarbeitet.
Was soll ich sagen? Dieser kleine Tanzboden strahlt eine Wärme und Lebhaftigkeit aus, wie ich sie bisher nur selten zu Gesicht bekommen hatte. Ich war begeistert und konnte mich nicht satt sehen daran.
Zufrieden und mit schmerzenden Knochen ging ich dann ins Bett. Immerhin war das ein nicht unerheblicher Kraftakt, die Terrasse in so kurzer Zeit neu aufzubauen. Dieses Holz ist nämlich so schwer, daß es nicht einmal schwimmt.
Über Nacht hatte es dann ausgiebig geregnet, doch als ich aufwachte, war's bereits wieder trocken. Ich bin schnell ans Fenster und wollte mein gestriges Werk noch einmal von oben genießen. Da staunte ich nicht schlecht. Dieses Cumaru Holz war durch die Nässe regelrecht aufgeblüht. Es leuchtete in zahllosen Farben und Schattierungen von tiefem Braun, über alle möglichen Ockertöne, bis in ein grelles Orange auf der einen Seite und in ein flammendes Rot auf der anderen. Genial - ein Augenschmaus ohnegleichen. Es sieht so aus, als hätte ich mich verliebt.
Nun muß ich mir ernsthaft überlegen, ob ich die Sitzmöbel wieder drauf stelle oder die Terrasse als hölzernes Kunstwerk belasse und mich statt dessen auf die Wiese setze... ;)

Nachtrag: So sieht meine kleine grüne Insel jetzt aus... das Holz noch unbehandelt.

19.05.2009 um 13:17 Uhr

Ich würde so gerne...

Ich würde so gerne hier meinen Gedanken nachhängen; etwas schreiben, was auch Euch interessiert; einfach in in mich gehen; feshalten; festhalten lassen; kontakten und kontakten lassen....
Aber es geht nicht. Ich folge notgedrungen der Verantwortung, die ich mir aus freien Stücken auferlegt habe. Ich multitaske wie noch nie. Aber ich spüre auch die Grenzen meiner Kräfte. Ich muß haushalten: klug, geschickt.

Bis demnächst....

12.05.2009 um 18:27 Uhr

Zwei amerikanische Gesichter

Vor knapp sechs Jahren weilte ich zum letzten Mal in den USA. Damals wurde ich immer wieder in Gespräche verwickelt, in denen ich mich rechtfertigen sollte, weshalb sich Frankreich und Deutschland so gegen eine Teilnahme am Irak-Krieg versperren würden. Damals konnte ich argumentieren, wie ich wollte, immer wieder rannte ich gegen eine Mauer aus blindem Patriotismus.

-- Schnitt --

Als ich vor zwei Wochen im Hof einer Hotelanlage in Vietnam saß, fiel mir ein vielleicht sechzehnjähriger Junge auf - mit amerikanischem Slang und einem T-Shirt mit der Aufschrift: "Vietnam is a country, not a war."
Ich fragte ihn, was diese Aufschrift zu bedeuten hätte, und er erzählte, sein Großvater wäre Pilot gewesen und hätte "Agent Orange" über dieses Land verteilt. Jeder Amerikaner, der das Wort "Vietnam" hört, würde nur an diesen verlorenen Krieg denken, und keiner könnte aber wirklich erklären, welchen Zweck das alles gehabt haben sollten. Er wolle nun herausfinden, was sein Opa hier wirklich tat und weshalb ihm immer peinlich war, darüber zu reden.
Ich war etwas erstaunt und fragte ihn, ob er alleine hier sei. Er sagte, er wäre im Rahmen einer Summer School gemeinsam mit knapp vierzig Kids zwischen 12 und 16 hier und sie würden mit den Einheimischen Reis anbauen und Fischen gehen. Ihr Ziel wäre es, sich ein möglichst genaues Bild von dem Land und den Lebensverhältnissen hier zu machen.
Mein Staunen nahm kein Ende, und ich fragte, ob sie schon grundlegende Erkenntnisse hätten. Er war clever genug, um mit einer Gegenfrage zu kontern: Ob nicht vielleicht mein Opa auch bei den "Krauts" gewesen wäre und welche Erkenntnis ich daraus gezogen hätte. Ich sagte ihm, daß ich es für wichtig hielt, sich mit den Fehlern der Eltern und Großeltern auseinanderzusetzen, um sie nicht ein weiteres Mal zu begehen. Man dürfe sich aber nicht schuldig fühlen für die Taten früherer Generationen.
Daraufhin grinste er und meinte nur: "You got it, mate!"

Soviel Nicht-Patriotismus hat mich ehrlich überrascht. Gerne hätte ich mit diesem Jungen noch ein bißchen geschwatzt. Vor allem hätte mich interessiert, woher der Antrieb kam, eine solche Reise anzutreten. Leider wollte es der Zeitplan nicht, daß wir uns noch einmal trafen. Dennoch blieb das gute Gefühl, hier Zeuge eines kleinen Stückchens Völkerverständigung geworden zu sein.

08.05.2009 um 15:07 Uhr

Zurück

So, da wäre ich also wieder. Vollgeladen mit Eindrücken und Gedanken, zuzüglich eines ausgewachsenen Sonnenbrandes. Noch nichts ist geordnet,  nichts ausgewertet. Das wird sicher eine ganze Weile dauern.
Für alle, die sich Sorgen gemacht hatten, ich könne die Kamera tatsächlich zu Hause gelassen haben, hier eine kleine Entschädigung. Direkt fotografiert habe ich zwar nicht - dazu fehlte es einfach an Zeit - aber draufgehalten wurde dann doch immer wieder. Und so ist der eine oder andere Schnappschuß gelungen, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Hier also ein paar Impressionen aus Vietnam und Kambodscha ohne weitere Kommentare dazu. In den nächsten Tag wird sicher noch so mancher Gedanke dazu den Weg hier ins Blog finden...

  

(c)  Zwischenweltler