Nur ein paar Memos

23.12.2009 um 10:43 Uhr

10-jähriges

Vor zehn Jahren hielt die Welt den Atem an und hockte, wie das Kaninchen vor der Schlange, erstarrt und ängstlich vor einem Phantom, das die gesamte menschliche Zivilisation zu bedrohen schien: Der Millenium-GAU.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie damals auch unserer Firma eine Grenzlinie durchlief und die Belegschaft in zwei Lager teilte. Die eine Hälfte erwartete das Schlimmste, die andere - und zu der zählte ich mich - sah diesen komischen drei Nullen an der Jahreszahl völlig gelassen entgegen. Was sollte schon groß passieren. Eine Flugreise hatte ich nicht vor, das Auto war vollgetankt, in der Brieftasche lümmelte ausreichend Bargeld und schließlich war so eine Jahreszahl ja auch nichts anderes als eine stinknormale vierstellige Zahl, die sich durch Addition einer trivialen Eins aus ihrem Vorgänger ermittelte. Was passieren würde, würde halt passieren - egal ob wir Panik machten oder nicht.

Der GAU blieb aus - welch Wunder. Und wenn man einmal davon absieht, daß die neue Schreibweise des Datums etwas gewöhnungsbedürftig war, setzte das neue Jahr fort, was das alte hinterlassen hatte. Diejenigen, die erwartet hatten, das neue Jahrtausend würde mit Sensationen und Veränderungen am laufenden Band loslegen, wurden enttäuscht. Wie auch? Wer nichts in die Hand nimmt, wird nichts verändern. Das Datum spielt da keine Rolle. Und so ging das ganze Tingel-Tangel in eine neue Runde, das Jahr 2000 ging vorüber, und heute erinnert sich kaum noch jemand an diesen ganzen Hype von damals.

Warum mir das ausgerechnet heute in den Sinn kommt?
Mein inneres Resümee des letzten Jahres brachte zu Tage, daß eine Betrachtung dieses einen Jahres wertlos ist, wenn ich nicht auch die Jahre zuvor mit einbeziehe. Und unter Veränderung des zeitlichen Betrachtungshorizontes muß ich plötzlich eine Feststellung machen - eine Feststellung, die nicht unbedingt überrascht, aber doch neu für mich ist.
Dieses Jahrzehnt, das jetzt zu Ende geht, war das beste Jahrzehnt meines bisherigen Lebens. Ein Jahrzehnt, das vor allem von inneren Veränderungen geprägt war; geprägt von Umdenken und Neuordnung; von der Entdeckung meiner weiblichen Seite und einer neuen Spiritualität; von der Befreiung von zahlreichen Selbsttäuschungen und destruktiven Mustern; und vor allem von Menschen, denen ich mich anvertrauen konnte und die mir vertraut haben.

Nun geht wieder ein Jahrzehnt zu Ende, und im Gegensatz zum Millenium, als ich quasi überhaupt keine Erwartungen hatte, habe ich dieses Mal zumindest eine sehr starke Hoffnung. Die Hoffnung, daß die folgenden Jahre nahtlos an die vergangenen anknüpfen werden - die Hoffnung auf Kontinuität in Kombination mit kleineren und größeren Überraschungen, die Hoffnung auf ein Schwingen der Emotionen und auf weitere schöne und tragfähige Erkenntnisse.

Eigentlich ist es völliger Quatsch, sein Leben in Zeiteinheiten einzuteilen. Heute schien es mir jedoch stimmig. ;)

Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und ich möchte Danke sagen für all Eure wertvollen Gedanken und Kommentare.
In diesem Sinne freue ich mich schon jetzt auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr.

19.12.2009 um 14:59 Uhr

Betriebsblind

Es ist günstig, hin und wieder jemand Neues einzustellen. So kann ich mich - aus der unverblendeten Position des Neuen heraus - von meiner Betriebsblindheit befreien lassen und die Bestätigung bekommen, daß unser Betriebsklima nicht normal ist. Fast hätte ich das übersehen...  ;)

 

18.12.2009 um 15:27 Uhr

Glühwein-Alarm

Draußen in dem dunklen Forst
Erwacht die Gans im Adlerhorst.
Sie sieht sich um und spricht betroffen:
"Mein lieber Schwan, war ich besoffen!"

[Als kleine Warnung an meine Leute vor der heutigen Weihnachtsfeier.]



Ich wünsche Euch allen einen verträumten 4.Advent im Schnee!

14.12.2009 um 12:57 Uhr

Jippieh

Der Altmeister gibt nur ein einziges Konzert in Deutschland, und ich habe Tickets.
*hüpf*
Ich sage nur 25.03.2010, O2-Arena.  ;)

09.12.2009 um 13:25 Uhr

Flirten, steuerfrei

In meiner Branche habe ich ja - ich weiß gar nicht, ob ich "leider" oder "zum Glück" sagen soll - dienstlich so gut wie nie mit Frauen zu tun. Nun ist aber jetzt auch die Jahreszeit, wo alle möglichen Firmenvertreter ihre Kreise ziehen, um diese, meist völlig sinnlosen, jedoch steuerfreien, Jahresend-Werbegeschenke zu verteilen.
Was das miteinander zu tun hat? Nun, die Überschrift verrät es. :)
Seit einem Jahr etwa gibt es da eine Dame von einem unserer Partnerunternehmen, mit der ich hin und wieder telefoniere. Persönlich kannte ich sie bis dato nicht, ihre Stimme am Telefon strahlte jedoch eine Erotik aus, die mir den Atem nahm. Ich bin ja so ein kleiner Stimmen-Fetischist, und wenn dann so eine sonore, etwas tiefere, minimal rauchige Stimme mein Ohr erreicht, auch noch mit diesem winzigen Akzent, den ich so mag, dann....
Jedenfalls hatte sich genau diese Frau zu einer Kurzvisite bei mir angemeldet. Das an sich war schon erstaunlich, denn unsere Geschäftsbeziehungen waren nicht so intensiv, daß sie den Austausch von Werbegeschenken oder gar einen persönlichen Besuch gerechtfertigt hätten. Und ganz ehrlich, ich legte keinen größeren Wert darauf, mir diese kleine akustische Illusion durch einen optischen Flop verderben zu lassen.
Gestern stand sie dann also in meinem Büro, und ich muß sagen... wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Nähere Beschreibungen erspare ich uns, denn schließlich bleibt es immer Geschmackssache. Es war absolut stimmig, soviel muß reichen.
Und so wundert es nicht, daß wir in der halben Stunde kaum ein Wort über die Arbeit verloren und statt dessen beide strahlten, als wäre bereits Bescherung. :)))
Als sie wieder ging, wurde ich mutig und fragte, weshalb sie sich den weiten Weg gemacht hätte.
"Ich wollte nur mal sehen, wer hinter dieser sympathischen Telefonstimme steckt", war ihre Antwort.
Hach, Arbeit kann soooo schön sein. ;)

03.12.2009 um 10:17 Uhr

Brückenbau - Teil 2

von: Zwischenweltler   Kategorie: Brückenbau

Dieses Thema bewegt mich immer noch - vor allem hinsichtlich einer Sache, die ich im ersten Teil beschrieb. Ich darf mich eben kurz selbst zitieren...

Doch egal wie oft und intensiv wir diese Brücken auch nutzen, sie eröffnen uns Wege, Denkweisen und Ideen, von denen wir zuvor abgeschnitten waren oder von denen wir noch gar keine Vorstellung hatten. Es steht uns frei, die Welt dahinter zu erkunden.

Während ich an dem ersten Satz unbedingt festhalten möchte, kommen mir Zweifel, inwieweit der zweite Satz gelten kann. Steht es uns wirklich frei, die Welt hinter der Brücke nach Belieben zu erkunden?
Was hinter der Brücke liegt, ist nicht nur die Gedankenwelt des Freundes oder Partners, es ist dessen ganze Seele. Kann und darf man denn da einfach so hinein marschieren in diesen Dschungel (um beim Ursprungsbild zu bleiben), um nach Interessantem oder gar nach versteckten Schätzen zu suchen? Was, wenn man statt auf Schätze auf tiefe Schluchten und Abgründe stößt? Auf Chaos oder gar lebensfeindliche Welten?
Wie weit gilt die Einladung zur Besichtigung, die mit dem Brückenbau indirekt ausgesprochen wurde? Wäre es zulässig zu sagen: "Hey, das sieht ja ganz schön wild hier drin aus. Wie wär's, wenn wir mal gemeinsam aufräumen würden?"
Wo sind die Grenzen? Und was passiert, wenn man sie übertritt?