Nur ein paar Memos

28.01.2010 um 12:01 Uhr

Halbweisheit #24

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Traumwelten sind die Naherholungsgebiete der Seele.

26.01.2010 um 08:49 Uhr

Blues-Night

Sein Gospel klingt nach Blues, sein Reggae klingt nach Blues, sogar sein Charleston klingt nach Blues, sein Rock sowieso, und alles, was nicht nach Blues klingt, IST Blues.
Dieser Mann und seine Moll-Stimme, die - wie warmes Badewasser: tief, rauchig, leicht brüchig - ganz im Gegensatz zu seinem Gitarrenspiel steht. Kein anderer läßt die Slides auf solche Weise fliegen. Erst verführen sie dich nach Hawaii, um dich im nächsten Moment auf die Straße zur Hölle zu zerren, wo sie dir dann die Eingeweide zersägen. Ein musikalischer Hochgenuß.
Die Alten können's eben doch am besten. ;)

Na, wer von Euch errät, wo ich gestern meine Ohren gelassen habe?

21.01.2010 um 09:11 Uhr

Eigendynamik

Die meisten Blogger werden diesen Effekt kennen: Da beginnt man einen Eintrag zu schreiben, hat womöglich bereits eine klare Vorstellung von dem, was man schreiben will, und dann, beim Schreiben, begeben sich die Gedanken auf Abwege, so daß am Ende ein ganz anderer Eintrag entsteht, als man ursprünglich vorhatte.

Gestern ging es mir so mit einem Brief. Und doch war es anders. Das Thema ging tief und war nicht ohne Brisanz. Gedanklich hatte ich mir bereits einige Sätze zurechtgelegt. Doch kaum waren die ersten Worte getippt, klappte vor mir eine Tür auf, hinter der eine Art Offenbarung lag. Ich ging durch diese Tür und folgte dem Entdeckten mit der Tastatur. Was ich dann schrieb, war völlig neu für mich, und doch fühlte es sich so vertraut an, daß ich glaubte schon ewig damit zu leben.
Viel war es nicht, was ich da schrieb, doch es war schwergewichtig. Und als ich endete und alles noch einmal las, wurde mir bewußt, daß das Thema, um welches es ging, zwei Betrachtungsweisen kennt: Eine weltliche und eine spirituelle. Intuitiv hatte ich die spirituelle Sicht gewählt - eine Sicht, die zwar nicht grundsätzlich neu für mich war, mich jedoch in der Klarheit ihrer Aussage selbst verblüffte. Plötzlich schien mir die weltliche Sicht völlig nebensächlich. Und obwohl ich für einen Moment das Ansinnen hatte, diese als Gegenpol ebenfalls niederzuschreiben, ließ ich es am Ende sein.

Daß ich mich beim Schreiben selbst ordne, war mir schon lange bekannt, aber auf diesem Weg Zugang zu meinem Unterbewußtsein zu finden, war neu für mich.
Ja, magische Momente gibt es auch beim Briefeschreiben. Wer hätte das gedacht... ;)

19.01.2010 um 13:39 Uhr

Nachlese vom Wochenende

Ohne Worte aber irgendwie symbolisch für uns.  :)

12.01.2010 um 10:49 Uhr

Du

Du sendest mir Klänge, die mein Herz durchdringen.
Du verbiegst mir das Licht zu zauberhaften Kreisen.



Du öffnest mein Denken, mein Fühlen.
Du hältst mich, wenn ich abzudriften drohe.
Du führst mich zurück zum Wesentlichen.
Du schenkst mir Flügel, wenn ich sie brauche.
Du birgst mich in Wärme, auch aus der Ferne.
Du gibst mir das Gefühl, frei und doch gebunden zu sein.

Du bist mein Anker in Blueberry Nights.



...und dafür liebe ich Dich.

11.01.2010 um 08:41 Uhr

Muskelkater

So ca. 25 m3 Schnee bewegt in den letzten Tagen und extra noch Ski gelaufen und heimgewerkelt bis zum Abwinken. Ich weiß gar nicht, wovon mir die Knochen so weh tun. :)))

Ich wünsch Euch eine schöne Woche voller weißer Winterpracht aber ohne Stau etc.!

05.01.2010 um 10:33 Uhr

Von Türen und Ängsten

Vor längerer Zeit, als ich an einer bedeutenden Gabelung meines Lebensweges stand, ohne es wahrhaben zu wollen, hatte ich große Angst davor, eine bestimmte Türe zu öffnen. Ich wußte nicht, was mich dahinter erwarten würde - obgleich ich eine gewisse Ahnung davon hatte -, und diese Unsicherheit ließ mich zaudern. Ich glaubte, sobald ich die Klinke in die Hand nähme, ginge ich ein Risiko mit unumkehrbaren Folgen ein. Verlustängste machten sich breit und Horrorszenarien entwickelten sich vor meinem geistigen Auge. Angst hatte ich - vor allem vor einem: Ich hatte Angst, mich dabei verändern zu müssen. Und obwohl ich mich in dieser Zeit nicht sonderlich liebte, klammerte ich mich an mein gegenwärtiges Sein, so unschön es auch war.
Doch dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich traf Menschen, die mich ermutigten, diese Tür zu öffnen; Menschen, die mich davon überzeugten, daß ich im Grunde nichts zu verlieren hatte.
Und so war es dann auch. Ich öffnete diese Tür und durchschritt den fremden Weg, der dahinter lag. Anfangs war er steinig, beschwerlich und ließ kein wirkliches Ziel erkennen. Immer wieder stürzte ich, schrammte mir die Haut auf und zerfetzte mir die Schuhe, die plötzlich nicht mehr zu passen schienen. Ich warf sie schließlich weg, wie einiges anderes noch, was mir auf diesem Weg behinderlich war. Und mit der Zeit, als ich bereits eine ganze Strecke barfuß diesen Schotterweg beschritt, wurde die Landschaft übersichtlicher, der Weg geradliniger und der Belag angenehmer. Er mündete in einen sanften Hügel mit weichem Gras. Vor mir entfaltete sich ein völlig neuer Horizont. Und zum ersten Mal gelang es mir, mich umzudrehen und einen Vergleich zu ziehen: Wo kam ich her, wo ging ich hin.
Da wurde mir klar, daß es absolut richtig war, diese Tür zu öffnen. Trotz aller Beschwerlichkeit und zwischenzeitlichen Schmerzen blieben all meine Ängste am Ende unbegründet. Nicht eines der Horrorszenarien hat sich bewahrheitet, und was am Ende verlustig ging, entpuppte sich als unnötiger Ballast. Da war nichts aber auch gar nichts, dem ich nachtrauern mußte. Im Gegenteil. Es war ein Gewinn auf ganzer Linie.

Dieser Eintrag ist für all jene, die zögerlich sind, neue Türen zu öffnen, weil sie dahinter unliebsame Veränderungen erwarten, und doch vielmehr Angst davor haben sollten, daß alles so bleibt, wie es ist.
Vielleicht macht er Euch ein wenig Mut.