Nur ein paar Memos

27.12.2010 um 10:49 Uhr

Auch Romantik hat ihre Grenzen

Eine weiße Weihnacht ist ja wirklich etwas Tolles. Da kommen Kindheitserinnerungen auf, und der alte Mann im roten Rock bringt seine Geschenke noch auf Kufen statt auf Rädern, ganz wie sich das gehört. Romantik pur. Wer kleine Kinder hat, den wird's besonders freuen, und ich muss zugeben, auch ich konnte der Szenerie einiges abgewinnen.
Wenn einen dann nicht immer die garstige Realität so schnell einholen würde. Schließlich leben wir nicht im Märchenwald. Und mal ehrlich: In der heiligen Nacht mehr als fünfzehn Kubikmeter Schnee bewegen zu müssen, nur um wieder auf das heimische Grundstück zu gelangen, lässt die Romantik schnell wieder den Bach runter gehen. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt.

Es gibt unter den Meteorologen einge, die sich sicher sind, dass wir in diesem Winter auch im Flachland über drei Monate lang eine geschlossene Schneedecke behalten. Uff. Das mag ja recht effektiv gegen die winterliche Bewegungsarmut sein, aber kann mir mal einer verraten, wohin ich das Zeug noch schaffen soll? Ich habe auf dem Grundstück schon Zubringer-Schneisen schaufeln müssen, um die so genannte Weiße Pracht mehr hoch als breit irgendwo unterzubringen. Und wenn ich jetzt hochrechne, dass von den drei Monaten noch nicht mal einer um ist, dann...
Am besten ich baue mir ein Iglu und lege mich zum Winterschlaf. :)))

 

06.12.2010 um 12:01 Uhr

Die Magie der Bücher

Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wann und warum ihr bestimmte Bücher kauft oder leiht, und warum ihr sie dann doch manchmal erst sehr viel später lest, euch dieser Zeitpunkt dann aber als genau der richtige vorkommt?
Woher wissen wir, bzw. woher spüren wir, wann es Zeit für ein bestimmtes Werk oder einen bestimmten Autor ist? Und woher nehmen wir manchmal die Gewissheit, dass dieser Zeitpunkt eben noch nicht gekommen ist, wenn wir ein Buch empfohlen oder geschenkt bekommen? Und wieso schließen sich ausgerechnet über Bücher so oft Kreise zu bestimmten Menschen an Zeitpunkten, an denen wir es am wenigsten erwarten?

Vor fünf Jahren hatte mir Amie ein Buch empfohlen, und ich nahm mir vor, es zu lesen. Also landete es auf meiner Bücherliste, auf der ich all meine Lesekandidaten sammle. Doch irgendwie war die Zeit noch nicht reif dafür. Über die Jahre rutschte es auf der Liste immer weiter nach unten – ohne vergessen, aber auch ohne gelesen zu werden. Letzten Sommer dann bekam ich von Wari ein kleines Überraschungspäckchen. Darin ein Buch von eben diesem Autor, jedoch ein anderer Titel. Ich las es sofort – und es passte. Der Grund, weshalb sie mir ausgerechnet dieses Buch schickte, war offenbar ein rein formaler. Doch daran kann und will ich einfach nicht glauben. Denn – ihr könnt es euch sicher denken – ich kaufte mir daraufhin das Buch, das schon so lange auf meiner Liste schmorte. Was soll ich sagen? Es hat mich voll erwischt. ;-)

Solcherlei Beispiele gibt es noch eine ganze Menge. Von dem einen oder anderen magischen Moment, der von Büchern ausgelöst wurde, habe ich auch schon im Blog berichtet.
Und viele von euch haben sicher schon ähnliches erlebt. So berichtet Indalo davon, dass es bei ihr manchmal bereits ausreicht, mit der Hand über einen Titel oder einen Bücherrücken zu streifen, um dabei genau den Eindruck zu bekommen, der dieses unwiderstehliche Lies-mich!-Gefühl auslöst. Das ist Magie, oder?
Dass manche Bücher eine Seele besitzen, ist hinlänglich bekannt. Doch war ich bisher der Auffassung, diese Seele würde sich erst beim Lesen offenbaren. Inzwischen glaube ich jedoch, dass sich das Wesen und die Seele eines Buches mit unserer eigenen Seele in Verbindung setzen kann, noch lange bevor wir es zum ersten Mal in Händen halten. Das klingt vielleicht absurd, ich weiß, denn die Ratio sagt uns: Hey, das ist nichts anderes als die Ansammlung von bedrucktem Papier! - Aber nein, das ist es nicht nur. In jedem Buch steckt ein Stück Seele des Autors. Jedes Buch ist Schrift gewordene Gedankenenergie. Und diese Gedankenenergie strahlt ebenso aus, wie sie Seele des Autors selbst. Das Schöne daran ist, dass diese Energie auch dann nicht an Ausstrahlung verliert, wenn sie in Form eines Buches als Tragwerk tausendfach kopiert wird.

Für mich ist das pure Magie, von der ich mich immer wieder gerne verzaubern lassen. Doch es ist noch mehr: Es ist auch immer ein Stück Seelenwanderung – ausgelöst von einem guten Buch, das zu uns passt, einem tiefgreifenden Brief oder einer Email. Wir nehmen sie auf, diese Gedankenenergie, und integrieren sie in unser Wesen. Und damit tragen wir sie fort, verbreiten sie, vererben sie. So entsteht wahre Unsterblichkeit.

03.12.2010 um 12:55 Uhr

Halbweisheit #30

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Manchmal ist es einfach nur der Postmann, der magische Momente bringt.